DE56105C - Maschine zur Erzeugung von Strohmatten - Google Patents
Maschine zur Erzeugung von StrohmattenInfo
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- D03D—WOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
- D03D41/00—Looms not otherwise provided for, e.g. for weaving chenille yarn; Details peculiar to these looms
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 86: Weberei.
(Ostküste Sumatra).
Vorliegende Erfindung bezweckt, Büschel von Stroh oder dem langen Grase der tropischen
Zone an einem Ende an einander zu weben, derart, dafs das erhaltene Product auf der einen Breitenseite (meist auf der gröfseren)
lose ist und auf der anderen gebunden. Die so gewonnenen Matten dienen für Bedachungen
von Häusern und Scheunen, und, es wird mit diesen die Herstellung der sogenannten Strohdächer
besser und hauptsächlich aufserordentlich viel schneller bewerkstelligt.
Die Maschine beruht auf dem constructiven Princip, dafs von einer rotirenden Ladetrommel
aus das Material bündelweise in einen gewissermafsen als Webschiff functionirenden Transportschlitten
gebracht wird, welcher stets von der gleichen Seite her seinen Inhalt zwischen die in offener Fachstellung liegenden Ketten-.
schnüre bringt.
Die Maschine ist auf beiliegenden Zeichnungen in Fig. ι bis 10 dargestellt. Hiervon zeigt:
Fig. ι die Seitenansicht der Maschine, wobei der vorderste Schild weggeschnitten gedacht
ist, wie auch die daran befindlichen Hebelübersetzungen, die ihrerseits aber strichpunktirt
doch gezeichnet sind,
Fig. 2 die Rückansicht des eigentlichen Bindeoder Webstuhles unter Weglassung der anschliefsenden
Vorrichtungen zur Materialzufuhr und der Einlegetrommel und
Fig. 3 die vordere Längenansicht der Gesammtmaschine,
Fig. 4 das Schiff oder den Wagen B und
einige andere Hebelwerkzeuge in einer der Fig. ι entsprechenden Stellung und Ansicht;
Fig. 5 das Schiff oder den Wagen B nebst den Umrissen des Webstuhles in einer der
Fig. 3 entsprechenden Stellung und Ansicht;
Fig. 6 das Schiff oder den Wagen B in vorbewegter Stellung;
Fig. 7 und 8 einige des besseren Verständnisses halber herausgezeichnete Hebelmechanismen
in einer der Fig. 1 entsprechenden Ansicht;
Fig. 9 den Webstuhl in einer der Fig. 1 entsprechenden Stellung, wobei die Zahnräder
nur durch strichpunktirte Kreise angedeutet, das Schiff oder der Wagen B hinweggelassen
und nur die in anderen Figuren nicht deutlich ersichtlichen Hebelmechanismen gezeichnet sind;
Fig. 10 ein Grundrifs hierzu.
Zum besseren Verständnifs des Nachfolgenden sei hier kurz die Wirkungsweise des Gesammtmechanismus
der Maschine erwähnt.
In die Abtheilungen einer Trommel werden, wie bereits im Eingang angedeutet, von Arbeitern
Büschel von Stroh oder Gras eingelegt, welche gewissermafsen als nicht continuirliches
Material zum Einschufs mittelst eines Transport-Schlittens oder Schiffes B in die nebenstehende
Wellvorrichtung (Fig. 9 und 10) gebracht werden.
Bei jeder Umdrehung der Antriebwelle, von der auch die Bewegung der Trommel ausgeht,
kommt (im Moment des Vorgehens der Lade) eine Trommelabtheilung über einen Einlauf S
(Fig. 4). Das Strohbüschel fällt in diesem herunter bezw. wird von einem Hebel c1 auf
quer in demselben liegende Arme η geprefst; hier bleibt es liegen, bis der vorhergehende
Webeprocefs vorüber ist, dann geben diese Arme nach und es fällt das Strohbüschel auf
das Schiff B (Fig. 4 bis 6).
