DE557239C - Verfahren zum Sterilisieren von Holzspaenen fuer die Bierklaerung - Google Patents

Verfahren zum Sterilisieren von Holzspaenen fuer die Bierklaerung

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DE557239C
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    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12HPASTEURISATION, STERILISATION, PRESERVATION, PURIFICATION, CLARIFICATION OR AGEING OF ALCOHOLIC BEVERAGES; METHODS FOR ALTERING THE ALCOHOL CONTENT OF FERMENTED SOLUTIONS OR ALCOHOLIC BEVERAGES
    • C12H1/00Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages
    • C12H1/02Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages combined with removal of precipitate or added materials, e.g. adsorption material
    • C12H1/04Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages combined with removal of precipitate or added materials, e.g. adsorption material with the aid of ion-exchange material or inert clarification material, e.g. adsorption material
    • C12H1/0416Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages combined with removal of precipitate or added materials, e.g. adsorption material with the aid of ion-exchange material or inert clarification material, e.g. adsorption material with the aid of organic added material

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Description

  • Verfahren zum Sterilisieren von: Holzspänen für die Bierklärung In früheren Zeiten benutzte man zur Klärung des Bieres hölzerne Späne, insbesondere aus Haselnuß- oder Buchenholz, in der Erkenntnis, .daß der Holzspan eines der besten Mittel war, um reife, gut geklärte Biere mit hoher Endvergärung zu erhalten. Später wurde dann diese Klärmethode durch die Einführung von Filtern für die Bierklärung fast ganz verdrängt, und zwar einerseits wegen der hohen Filterleistung und andererseits besonders deshalb, weil das Reinigen und das Sterilisieren der Späne schwierig waren und nicht sorgfältig sterilisierte Späne eine Infektionsgefahr darstellten.
  • Neuerdings ist man nun dazu übergegangen, zur Entlastung des Filters wieder mehr mittels Späner zu klären. Unter anderem hat man versucht, Metallspäner zu verwenden, die sich leicht reinigen lassen und keine Infektionsgefahr mit sich bringen. Indessen können die Metallspäner, die man auch als tote Späne bezeichnet, die Wirkung des lebenden Holzspanes bezüglich der Qualität des Bieres niemals ersetzen. Die Metallspäner haben deshalb in der Praxis wenig Verwendung gefunden. Im Gegensatz zu diesen toten Spänen arbeiten die lebenden Holzspäne im Bier, sie stoßen dauernd Luft- und Kohlensäurebläschen ab und wirken so belebend auf die Endvergärung.
  • Erfindungsgemäß wurde erkannt, daß die bisherige ungenügende Sterilisierung der Holzspäne darauf zurückzuführen ist, daß man die Späne früher zum Zwecke der Dämpfung bzw. des Auskochens regellos in irgendeinen Behälter schüttete. Dabei legten sich die flachen Späne teilweise mit ihren ebenen Flächen aufeinander, so daß das kochende Wasser nicht zu allen Teilen der Späne Zutritt erhalten konnte. Es bildete sich hierbei eine schwerdurchdringliche Schicht, die außerdem noch zur Vermeidung des Auftriebes der Späne mit schweren Eisenstücken belastet werden mußte, wodurch die Undurchdringlichkeit noch vergrößert wurde. Ein Nachteil dieses Verfahrens bestand auch darin, daß sich .die Späne vollsaugten und damit ihre Schwimmfähigkeit verloren.
  • Diese Übelstände werden nun gemäß der Erfindung dadurch vermieden, daß die in korbartigen, gleichzeitig dem Transport zur Verwendungsstelle dienenden, oben offenen Zellen in senkrechter Lage und lockerer Schichtung angeordneten Späne in einen geschlossenen Sterilisierbehälter eingebracht, dort aufsteigendem gesättigten Wasserdampfe ausgesetzt und durch von oben vermittels Düsen im Gegenstrom zum Dampf zugeführtes warmes Wasser besprüht werden. Durch die senkrechte Stellung der Späne in lockerer Schichtung wird hierbei eine allseitig wirksame Umspülung jedes einzelnen Spanes mit Dampf erreicht, wobei im Gegensatz zu den ursprünglichen Kochmethoden ein Vollsaugen der Späne verhindert wird, da der Dampf im wesentlichen nur auf die verunreinigte Oberfläche des Spanes einwirkt. Die senkrechte Stellung in lockerer Schichtung wird auch das Abspülen der durch den Dampf ausgebrühten Unreinigkeiten von der Oberfläche des Spanes erleichtern. Es finden also bei der Erfindung sowohl das Ausbrühen als auch das Abspülen der Unreinigkeiten in einem einzigen Verfahrensgang statt.
