DE595875C - Verfahren zur Herstellung eines Dauerfutters aus Kartoffeln - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Dauerfutters aus Kartoffeln

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DE595875C
DE595875C DEI43000D DEI0043000D DE595875C DE 595875 C DE595875 C DE 595875C DE I43000 D DEI43000 D DE I43000D DE I0043000 D DEI0043000 D DE I0043000D DE 595875 C DE595875 C DE 595875C
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Germany
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potatoes
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saccharification
acid
water
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Expired
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DEI43000D
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Dr Werner Steibelt
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IG Farbenindustrie AG
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IG Farbenindustrie AG
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23KFODDER
    • A23K10/00Animal feeding-stuffs
    • A23K10/30Animal feeding-stuffs from material of plant origin, e.g. roots, seeds or hay; from material of fungal origin, e.g. mushrooms
    • A23K10/35Animal feeding-stuffs from material of plant origin, e.g. roots, seeds or hay; from material of fungal origin, e.g. mushrooms from potatoes

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Description

  • Verfahren zur Herstellung eines Dauerfutters aus Kartoffeln Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ,ein Verfahren zur Überführung der leicht verderblichen Rohkartoffel in ein haltbares Dauerfutter. Bisher hat man Kartoffeln in ein haltbares Produkt in der Weise übergeführt, daß man sie in Walzen- oder Röhrentrocknern von ihrem Wassergehalt so weit befreite, daß das Trockengut nur noch einen Wassergehalt von :etwa 1z % besaß (Kartoffelflocken oder -Schnitzel). Hierbei ist aber ein so erheblicher Aufwand an Wärmeenergie @erforderlich, daß die Durchführung des Verfahrens aus wirtschaftlichen Gründen nur in beschränktem Maße erfolgen konnte. Ferner besitzen die in der ofenerwähnten Weise hergestellten Trockenprodukte ein sehr geringes Schüttgewicht, was sie für einen Transport wenig geeignet macht. Durch vorliegende Erfindung wird nun ein neuer Weg eingeschlagen, um Rohkartoffeln in ein haltbares Gut mit geringem Wassergehalt umzuwandeln, wobei sämtliche in ihnen enthaltene Nährstoffe erhalten bleiben und ihre Verdaulichkeit teilweise sogar erhöht wird.
  • Die Umwandlung gemäß vorliegender _ Erfindung geschieht in der Weise, daß man die Kartoffeln zunächst einem Verzuckerungsprozeß unterwirft, wobei man ohne Zusatz von Wasser arbeitet und alsdann die hierbei nach Abtrennen der festen Bestandteile erhaltene und gegebenenfalls, neutralisierte Lösung, zweckmäßig unter Verwendung eines Mehr. körperverdampfapparates, mindestens bis zu ,einem haltbaren Sirup, d. h. bis zu einem Kohlehydratgehalt von mindestens etwa ¢o %, eindampft.
  • Für die Verzuckerung der in den Kartoffeln enthaltenen Stärke werden diese zunächst zerkleinert, worauf die Verzuckerung entweder auf enzymatischem Wege, z. B. mit Malz, oder durch Behandlung der Maische mit verdünnter Säure unter Druck oder auch durch einfache Druckerhitzung vorgenommen wird. Die Zerkleinerung kann durch Schnitzelmaschinen, Reibmaschinen u. dgl.erfolgen, man kann aber auch die ganzen Kartoffeln zuerst im Druckautoklaven dämpfen, das Kondenswasser abtrennen und die nunmehr weichen Kartoffeln bei etwa i Atm. mittels eines eingebauten Rührwerkes zerkleinern, worauf alsdann die Verzuckerung erfolgt. Schließlich kann man ,auch die rohe Kartoffel im Henzedämpfer vorbehandeln und die ausgeblasene Maische in der angegebenen Weise verzuckern. Erfindungsgemäß wird ohne jeden Zusatz von Wasser gearbeitet, d. h. die Verzuckerung nur mit dem in der Kartoffel selbstenthaltenen Fruchtwasser durchgeführt. Für die Hydrolyse mit Säure eignen sich vor allem Salz-und Schwefelsäure sowie Gemische von beiden., es können auch Phosphorsäure oder Milchsäure verwendet werden. Die erforderlichen Säuremengen sind sehr gering, so daß die bei der späteren Neutralisation entstehenden Salze die Genießbarkeit und den Futterwert -der Endprodukte nicht herabsetzen. Für die Überführung eines Doppelzentners Frischkartoffeln in. eine flüssige Maische sind bei einer Arbeitstemperatur von i 4o' und einer Einwirkungsdauer von' 2 Stunden z. B. 5oog Schwefelsäure (ioo%ig) oder i,51 33%ige Salzsäure erforderlich. Denselben Effekt erreicht man mit einem Gemisch von o, 5 1 33 %iger Salzsäure und 25o g Schwefelsäure (ioo%ig) in 3 Stunden oder mit 0,31 33%iger Salzsäure oder mit 0,51 konzentrierter Phosphorsäure (d = 1,78, entsprechend 5909 P205) in 4 Stunden oder auch mit i % P205 (= o,851 konzentrierte Phosphorsäure) schon. in i Stunde. Die Säure verdünnt man zweckmäßig vor der Anwendung mit dem mehrfachen Volumen Saft ,aus einer früheren Charge, um -eine bessere Durchmischung zu erzielen.
