DE595295C - Hydraulische Kippvorrichtung, insbesondere fuer Kraftfahrzeuge - Google Patents
Hydraulische Kippvorrichtung, insbesondere fuer KraftfahrzeugeInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine hydraulische Kippvorrichtung, insbesondere
für Kraftfahrzeuge, bei der zwischen dem Zylinder der -Hebevorrichtung und dem
5 oberen Teil des Kolbens ein Ringraum vorgesehen ist, der zeitweilig oder ständig mit
der Druckleitung ,verbunden ist.
Es ist bei hydraulischen Kippvorrichtungen für Ladebrücken von Kraftfahrzeugen bereits
to bekannt, auf beiden Seiten des Kolbens verschieden große Druckflächen vorzusehen und
diese ständig mit der Druckleitung in Verbindung zu Tialten. Ferner ist es bekannt,
zwischen dem größeren Druckraum des hydraulischen Kolbens und dem Saugraum ein Ventil vorzusehen, das durch Öffnen und
Schließen die Richtung des Hubes der Vorrichtung bestimmt. Es ist zwar bereits eine
hydraulische ■ Wagenkippvorrichtung bekannt-
ao geworden, bei der auch Steuerventile zur Steuerung von Druckflüssigkeit Verwendung
finden. Es ist ferner bekanntgeworden, zwischen dem Hubzylinder und dem oberen Teil des Kolbens einen Ringraum vorzusehen;
jedoph kann dieser Ringraum niemals als Druckraum wirken, weil er nicht mit der Druckpumpe in Verbindung gebracht werden
kann. Infolgedessen ist es auch nicht möglich, bei der bekannten Vorrichtung diesen
Raum dazu zu verwenden, um den Kipper aus der Steilkippstellung zurückzuholen. "
Die Erfindung besteht nun darin, daß zur Steuerung der Druckflüssigkeit mindestens
zwei gemeinsam bewegte Ventile oder ein Doppelventil mit zwei Ventilsitzflächen benutzt
werden Diese Ventile werden so gesteuert, daß entweder die eine Hälfte der Ventile so geschlossen wird, während die andere
geöffnet ist, oder daß sämtliche Ventile gleichzeitig geöffnet werden. Es ist auf diese
Weise möglich, von der- Druckleitung einen offenen Kreislauf zur Saugleitung zu bilden,
was zur Folge hat, daß auch bei laufender Pumpe der Druck in den Zylinderräumen der
Hebevorrichtung auf eine bestimmte Höhe eingestellt und auf dieser gehalten werden
kannj wodurch die Hebevorrichtung in irgendeiner
gewünschten Lage stehenbleibt. Werden teleskopartig ineinander verschiebbare Kolben angewandt, so ist im Boden des
größten Kolbens ein besonderes Steuerventil für die Preßflüssigkeit vorgesehen. Dieses
Steuerventil ist als Rückschlagventil aus-, gebildet und wird beim Senken des Kolbens
durch einen im Boden des größten Zylinders vorgesehenen einstellbaren Anschlag geöffnet.
Es dient dazu, eine ordnungsmäßige Rückkehr des Kolbens in die Normalstellung zu
sichern.
Durch die Anordnung, des Ringraumes zwischen dem Hubzylinder und dem oberen
Teil des Kolbens und die Ausbildung der Steuerung in der Weise, daß dieser Ringraum
zeitweilig oder ständig mit der Druckleitung verbunden werden kann, wodurch ermöglicht
wird, eine besondere überschüssige Kraft zu erzeugen, die im Sinne der Zurückführung
des Kolbens wirkt, ist es möglich, die Kippung so weit zu treiben, daß der
Schwerpunkt des gekippten Teils bzw. der Ladebrücke über die Kippachse hinüberwandert,
weil jederzeit durch Verbindung des
Ringraumes mit der Druckpumpe und Erzeugung einer überschüssigen Kraft der
Kipper auch aus dieser Stellung zurückgeholt werden kann.
Auf der Zeichnung sind zwei Ausführungen der Erfindung dargestellt.
Die Abb. ι bis 3 zeigen schematisch eine .Ausführungsform mit viersitzigem Steuerventil
und Überströmkanal,
Abb. 4 bis 6 eine schematische Ausführungsform mit zweisitzigem Steuerventil und
Sicherheitsventil.