Drückerhebel g fallen jetzt auf das im Schiff
liegende Strohbündel herunter und halten es bei der jetzt folgenden raschen Bewegung des
Schiffes gegen den Webstuhl hin fest. Das Material gelangt hierdurch mit seinem vorderen
Ende in das von Zettelschnüren gebildete geöffnete Fach des Webstuhles (Fig. 9 und 10)
und wird sodann von einer Klemmvorrichtung 111 festgehalten. Das Schiff geht hierauf
zurück, und da im letzten Moment des Vorgehens desselben die Drückerhebel gehoben
wurden, so wird das Strohbüschel mit seinem vorderen Ende im Webstuhl bleiben und das
Schiff unter ihm hinwegrutschen. Die Lade des Webstuhles (der bis jetzt in Ruhe war)
wird nun vorgeschlagen, wobei sich im Anfang des Ladenschlages die Klemmvorrichtung 111
löst, d. h. der Prefshammer t1 sich hebt, und wobei das Strohbüschel von der Unterlage t
weg, sowie mittelst Vorschubarme y vom Schiff B heruntergeschoben wurde, so dafs
dasselbe jetzt einerseits auf die unteren Zettelschnüre, andererseits auf das Brett T gelangt.
Beim Vorgehen der Lade wurden um einen Punkt scharnierende, von oben geprefste
Haken w in entsprechende Schlitze der Lade gedrückt. Diese Haken heben sich entsprechend
dem Vorgehen der Lade, bis das Strohbüschel unter ein Blech / geschoben ist, wobei die
wieder niedergesenkten Haken w das Zurückgehen des Bündels verhindern. Indem beim
Vorgehen der Lade das nicht von der Lade erfafste Material durch die Arme y auf den
Boden T geschoben wurde, wurde auch die fertige Matte weiter geschaltet (s. Fig. 7 und 9)
und die Einlegetrommel A um eine Abtheilung weiter gedreht. Indem die Lade zurückgebracht
wird und die Haken das Büschel halten, beginnt die Kreuzung, indem der eine Zettelrahmen
E (Fig. 9 und 10) von durch Excenter beeinflufsten Armen F F gehoben und
der andere Zettelrahmen E1 ebenso gesenkt wird. Nun geben die Arme η im Einlauf S
nach; das schon auf ihnen befindliche Büschel fällt in das Schiff herunter, und der oben beschriebene
Vorgang beginnt von neuem.
Nachdem ich vorstehend die Wirkungsweise der arbeitenden oder eigentlichen Werkzeuge
beschrieben, folgt nun die Beschreibung der Ausführung der Maschine.
Die Bretter a1 er2 und σ 3 dienen als Sitze
für die Einleger, welche die Fächer (oder Zellen) der Trommel A continuirlich mit Gras-Oder
Strohbüscheln (Material) versehen. Die Trommelt hat einen Schaltmechanismus (Fig. 8),
welcher bei jeder Umdrehung der Hauptwelle a die Trommel um ein Fach vordreht. Es kommt
hierdurch jedesmal ein gefülltes Fach über den Einlauf S (Fig. 4), der aus den Flacheisenbändern
s und s1 gebildet wird und nach oben durch Verlängerung der Flacheisenbänder s1
bis über den Sitz ο-3 erweitert ist, damit die
Strohbüschel auf ihrem Wege von dem Sitz σ3
bis zum Einlauf S nicht aus den Trommelfächern nach unten fallen können.
Das Schiff oder der Wagen B (Fig. 4, 5 und 6, entsprechend dem Webschiffchen oder
Schützen) ist mittelst der das Untergestell bildenden, in b% drehbaren Führungshebel bi
beweglich und wird durch den Hebel b gegen den Webstuhl und zurückbewegt, indem dieser
Hebel durch eine Zugstange d, deren Rolled1
in der Nuth des Excenters C läuft, bewegt wird. Der Wagen B ist mehrmals unterbrochen,
und' es wird hierdurch der nöthige Raum zum Durchgang für verschiedene Hebel
gebildet. Die einzelnen Theile des Schiffchens sind durch Träger b1 mit dem Gestell verbunden.
