DE59121C - Verfahren zur Darstellung aromatischer Glykokollderivate - Google Patents

Verfahren zur Darstellung aromatischer Glykokollderivate

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DE59121C
DE59121C DENDAT59121D DE59121DA DE59121C DE 59121 C DE59121 C DE 59121C DE NDAT59121 D DENDAT59121 D DE NDAT59121D DE 59121D A DE59121D A DE 59121DA DE 59121 C DE59121 C DE 59121C
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DE
Germany
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ammonia
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water
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DENDAT59121D
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Dr. W. MAJERT in Berlin O., Madaistr. 10
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C233/00Carboxylic acid amides
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C233/00Carboxylic acid amides
    • C07C233/01Carboxylic acid amides having carbon atoms of carboxamide groups bound to hydrogen atoms or to acyclic carbon atoms
    • C07C233/16Carboxylic acid amides having carbon atoms of carboxamide groups bound to hydrogen atoms or to acyclic carbon atoms having the nitrogen atom of at least one of the carboxamide groups bound to a carbon atom of a hydrocarbon radical substituted by singly-bound oxygen atoms

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Durch Einwirkung von alkoholischem Ammoniak auf Chloracetanilid bei einer Temperatur von ioo° erhielt Meyer Diglykolamidsäureanilid. Nach Tomasi soll bei der Einwirkung von alkoholischem Ammoniak auf Chloracetanilid bei 40 bis 500 ein amorpher Körper entstehen, der bei 65 ° weich wird und bei 1150 geschmolzen ist. Derselbe ist unlöslich in Wasser. Tomasi giebt ihm die Formel: CH2 (OH) CO ■ NH- C6 H5 + H2O.
Nach Beobachtungen des Erfinders entstehen bei der Einwirkung von Ammoniak auf Chloracetanilid oder Bromacetanilid zwei Körper:
1. Glykokollanilid
C6 Hs ■ NH- CO ■ CH2 · NH2;
2. Diglykokollanilid
(C6 H5 ■ NH- CO ■ CHJ2 NH
Der erstere entsteht in gröfserer Menge bei Anwendung eines grofsen Ueberschusses von Ammoniak, während der letztere vornehmlich entsteht, wenn die theoretische Menge Ammoniak angewendet wird. Läfst man statt des Ammoniaks Dimethylamin einwirken, so entsteht ausschliefslich DimethylglykokoUanilid
C6 H6 - NH- CO ■ CH2 ■ N(CH3J2.
Die Glykokollabkömmlinge sind in Wasser und Alkohol leicht, in Aether, Benzol und Ligroin schwerer löslich.
Die vom Dimethylglykokoll derivirenden Körper sind hingegen in Wasser fast unlöslich. Die Glykokollabkömmlinge sind starke Basen, welche rothes Lackmuspapier bläuen, in der Hitze Ammoniak aus seinen Salzen austreiben, in der Kälte hingegen durch Ammoniak aus ihren Salzen abgeschieden werden. Sie ziehen aus der Luft begierig Kohlensäure an und bilden selbst mit starken Mineralsä'uren feste, neutral reagirende Salze, während die Salze der Dimethylglykokollderivate an der Luft zerfliefslich sind.
Die Diglykokollabkömmlinge dagegen lösen sich sehr schwer in Wasser und zeigen nur einen schwach basischen Charakter, die wässerige Lösung bläut rothes Lackmuspapier nicht, die Salze dissociiren in wässeriger Lösung.
Die salzsauren Salze der aromatischen GIykokollverbindungen sind von grofsem therapeutischen Werth. ι g des salzsauren Glykokollparaphenetidins (salzsaures Phenokoll) z. B. ist im Stande, die Fiebertemperatur innerhalb einer halben Stunde sicher um herunterzudrücken, während vom Antipyrin erst 2 g, vom Phenacetin 1 g dieselbe Wirkung weit langsamer hervorrufen. Dabei ist es, wie das Antipyrin, für den menschlichen Körper durchaus unschädlich. Es ruft keinen Collaps und keine Cyanose hervor.
Es wurden nach dem Verfahren dargestellt:.
i. Glykokollanilid,
C6 H5 NH-CO- CH2 ■ NH2,
krystallisirt mit 1 1J2 Molecülen Krystallwasser in derben - Nadeln. Schmelzpunkt 62°, vorher geschmolzen und wieder erstarrt, Schmelzpunkt 55Q.
Das Diglykokollanilid schmilzt bei 140,5°.
2. DimethylglykokoUanilid,
C6 H5-NH-COCH2 N (CH3J2,
krystallisirt aus Ligroin in grofsen, glänzenden Blättern, die bei 35° schmelzen. Die Salze sind zerfliefslich.
3- GIykokollorthotoluid,
C6 H4 ■ CHB ■ NH- CO ■ CH2 NH2, schmilzt bei 66°, krystallisirt aus Wasser in glänzenden, langen Nadeln.
Das Diglykokollorthotoluid schmilzt bei 1550.
4. Glykokollmetatoluid, ι in
C6 H4-
-CO- CH2 ■ NH2,
krystallisirt aus Wasser, in welchem es ziemlich schwer löslich ist, in langen Spiefsen. Schmelzpunkt 740.
Das Diglykokollmetatoluid schmilzt bei 220
bis 221°.
5. GIykokollparatoluid,
C6H4-CH9-NH-CO-CH2-NH2,