  • Bei Verzuckerung der Kartoffeln mit Malz verwendet man zweckmäßig etwas größere Fermentmengen, als in der Brennerei üblich sind, und führt dein. Prozeß bei Temperaturen von 6o bis 7o° durch. Durch die Verzuckerung verhält man einen dünnflüssigen Saft, der die meisten Nährstoffe der Kartoffel und gegebenenfalls des Malzes gelöst enthält, daneben aber auch noch ungelöste Anteile, die hauptsächlich aus den Schalen bestehen, daneben auch etwas Stärke, Sand, Salze und Proteine enthalten.
  • Nach Abtrennung dieser Bestandteile, zweckmäßig mittels einer Filterpresse in der Wärme, wird die erhaltene Lösung so weit neutralisiert, daß sie ohne Zuckerverlust eingedampft werden kann. Die Neutralisation kann man auch vor der Filtration vornehmen.
  • Die nach dem Eindampfen erhaltene flüssige Masse kann ohne weiteres als Futtermittel verwendet werden. Die ausgespülten und gegebenenfalls nachgepreßten Preßrückstä@nde können getrocknet und bei genügend hohem Nährgehalt ebenfalls als Futtermittel verwendet werden. Bei zu geringem-Nährgehalt .können sie als Düngemittel Verwendung finden.
  • Die Verzuckerung von Kartoffeln mit Säuren ist an sich bekannt. Auch ist bereits vorgeschlagen worden, die bei der Verzuckerung der Kartoffeln, erhaltenen flüssigen Massen zu filtrieren und das Filtrat alsdann einzudampfen. Bei diesem Verfahren wird die Verzuckerung unter Zusatz wesentlicher Mengen Wasser durchgeführt, deren spätere Verdampfung aber derart erhebliche Kosten verursacht, daß das Verfahren für eine praktische Durchführung ungeeignet ist. Demgegenüber wird bei dem vorliegenden Verfahren praktisch ohne Wasserzueatz gearbeitet. Da Kartoffelpräparate keine große Belastung vertragen können, ist die im vorliegenden Falle erzielte Verbilligung der Verdampfungskosten von ausschlaggebender praktischer Bedeutung. Da das Verfahren ferner in sehr einfachen Apparaturen ausgeführt werden kann, ist auch die für seine praktische Durchführungerforderliche Wirtschaftlichkeit gegeben. Beispiel i 3oookg gewaschene Kartoffeln mit 16% Stärke werden in einem Henzedämpfer mit direktem Dampf auf etwa 8o bis 9o° erwärmt. Nach dem Ablassen des hierbei gebildeten Kondenswassers wird weiter mit Dampf bis auf 140° (3,6Atm.) erhitzt. Sobald die Kartoffeln genügend weich geworden sind, werden sie m einen unter dem Dämpfer aufgestellten und mit Heizschlangen versehenen Autoklaven ausgeblasen. Hier wird die breiige heiße Masse mit seinem Gemenge aus 28 kg Schwefelsäure von 6o° B6 und etwa 225 kg Saft aus einem vorhergehenden Aufschluß innig vermischt. Der Autoklav wird nun verschlossen und die Masse durch indirekten Dampf auf 140° erwärmt. Diese Temperatur wird während 2 Stunden aufrechterhalten, worauf der entstandene dünnflüssige Brei durch eine Filterpresse gedrückt wird. Der in der Presse verbleibende' Rückstand wird mit etwa 30o 1 heißem Wasser ausgewaschen. Das Waschwasser wird mit,dem Saft vereinigt, wobei man eine Gesamtflüssigkeitsmenge von etwa 3ooo kg erhält. Diese. Flüssigkeit wird sodann mit Kalkmilch neutralisiert, gegebenenfalls nochmals filtriert und nunmehr im Mehrfachverdampfer auf .etwa i ooo kg eingedampft. Man erhält seine dunkelbraune, ziemlich klare und dünnflüssige Masse, die fast die gesamten Nährstoffe der Kartoffel in gelöster Form enthält. Der Preßrückstand, der als Düngemittel Verwendung finden kann, beträgt in getrocknetem Zustand etwa i io kg. Von den angewandten 3oookg Kartoffeln wurden etwa i 56o kg Wasser verdampft, während bei der Gewinnung von z. B. Kartoffelflocken :etwa 2 i oo kg Wasser hätten verdampft werden müssen. Beispiel 2 Anstatt die Verzuckerung mittels Säure vorzunehmen, kann diese auch z. B. unter Anwendung von Diastase erfolgen. Zu diesem Zwecke wird die gemäß Beispiel i nach dem Auspressen aus dem Henzedämpfer erhaltene breiige heiße Masse m einem Kühler auf etwa. 5o° abgekühlt und alsdann mit 12o kg Grünmalz i Stunde lang verzuckert. Hierauf wird das Ganze mit einer Filterpresse filtriert -und das Filtrat in,einem Mehrfachverdampfer bis auf etwa I ooo kg eingedampft.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCFI: Verfahren zur Herstellung eines Dauerfutters aus Kartoffeln, dadurch gekennzeichnet, daß man diese zunächst ohne Zusatz von Wasser einem Verzuckerungsprozeß unterwirft und hierauf die nach Abtrennen der festen Bestandteile erhaltene und gegebenenfalls neutralisierte Lösung, zweckmäßig in einem - Mehrkörperverdampfier, mindestens bis zu einem haltbaren Sirup eindampft.
DEI43000D 1931-11-11 1931-11-11 Verfahren zur Herstellung eines Dauerfutters aus Kartoffeln Expired DE595875C (de)

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