Auf der hinteren Seite des Schiffes befindet sich ein Arm b~, die Achse g2 für
die Drücker g; zwei derselben sind durch eine
Stange g1 mit einander verbunden.
Die Stange gl reicht bis gegen das Ende
des Schiffes und hat dort einen ebenfalls zum Halten bestimmten drückerähnlichen Ansatz g3.
Zwischen den Einlauf bändern sundi1 sind Arme n, welche auf der Achse n1 befestigt
sind (Fig. 4); sie werden durch ein rückwärts an einen Hebel n2 (Fig. 1) angehängtes, auf
beliebiger Unterlage ruhendes Gewicht w3 (Fig. 1)
gehalten.
Durch die auf beiden Enden der Welle, r befindlichen Hebel r1 und r2 (erstere mit Excenterzapfen,
Fig. 8), ferner die Zugstange r3 und den Hebel ri kann mittelst eines Excenters
P die Welle c gedreht werden und mit dieser die daran befestigten Zubringerhaken c1. Letztere dienen dazu, das auf den
Stangen η liegende Büschel über die entsprechend nachgebenden Stangen η hinaus und
in das Schiff zu drücken. An der Achse c ist ein kleiner Hebel k° (Fig. 1 und 8), von
welchem aus eine Zugstange abwärts zum Winkelhebel k führt, dessen Zapfen k1 an dem
Hebel k2 anliegt, welcher auf der die Drücker g tragenden Drückerachse befestigt ist. Die
Drehung der Welle c im Sinne des Uhrzeigers bedingt also das Heben der Drücker g.
Der den Zapfen k1 tragende Hebel k sitzt
auf einer Achse ^3, welche ein Knaggenexcenter
oder eine Nase ^4 hat (Fig. 3 links), in deren Lauf die eine Seite des Hebels ^5
steht, während die andere Seite im Bereich der Stange ρ (des Schiffes) liegt und im geeigneten
Moment die Stange ρ zurückschieben soll.
An der Stange ρ ist eine schiefe Ebene px
(Fig. 5) angebracht, welche gegen das Röllchen o1 aufläuft; dieses Röllchen o1 sitzt an
einem Hebel der Drückerachse g2, welche bei
Hebung des Röllchens οl sich entsprechend
dreht.
Der Webstuhl ist seitlich an beschriebenen Einbring- und Zufuhrvorrichtungen und Mechanismen
angeschlossen. Die Zettel walzen D, vorliegend je drei per Fach, sind am Fufse
der Maschine angebracht (Fig. 2 und 9), und es wird deren Drehung durch Bremsbänder i
beeinflufst (Fig. 1). Die beiden Zeltelrahmen E und E1 (Fig. 9, aus je einem Balkenrahmen
bestehend), bewegen sich vertical in Nuthen, welche durch die Schildrippen j gebildet sind.
Die zusammengehörigen zwei horizontalen Rahmenstücke sind durch je drei Stangen e2
und e3 (Fig. 5) verbunden; die Stangen e2
haben je eine Oese e und die Stangen e3 je eine Oese e1. Durch diese Oesen gehen die
Kettenschnüre (wie z. B. gewöhnlicher starker Bindfaden) gewissermafsen als Zettel. Die
Kreuzung desselben nach jedem Schufs erfolgt durch die Arme FF und F1 F1 mittelst der
Excenter G G und G1 G1, indem je ein Zettelrahmen durch Seile und mit zwei Armen verbunden
ist und in einer dem anderen Rahmen entgegengesetzten Richtung bewegt wird.
Damit' das Herabgehen des Zettelrahmens beim Nachlassen des entsprechenden Excenters
unbedingt erfolgen mufs (also nicht allein von der Schwere des Rahmens abhängt), sind dieselben
unten durch über Rollen e4 (Fig. 9) laufende Seile verbunden, was beim Emporgehen
des einen Rahmens das Herabgehen des anderen bedingt.
