DE573528C - Verfahren zur Herstellung von Feinspirt - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von FeinspirtInfo
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Classifications
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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Description
- Verfahren zur Herstellung von Feinsprit Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Feinsprit in der Rüben-, Zuckerrohr-, Rübenzuckermelasse-, Rohrzuckermelasse-, Sulfitlaugen, Zellstoffbrennerei u. dgl.
- Es ist bekanntlich kaum oder nur außerordentlich schwierig möglich, in der Rübenzuckermelasse-, Rohrzuckermelassehrennerei u. dgl. einen Feinsprit zu erhalten, der dem sonstigen Feinsprit gleichwertig ist.
- Nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung gelingt es nun, auch aus den oben angeführten, schwerer zu verarbeitenden Ausgangsmaterialien Feinsprite zu gewinnen, die den sonstigen Feinspriten nicht mehr unterlegen sind.
- Das Verfahren besteht darin, daß die vergorenen Maischen vor dem Abbrennen von ihren festen Bestandteilen, hauptsächlich Hefe, Trub u. dgl., ganz oder teilweise befreit werden.
- Es wird also vor dem Abbrennen entweder die über dem Bodensatz stehende Gärflüssigkeit abgezogen oder durch Filtration bzw. andere bekannte Mittel - von den festen Bestandteilen befreit.
- Die so behandelte Gärflüssigkeit wird dann der üblichen Destillation bzw. Rektifikation unterworfen, wobei sich ein Sprit von ganz anderen Werteigenschaften ergibt als ohne diese Trennungsbehandlung. Die Rückstände werden für sich ebenfalls aufgearbeitet, so daß Alkoholverluste nicht eintreten.
- Es ist bereits in der Hefefabrikation bekannt, klare Würzen, die von der Hefe befreit sind, nach beendeter Gärung der Destillation zu unterwerfen und aus ihnen Alkohol zu gewinnen. Der bei der Hefefabrikation im gegebenen Falle abfallende Alkohol ist von minderwertigerer Beschaffenheit. Trotzdem also eine Trennung der festen Bestandteile bei der Lufthefefabrikation erfolgt, fällt ein minderwertigerer Spiritus ab.
- Man konnte also in keiner Weise @erwarten, daß das Trennungsverfahren im _ Sinne der Erfindung überhaupt technische Vorteile beim Brennen der Rohmaterialien gemäß der Erfindung bringen könnte. Es ist durchaus überraschend, daß sich mit zunehmender Abtrennung der festen Bestandteile vor dem Abbrennen von vergorenen Melassewürzen usw. ein besserer Sprit erhalten läßt als bei den bisher bei der Verarbeitung dieser Ausgangsmaterialien bekannten Verfahren.
- Der Grund ist darin zu suchen, daß bei der Lufthefefabrikation die Gärung, die ja in der Hauptsache auf die Gewinnung von Hefe abgestellt ist, absichtlich in ganz andererWeise geleitet wird als bei den Verfahren, die den Hauptwert auf die Spiritusgewinnung legen. Bei der Lufthefefabrikation werden unerwünschte Nebenprodukte in wesentlich reicherem Maße gebildet als bei der Erzeugung von Melassespfit u. dgl. nach dem üblichen Verfahren.
- Das Verfahren der vorliegenden Erfindung ist ,also ganz speziell auf die Verarbeitung solcher Rohmaterialien abgestellt, wie sie in der Beschreibungseinleitung angegeben sind, und bei denen es einen nicht zu erwartenden Erfolg bringt.
- Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, den Gärflüssigkeiten zweckmäßig schon vor oder während der Gärung, z. B. in der Melassebrennerei der verdünnten Melasse, dem Hefengut, der Vorgärmaische oder der Hauptmaische, geringe Mengen Absorptionsmittel, wie z. B. Kieselgur und Kiesmehl, insbesondere aber Reinigungskohlen, z. B. in Mengen von etwa i bis 3 %, zuzusetzen, wodurch der Reinigungseffekt noch verstärkt wird. Die Reinigungsmittel bleiben je nach ihrer Beschaffenheit entweder in der Flüssigkeit suspendiert, oder sie setzen sich gleichzeitig mit den festen Bestandteilen ab.
- 'Die Reinigungsmittel bringen den weiteren Vorteil mit sich, daß z. B. in den sonst träge gärenden Melassemaischen eine lebhafte Gärbeschleunigung eintritt, da offenbar die in der Flüssigkeit suspendierten Absorptionsmittel als Hefeträger eine starke Zirkulation der einzelnen Hefezellen in der Gärflüssigkeit verursachen.
- Wenn es auch bekannt ist, verdünnten Rohspiritus zur Reinigung über Kohle zu filtrieren bzw. Kornbranntwein über Kohlenstaub abzudestillieren, um - ein gereinigtes Destillat zu erhalten, oder Würzen bei der Preßhefeherstellung mit Holzkohlen zu versetzen, um die Schaumträger vor der Gärung zu beseitigen, so ist doch die kombinatorische Wirkung einer Abtrennung der vergorenen Maischen oder Würzen vor dem Abbrennen von ihren festen Bestandteilen und. einer Absorptionsbehandlung unter Benutzung von Absorptionsmitteln in Gegenwart der festen Bestandteile neu und eine erhöhte Reinigung des Destillats durch die Verfahrenskombination wesentlich.
- Die Anwendung des Verfahrens nach vorliegender Erfindung bei denjenigen Rohstoffen, die bisher schon bei den bekannten Verfahren einen Feinsprit normaler Qualität ergaben, bringt den Vorteil mit sich, daß die bisherigen Reinigungsmethoden in einfacherer Weise durchgeführt werden können und trotzdem ein Feinsprit von erster Qualität erhalten wird. Beispiel i ooo 1 Melassemaische (i Teil Melasse auf etwa 3 Teile Wasser) wurden mit Preßhefe zur Gärung angestellt. Die Gärung dauerte etwa 21/, Tage bei .einer Temperatur von 29 bis 30° C. Der Alkoholgehalt der " vergorenen Maische betrug etwa 8,o Volumprozent. ' Die vergorene Melassemaische wurde durch Dekantieren von ihren festen Bestandteilen getrennt, wobei sich etwa 9501 abgezogene Flüssigkeit ergaben.
- Vor Einleitung der Gärung wurden der Melassemaische etwa 2o kg -Absorptionskohle zugesetzt.
- Die abgezogene alkoholhaltige Flüssigkeit wurde destilliert und rektifiziert, wobei etwa 75 1 Alkohol (i o o %) erhalten wurden.
- Die Destillation des die festen Bestandteile enthaltenden Rückstandes ergab etwa q. l Weingeist (ioo %).
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Feinsprit in der Rüben-, Zuckerrohr-, Rübenzuckermelasse-, Rohrzuckermelasse-, Sulfitlaugen-, Zellstoffbrennerei u. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß die vergorene Maische öder Würze vor dem Abbrennen von ihren festen Bestandteilen, insbesondere durch Dekantieren oder auch Filtrieren, Zentfifugieren o. dgl., ganz oder teilweise befreit wird.
- 2. Verfahren, dadurch gekennzeichnet, daß zu der Maische bzw. der Würze, zweckmäßig schon vor oder während der Gärung, Absorptionsmittel, insbesondere Reinigungskohlen, zugegeben -werden, die dann gemäß Anspruch i ganz oder teilweise mit abgetrennt werden.
- 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, däß die abgetrennten festen Bestandteile getrennt auf Alkohol aufgearbeitet werden.
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