  • Schließlich ist die senkrechte Anordnung in lockerer Schichtung der Späne auch deshalb wichtig, weil auf diese Weise eine schnelle und sterile Trocknung des Spanes nach der Sterilisierung möglich ist. Auch können die Späne dadurch, daß sie in der Zelle in Bündeln angeordnet sind, leicht durch die Pforte des Fasses eingespänt werden, ohne daß sie, wie dies bei den früheren Verfahren der Fall war, vorher besonders gebündelt zu werden brauchen.
  • An sich ist .es bekannt, auf dem Gebiete der medizinischen Technik Verbandszeug oder medizinische Instrumente in zellenartige Behälter einzubringen, die in einen besonderen Sterilisierapparat eingesetzt und dort der Wirkung von Dampf ausgesetzt werden, doch bringt die Anwendung dieser an sich bekannten Konstruktionsmerkmale im Rahmen des Verfahrens nach der Erfindung besondere spezifische Vorteile mit sich, die von solcher Bedeutung sind, daß man neuerdings unter Benutzung dieses Verfahrens wieder in größerem Umfange dazu übergegangen ist; Holzspäne für die Bierklärung zu verwenden.
  • Ein großer Vorteil des neuen Verfahrens ist noch darin zu sehen, daß dauernd sterilisierte Späne auf Vorrat in dem Sterilisierbehälter gehalten werden können, während bei dem alten Verfahren der Span zu diesem Zwecke unter Wasser gehalten werden muß, wodurch er nach gewisser Zeit schleimig wird und ohne öfteres Wasserwechseln und nochmaliges Kochen nicht wieder verwendet werden kann. Die Späne können bei dem Verfahren nach der Erfindung, wenn sie z. B. während des Aussetzens aufbewahrt werden sollen, im Sterilisiergefäß trocknen und in diesem verbleiben oder sonstwie gelagertwerden, ohne daß eine Gefahr des Schimmelansatzes besteht, wie dies bei nicht gut getrockneten, nach dem früheren Verfahren behandelten, nicht sterilen Spänen der Fall ist. Bei dem früheren Verfahren mußte man die Späne an irgendeine Stelle, z. B. an den Dampfkessel oder die Darre, bringen und zwecks Verwendung von dort wieder fortholen.
  • Ein wichtiger Vorteil des neuen Verfahrens besteht ferner darin, daß die Späne, infolge ihrer Unterbringung in Körben während des Sterilisiervorganges, der Verwendungsstelle zugeführt werden können, ohne mit den Händen des Arbeiters vorher nochmals in Berührung zu kommen. In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung :dargestellt.
  • Fig. i zeigt das Sterilisiergefäß im --Nufriß bei geschlossener Tür, Fig. a eine Ansicht auf die obere Stirnwand mit den Berieselungsdüsen, Fig. 3 einen Grundriß, Fig. q. ein Schaubild eines Spanes, Fig. 5 einen Spankorb in leerem Zustande und Fig. 6 einen Spankorb mit Spänen gefüllt. Der Sterilisierapparat besteht aus einem rechteckigen Behälter i, der eine Tür Z besitzt, die luftdicht verschließbar ist. Im unteren Teil befinden sich ein Wasserbad und in :diesem eine mit Dampf gespeiste Heizschlange 3. Die Dampfzuleitung erf,)lgt durch die Leitung q., während die Ableitung durch die Leitung 5 geschieht. Im Oberteil des Behälters sind Düsen 6 vorgesehen, die durch die Leitungen 7 gespeist 'werden. Im Behälter sind zwei Tragroste $ angeordnet, auf welchen eine Anzahl der in Fig. 5 und 6 dargestellten korbartigen Zellen 9 nebeneinander Platz findet.
  • Diese Zellen 9 sind aus gut verzinntem Draht hergestellt und mit Handhaben io versehen. In ihrer Höhe entsprechen sie etwa der Höhe eines Spanes. Die Länge der Späne ist in der Regel etwa 5o cm, während die Breite q. bis 5 cm und die Dicke einige Millimeter betragen (vgl. -Fig. q.).