Auf der Zeichnung bedeutet 1 den Zylinder des Preßkolbens der Hubvorrichtung, der im
vorliegenden Falle der Einfachheit halber mit zwei beweglichen Kolbengliedern dargestellt
ist, während es in der Praxis natürlich beliebig viele'sein können. Mit 2 und 3 sind die
Kolben bezeichnet. 4 ist ein Rückschlagventil im Boden des größten Kolbens 2 und S
ein im Zylinder 1 befestigter verstellbarer Anschlag, durch den beim Niedergang des
Kolbens 2 in einer bestimmten Stellung das Ventil 4 geöffnet wird. Mit S ist eine Ventilspindel
bezeichnet, deren Einstellung von einem nicht dargestellten Steuerhebel aus erfolgt
und die gemäß der ersten Ausführungsform (Abb. ι bis 3) vier Ventilkegel trägt.
Davon sind zwei, nämlich die Ventilkegel 6 und 7, mit der Ventilspindel fest verbunden,
während die beiden anderen, 8 und 9, auf ihr verschiebbar angeordnet sind und unter
der Wirkung von zwei Druckfedern 10 und 11 stehen. Die Ventilspindel mit den zugehörigen
Teilen liegt in einem Steuergehäuse 12, das durch Trennungswände in fünf Kammern geteilt ist, nämlich die mittlere Kammer
I2a, in welche die von der Preßpumpe P
für die Druckflüssigkeit kommende Leitung 13 mündet. An diese mittlere Druckkammer
I2a schließen sich die Kammern ΐ2δ und i2c
an, von denen Leitungen 14 und 15 zu der Hebevorrichtung führen. Neben den Druckkammern
I26 und I2C und in Verbindung mit
diesen ist an jedem Ende des Steuergehäuses eine Kammer 12^ und I2e vorgesehen, von
welchen Leitungen x6a und i6b zu dem Behälter
B für die Druckflüssigkeit führen. Mit 17 ist ein Überströmkanal bezeichnet, der
in der Wandung des Kolbens 2 vorgesehen ist und von dem inneren Raum des Kolbens 2
zu dem Raum zwischen Kolben 2 und dem Zylinder 1 führt. Dieser Überströmkanal
wird bei einer bestimmten äußersten Stellung des Kolbens 3 freigegeben, so daß Flüssigkeit
aus dem Druckraum unter dem Kolben 3 in den Raum zwischen Kolben 2 und Zylinder 1
überströmen kann. Mit 19 ist eine Pufferfeder bezeichnet, die zwischen dem Kolben 3 und
dem Kolben 2 vorgesehen ist und dazu dient, beim Überschlagen des Wagenkastens, wenn
also der Schwerpunkt über die Vertikalebene der Schwenkachse des Wagenkastens hinausgeht,
Stöße oder Schläge aufzunehmen.
Bei der zweiten Ausführungsform (Abb. 4 bis 6) besitzt der Steuerzylinder nur vier
Kammern 12°, I2&, I2C und I2tf, und die Ventilspindel
ist nur mit zwei Ventilen 6 und 7 ausgerüstet, die mit ihr fest verbunden sind. Die von der Preßpumpe kommende Leitung
13, die in die Kammer I2a führt, verzweigt
sich vorher nach zwei Seiten. Die eine Zweigleitung, die zur Hebevorrichtung führt, ist
mit 15 bezeichnet, die zweite Zweigleitung mit 20. Diese stellt die Verbindung zwischen
der Rückführungsleitung 16 her, die von der Kammer I2C nach dem Behälter B führt. In
der Leitung 20 ist ein Sicherheitsventil 18 vorgesehen. Von der Kammer I26 führt eine
Leitung 14 zu der Hebevorrichtung. Diese Leitung 14 ist durch eine Zweigleitung auch
mit der Kammer I2C verbunden.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung gemäß Abb. ι bis 3 ist kurz folgende:
Die Ventilspindel S mit den dazugehörigen Ventilen 6, 7, 8 und 9 wird von der Steuervorrichtung
aus auf Heben gestellt (Abb. ij. In dieser Stellung sind die Ventile 6 und 8
geschlossen, die Ventile 7 und 9 geöffnet. Die durch die Leitung 13 in die Kammer I2C eintretende
Druckflüssigkeit strömt durch das geöffnete Ventil 7 und die Leitung 14 zu der
Hebevorrichtung unter den Kolben 2 und hebt ,diesen mitsamt dem Kolben 3 an, auf dem die
Last des Wagenkastens ruht. Nachdem der Kolben 2 seinen Hub vollendet hat, wird der
Kolben 3-weiter angehoben, indem die Preßflüssigkeit
durch das Rückschlagventil 4 unter den Kolben 3 gelangt. Bei einer bestimmten Stellung gibt der Kolben 3 den Überstromkanal
17 frei, so daß die Preßflüssigkeit aus dem Raum unter dem Kolben 3 über den Überströmkanal 17 in das Rohr 15 und von dort in
die Kammer I2C und von dieser durch die Kammer Ι2ώ und das Rohr i6a in den Aufnahmebehälter
B strömen kann.
