AT130624B - Verfahren zum Gerben. - Google Patents

Verfahren zum Gerben.

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AT130624B
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tanned
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  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zum Gerben. 
 EMI1.1 
 
 EMI1.2 
 
 EMI1.3 
 zwischen den Arylenkernen und Ri und R2 beliebig substituierte oder nicht substituierte zwei-oder mehrkernige Arylsulfonarylamidderivate von reihenartigem Aufbau bedeuten, in denen ein Teil der die Arylkerne verbindenden Sulfonimidgruppen auch durch andere   Acidylaminogruppen   ersetzt sein kann, vorzügliche Gerbstoffe darstellen. Ein solches Produkt ist z.

   B. das Bis (1,   2-dichlorbenzol-4-sulfonyl-3'-     aminobenzol-l'-sulfonyl) benzidin-m, m'-disulfosaure Natrium   von der Formel : 
 EMI1.4 
 das durch Umsetzung von   Benzidin-m, m'-disulfosäure   mit 2 Molekülen   3-Nitrobenzolsulfochlorid,  
Reduktion des erhaltenen Kondensationsproduktes und Kondensation der Diaminoverbindung mit 2 Mole- külen 1,   2-Dichlorbenzol-4-sulfochlorid   dargestellt werden kann. Die zur Herstellung solcher Körper nötigen Kondensationen können je nach der Natur der Reaktionskomponenten in wässriger oder organisch- indifferenter Lösung vorgenommen werden. Die Reduktionen kann man mit Eisenmehl oder   Zinnchlorür   in salzsaurer Lösung oder einem andern Reduktionsmittel bewerkstelligen.

   Je nach der Art der Auf- arbeitung können die Endprodukte eine neutrale oder essigsaure oder schwach mineralsaure Reaktion besitzen. 



   Das D. R. P. Nr. 297187 (Gesellschaft für Chemische Industrie in Basel) schlägt zum Gerben tierischer Häute allgemein die Verwendung von wasserlöslichen aromatischen Verbindungen ohne Hydro- xyl-oder freie Aminogruppen vor, welche die Sulfaminogruppe zwei oder mehrmals neben einer Sulfo- gruppe enthalten. Es beschreibt aber in den Ausführungsbeispielen nur die Darstellung solcher Ver- bindungen, welche die Sulfaminogruppe zweimal oder höchstens dreimal im Mol enthalten. Die nach den
Angaben dieser Patentschrift darstellbaren Produkte besitzen wohl einen gewissen   Gerbstoffcharakter,   für eine Verwendung dieser Körper in der Gerbereitechnik genügen die ihnen anhaftenden gerberischen
Eigenschaften jedoch keineswegs. 



   Dagegen weisen die erfindungsgemäss verwendeten Polysulfonarylamidderivate mindestens 5 aro- maische Kerne und 4 Sulfonimidogruppen auf. Die Arbeiten der Anmelderin auf dem Gebiete haben nämlich gezeigt, dass Polysulfonarylamidderivate mit kürzeren Ketten noch keine brauchbaren Gerbstoffe darstellen. 



  Auch das Aufbauprinzip der hier geschilderten Verbindungen ist verschieden von dem gemäss
D. R. P. 297187. Erfindungsgemäss kommen Verbindungen in Anwendung, die alle an zentraler Stelle 

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 den Rest eines ein-oder zweikernigen aromatischen Diamins, der mit den beiden benachbarten Gliedern der Polysulfonarylamidketten durch zwei   NHSO-Gruppen   verbunden ist. Dagegen entstehen beim Arbeiten gemäss D. R. P. 297187 immer Produkte, in denen die Mittelglieder der   Polysulfonarylamidkette   mit den beiden benachbarten aromatischen Kernen durch je eine   S02NH- und   eine   NHSO-Gruppe   verbunden sind. 



   Beispiel l : Kalkfreie,   gebeizte Ziegenblösse   wird mit 25 % der   fast völlig neutralisierten, aber noch   essigsauer reagierenden Bis (1,   2-diehlorbenzol-4-sulfonyl-3'-aminobenzol-l'-sulfonyl)   benzidin-m,   m'-disulfo-   säure unter Zusatz von 3-3% Milchsäure in 300% Wasser bis zur völligen Durchgerbung behandelt. 



  (Sämtliche Zahlenangaben beziehen sich auf das Blössengewicht.) Je nach der Dicke der Blösse erfolgt die Durchgerbung in 3-5 Tagen. Nach der Gerbung wird gut gespült und vom Narben abgeölt. Das fertig   zugerichtete Leder   ist weich, voll, langfaserig und weist   grosse Ähnlichkeit   mit vegetabilisch gegerbtem Leder auf, unterscheidet sich aber von letzterem vorteilhaft durch seine reinweisse Farbe und praktisch vollkommene Lichtechtheit. 



   Beispiel 2. Mit   einem "pickel" aus 1 %   Ameisensäure technisch, 8% Kochsalz, 100% Wasser gepickelte Blösse wird im   Walkfass   mit   15 %   der schwach kongosauer reagierenden, teilweise neutralisierten Bis (1, 2-dichlorbenzol-4-sulfonyl-3'-aminobenzol-1'-sulfonyl)diaminostilben-disulfosäure : 
 EMI2.1 
 ohne weiteren Zusatz in 100   %   Flotte gegerbt. Der Gerbstoff wird, in wenig Wasser gelöst, im Laufe eines halben Tages in drei Anteilen zugesetzt. Die   Durchgerbung   ist nach zwei Tagen erreicht. Das fertige reinweisse Leder ist dem nach Beispiel 1 erhaltenen sehr   ähnlich.   