Die Lade besteht aus zwei um hl drehbaren
Ladenfüfsen h, deren Fortsetzung das sogen. Rietblatt /z2 bildet (Fig. 7). Letzteres hat drei
Schlitze h3 zum Durchgang des Zettels. Die Bewegung der Lade (also das Einschlagen) geschieht
durch das Excenter K (Fig. 7), in dessen Nuthen die an den Ladenfüfsen befestigten
Zapfen h4· sich befinden.
Die fertige Matte beginnt natürlich bei der vorderen Ketten- oder Schnurtheilung, also
unter dem Blech 1, geht über die Schaltwalze L und zwischen dieser und der Fühlerwalze M
(Fig. 1) durch, längs den zum Ablösen von den Stacheln bestimmten Bändern Z1 auf den
Boden. Die Walze L soll gerauht oder kann auch mit Stacheln oder dergleichen versehen
sein, zum besseren Packen der Matte. Die Fühlerwalze M wird durch ein am Hebel m
angehängtes Gewicht m1 angedrückt.
Das Blech / ist durch mit Schlitzen versehene Bänder oder Arme /2 an beiden Schilden
des Webstuhles befestigt und verstellbar.
Auf der Achse n>x (Fig. 9 rechts) sitzend,
aber frei beweglich, sind Haken n>, welche durch Federn w 2 (Fig. 1) Pressung nach unten
erhalten. Die Haken w entsprechen in ihrer Lage den Schlitzen w3 (Fig. 5) der Lade,
derart, dafs beim Vorgehen der Lade die Haken w in die Schlitze eintreten können.
An der Lade bezw. einem Ladenfufse ist ein Gestänge mit Hebeln \ (Fig. 9 und 3) angehängt,
welche zur Schaltklinke ^1 führen, die beim Vorgehen der Lade das Schaltrad ^2
der Schaltwalze L bewegt (Fig. 9 rechts).
Am Ladenfufs ist auch ein Zapfen mit Gleitbacke angebracht, welcher in den Afm des am
Ständer drehbaren Winkelhebels yl (Fig. 7) eingreift. Der andere Arm dieses Hebels yl
ist mit der nach oben führenden Zugstangey1
in Verbindung, welche ihrerseits durch den Hebel y3 der Achse y* Bewegung ertheilt.
Auf der Achse y* sitzen die Auswerfer j^,
welche dazu dienen, den nicht in den Webstuhl gelangten, also hinteren Theil des Büschels
vom Schiff wegzuschieben, und zwar auf den seitlich vom Webstuhl befindlichen Tisch T.
Am Hebel y3 sitzt ein Stift y& (Fig. 7), welcher
sich eine Strecke weit frei im Schlitz x1 der auf der Achsey* frei drehbaren .Segmentscheibe
χ bewegen kann. Die Scheibe χ ist mittelst der Zugstange x2 mit dem Schaltwinkel
x3 verbunden, welcher auf der Achse des Zellenrades drehbar ist und mittelst des
Schaltzahnes x4 das mit dieser Zellenradachse
verbundene Schaltrad bewegt (Fig. 7).
Ein auf der Achse η>λ frei beweglicher Prefshammer
tl (Fig. 9) hat seine untere Form entsprechend einer Unterlage t, auf welche das
Strohbüschel zu liegen kommt, nachdem das Schiff dasselbe in den Webstuhl hineingeschoben
hat. Ein Vorsprung des Prefshammers enthält ein Röllchen i2, mit welchem
der Prefshammer am vorstehenden Riegel M3
aufliegt, so lange er nicht in Function zu treten hat. Dieser Riegel u3 hat (z. B. durch
Federkraft) stets die Tendenz, vorzustehen, und wird blos im gewünschten Moment zurückgehen,
d. h. wenn der Prefshammer fallen soll. Der Mechanismus zum Zurückgehen ist vorliegend
ein mit dem Riegel in Verbindung stehender Hebel w2, welcher von auf der
Scheibe u befindlichen Nasen w1 angeschlagen
werden kann, wodurch jeweils der Riegel U3 zurücktritt und der Prefshammer fällt.
