DE593053C - Verfahren zum Gerben - Google Patents

Verfahren zum Gerben

Info

Publication number
DE593053C
DE593053C DE1930593053D DE593053DD DE593053C DE 593053 C DE593053 C DE 593053C DE 1930593053 D DE1930593053 D DE 1930593053D DE 593053D D DE593053D D DE 593053DD DE 593053 C DE593053 C DE 593053C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
tanning
sulfonyl
bis
aminobenzene
sulfonimide
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE1930593053D
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Johann Huismann
Dr Gustav Mauthe
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
IG Farbenindustrie AG
Original Assignee
IG Farbenindustrie AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by IG Farbenindustrie AG filed Critical IG Farbenindustrie AG
Application granted granted Critical
Publication of DE593053C publication Critical patent/DE593053C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/08Chemical tanning by organic agents

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zum Gerben Die Verwendung von Poly arylsulfonarylamidsulfonsäuren zum Gerben tierischer Häute ist bereits in Vorschlag gebracht worden. Hiernach wurden reihenartig aufgebaute Verbindungen dieser Art benutzt mit 3 oder höchstens q. Benzolkernen und 2 bis 3 Sulfonimidgruppen im Molekül, von denen eine Sulfonimidgruppe auch durch eine Sulfoxygruppe ersetzt sein- konnte. Die Produkte wurden dargestellt nach verschiedenen Kondensationsverfahren, die aber alle auf der Verwendung von Monoarylaminosulfonsäuren als Ausgangskörpern beruhten. In der Technik haben diese Verbindungen keinen Eingang gefunden, weil ihre gerberischen Eigenschaften so gering waren, daß an eine praktische Verwertung nicht zu denken war.
  • Es wurde nun gefunden, daß solche Polyarylsulfonarylamidsulfonsäuren, die in ihrer Kette mindestens 4. Sulfonimidgruppen und mindestens 5 bis 6 Arylkerne enthalten, schon wesentlich bessere gerberische Eigenschaften aufweisen und daß man zu ganz vorzüglichen Gerbstoffen gelangt, wenn man zum Aufbau solcher Polyarylsulfonarylamidketten mit 5 oder mehr Arylkernen und mindestens q. Sulfonimidgruppen als Ausgangssubstanzen Arylendiamin- bzw. Diarylendiaminsulfosäuren benutzt. Diese neuen Gerbstoffe sind hochadstringent und ergeben im Gegensatz zu den bislang bekanntgewordenen oben gekennzeichneten Polyarylsulfonarylamidderiv aten, mit denen man im Gerbprozeß nur ein hartes, dünnes, blechiges Leder erzielt, schöne weiße, lichtechte Leder, welche sich durch große Fülle und weichen Griff auszeichnen. Ein Gerbstoff dieser Art ist z. B. das bis-(r, a-dichlorbenzol-4.-sulfOnyl-3'-aminobenzol-r'-sulfonyl)-benzidin-m, m'-disulfosaure Natrium von der Formel das durch Umsetzung von Benzidin-m, m'-disulfosäure mit 2 Molekülen 3-Nitrobenzolsulfochlorid,, Reduktion des erhaltenen Kondensationsproduktes und Kondensation der Diaminoverbindung mit 2 Molekülen 1, 2-Dichlorbenzol-4-sulfochlorid dargestellt wird. Die zur Gewinnung dieses Produktes sowie aller andern dieser Körperklasse zugehörigen Verbindungen nötigen Kondensationen können je nach der Natur der Reaktionskomponenten in wäßriger oder organisch indifferenter Lösung vorgenommen werden. Die Reduktionen kann man mit Eisenmehl