DE598302C - Verfahren zur Herstellung von Mehrfarbenkopien - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von MehrfarbenkopienInfo
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Landscapes
- Non-Silver Salt Photosensitive Materials And Non-Silver Salt Photography (AREA)
Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
8. JUNI 1934
8. JUNI 1934
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 57 b GRUPPE 18
Kalle& Co. Akt.-Ges. inWiesbaden-Biebrich*)
Verfahren zur Herstellung von Mehrfarbenkopien
Patentiert im Deutschen Reiche vom 1. März 1931 ab
Zweiseitig beschichtete Filme finden für Zwecke der Farbenphotographie, speziell für
Zweifarbenverfahren, bereits vielfach Verwendung. Man verfährt dabei so, daß man
die auf jeder Seite des Films befindlichen lichtempfindlichen Schichten gleichzeitig oder
nacheinander zwecks Herstellung eines Teilbildes belichtet, entwickelt und dann mittels
der in der Farbenphotographie üblichen Verfahren in Farbstoffbilder überführt. Als lichtempfindliche
Schichten zwecks Herstellung der Teilbilder sind vorgeschlagen worden unter anderem Halogensilberemulsionen, Bichromatgelatineemulsionen,
ferner das Verfahren der Diazotypie und, speziell für das Blaubild,
der Eisenblauprozeß. Um derartige Filme für das Dreifarbenverfahren benutzen zu können,
ist bereits vorgeschlagen worden, nach der Fertigstellung der beiden Teilbilder den
Film nochmals lichtempfindlich zu machen und dann nach einer der üblichen Methoden
das dritte Teilbild zu erzeugen. Ein derartiges Verfahren ist kompliziert und mit großen
Kosten verknüpft, so daß es sich nicht einführen konnte.
Es ist nun gefunden worden, daß man Mehrfarbenfilme vorteilhaft in der Weise herstellen
kann, daß man ein Teilbild in einem in der Masse sensibilisierten durchsichtigen
Träger erzeugt und die anderen Teilbilder in geeigneter Weise auf den Oberflächen
dieser Träger hervorruft. Man verwendet hierfür als Träger einen durchsichtigen Film,
der in der Masse durch Zusatz lichtempfindlicher Stoffe sensibilisiert ist. Zur Herstellung
solcher Schichtträger kann man beispielsweise Filme aus Celluloseestern, Celluloseäthern,
Cellulosehydrat ο. dgl. verwenden. Zwecks Sensibilisierung fügt man ihnen solche lichtempfindliche Stoffe zu, die es gestatten,
innerhalb des Schichtträgers ein Bild hervorzurufen. Hierfür kommen beispielsweise
in Frage: Haltbare, am Licht ausbleichende Diazoverbindungen, gegebenenfalls zusammen
mit Azokomponenten, ferner Ausbleichfarbstoffe, Leukobasen und andere. Man kann solche Filme vorteilhaft, beispielsweise
nach dem Verfahren unseres Patents 535 91S herstellen oder durch Tränken gemäß
Patent 230 558.
Zwecks Herstellung der auf einer oder beiden Seiten eines derartigen Films aufzubringenden
Teilbilder kann man sich aller in der Farbenphotographie üblichen Methoden bedienen. Beispielsweise kann man zu diesem
Zweck Halogensilberemulsionen, Bichromatgelatineemulsionen auf die genannten Filme aufbringen, oder man kann sie gemäß
den in der Diazotypie üblichen Methoden herstellen.
Versieht man beispielsweise einen Film, der durch Vergießen einer durch Zusatz von
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Dr. Wilhelm Krieger in Wiesbaden-Biebrich.