krystallisirt in langen, wasserhaltigen Nadeln, die bei 94 bis 95° schmelzen, krystallwasserfrei schmilzt es bei 1070.
Das Diglykokollparatoluid schmilzt bei 1 50,5°.
6. Glykokollorthoanisidin,
I II
C6 H4 (OCHJ NHCO CH2 NH2, krystallisirt in kurzen, breiten Nadeln, schmilzt bei 32 bis 330.
Bei der Darstellung bildet sich nur sehr wenig Diglykokollorthoanisidin.
7. Glykokollmetaanisidin,
I III
C6 H4 (OCH3) NH-CO CH2- NH2, krystallisirt in bei 960 schmelzenden, glänzenden Blättchen.
Das Diglykokollmetaanisidin schmilzt bei 116°.
8. Glykokollparaanisidin,
/ iv
C6 H4 (OCH3) NH- CO ■ CH2 ■ NH2, krystallisirt in Nadeln und schmilzt bei 890.
Das Diglykokollparaanisidin schmilzt bei 1420.
9. Glykokollorthophenetidin,
C6 H1 (OC2 HJ NH- CO ■ CH2 ■ NH2, ist etwas schwerer als das Anisidinderivat löslich und schmilzt bei 66,5°.
Es bildet sich auch bei dieser Darstellung nur sehr wenig des Diglykokollderivates.
10. Glykokollrnetaphenetidin,
/ in
C6 H4 (OC2 HJ NH- CO ■ CH2 - NH2, schmilzt bei 92 °. .
Das Diglykokollmetaphenetidin schmilzt bei 130 bis 131°.
11. Glykokollparaphenetidin,
/ IV
C6 H4 (OC2HJ NHCO CH2 NH2, krystallisirt mit 1 Molecül Wasser in langen Nadeln, die unscharf bei 95 ° schmelzen, krystallwasserfrei schmilzt der Körper bei 100,5°. Bei mehrfacher Moleculargewichtsbestimmung nach Raoult wurde das Moleculargewicht des essigsauren Salzes im Durchschnitt zu 260 statt 254 gefunden. Eine Chlorbestimmung für das salzsaure Salz ergab 15,77 statt i5,4opCt. Cl. Das Diglykokollparaphenetidin schmilzt bei
I57 0·.
12. Dimethylglykokollparaphenetidin,
ι iv ,
C6 H4 (OC2 HJ NH-CO- CH2 · N-(CHJ2, bildet an der Luft sehr zerfliefsliche Salze, ist in Wasser schwer löslich und krystallisirt aus Aether in glänzenden, bei 500 schmelzenden Blättchen.
13. Glykokolldiphenylamin, C^H5-N (C6 HJ-- C O CH2 NH2, bildet ein namentlich in Salzlösungen schwer lösliches salzsaures Salz; die freie Base ist in Wasser und Ligroin sehr, leicht löslich und schmilzt bei 38 bis 400, während das Diglykokolldiphenylamin in Wasser sehr schwer löslich ist und über 240 ° unter Bräunung schmilzt.
Verfahren.
ι. Man löst in einem schmiedeisernen Druckgefäfs
10 kg Chlor- oder Bromacetanilid oder 10 - - ' - Bromacetorthotoluid oder 10 - - - Bromacetmetatoluid oder 10 - - - Bromacetparatoluid oder 10 - - - Bromacetorthoani'sidin oder 10 - - - Bromacetmetaanisidin oder ι ο - - - Bromacetparaanisidin oder 10 - - - Bromacetorthophenetidin oder 10 - Bromacetmetaphenetidin oder
10 - - - Bromacetparaphenetidin oder 10 - - - Bromacetdiphenylamin in 250 bis 300 kg stärkstem alkoholischen Ammoniak und digerirt unter Verschlufs 12 bis 24 Stunden bei 50 bis 60°. Dann treibt man zunächst am Rückflufskühler das Ammoniak aus, welches wieder zum Sättigen von Alkohol benutzt wird. Nachdem das Ammoniak abgetrieben ist, destillirt man den Alkohol ab. Der Rückstand wird mit vielem, mit Salzsäure schwach angesäuertem Wasser ausgekocht, man läfst erkalten und trennt durch Filtration die Flüssigkeit von dem Ungelösten. Das Filtrat engt man durch Verdampfen ein, läfst erkalten und setzt bis zur ganz schwach alkalischen Reaction Ammoniak hinzu. Hierdurch wird noch eine geringe Menge harziger Substanz abgeschieden. Versetzt man nun das klare Filtrat mit überschüssigem Ammoniak, so erstarrt es bald zu einem Krystallbrei durch aus-^ geschiedenes Glykokollderivat. Man trennt es von der Flüssigkeit und engt diese eventuell zur Gewinnung weiteren Glykokollderivates ein.
Die salzsauren Salze stellt man am besten dar, indem man das Glykokollderivat in 20 bis 30 Theilen absoluten Alkohols löst und zu der heifsen Lösung die berechnete Menge con-
centrirter Salzsäure giebt. Beim Erkalten scheidet sich das salzsaure Salz meist in feinen Nadeln ab.
An Stelle des alkoholischen Ammoniaks kann man mit weniger gutem Erfolge wässerige Ammoniaklösung anwenden. Ebenso kann man die Umsetzung durch längeres Stehenlassen in der Kälte oder durch längeres Erhitzen auf höhere Temperatur — bis ι io° —- vornehmen.
2. ίο kg Chlor- oder Bromacetanilid oder io kg Chlor- oder Bromacetparaphenetidin werden mit ioo kg 7 bezw. 6proc. alkoholischer oder wässeriger Dimethylaminlösung in einem geschlossenen Gefäfs 24 Stunden lang auf 50 bis 6o° erhitzt. Man destillirt den Alkohol bezw. das Wasser ab, nimmt den Rückstand in möglichst wenig, mit Salzsäure schwach angesäuertem Wasser auf, filtrirt und fällt das Filtrat mit Ammoniak. Meist fällt das Glykokollderivat ölig aus. Durch Aufnehmen in warmem Ligroin und Abkühlen oder Verdunsten des Lösungsmittels erhält man es krystallisirt.

