DE57325C - Gerbverfahren - Google Patents

Gerbverfahren

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DE57325C
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Germany
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tanning
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Application number
DENDAT57325D
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English (en)
Original Assignee
J. E. PUJOS in Paris
Publication of DE57325C publication Critical patent/DE57325C/de
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/08Chemical tanning by organic agents
    • C14C3/10Vegetable tanning

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das vorliegende Gerbverfahren ist auf die vom Erfinder beobachteten Thatsachen gegründet, dafs die aus einem gerbsauren Salz durch eine geeignete Säure freigemachte Gerbsäure rascher von einer in die Flüssigkeit eingetauchten Haut aufgenommen wird, und energischer auf dieselbe einwirkt, als wenn man gewöhnliche Gerbbrühe, d. i. Auszüge von gerbsäurehaltigen Stoffen mit der Haut zusammenbringt. Die Erfindung besteht darin, die Gerbbrühe bis zur Bindung aller Gerbsäure mit Ammoniak zu versetzen, darauf das Ammoniaksalz durch Säure vollständig zu zerlegen und die so erhaltene Flüssigkeit auf die Häute wirken zu. lassen. Die Erfindung ermöglicht, einerseits die vorhandene Gerbsäure vollständig auszunutzen und andererseits den Gerbprocefs unter Erzielung bester Producte mit kurzem Zeitaufwand durchzuführen.
Das Verfahren ist anwendbar mit selbsthergestellten Lohbrühen von 40 B. ab, sowie mit den vom Handel gelieferten. Extracten (10 bis 350B.) der üblichen gerbsäurehaltigen Gerb materialien: Eichenrinde, Kastanienholz, Schmack, Kermes, Knoppern, Dividivi. Galläpfel u. s. w.
Sind mehr oder weniger concentrirte Extracte gegeben (z. B. 20 bis 350 B.), so verdünnt man dieselben zunächst mit dem gleichen Volumen Wasser, setzt dann in entsprechender Menge gewöhnliches Handelsammoniak hinzu (22°) und rührt, bis die Reaction beendet, d. h. alle Gerbsäure vom Ammoniak gebunden ist. Darauf setzt man unter Umrühren so viel Handelsschwefelsäure (66°) zu, bis die Zersetzung des Ammoniaksalzes vollständig ist; der Zusatz an Schwefelsäure wird dabei so bemessen, dafs die Brühe schwach sauer bleibt. Die anzuwendenden Mengenverhältnisse lassen sich leicht nach folgenden Beispielen bemessen:
I. Extract von 200 B. (Eichenrinde, Kastanienholz etc.) 100 kg; reines Wasser gleiches Volumen; Handelsammoniak (220) 12 kg; Handelsschwefelsäure (66°) 6,9 kg.
II. Extract von 250 B. 100 kg; reines Wasser gleiches Volumen; Handelsammoniak (220) 15 kg; Handelsschwefelsäure (66°) 8 kg.
Das Gerben mit den wie dargelegt behandelten Brühen geschieht für alle Sorten von Häuten und zu erzielendem Leder in derselben nachbeschriebenen Weise:
Für grobe Leder werden die in der üblichen Weise vorbereiteten Häute unmittelbar nach dem Spülen dem Gerbprocefs unterworfen; bei Weichleder dagegen werden die Häute nach dem Kalken mit einem wässerigen Oxalsäurebad (10 bis 15 g Oxalsäure pro Haut) gründlich von allem anhaftenden Kalk befreit.
Die so vorbereiteten Häute werden in grofse Bottiche eingesetzt und zunächst der. Einwirkung der aus vorhergehenden Operationen entstammenden schwächsten Brühen, dann immer stärkere Brühen und zuletzt einer, wie angegeben, frisch bereiteten bezw. noch nicht benutzten Brühe unterworfen, welche durch Zusatz von Wasser bezw. bereits ausgenutzter Brühe auf ca. 4 bis 50 B. verdünnt worden ist. Hiernach werden die Häute in Gruben eingesetzt und mit frischer Brühe durchtränkt.
Unter Anwendung der vorliegenden Erfindung gelingt es, Schafshäute in 2 bis 3 Tagen, Kalbshäute in 20 bis 30 Tagen und Rinderhäute etc. in 2 bis 3Y2 Monaten fertig zu gerben; die erhaltenen "Leder stehen nach Ausgiebigkeit und Farbe auf gleicher Höhe mit den Producten der alten Grubengerbung und kommen bezüglich Festigkeit und Geschmeidigkeit den besten Ledersorten gleich.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Ein Verfahren zum Gerben von Häuten, gekennzeichnet durch die Anwendung von gerbsäurehaltigen Brühen, in welchen zunächst' alle Gerbsäure an Ammoniak gebunden und darauf durch Zerlegen des Ammoniaksalzes mit Schwefelsäure wieder frei gemacht worden ist. '
DENDAT57325D Gerbverfahren Expired - Lifetime DE57325C (de)

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