Am Prefshammer tl ist auch ein Arm t3
(Fig. 9) angebracht, der eine schiefe Ebene i4 hat. Diese schiefe Ebene kann bei der unteren
Stellung des Prefshammers von dem Röllchen/z5
oder dergleichen getroffen werden, das an der Lade angebracht ist, und welches beim Vorwärtsgang der Lade, an die schiefe
Ebene i4 anstofsend, den Arm t3 mit dem
Prefshammer wieder hebt, bis das Röllchen f2 den Riegel u3 trifft, ihn auch infolge einer
Abschrägung zurückschiebt und nach dessen Wiedervorgehen auf demselben aufliegt.
Der Antrieb der Maschine erfolgt von der Welle α aus, z. B. durch an derselben und
am Schwungrad α1 angebrachte Kurbeln a2,
die Uebersetzung vom Zahnrad N aus. Für Kraftbetrieb ist vorliegend das Vorgelege Z
vorhanden und zur Uebertragung des Antriebes auf die Welle α das Schwungrad a1 gezahnt.
Die in die Zellen gelegten Büschel werden, auf den Bändern s1 ruhend, vom Zellenrade
weiter geleitet, bis das vorderste Büschel über dem Einlauf S steht, hinabgleitet und auf die
Stangen η fällt.
Der auf der Achse c sitzende Zubringerhaken c1 (Fig. 4) preist das auf den Armen η
liegende Büschel nach abwärts, indem die Arme η nachgeben, bis das Büschel im Schiff B
angelangt ist. Infolge der Bewegung der Achse c in der Drehrichtung des Uhrzeigers
hat der am Hebel k sitzende Zapfen k\ indem
er den Hebel k2 auf der Achse g2 in der dem Uhrzeiger entgegengesetzten Richtung bewegt,
die Drückerhebel g (Fig. 8) bereits vor dem Eintritt des Büschels ins Schiff gehoben, und
bei dem durch die Wirkung der zurückgehenden Nuth des Excenters P (Fig. 8, in Verbindung
der Achsen r und c) erfolgenden Wiederhinaufgehen des Zubringerhakens fallen auch
die Drückerhebel infolge der Wirkung ihres Gewichts und infolge Zurückgehens von k1
auf das im Schiff liegende Büschel, das sie festhalten, damit dasselbe bei der nun folgenden
etwas raschen Bewegung des Schiffes gegen den Webstuhl zu (infolge des Beharrungsvermögens)
nicht zurückbleibt.
Jetzt wird das Schiff durch den Hebel b vorbewegt (Fig. 6), und es gelangt dadurch das
Material mit seinem vorderen Ende in den Webstuhl, und zwar in das geöffnete Fach,
wie Fig. ι und 4 zeigen. Die über das Schiff hinausreichende Spitze des Büschels gelangt
nach Beendigung des Weges über die am Schilde befestigte Unterlage t.
Bevor jedoch der ganze Weg des Schiffes beendigt ist, stöfst die in Lagern frei bewegliche,
darin etwas gebremste vierkantige Stange ρ (Fig. 5) am Schilde des Webstuhles an und
wird aufgehalten, während das Schiff weiter geht. Dadurch schiebt sich die auf dem Hebel 0
befindliche Rolle o1 (Fig. 5) auf die an der
Stange ρ angebrachte schiefe Ebene p1. Die
Drückerachse wird hierdurch gedreht, und es werden also die Drücker g etwas gehoben,
und es liegt jetzt das Material frei im Schiffe, was nöthig ist, weil dasselbe im Webstuhl
zurückgehalten werden mufs, während das Schiff leer zurückgeht.
Durch eine der Schlagnasen ul (Fig. 9) wird
der doppelarmige Hebel u2 gedreht. Dieser
zieht die durch Federdruck gehaltene Nase us zurück, wodurch der mittelst seiner Rolle t2
auf M3 ruhende Prefshammer t1 (Fig. 9) die
Stütze verliert und infolge seiner eigenen Schwere auf die Unterlage t, deren Form er
entspricht, fällt. Das Büschel wird dadurch festgehalten, während das Schiff unter ihm
zurückgeht.