Claims (1)

Patent-Ansprüche: i. Verfahren zur Darstellung von: a) Glykokollanilid, b) Glykokollorthotoluid, c) Glykokollmetatoluid, d) Glykokollparatoluid, e) Glykokollorthoanisidin, f) Glykokollmetaanisidin, g) Glykokollparaanisidin, h) Glykokollorthophenetidin, i Glykokollmetaphenetidin, k Glykokollparaphenetidin, 1 Glykokolldiphenylamin, darin bestehend, dafs man überschüssiges wässeriges oder alkoholisches Ammoniak bei gewöhnlicher oder erhöhter Temperatur einwirken läfst auf: a) Chlor- oder Bromacetanilid, b) - - Bromacetorthotoluid, c) - - Bromacetmetatoluid, d) ■ - - Bromacetparatoluid, e) - - Bromacetorthoanisidin, f) - - Bromacetmetaanisidin, g) - - Bromacetparaanisidin, h) - - Bromacetorthophenetidin, i) - - Bromacetmetaphenetidin, k) - - Bromacetparaphenetidin,
1) - Bromacetdiphenylamin.
Verfahren zur Darstellung von:
a) Dimethylglykokollanilid,
b) Dimethylglykokollparaphenetidin, darin bestehend, dafs man eine wässerige oder alkoholische Dimethylaminlösung bei gewöhnlicher oder erhöhter Temperatur einwirken läfst auf:
a) Chlor- oder Bromacetanilid,
b) - - Bromacetparaphenetidin.
DENDAT59121D Verfahren zur Darstellung aromatischer Glykokollderivate Expired - Lifetime DE59121C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2715119A (en) * 1950-04-04 1955-08-09 Boehringer Sohn Ingelheim Preparation of amides

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US2715119A (en) * 1950-04-04 1955-08-09 Boehringer Sohn Ingelheim Preparation of amides

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