DE577178C - Verfahren zur Herstellung von Magnesium - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Magnesium

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DE577178C DEJ38242D DEJ0038242D DE577178C DE 577178 C DE577178 C DE 577178C DE J38242 D DEJ38242 D DE J38242D DE J0038242 D DEJ0038242 D DE J0038242D DE 577178 C DE577178 C DE 577178C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C25ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
    • C25CPROCESSES FOR THE ELECTROLYTIC PRODUCTION, RECOVERY OR REFINING OF METALS; APPARATUS THEREFOR
    • C25C3/00Electrolytic production, recovery or refining of metals by electrolysis of melts
    • C25C3/04Electrolytic production, recovery or refining of metals by electrolysis of melts of magnesium

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Magnesium Die günstigsten Verhältnisse für die Schmelzflußelektrolyse von Magnesiumclilorid zur Darstellung von Magnesium können bekanntlich nur dann eingehalten werden, wenn vollständig wasserfreies Magnesiumchlorid zur Anwendung gelangt. Die vollständige Entwässerung von Magnesiumchlorid ist indessen ein so umständlicher und schwieriger Vorgang, daß man in der Praxis - wenn ein wasserhaltiges Rohmaterial verwendet -wird - stets gezwungen ist, Magnesiumchlorid der Elektrolyse zu unterwerfen, das zwar weitgehend entwässert ist, aber doch noch geringe, meist unter r bis 2 % liegende Wassermengen enthält. Man ist daher auch genötigt, die Schmelzflußelektrolyse unter Arbeitsbedingungen durchzuführen, die von den optimalen Verhältnissen nicht unwesentlich abweichen und das Ergebnis der Elektrolyse erheblich beeinträchtigen.
  • Besteht der Elektrolyt etwa aus einem Gemisch von solchem Magnesiumchlorid mit Alkali- und Erdalkalichloriden, insbesondere Kaliumchlorid, so erhält man nur dann eine praktisch befriedigende Ausbeute an Metall, wenn dieser Elektrolyt mindestens z Molekül Mg Cl, auf 3 -Moleküle K Cl enthält. Für vollständig wasserfreies Magnesiumchlorid ist es dagegen bekanntlich von großem Vorteil, ein Bad zu verwenden, das wesentlich ärmer an Mg Cl, ist und nur wenige Prozente davon zu enthalten braucht.
  • Die vorliegende Erfindung ermöglicht es, die Schmelzlußelektrolyse auch unter Anwendung von Magnesiumchlorid mit geringem Wassergehalt unter jenen günstigen Verhältnissen durchzuführen, die bisher nur bei vollständig wasserfreiem Mg C12 eingehalten werden konnten. Sie besteht darin, daß auf dem Wege des Magnesiumchlorids, das elektrolysiert werden soll, unmittelbar vor dem Gefäß der eigentlichen oder Hauptelektrolyse ein Gefäß (Vorzelle) eingeschaltet wird, das zur Vorelektrolyse dient und in dem der Gehalt an K Cl unterhalb von 3 Molekülen K Cl auf z Molekül MgCl, gehalten wird.
  • Zweckmäßig wird so gearbeitet, daß dieses Gefäß (Vorzelle) zwischen einem Schmelzgefäß, in dem die Entwässerung des Chlormagnesiums vorgenommen wird, und dem Gefäß der Hauptelektrolyse eingeschaltet wird, und daß die Entwässerung im Schmelzgefäß unter Rückführung eines solchen Anteiles der an K Cl angereicherten Elektrolytschmelze vorgenommen wird, daß das Verhältnis von x Molekül Mg C12 zu 3 Molekülen K Cl noch nicht erreicht wird. Auf diese Weise geht die Elektrolyse des noch etwas wasserhaltigen Salzes in einem Gefäß vor sich, in dem der Elektrolyt nur einen geringen Prozentgehalt an K C1 enthält, und das ganze Wasser wird vor dem Eintritt in das Gefäß der Hauptelektrolyse entfernt. Dort wird bereits zu Beginn der Elektrolyse eine hohe K Cl-Konzentration gewählt, die sich im Verlauf derselben wehersteigert und deren Maximalgrenze bei etwa 95 0/0, während der normale Betrieb bei 85 bis 9o % K Cl aufrechterhalten bleibt, Um die Ansammlung des abgeschiedenen Magnesiums in dem an K Cl angereicherten Bade zu erleichtern, wird dem Bade ein spezifisch schweres Salz eines Metalls, das unedler als Magnesium ist, wie beispielsweise Bariumchlorid, zugesetzt, wodurch entsprechend auch das spezifische Gewicht des Bades erhöht wird, eine bei der elektrolytischen Magnesiumgewinnung an und für sich bekannte Maßnahme.