Während der Bewegung des Schiffes befinden sich die Mechanismen des Webstuhles
in Ruhe. Nun aber wird durch das Excenter K (Fig. 7) die Lade vorgeschlagen. Sie
hebt mit ihrer Rolle /?5 den Prefshammer t1,
indem die genannte Rolle h5 an die schiefe
Ebene ti (Fig. 9) des Armes i3 (am. Prefshammer)
drückt.
Beim Emporgehen des Prefshammers t1 ge-langt
dessen Rolle t2 wieder zur federnden Klinke m3 und schiebt dieselbe, da sie eine
schiefe Ebene (Fig. 9) bildet, zurück. Die Klinke schnappt, nachdem die Rolle t2 vorbei
ist, wieder vor und fixirt nach dem Zurückgehen der Lade den Hammer in seiner Ruhestellung.
(Die Fig. 1 zeigt die Stellung des gehobenen Prefshammers, nachdem die Lade mit ihrer Rolle Λ5 schon wieder zurückgegangen.)
Nachdem das Schiff, wie bereits angedeutet, zurückgegangen, schiebt die Lade den einestheils
im Schiff, anderentheils auf der Unterlage t ruhenden vorderen Büscheltheil vor sich
hin, und es gelangt derselbe im Webstuhle, nachdem er die Unterlage t verlassen hat, auf
den unteren Zettel (Schnüre). Der aufserhalb des Webstuhles auf dem Schiff befindliche
Busch eltheil wird gleichzeitig von den Armen y auf den Tisch T geschoben.
Die um die Achse w1 (Fig. 9, rechts) frei
beweglichen und durch Federn (Fig. 1) herabgedrückten Haken n>
treten beim Vorgehen der Lade in die entsprechenden Schlitze ws derselben.
Die in schiefer Ebene gestellten Haken werden gehoben und das Büschel hinter dieselben
unter das Blech / gebracht (Fig. 9).
Das Vorgehen der Lade bewirkt ferner durch die vom Ladenfufse ausgehende Hebelübersetzung
% das Weiterschalten der fertigen Matte, indem am Ende der Hebelübersetzung der
Schaltzahn ^1 (Fig. 9, rechts) in das mit der
Schaltwalze auf gleicher Achse befestigte Zahnrad %2 greift und entsprechend schaltet. Endlich
bewirkt, wie bereits oben gesagt, das Vorgehen der Lade das Nachschieben des nicht im Webstuhl
befindlichen (nicht durch die Lade erfafsten) Materials durch die Auswerfery mittelst
der ebenfalls vom Ladenfufs ausgehenden Hebelübersetzung. Der aufser dem Webstuhle befindliche
Theil des Büschels gelangt hierbei auf den Bretterboden T (Fig. 1). Die Bewegung
des Hebels j^3 (Fig. 7) wird im letzten Stadium
zum Weiterschalten der Einlegetrommel benutzt, indem, sobald der Stift j-'5 am Ende
des Schlitzes xl der Scheibe χ angelangt ist,, er
diese auf der Welleyi frei bewegliche Scheibe χ
dreht und durch die Schaltvorrichtung (wie oben beschrieben) auch die Trommel A.
Die nächste gefüllte Zelle gelangt über den Einlauf S, und das betreffende Büschel fällt
herab auf die Stangen n, wo es (bis der Webeprocefs des vorgehenden Büschels vollendet ist)
ruhig liegen bleibt.