oder Zinnchlorür in salzsaurer Lösung oder einem anderen Reduktionsmittel bewerkstelligen. Je nach der Art der Aufarbeitung können die Endprodukte eine neutrale oder essigsaure oder schwach mineralsaure Reaktion besitzen. Beispiel i 3,3'/,-Milchsäure in 3000/, Wasser bis zur völligen Durchgerbung behandelt. (Sämtliche Zahlenangaben beziehen sich auf das Blößengewicht.) Je nach der Dicke der Blöße erfolgt die Durchgerbung in 3 bis 5 Tagen. Nach der Gerbung wird gut gespült und vom Narben abgeölt. Das fertig zugerichtete Leder ist weich, voll, langfaserig und weist große .Ähnlichkeit mit vegetabilisch gegerbtem Leder auf, unterscheidet sich aber von letzterem vorteilhaft durch seine reinweiße Farbe und praktisch vollkommene Lichtechtheit. Kalkfreie, gebeizte Ziegenblöße wird mit 25 °/o der fast völlig neutralisierten, aber noch essigsauer reagierenden Bis-(i, 2-dichlorbenzol-4-sulfonyl-3'-aminobenzol-i'-sulfon 5-1)-benzidin-m, m'-disulfosäure unter Zusatz von Beispie12 Mit einem Pickel -aus 1 °% Ameisensäure technisch, 8 ß/0 Kochsalz, ioo °/o Wasser gepickelte Blöße wird im Walkfaß mit 15 °% der schwach kongosauer reagierenden, teilweise neutralisierten Bis- (i, 2-dichlorbenzol-.l. - sulfonyl - 3' - aminobenzol - i'- sul f onyl) - diatninostilbendistt,Ifosätire ohne weiteren Zusatz in ioo°/o Flotte gegerbt. Der Gerbstoff wird, in wenig Wasser gelöst, im Laufe eines halben Tages in 3 Anteilen zugesetzt. Die Durchgerbung ist nach 2 Tagen erreicht. Das fertige reinweiße Leder ist dem nach Beispiel i erhaltenen sehr ähnlich. Beispiels Ostindisches Schafleder wird in üblicher Weise gut aufgewalkt und in fließendem Wasser gespült. Hierauf erfolgt die Nachgerbung in i5o °/o Wasser mit io °/o des im Beispiel i genannten Gerbstoffs und 1,31/0 Milchsäure. Die Gerbezeit beträgt 3 SttInden. Die Mengenangaben beziehen sich auf das Ausreckgewicht. Diese Nacligerbung erteilt dem Leder eine bemerkenswerte Fülle. Die Lederfarbe ist heller als bei der häufig geiibten Sumachnachgerbung. Beispie14 Gut entsäuertes Einbadchromkalblederwird in i 5o °/a Wasser (alle Angaben auf das Falzgewicht bezogen) mit 3 % bis-(i, 2-dicblorbenzol-4.-sulfonyl-3'- aminobenzol-i'- sulfonyl-3"-aminobenzol-i"-sulfonyl)-benzidin-m, m'-disttlfosattretn Natrium i Stunde gewallt. Hierauf wird 1,5 °/o Oxalsäure nachgesetzt und noch 3I4 Stunde weitergewalkt. Dann wird in fließendem Wasser'/,. Stunde gespült undi bei 50° C mit 3 °/o sulfur iertem Klauenöl gefettet. Das so gebleichte Chromleder ist fast reinweiß und besitzt eine praktisch vollkommene Lichtechtheit. Beispiel s Entkalkte und entfettete und mit einem Pickel aus o,51/0 Ameisensäure, 60/0 Kochsalz, ioo o/o Wasser vorbehandelte Schafblöße wird angegerbt mit einem synthetischen Gerbstoff der allgemeinen Formel welcher durch Kondensation der Tetraphenyldiaminoverbindung mit einem Gemisch von i, 2-Dichlorbenzol-q.-sulfochlorid und i, q.-Dichlorbenzol-2-sulfochlo-rid gewonnen wird und demnach aus einer Mischung symmetrisch und asymmetrisch aufgebauter Körper der genannten - Bruttoformel besteht. Zur Angerbung werden 2,5 % dieses Produkts in Anwendung gebracht, wobei man auf i oo Gewichtsteile Gerbstoff 22 Volumenteile einer technischen 3oo/oigen.Essigsäure zusetzt.