Diazoverbindungen zusammen mit Azofarbstoffkomponenten
lichtempfindlich gemachten Celluloseesterlösung hergestellt ist, auf beiden
Seiten mit einer Halogensilberemulsion, so kann man die Halogensilberemulsion so
belichten, als ob der als Schichtträger dienende Film nicht sensibilisiert wäre. Die
Belichtung der im Schichtträger vorhandenen lichtempfindlichen Substanz nimmt man in
to diesem Fall zweckmäßig nach dem Anfärben der äußeren Silberteilbilder vor. Verwendet
man bei einem gleichen Film an Stelle der Halogensilberemulsionen Bichromatgelatineemulsionen,
so kann es vorteilhaft sein, zwisehen diesen und dem Schichtträger inaktinische
Zwischenschichten anzubringen, die beim Wässern nach der Belichtung der Bichromatschichten
verschwinden. Nach der Trocknung eines derartigen Films wird die im Schichtträger befindliche lichtempfindliche
Diazoverbindung belichtet und anschließend, wie üblich, entwickelt. Auch bei Verwendung
von lichtempfindlichen Diazoverbindungen zur Herstellung der äußeren Schichten kann es
vorteilhaft sein, zwischen diesen und dem Schichtträger inaktinische Zwischenschichten
anzubringen, die entweder beispielsweise durch Einwirkung von Ammoniak verschwinden oder
bei wäßriger Entwicklung der äußeren Teilbilder herausgelöst werden. Die Benutzung
der in der Masse sensibilisierten Filme als Schichtträger ist von Vorteil für die Herstellung
von Zwei-, Drei- oder Mehrfarbenfilmen, sie kann aber auch verwendet werden bei anderen Verfahren, beispielsweise bei der Herstellung
von Anaglyphen.
Man hat auch schon vorgeschlagen, Mehrfarbenfilme in der Weise zu erzeugen, daß'
man auf einem nicht sensibilisierten Träger mehrere lichtempfindliche Schichten übereinander
anbringt. Diese Arbeitsweise hat jedoch den Nachteil, daß man bei der Herstellung
der einzelnen Schichten sehr darauf achten muß, daß sich diese Schichten mit den anderen
darüber- oder daruntergelagerten lichtempfindlichen Schichten vertragen. Weiterhin
ist es bei diesem bekannten Verfahren schwierig, die Entwicklung der einzelnen Schichten
durchzuführen, weil auch hier immer die Gefahr besteht, daß die Entwicklung der einen
Schicht die anderen Schichten ungünstig beeinflußt. Auch hat man schon vorgeschlagen,
Mehrfarbenfilme in der Weise herzustellen, daß man die einzelnen Teilbilder auf gesonderten selbständigen Trägern oder Filmen
erzeugt und dann die so erhaltenen drei selbständigen Bildfilme zusammenklebt. Dieses Verfahren ist recht umständlich, da
man für die Erzeugung eines mehrfarbigen Bildes erst die einzelnen Teilbilder vollständig
für sich allein fertigzustellen hat und dann nochmals zur Deckung bringen muß. Demgegenüber bringt das neue Verfahren,
hauptsächlich durch die Benutzung eines in der Masse sensibilisierten Films als Träger
für weitere lichtempfindliche Schichten, den großen Vorteil, daß einmal eine ungünstige
Beeinflussung der einzelnen lichtempfindlichen Schichten untereinander, auch bei der
Entwicklung, vollständig ausgeschaltet wird und dann, daß man das lichtempfindliche
Material mit allen Schichten in einer Operation herstellen kann und nach den verschiedenen
Entwicklungs- und Belichtungsprozessen sofort das mehrfarbige Bild erhält.
i. Ein in der Masse durch Zusatz des Diazoborfiuorids des p-Aminomonoäthylorthotoluidins
und Phenol sensibilisierter Celluloseesterfilm wird beiderseitig mit einer Halogensilberemulsion
versehen. Nach der Belichtung und Entwicklung der äußeren Teilbilder werden diese gebleicht und nach dem Uvachromieverfahren
auf der einen Seite ein blaues und auf der anderen Seite ein rotes Teilbild durch Anfärbung erzeugt. Nach dem Trocknen
des Films erfolgt die Belichtung des inneren Teilbildes durch das blaue Teilbild
hindurch, wobei es vorteilhaft sein kann, ein blaues Filter vorzuschalten. Der hierdurch
entstehende Lichtverlust ist verhältnismäßig gering, da die Diazoschichten in der
Hauptsache nur im Blau empfindlich sind. Es kann vorteilhaft sein, zwischen den Halogensilberemulsionen
und dem Schichtträger eine inaktinische Zwischenschicht anzubringen, die es verhindert, daß bei der Belichtung
der Halogensilber emulsionen das Licht auf die verkehrte Seite gelangt.