Die Lade wird entsprechend der Nuth des Excenters K (Fig. 7) sofort nach dem Einschlagen
zurückgebracht, wobei die Auswerfer^, sowie die beiden Schaltübersetzungen
zurück in ihre Ruhestellung gehen. Die beim Vorgehen gehobenen Haken w werden jetzt
durch die Wirkung der Feder y2 (Fig. 1)
herabgeprefst und das Büschel von dem durch den Ansatz »»* am Hebel n>
gebildeten Winkel festgehalten (Fig. 9), was nöthig ist, da die jetzt folgende Kreuzung des Zettels ein bedeutendes
Lockern der Schnüre zur Folge hat und das Büschel anderenfalls zurückfallen würde. Die
Kreuzung des Zettels geschieht, wie schon eingangs angedeutet, durch die Schläger FF1
mittelst der Excenter G G1 (Fig. 9).
Nachdem dies geschehen, beginnt von neuem der Procefs der Materialzuführung ins Schiff
und des Webens. Es wird also wiederum das auf den Armen η ruhende Büschel von_ den
Zubringerhaken cl ins Schiff gedrückt, von welchem die Drücker g bereits vorher abgehoben
waren. Nachdem jedoch die Drücker g . am Schlufs des beschriebenen Zubringens des
Materials etwas geöffnet wurden, mufste auch die Ursache dieser Oeffnung, noch bevor die
Drücker wieder herabfallen sollen, beseitigt werden, da das Büschel sonst nicht erfafst
bezw. im Schiff nicht gehalten würde. Dies geschieht durch die auf der Achse ^3 (Fig. 1)
angebrachte Nase ^4, die mittelst des Hebels ^5
die Stange ρ wieder vorschiebt, also die schiefe Ebene p1 an ρ aufser den Bereich der Rolle o1
(Fig. 5) bringt, so dafs nach Loslassen der Drücker g dieselben ganz herabfallen können!
Das im Schiff befindliche erfafste Material wird nun in den Webstuhl gebracht, dort zurückgelassen,
und auch der ganze beschriebene Webe-Einbring- und - Zufuhrprocefs wiederholt
sich.
Claims (2)
- Patent-AnSprüche:ii Eine Maschine zur Erzeugung von Matten, bei welcher das lose zur Verwendung kommende Schufsmaterial in Büscheln mittelst einer Einlegezellentrommel einem darunter liegenden, mit der Äntriebwelle in geschlossener mechanischer Verbindung stehenden Transportschiff zugeführt1 wird, welches seitlich von einer webstuhlartigen Bindevorrichtung liegt, sich nur mit seiner Spitze in das von Bindeschnüren gebildete Fach bewegt und darin das Büschel bei seinem Rückgange zurückläfst, wodurch erreicht wird, dafs das eingeschossene Büschel nur auf einer Seite durch die Kette gebunden wird, während der andere Theil als Franse ungebunden bleibt.
- 2. An der im Anspruch 1. gekennzeichneten Maschine:a) für die Zuführung der Büschel ins Schiff (B) eine zellenförmige, schaltbare Einlegetrommel (A) mit einem unterhalb derselben angebrachten Büschelauslauf, der mit nachgiebigen Armen (n) geschlossen ist, bis Zubringerhaken (c1) die Arme mit den Büscheln nach unten pressen und die letzteren aufs Schiff bringen;b) für die Büscheleinbringung ins Fach ein seitlich vom Stuhl angebrachtes, mit der Antriebwelle in geschlossener mechanischer Verbindung stehendes, horizontal gegen den Stuhl bewegtes Transportschiff (B) mit automatisch wirkender Klemmvorrichtung für die eingelegten Büschel;c) für die Bindung der an einander zu reihenden Büschel die Fachbildungsorgane und Lade in Verbindung mit einer aus einem Prefshammer und fester Unterlage bestehenden Klemmvorrichtung für den eingeschossenen, zu bindenden Theil der Büschel und einer aus bewegten Armen und festem Tisch bestehenden Abweisvorrichtung. für den nicht gebundenen Theil der eingeschossenen Büschel.Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE56105C true DE56105C (de) |
Family
ID=330588
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT56105D Active DE56105C (de) | Maschine zur Erzeugung von Strohmatten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE56105C (de) |
-
0
- DE DENDAT56105D patent/DE56105C/de active Active
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