   Beispiel 3. Ostindisches Schafleder wird in üblicher Weise gut aufgewalkt und in fliessendem Wasser gespült. Hierauf erfolgt die Naehgerbung in   150%   Wasser mit 10% des im Beispiel 1 genannten Gerbstoffs und   1'3 % Milchsäure.   Die Gerbezeit beträgt drei Stunden. Die Mengenangaben beziehen sich auf das Ausreckgewicht. Diese Nachgerbung erteilt dem Leder eine bemerkenswerte Fülle. Die   Lederfarbe   ist heller als bei der häufig geübten   Sumach-Nachgerbung.   



   Beispiel 4. Gut entsäuertes   Einbadchromkalbleder   wird in 150% Wasser (alle Angaben auf das Falzgewicht bezogen) mit   3% Bis (1, 2-dichlorbenzol-4-sulfonyl-3'-aminobenzol-l'-sulfonyl-3"-amino-     benzol-l" -sulfonyl)   benzidin-m, m' -disulfosaurem Natrium : 
 EMI2.2 
 eine Stunde gewalkt.   Hierauf wird 1'5% Oxalsäure nachgesetzt und noch 3/4 Stunden weitergewalkt.   



  Dann wird in fliessendem Wasser Stunde gespült und bei   50 C   mit 3 % sulfuriertem Klauenöl gefettet. 



  Das so gebleichte Chromleder ist fast reinweiss und besitzt eine praktisch vollkommene Lichtechtheit. 



   Beispiel 5. Entkalkte und entfettete und mit   einem #pickel" aus 0#5% Ameisensäure, 6% Koch-   salz,   100%   Wasser vorbehandelte Schafblösse wird angegerbt mit einem synthetischen Gerbstoff der allgemeinen Formel : 
 EMI2.3 
 

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 welcher durch Kondensation der Tetraphenyldiaminoverbindung mit einem Gemisch von 1,2-Dichlor-   benzol-4-sulfochlorid   und 1,   4-Dichlorbenzol-2-sulfochlorid   gewonnen wird und demnach aus einer Mischung symmetrisch und asymmetrisch aufgebauter Körper der genannten Bruttoformel besteht. Zur Angerbung werden 2-5% dieses Produkts in Anwendung gebracht, wobei man auf 100 Gewichtsteile Gerbstoff 22 Volumteile einer technischen,   30% igen Essigsäure   zusetzt. 



   Nach einigen Stunden erfolgt die Ausgerbung mit   10%   Gerbstoff, dem auf 100 Gewichtsteile trockener Ware, 25 Volumteile 30% iger Essigsäure und 2-5 Volumteile 100% iger Ameisensäure zugesetzt werden. Die angesäuerte, konzentrierte Gerbstofflösung wird in mehreren Anteilen im Laufe eines Tages zugegeben. Man walkt bis zur einwandfreien Durchgerbung und richtet nach kurzem Spülen in üblicher Weise zu. Das erzielte Leder zeigt die im Beispiel 1 angegebenen vorzüglichen Eigenschaften. 



   In den Beispielen können die genannten Gerbstoffe durch andere Vertreter der durch die allgemeine Formel gekennzeichneten Verbindungen ersetzt werden. Solche Produkte sind z. B. das 
 EMI3.1 
 
 EMI3.2 
 
 EMI3.3 
 
 EMI3.4 
 
 EMI3.5 
 
 EMI3.6 
 
 EMI3.7 
 
 EMI3.8 
 
 EMI3.9 
 
 EMI3.10 
 
 EMI3.11 
 
 EMI3.12 
 

 <Desc/Clms Page number 4> 

 oder das Bis   (benzoesäuresulfonyl-3'-aminobenzol-l'-sulionyl)-l", 5"-naphtylendiamin-3", 7"-disulfosaure   Natrium : 
 EMI4.1 
 
 EMI4.2 
 
 EMI4.3 
 oder das Bis (1, 2-Dichlorbenzol-4-sulfonyl-3'-aminobenzol-1'-sulfonyl)-2", 6"-toluylendiamin-4"-disulfosaure Natrium : 
 EMI4.4 
 oder das Bis   (3-chlorphenxyoacetyl-3'-aminobenzol-l'-sulfonyl)   benzidin-m, m'-disulfosaure Natrium : 
 EMI4.5 
 und viele andere Verbindungen der gekennzeichneten Konstitution.

   Alle diese Produkte zeichnen sich durch starke Gerbkraft aus, ebenso auch natürlich Mischungen derselben unter sich oder mit andern synthetischen oder vegetabilischen Gerbmitteln.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zum Gerben mit wasserlöslichen, reihenartig aufgebauten Polysulfonarylamidderivaten, dadurch gekennzeichnet, dass man die zu gerbenden Materialien nach gerberischen Methoden mit wasserlöslichen Verbindungen der allgemeinen Formel : EMI4.6 EMI4.7 zwei- oder mehrkernige Arylsulfonarylamidderivate von reihenartiger Struktur vorstellen, in denen ein Teil der die Arylkerne verbindenden Sulionimidgruppen auch durch andere Acidylaminogruppen ersetzt sein kann.
AT130624D 1930-02-27 1931-02-18 Verfahren zum Gerben. AT130624B (de)

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