DE56376C - Apparat zur Gewinnung von Gold und Silber aus edelmetallhaltigen Erzen - Google Patents
Apparat zur Gewinnung von Gold und Silber aus edelmetallhaltigen ErzenInfo
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Description
KAISERLICHES a
PATENTAMT.
KLASSE 40: Hüttenwesen.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Apparat, mit welchem die Ausscheidung
von Gold und Silber aus Edelmetall führenden Erzen in wirksamer und rationeller Weise mit Anwendung von nur geringer Handarbeit
und grofser Ersparnifs an Zeit und, Materialien ausgeführt werden kann.
Auf beiliegender Zeichnung ist der Apparat in einer der praktischsten Ausführungsformen
zur Veranschaulichung gebracht.
Fig. ι ist eine Seitenansicht des Apparates, theilweise im Schnitt gezeichnet.
Fig. 2 zeigt eine obere Ansicht desselben,
Fig. 3 ist ein Schnitt durch die Laugebottiche.
Fig. 4 bis 10 veranschaulichen verschiedene
Details der. Einrichtung des Apparates.
Bei der Einrichtung des Apparates empfiehlt es sich, zwei Laugebottiche anzuordnen, welche
abwechselnd in Gebrauch genommen werden können,' und stellt die Ausführung auf beiliegender
Zeichnung einen nach diesem Princip hergestellten Apparat dar. Die beiden Laugebütten
AA2, in welchen· das Auslaugen der
Erze vor sich geht, sind in geeigneter Entfernung von einander aufgestellt. Jede Bütte oder
jeder Bottich ist mit einem porösen oder durchlochten falschen Boden α ausgerüstet, der am
zweckmäßigsten noch mit einer Lage' starken Segeltuches bedeckt wird. Die auszulaugenden
Erze lagern auf dem Segeltuch bezw. auf dem siebartigen Boden a. Unter letzterem befindet
sich das Rohr b, durch welches den Erzen die Laugeflüssigkeit zugeführt wird. Damit die
Lauge möglichst gleichmä'fsig über den Boden a
vertheilt wird, ist das Rohr in Form einer Spirale (Fig. 4) angeordnet und auf seiner Unterseite
mit Oeffhungen b1 (Fig. 5) versehen, welche
nach innen eingedrückt sind, damit dieselben beim Aufliegen auf den unteren Bottichboden
nicht verschlossen werden.
Das Rohr b führt nach einem Kasten oder Gefäfs C, welches die erhitzte Laugeflüssigkeit
enthält. Das in die Lauge hinabreichende Rohrende b ist mit einem Saugekorb c versehen.
Zum Erhitzen der Lauge dient die Heizkammer Z, welche von den Heizgasen des
Kessels erwärmt wird. Das erhitzte Wasser strömt aus dem Heizraum Z in einen das Gefäfs
-D,' in welchem sich die Lauge vor dem
Eintritt in den Raum C befindet, umgebenden Wassermantel oder in ein im Innern des Gefäfses
D in der Lauge selbst liegendes Rohr \. Nachdem die Lösung erwärmt ist, wird dieselbe in den Behälter C abgelassen und erhält
hier aus den Kammern E und F Zusätze von Salzsäure, Schwefelsäure oder ähnlichen Säuren.
Um die Lauge genügend scharf zu erhalten, empfiehlt sich ein ständiger Zusatz von Kochsalz.
Zum Weiterschaffen der Lauge in einen oder den anderen Laugebottich, je nachdem die
Hähne δ2 oder b3 geöffnet oder geschlossen
sind, dient die Saug- und Druckpumpe B. In jedem Laugebottich befindet sich ein innerer
durchlochter Deckel aB, über welchen eine
filtrirende Masse α2 ausgespannt ist (s. Fig. 6).