Dies ist die äußerste Stellung, wie sie in Abb. 2 dargestellt ist. Man hat es auch in
der Hand, die Hebevorrichtung in jeder gewünschten Hebestellung feststellen zu können,
wenn man die Steuerspindel mit den Steuerventilen in eine Stellung bringt; wie es in
Abb. 2 dargestellt ist. Dann sind alle vier Ventilkegel 6, 7, 8, 9 von ihren Sitzen abgehoben,
so daß alle fünf Kammern, 12« bis I2e,
miteinander verbunden sind und die von der Pumpe geförderte Flüssigkeit durch die gedrosselten
Ventilquerschnitte, teils durch Kammer I2d und Leitung τ6α, teils durch
Kammer i2c und Leitung i66, in den Behälter
B zurückgelangt.
Soll der Kasten gesenkt werden, dann wird
die Steuerung in die Stellung nach Abb. 3 gestellt. In diesem Fälle liegen die Ventilkegel
7 und 9 fest auf ihren Sitzen. Die von der Pumpe gelieferte Druckflüssigkeit gelangt
nun von der Kammer I2&in die Kammer I2e
und von dort durch die Leitung 15 in den Ringraum zwischen Kolberi.2 und Zylinder 1.
Der Raum unter dem Kolben 2 ist durch Leitung 14, die Kammern Ι2δ und 12s und durch
Leitung r6& mit dem Behälter B verbunden.
Es wird daher der Kolben 2 zusammen mit dem Kolben 3 nach unten gezogen. Dabei ist
der Kolben 3 mit dem Kolben 2 zunächst hydraulisch gekuppelt, da die Preßflüssigkeit
unter dem Kolben 3 nach Abschluß der Überströmleitung 17 nicht entweichen kann. Erst
wenn sich das Ventil 4 beim Senken des Kolbens 2 auf den Anschlag 5 aufsetzt und dadurch
geöffnet wird, kann die Flüssigkeit unter dem Kolben 3 durch das Ventil 4 entweichen
und der Kolben 3 sich vollkommen senken.
Die Wirkungsweise der in Abb. 4 bis 6 dargestellten Vorrichtung ist folgende:
Bei der Stellung der Steuerung auf Heben ist das untere Ventil 6 geschlossen und das
obere Ventil 7* geöffnet. Die Druckflüssigkeit, die von der Pumpe P gefördert wird, geht einmal
von der Leitung 13 aus durch die Leitung 15 in den Ringraum zwischen dem äußeren
Zylinder 1 und dem Kolben 2. Außerdem tritt sie aber auch von der Leitung 13 durchr
die Kammer 12° und izd und das Rohr 14 in
den Raum zwischen dem Kolben 2 und den Deckel des Zylinders 1. Da diese Fläche
wesentlich größer ist als die „Ringfläche, auf die.-von oben her derselbe Druck lastet, wird
der Kolben 2 gehoben, wobei auf ihn nur ein Druck wirksam ist, entsprechend der Differenz
der Flächen. Sobald der Kolben 2 seinen Hub vollendet hat, tritt die Druckflüssigkeit
durch das Ventil 4 unter den Kolben 3 und hebt diesen entgegen der Spannung der
Feder 19 an.