  • Im nachstehenden wird ein Beispiel für die praktische Ausführung der Erfindung angegeben. Dieses Beispiel beschreibt den Arbeitsgang in einem System, das folgende Einrichtungen umfaßt: einen Schmelzkessel, eine Zelle für Vorelektrolyse und zwei Zellen für die Hauptelektrolyse. Im Schmelzkessel wird frisches Magnesiumchlorid mit 4. Molekülen Wasser einer verhältnismäßig erheblichen Grundmasse zugesetzt und durch Erhitzen entwässert. Die Grundmasse besteht aus einem Gemisch von annähernd wasserfreiem Mg C12 mit viel K Cl und etwas Ca C12 und Ba C12. Das Erhitzen erfolgt mittels Wechselstrom; der Stromverbrauch im Schmelzkessel beträgt i4kWh für je i kg des vom ganzen System erzeugten Magnesiummetalls. In allen drei Zellen wird zur Elektrolyse ein Strom von q.2ooAmpere verwendet. Die Spannung beträgt bei der Vorelektrolysierzelle i i, bei den beiden Hauptelektrolysierzellen 9,5 Volt. Unter diesen Umständen liefert die Vorelektrolysierzelle pro Tag 23 kg und die Hauptelektrolysierzellen zusammen 90,5 kg Magnesiummetall. Die Stoffbewegung im System muß in erster Linie entsprechend der Arbeitsweise der Hauptelektrolysierzellen geregelt und es muß dafür gesorgt werden, daß die Mg Cl, -Konzentration in denselben einen gewissen Mindestwert von etwa 4 % nicht unterschreitet. Dies geschieht z. B. wie folgt: Alle 12, Stunden werden jeder Hauptelektrolysierzelle 24o kg Elektrolyt von etwa folgender Zusammensetzung entnommen: Mg Cl, _-_ 4 0/0, Ba C12== 5 o/0, Ca C12 - io 010, K Cl == 8i 0J0. Dieses Gemisch wird dem Schmelzkessel zugeführt. Die entnommene Menge wird dann ersetzt, indem der Vorelektrolysierzelle 66o kg entnommen und jeder Hauptelektrolysierzelle je die Hälfte zugesetzt wird. Dieser Elektrolyt aus der Vorelektrolysierzelle ist vollkommen wasserfrei und enthält etwa 3G9, Mg C12. Durch seine Zugabe steigt der Mg Cl, -Gehalt in den Hauptelektrolysierzellen auf etwa i i 010.
  • Die beiden Hauptelektrolysierzellen sind dauernd dicht geschlossen. Man sorgt in geeigneter Weise dafür, daß auch die erforderliche Zu- und Abfuhr von Gemisch ohne (oder mit möglichst geringem) Luftzutritt vor sich geht. je nachdem, wieviel Sorgfalt auf die Abdichtung der Zelle verwendet wird, erhält man das erzeugte Chlor rein oder begleitet von kleinen Mengen Luft.
  • Dem Schmelzkessel werden nun 764 kg von etwa folgender Zusammensetzung entnommen: Mg Cl, - 35 0[" H2 O = 2 °/o, der Rest ist K Cl, Ba C12 und Ca C12 im obengenannten Verhältnis. Durch Überführung dieses Gemisches in die Vorelektrolysierzelle wird in dieser die an die Hauptelektrolysierzellen abgegebene Menge ersetzt und der Mg C12-Gehalt gleichzeitig auf etwa 33 0/0 erhöht.
  • In der Vorelektrolysierzelle spielen sich darauf folgende Vorgänge ab: Das im zugeführten Gemisch vorhandene Wasser verdampft zum Teil, zum Teil wird es elektrolysiert, und ein weiterer Teil wird durch das im Bad verteilte Magnesium zersetzt. Die zwei letzten Vorgänge verursachen die Bildung einer gewissen Menge Wasserstoff. Dieser könnte mit- dem gleichzeitig vorhandenen, bei der Elektrolyse entbundenen Chlor explodieren. Um dieser Gefahr zu begegnen, ist man genötigt, von einem dichten Verschluß der Vorelektrolysierzelle abzusehen und so viel Luft zutreten zu lassen, daß die Wasserstoffkonzentration im Gas unter die Explosionsgrenze sinkt. Damit wird natürlich auch das Chlor verdünnt. Wenn auf Gewinnung von reinem bzw. konzentriertem Chlor Wert gelegt wird, müssen die Abgase der Vorelektrolysierzelle gesondert von denen der Hauptelektrolysierzellen abgeleitet werden.