Die Durchlochung a% durch die die Erze eingeführt werden, ist ebenfalls mit einer Filtermasse
as bedeckt, die mittelst des Ringes as
und Schrauben α9 auf der ringförmigen Ausfütterung
αΊ befestigt wird. Auf der Ausfütterüng
a1 befindet sich ein mit Flantseh versehener
Schraubenring α6, durch welchen die Filtermasse λ2 an dem Deckel a3 festgehalten wird.
Soll der . Apparat arbeiten, so .werden die Hähne b* und b2 bezw. ba geöffnet (Hahn be
des Rohres b5 bleibt geschlossen). Die Lauge
strömt dann durch die in dem Bottich befindlichen Erze und gelangt schliefslich durch die
Röhren aw in einen Misch- und Rührapparat G,
der zwischen den beiden Bottichen A und A 2
liegt und mit geeigneten Rührgabeln oder Schaufeln g ausgerüstet ist. Neben dem Rührapparat
ist ein Becken H aufgestellt, welches .die Flüssigkeit zum Niederschlagen der in der
Lauge befindlichen Edelmetalle enthält. Die Fällungsflüssigkeit wird durch das Ventil oder
den Hahn g·2 in den Rührkessel G geleitet, und
zwar mufs der Zuflufs so geregelt werden, dafs die Menge des zugeführten Niederschlagmittels
mit der Menge der. Lauge in: dem richtigen
Verhältnifs steht. Zu diesem Zweck mag das Ventil g2 durch das Gewicht oder den Druck
der Lösung regulirt werden, indem z. B." die in das Rührwerk eintretende Laugeflüssigkeit
einen Hebel bethätigt oder einen schwimmenden Körper hebt, durch welchen das Absperrventil
mittelst geeigneter Uebertragung geöffnet oder theilweise oder ganz geschlossen wird, je
nachdem eben Laugeflüssigkeit einströmt. .Fig.7 zeigt eine Anordnung, bei welcher die Lauge
aus dem Bottich vermittelst Rohres α10 in das Gefäfs h strömt und'in demselben Verhä'ltnifs
durch den Hahn /r2 abfliefst. Vermehrt sich
die Geschwindigkeit der zuströmenden Lauge, so wird durch das gröfsere Gewicht der Hebel
und die Zahnstange bethätigt, welche letztere die am Hahnkegel befestigte Zahnscheibe dreht
und dadurch den Absperrhahn g*1 mehr öffnet.
Die Stellung, welche das Gefäfs h in Bezug auf den Oeffnungsgrad des Hahnes g2 einzunehmen
hat, wird durch das verschiebbare Gewicht g3 regulirt. Fig. 8 zeigt eine Anordnung,
bei welcher an Stelle des Gefäfses h ein Kolben h3 angewendet ist, der von der einströmenden
Lauge gehoben wird und dadurch den Absperrhahn g2 bethätigt.
Aus dem Rührkessel G gelangt die Lösung mittelst des Hahnes g·4 in das Sammelbecken J,
aus welchem dieselbe durch die.mit Hahn i2
versehene Röhre i mittelst Pumpe IJ2 durch Rohr i3 in den Behälter J gefördert wird. In
letzterem wird die Lauge nach aufwärts durch ein Filter geprefst. Die Filterrückstände
werden dann in bestimmten Zwischenräumen durch Rohr_/ und Hahnj2 in die Filterpresse K
abgeführt. Die ausgepreiste Flüssigkeit tropft direct in den Raum C ab.
Die Flüssigkeit, welche durch das Filter gegangen ist, wird durch das Rohr ^3 (Hahn/4)
in den Raum D geführt. Aus letzterem wird dieselbe in erhitztem Zustande durch Rohr d
(Hahn <i2) in den Behälter C abgelassen, in
welchem die nöthigen Chemikalien zugemengt \verden, um die Lösung für den Wiedergebrauch
genügend stark zu erhalten.