2. Ein Celluloseätherfilm wird in der Masse durch die Diazoverbindung der 1 · 2 · 4-Aminonaphtholsulfosäure
und Resorcin sensibilisiert. Auf diesen Film trägt man beiderseits eine Bichromatgelatineemulsion auf. Man belichtet
zuerst die beiden äußeren Bichromatschichten, wässert und trocknet sie. Hierauf belichtet man das innere Teilbild und kann
es dann sofort durch Ammoniakentwicklung hervorrufen. Dann wässert man wieder und
färbt die beiden äußeren Teilbilder wie üblich an, und zwar derart, daß man außen
ein Gelb- und Blaubüd, innen ein Rotbild erhält. Man kann auch so verfahren, daß
man nach der Belichtung der beiden äußeren Bichromatschichten diese gelb und blau anfärbt
und dann den Schichtträger durch das Blaubüd hindurch, wie im Beispiel 1 angegeben,
belichtet und in Ammoniak entwikkelt. Man kann auch hier vorteilhaft eine
inaktinische Zwischenschicht verwenden, die beim Wässern verschwindet.
3- Man setzt einer Celluloseesterlösung Resorcin und die Diazoverbindung von
p-Aminomonoäthyiorthotoluidin zu und stellt aus dieser Lösung durch. Vergießen in üblicher
Weise einen Film her. Den erhaltenen Film beschichtet man auf einer Seite mit einer Gelatineemulsion, der ι · 8 · 2 · 4-Aminonaphtholdisulfosäure
und Diazoverbindung von p-Aminomonoäthylorthotcluidin zugesetzt sind.
Nach der Belichtung erhält man außen ein Blaubild und im Schichtträger ein Orangebild.
Es kann empfehlenswert sein, zwischen _ dem Schichtträger und der Gelatineemulsion
eine inaktinische Zwischenschicht, beispielsweise einen Di- oder Triphenylmethanfarbstoff
anzubringen, der bei der Ammoniakbehandlung verschwindet.
4. Ein Celluloseesterfilm, der in der Masse, wie in Beispiel 1 angegeben, sensibilisiert ist,
wird auf beiden Seiten mit einer reinen Gelatineschicht versehen. Nach dem Belichten
erzeugt man im Schichtträger ein Gelbbild, während man das Rot- und Blaubild auf
dem Film durch Aufsaugedruck erzeugt.
5. Ein in der Masse mittels eines Ausbleichfarbstoffes,
beispielsweise Flavindulin, sensibilisierter Film aus regenerierter Cellulose,
der außen lackiert ist, wird auf einer Seite mit einer Eisenblaupräparation und auf der
anderen Seite mit einer Bichromatgelatineemulsion beschichtet. Nach dem Belichten
der äußeren Schichten erzeugt man in bekannter Weise auf einer Seite ein Rotbild,
auf der anderen Seite ein Blaubild. Hierauf wird durch das blaue Teilbild hindurch der
sensibilisierte Schichtträger belichtet, wobei man im vorliegenden Falle ein gelbes Ausbleichbild
erhält.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von Mehrfarbenkopien, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Teilbild in einem aus Cellulose oder Cellulosederivaten bestehenden, in der
Masse mit ausbleichenden Diazoverbindungen (auch zusammen mit Azokomponenten), Ausbleichfarbstoffen, Leukobasen
o. ä. sensibilisierten durchsichtigen Träger und die weiteren Teilbilder in auf den
Oberflächen dieses Trägers liegenden Schichten erzeugt werden.
2. Verfahren zur Herstellung von Mehrfarbenfilmen gemäß Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die äußeren Teilbilder in lichtempfindlichen, auf den Träger aufgebrachten
Schichten erzeugt werden.
3. Verfahren zur Herstellung von Mehrfarbenfilmen gemäß Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die äußeren Teilbilder auf dem Träger nach dem Imbibitionsverfahren
erzeugt werden.
4. Verfahren zur Herstellung von Mehrfarbenfilmen gemäß Anspruch 1, 2 und 3,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Träger und den äußeren lichtempfindlichen
Schichten inaktinische Zwischenschichten angeordnet werden.
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| DEK119255D Expired DE598302C (de) | 1931-02-28 | 1931-03-01 | Verfahren zur Herstellung von Mehrfarbenkopien |
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|---|---|
| DE (1) | DE598302C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1035474B (de) * | 1951-11-30 | 1958-07-31 | American Optical Corp | Verfahren zur Herstellung von photographischen Mehrfarbenbildern durch Traenken eines Polyvinylalkoholfilms mit Diazoverbindungen und Aufkopieren der Teilfarbenbilder |
-
1931
- 1931-03-01 DE DEK119255D patent/DE598302C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1035474B (de) * | 1951-11-30 | 1958-07-31 | American Optical Corp | Verfahren zur Herstellung von photographischen Mehrfarbenbildern durch Traenken eines Polyvinylalkoholfilms mit Diazoverbindungen und Aufkopieren der Teilfarbenbilder |
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