  • Nach einigen Stunden erfolgt die Ausgerbung mit io o/o Gerbstoff, dem auf ioo Gewichtsteile trockner Ware 25 Volumenteile 3o%iger Essigsäure und 2,5 Volumenteile iooo/oiger Ameisensäure zugesetzt werden. Die angesäuerte, konzentrierte Gerbstofflösung wird in mehreren Anteilen im Laufe eines Tages zugegeben. Man walkt bis zur einwandfreien Durchgerbung und richtet nach kurzem Spülen in üblicher Weise zu. Das erzielte Leder zeigt die im Beispiel i angegebenen vorzüglichen Eigenschaften.
  • In den Beispielen können die genannten Gerbstoffe durch andere Vertreter der durch die allgemeine Formel gekennzeichneten Verbindungen ersetzt werden. Solche Produkte sind z. B. das bis- (i, q.-dichlorbenzol-2-sulfonyl-3'-aminobenzo@l-i'-sulfonyl)-benzidin-m, m'-disulfosaure Natrium oder das bis-(q.-chlorbenzol-i-sulfonyl-3'-aminobenzol-i'-sulfonyl) -benzidin-m, m'- disulfosaure Natrium oder das bis- (toluol-¢-sulfonyl-3'-aminobenzol-i'-sulfonyl)-benzidin-m, m'-disulfosaure Natrium oder das bis-(benzolsulfonyl - 3'- aminobenzol- i'-sulfonyl) -benzidinm, m'-disulfosaure Natrium oder das bis-(salicylsäuresulfonyl-3'-aminobenzol-i'-sulfonyl)-benzidin-m, m'-disulfosaure Natrium oder das bis-(naphthalin-i-sulfonyl-3'-aminobenzol-i'-sulfonyl)-benzidin-m, m'-disulfosaure Natrium oder das bis-(naphthalin-2-sulfonyl-3'-aminobenzol-i'-sulfonyl)-benzidin-m, m'-disulfosaure Natrium
    oder das bis-(beiizolsulfonyl-4'-amino-z'-tolitol-2'-sulfonyl)-benzidin-in, m'-disulfosaureNatrium
    oder das bis-(benzolsulfonyl-4'-amino-i'-chlorbenzol-a'-sulfonyl)-benzidin-m, m'-disulfosaure Natrium oder das bis-(benzoesäuresulfonyl-3'-aminobenzol-i'-sulfonyl)-i", 5"-naphthylendiamin-3", 7"-disulfosaure Natrium
    oder das bis-(i, z-dichlorbenzol-:l-sulfOny1-3'-aminobenzol-i'-sulfOnyl-3"-aniinobenzol-i"-stilfonyl)-
    diaminostilbendisulfosaure Natrium
    oder das bis-(i, 2-dichlorbenzol-4-sulfony1-3'-aminobenzol-i'-sulfonyl)-a", 6"-toluyIendiamin-
    4.-disulfosaure Natrium
    oder das bis-(3-chlorphenoxyacetyl-3'-aminobenzol-i'-sulfonyl)-benzidin-m, m'-disulfosaure Natrium und viele andere Verbindungen der gekennzeichneten Konstitution.
  • Alle diese Produkte zeichnen sich durch starke Gerbkraft aus, wie natürlich auch Mischungen derselben unter sich oder mit anderen synthetischen oder vegetabilischen Gerbmitteln.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCFI: Verfahren zum Gerben mit ArvIsulfaniinoarylsulfonsäuren ohne freie Äminogruppe im Molekül, dadurch gekennzeichnet, daß man Hautblößen bzw. vegetabilisch oder mineral gegerbtes Leder nach den üblichen Gerbinethoden mit solchen wasserlöslichen, von Diaminen der Benzol-, Naphthalin-, Diphenyl- oder Stilbenreihe abgeleiteten, durch die Sulfonimidgruppe verketteten Arylsulfaminoarylmono- oder -disulfensäuren, die in der Kette mindestens 5 oder 6 aromatische Kerne und entweder mindestens 4 Sulfonimidgruppen oder mindestens 2 Sulfonimidgruppen und, :2 oder mehrere andere Acydylaminogruppen sowie gegebenenfalls in den einzelnen Kernen noch andere Substituenten, ausgenommen eine freie oder durch einen Kohlenwasserstoffrest substituierte Aininogruppe, enthalten, behandelt.
DE1930593053D 1930-02-27 1930-02-28 Verfahren zum Gerben Expired DE593053C (de)