Die ausgelaugten Erze werden dann noch mit warmem Wasser, welches der Kammer Z
entnommen wird, ausgewaschen. Das Wasser wird vermittelst der Pumpe B durch die
Röhre δ5 (Hahn be) durch die Laugebottiche
gepumpt und. gelangt schliefslich, indem es den Rührkessel G und Filter Jpassirt, durch Röhre/1
(Hahn _/5) nach dem Evaporator L, woselbst
die Lösung durch Verdunsten concentrirt wird, bevor dieselbe durch Rohr Z2 dem Behälter C
wieder zugeführt wird.
Nachdem die Erze in der oben beschriebenen Weise ausgelaugt und ausgewaschen worden
,.sind, wird -die Pumpe B abgestellt und die
Beschickung des Laugebottichs mit angesäuertem Wasser, welches in den Bottich auf passende
Weise eingelassen wird, herausgespült. Die durch die Auslafsöffnung des Bottichs herausgespülten
Erze gleichen in einer geeigneten Führungsrinne M nach einer Zinkplatte m
und von dieser auf eine amalgamirte Kupferplatte m2.
Wird von einem nochmaligen Auswaschen der Erze über Zink- und Kupferplatten abgesehen,
so können dieselben auch mittelst einer
Harke' oder Krücke η (Fig. 9) aus dem Laugebottich entfernt werden. -.':,.
.Die Harke steht mit einer durch den Bottich
gehenden Stange w2 in Verbindung, so dafs die Harke n, indem sich die Zähne umlegen, in
den Bottich hineingezogen werden kann. Beim Herausziehen der Harke stellen sich die Zähne
wieder aufrecht und befördern die Erze durch die Entleerungsöffnung nach aufsen. Die Be-.wegung
der Harkenstange κ2 geschieht am besten mit Hülfe von Taljen oder Windevorrichtungen
η 3.
y ist eine Röhre, durch welche erforderlichenfalls
Laugeflüssigkeit durch' Oeffnen der Hähne y2 nach dem Reservoir C zurückgeleitet
werden kann..
An Stelle eines besonderen Heizraumes zum Erwärmen der Lösung kann letztere auch durch
ein Heifswasserrohr, welches unter dem falschen Boden des Bottichs A2 (Fig.3) angeordnet ist,
oder durch die von dem Evaporator erzeugte Hitze erwärmt werden. · ; .
Werden zwei Laugegefä'fse verwendet, so müssen die einzelnen Rohrleitungen in der gezeigten
Weise mit Absperrhähnen versehen sein ,so dafs entweder beide Laugegefäfse
gleichzeitig oder aber auch abwechselnd nach einander benutzt werden können. Die Filterpresse
kann von beliebiger Construction sein. In Fig. 10 ist eine solche in zweckmäfsiger
Claims (2)
1. Ein Apparat :zum Ausscheiden von Edelmetall aus edelmetallhaltigen Erzen, be-
, . stehend in der Anordnung der mit Filter a2
ausgerüsteten Laugebottiche A A 2, durch
welche die aus dem Reservoir C entnommene Laugeflüssigkeit mittelst Druckpumpe
B durchgeprefst wird, in Verbindung mit Rührkessel G, Filter / und Filterpresse
Kin der Weise, dafs die Absonderung des durch regulirbare Fällungsmittelzufuhr
aus dem Gefäfs H niedergeschlagenen Edelmetalles in dem Filter J und· Presse K
erfolgt, während die Laugeflüssigkeit nach Passiren eines Erwärmungsraumes D nach
dem Reservoir C zurückgeführt wird.
2. Bei dem unter i. gekennzeichneten Apparat die Anordnung und Einrichtung der Filter-
. presse K, bestehend aus einem Gehäuse P und einem Schwimmer R, welche mit Filtersieben
q bezw. r3 ausgerüstet sind, zwischen denen die Lösung durch Einwirkung von
Prefsluft auf den Schwimmer R zusammengeprefst wird, wobei die Flüssigkeit durch
die Filtersiebe q und r3 entweicht.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE56376C true DE56376C (de) | 1900-01-01 |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT56376D Expired DE56376C (de) | Apparat zur Gewinnung von Gold und Silber aus edelmetallhaltigen Erzen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE56376C (de) |
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