Dadurch, daß bei dieser Ausführungsform der Druck nur entsprechend der Differenz der
unteren Kolbenfläche und der oberen Kolbenringfläche am Kolben 2 zur Wirkung kommt, ist man in der Lage, durch Wahl der
Kolben 2 und 3 den Druckunterschied beim Heben gegenüber den bisherigen Vorrichtungen
zu verringern, d. h. also, die Belastung der Pumpe während des Hebens gleichmäßiger
zu machen.
Beim Halten wird die Ventilspindel 5 in eine Zwischenstellung gebracht (vgl. Abb. 5),
bei welcher beide Ventile 6 und 7 geöffnet sind. Die Druckflüssigkeit der Pumpe fließt
dann durch den gedrosselten Ventilquerschnitt 7, über die Leitung 14 in die Kammer
Ι2δ und von dort durch den Ventilquerschnitt
6 und die Kammer I2C in die Leitung 16 und durch diese zum Behälter B zurück.
Für den Fall, daß die Ventilspindel S nicht in die Mittelstellung gemäß Abb. 5-gebracht
wird, wird beim Erreichen der höchsten Kolbenstellung das Sicherheitsventil 18 sich
öffnen und die Druckflüssigkeit von der Pumpe direkt wieder in den Behälter laufen
lassen, so daß also der Druck sich nicht unzulässigerweise über eine bestimmte Größe steigern
kann.
Für das Senken wird die Ventilspindel 6" durch die Steuervorrichtung in die Stellung
gemäß Abb. 6 gebracht, bei welcher das Ventil 7 geschlossen und das Ventil 6 geöffnet ist.
Die Preßflüssigkeit gelangt auch in diesem Falle von der Pumpe P durch das Rohr 13
und die Leitung 1S in den Ringraum zwischen Zylinder 1 und Kolben 2. Die unter dem KoI-ben
2 befindliche Flüssigkeit fließt durch die Leitung 14 und die Kammern 126 und I2C und
die Leitung 16 in den Behälter B zurück.
In dem Ringraum zwischen Zylinder 1 und Kolben 2 wirkt der vorhandene Druck der
Flüssigkeit auf Zurückführen des Kolbens. Der Kolben 3 ist mit dem Kolben 2 wiederum
hydraulisch gekuppelt. Erst beim Aufschlagen des Ventils 4 auf den Anschlag 5 wird
das Ventil 4 geöffnet, so daß auch die Flüssigkeit unter dem Kolben 3 ausfließen und der
Kolben 3 sich vollkommen senken kann.
Claims (2)
1. Hydraulische Kippvorrichtung, insbesondere für Kraftfahrzeuge, bei der zwischen
dem Zylinder der Hebevorrichtung und dem oberen Teil des in ihm arbeitenden
Kolbens ein Ringraum vorgesehen ist, dessen Füllung durch gesteuerte Ventile beeinflußt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuerung der Druckflüssigkeit durch zwei oder vier gemeinsam bewegte Ventile erfolgt und daß bei Anwendung
von teleskopartig ineinander verschiebbaren Kolben im Boden des untersten
Kolbens ein besonderes Steuerventil für die Preßflüssigkeit vorgesehen ist.
2. Kippvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das besondere
Steuerventil (4) beim Senken des Kolbens durch einen im Boden des Zylinders (1) vorgesehenen einstellbaren Anschlag
(5) geöffnet wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DET34159D DE595295C (de) | 1927-11-02 | 1927-11-02 | Hydraulische Kippvorrichtung, insbesondere fuer Kraftfahrzeuge |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DET34159D DE595295C (de) | 1927-11-02 | 1927-11-02 | Hydraulische Kippvorrichtung, insbesondere fuer Kraftfahrzeuge |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE595295C true DE595295C (de) | 1934-07-14 |
Family
ID=7558310
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DET34159D Expired DE595295C (de) | 1927-11-02 | 1927-11-02 | Hydraulische Kippvorrichtung, insbesondere fuer Kraftfahrzeuge |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE595295C (de) |
Cited By (14)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE747655C (de) * | 1939-03-05 | 1944-10-09 | Martin Poetzsch | Druckpumpe fuer Hebevorrichtungen an Kraftfahrzeugen |
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-
1927
- 1927-11-02 DE DET34159D patent/DE595295C/de not_active Expired
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