  • In der Vorelektrolysierzelle ist eine gewisse Bildung von Mg O-Krusten unvermeidlich. Hierfür können drei Ursachen in Betracht kommen: i. Die im Schmelzkessel vorhandene Masse enthält stets Mg O, von dem unter Umständen ein kleiner Teil in die Vorzelle übergeht, 2. es bilden sich gewisse Mengen MgO bei der Zersetzung des mitgeführten Wassers, und 3. es entsteht Mg O, wenn die zutretende Luft feucht ist. Die Zersetzung des Wassers allein bedingt bei der geschilderten Arbeitsweise die Bildung von etwa 26 kg Krusten, die zu etwa 1A aus Mg O und zu etwa 213 aus anhaftender Schmelze, die kleine Mengen Metall einschließt, bestehen. Man erkennt hier einen der wichtigen Vorteile der Vorelektrolyse, ohne die eine gleichartige Krustenbildung und die damit selbstverständlichen Nachteile auch bei der Hauptelektrolyse unvermeidlich wären.
  • Die dem Schmelzkessel entnommene Menge muß nun ihrerseits ersetzt werden. Dies geschieht einerseits durch Zugabe der 48o kg Schmelze, die von den Hauptzellen stammt, andererseits durch Zufuhr von so viel Mg C12 # q. H20 und KCl, daß nach Entwässerung der Masse bis auf etwa 2 % die für die Vorzelle geeignete Zusammensetzung: Mg C12 - 35 %, H20=::2'/01 K Cl = 53 %, Ba C12 - 3,5 °/" Ca C12 - 6,5 0/0 im wesentlichen erreicht wird.
  • Während das Abziehen und Wiederauffüllen bei den Elektrolysierzellen einmalig alle 12 Stunden erfolgt, wird der Zusatz des frischen Mg C12 # q. H2 O zum Schmelzkessel durch wiederholten Zusatz jeweils kleiner Anteile während eines längeren Zeitraums durchgeführt. Man vermeidet auf diese Weise eine zu große Bildung von Mg O im Schmelzkessel. Andererseits soll der Zusatz längere Zeit, bevor man Gemisch aus dem Schmelzkessel in die Vorzelle überführt, beendet sein, damit das Gemisch im Schmelzkessel möglichst lange Zeit in Ruhe ist. Je länger man derart dem Mg 0 Gelegenheit gibt, sich abzusetzen, desto besser vermeidet man (indem man aus der oberen Schicht im Schmelzkessel abzieht), daß nennenswerte Mengen an Mg O in die Vorzelle gelangen.
  • Das Verfahren entsprechend vorliegender Erfindung ermöglicht eine um etwa 2o 0/0 höhere Energieleistung und erlaubt ohne jede Explosionsgefahr die Nebengewinnung von mindestens 8o 0/0 des erzeugten Chlors in reiner oder konzentrierter Form. Außerdem wird in der bzw. den Hauptzellen jede störende Krustenbildung vollkommen vermieden. Die Handhabung und Aufsicht bei der Elektrolyse wird erheblich vereinfacht..
  • Das Verfahren wird um so vorteilhafter, je mehr Hauptzellen für je eine Vorzelle angewendet werden. Es können bis zu vier Hauptzellen für eine Vorzelle vorgesehen sein. Man erreicht auf diese Weise leicht, daß etwa 9o 0/0 der Gesamtausbeute an Metall in den Hauptzellen unter günstigsten Bedingungen und nur etwa to 0/0 unter den wesentlich ungünstigeren Bedingungen in der Vorzelle abgeschieden werden.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur elektrolytischen Gewinnung von Magnesium aus einer Mischung von Magnesiumchlorid und Alkali- und Erdalkalichloriden, insbesondere Kaliumchlorid, dadurch gekennzeichnet, daß ein nicht vollkommen entwässertes Gemisch, welches weniger als 2 bis 3.
  2. Moleküle Kaliuinchlorid auf z Molekül Magnesiümchlorid enthält, hergestellt wird, und daß man dieses Gemisch einer ersten Elektrolyse in einem Gefäß (Vorzelle) unterwirft, bis ein praktisch vollkommen wasserfreies Gemisch erreicht ist, das man dann in wenigstens einem Gefäß (Hauptzelle) bei einem Kaliumchloridgehalt von mehr als
  3. 3 Molekülen Kaliumchlorid auf z Molekül Magnesiumchlorid weiter der Elektrolyse unterwirft.
DEJ38242D 1929-06-02 1929-06-02 Verfahren zur Herstellung von Magnesium Expired DE577178C (de)

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