  • Die Späne i i werden in senkrechter Lage locker geschichtet in die Körbe hineingebracht, nachdem sie zweckmäßig vorher in einer bekannten Waschtrommel von dem Hauptteil der Hefe befreit worden sind. Die Zellen werden dann auf die Tragroste gestellt, und nach Schließen der Tür a wird die I1eizvorrichtung 3 in Betrieb gesetzt. Es verdampft nun das Wasser, der Dampf steigt nach oben, wodurch eine Ausbrühung und Sterilisierung der Späne erfolgt. Der Wasserdampf ist volkommen gesättigt und besitzt bei geringem Überdruck zweckmäßig eine Temperatur von etwa iio° C. Gleichzeitig werden die Düsen 6 in Tätigkeit gesetzt, durch welche heißes Wasser im Gegenstrom zu dem Dampf nach unten an den Spänen entlang fließt und allenochvorhandenenUnreinigkeiten, insbesondere die Reste der Bier-und Heferückstände, abspült, so daß in kurzer Zeit eine restlose Ausbrühung und Keimfreiheit der Späne erreicht werden. Die Berieselung erfolgt so lange, bis das durch den Hahn 1a austretende, mehrere Male abzulassende Wasser vollkommen klar ist. Es wird dann das Berieselungswasser abgestellt und nur mit Dampf von iio° C sterilisiert.
  • Nach Beendigung des Sterilisiervorganges, der einen völlig sterilen Span verbürgt, müssen die Späne sich abkühlen. Dieser Vorgang erfolgt von selbst, wenn man die Späne einige Zeit bei abgestellter Heizvorrichtung in dem Behälter stehenläßt, kann jedoch durch Zuführung von biologisch einwandfreiem kalten Wasser durch die Düsen 6 beschleunigt werden. In der Praxis hat sich herausgestellt, daß die Späne am besten in heißem, -sterilem Zustande zur Verwendungsstelle in den Keller gebracht werden. Auf dem Wege dorthin und beim Einspänen selbst kühlen sich -die Späne so aus, daß eine besondere Kühlung in dem Sterilisierapparat sich erübrigt. Auch hierfür ist die lockere, aufrechtstehende Anordnung der Späne in den Körben wertvoll, weil hierdurch das schnelle Abkühlen erleichtert wird. Die Spänekörbe 9 bleiben so lange in dem Behälter, bis sie verwendet werden sollen. Durch Versuche ist festgestellt worden, daß das Gewicht des Spanes bei dem neuen Sterilisierverfahren nickt erhöht wird. Im Gegensatz zu den nach dem früheren Verfahren behandelten vollgesaugten Holzspänen bleibt der erfindungsgemäß sterilisierte Span nicht auf dem Boden des Fasses liegen, sondern schwimmt. Allmählich setzen sich .dann an dem schwimmenden Span von allen Seiten Hefe wie auch sonstwie den Geschmack des Bieres beeinträchtigende Ausscheidungen an, und der Span sinkt schließlich, nachdem er schwerer geworden ist, vollbelastet zu Boden, so daß die dem Span anhaftenden Ablagerungen beim Abfüllen festgehalten werden.
  • Die Unterbringung der Vorrichtung nach der Erfindung erfordert geringen Raumbedarf. Auch ist im Gegensatz zu den bisherigen Verfahren die Arbeitsweise sehr vereinfacht und beschleunigt und kann von einem Mann als Nebenarbeit vorgenommen werden.
  • Der Dampfverbrauch bei dem neuen Verfahren ist um etwa 75 °/o geringer als bei der alten Arbeitsweise, der Wasserverbrauch nicht nennenswert und die Arbeitserleichterung ganz wesentlich. Außerdem wird die Lebensdauer der Späne durch die schonende Behandlung erhöht.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: r. Verfahren zum Sterilisieren von Holzspänen für die Bierklärung mittels Wasserdampfes, dadurch gekennzeichnet, daß die in korbartigen, gleichzeitig dem Transport zur Verwendungsstelle dienenden, oben offenen Zellen (9) in senkrechter Lage und lockerer Schichtung angeordneten Späne in einen geschlossenen Sterilisierbehälter (z) eingebracht, dort aufsteigendem gesättigten Wasserdampfe ausgesetzt und durch von oben mittels Düsen (6) im Gegenstrom zum Dampf zugeführtes warmes Wasser besprüht werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß die Holzspäne nach beendigtem Sterilisiervorgang zwecks Abkühlung mit durch die Düsen (6) geschicktem kalten keimfreien Wasser berieselt werden.
DE1930557239D 1930-11-14 1930-11-14 Verfahren zum Sterilisieren von Holzspaenen fuer die Bierklaerung Expired DE557239C (de)

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