Applications Claiming Priority (6)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE377741X 1930-02-27
DE1938022X 1930-02-27
DE712204X 1930-02-27
DE55698X 1930-02-27
DE593053T 1930-02-28
GB11342/30A GB353046A (en) 1930-02-27 1930-04-09 Improvements in or relating to tanning

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE593053C true DE593053C (de) 1934-02-21

Family

ID=60201765

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE1930593053D Expired DE593053C (de) 1930-02-27 1930-02-28 Verfahren zum Gerben

Country Status (6)

Country Link
US (1) US1938022A (de)
BE (1) BE377741A (de)
DE (1) DE593053C (de)
FR (1) FR712204A (de)
GB (1) GB353046A (de)
NL (1) NL29569C (de)

Families Citing this family (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2727062A (en) * 1954-05-26 1955-12-13 Gen Aniline & Film Corp Storage stable 4, 6-diamino metanilic acids
US2926658A (en) * 1957-07-19 1960-03-01 Ligon Cleon Shutter type furnace observation port
US4117003A (en) * 1977-03-28 1978-09-26 American Cyanamid Company Substituted aromatic naphthalene sulfonamides

Also Published As

Publication number Publication date
US1938022A (en) 1933-12-05
BE377741A (fr) 1931-07-31
GB353046A (en) 1931-07-07
FR712204A (fr) 1931-09-28
NL29569C (nl) 1931-04-15

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE593053C (de) Verfahren zum Gerben
DE693065C (de) Verfahren zum Entkaelken von geaescherten Haeuten und Fellen
AT130624B (de) Verfahren zum Gerben.
DE649047C (de) Verfahren zur Herstellung von Leder
DE743175C (de) Verfahren zum Gerben von Haeuten und Fellen
DE685744C (de) Verfahren zum Fixieren von Gerbstoffen im Leder
DE1494825C3 (de) Verfahren zum unmittelbaren Gerben gekaelkter Bloessen
DE638838C (de) Verfahren zur Herstellung von Leder
DE602273C (de) Verfahren zum Gerben von gepickelten Hautbloessen mit Chromsalzen
DE643087C (de) Verfahren zum Gerben von tierischen Haeuten und Fellen
DE297187C (de)
DE514874C (de) Verfahren zum Gerben tierischer Haeute
DE668181C (de) Verfahren zur Herstellung von Unterleder
DE679298C (de) Verfahren zur Behandlung von vegetabilisch gegerbtem Leder
DE907339C (de) Verfahren zum Gerben und Fetten von tierischen Haeuten
AT133500B (de) Verfahren zum Imprägnieren von Häuten, Fellen und Ledern.
DE687153C (de) Verfahren zum Fixieren von Gerbstoffen im Leder
DE617956C (de) Verfahren zum Gerben von tierischen Hautbloessen
DE322166C (de) Verfahren zum Gerben von Haeuten und Fellen
AT152814B (de) Verfahren zum Gerben von Häuten und Fellen.
DE390945C (de) Verfahren zum Gerben von mit einer Salzloesung vorbehandelten Haeuten und Fellen
DE484384C (de) Verfahren zur Herstellung mineralgegerbten Leders, insbesondere technischen Chromleders
DE672748C (de) Verfahren zur Herstellung von mit vegetabilischen, mineralischen, synthetischen oder anderen Gerbstoffen gegerbten Ledern
DE642728C (de) Verfahren zum Gerben von Haeuten und Fellen mittels Eisenverbindungen
DE746324C (de) Verfahren zum Entkaelken von geaescherten Bloessen