DE55359C - Pneumatisches Werkzeug mit durch Prefsluft bewirkter Zurückführung des Meifselhalters - Google Patents
Pneumatisches Werkzeug mit durch Prefsluft bewirkter Zurückführung des MeifselhaltersInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B25—HAND TOOLS; PORTABLE POWER-DRIVEN TOOLS; MANIPULATORS
- B25D—PERCUSSIVE TOOLS
- B25D9/00—Portable percussive tools with fluid-pressure drive, i.e. driven directly by fluids, e.g. having several percussive tool bits operated simultaneously
- B25D9/06—Means for driving the impulse member
- B25D9/08—Means for driving the impulse member comprising a built-in air compressor, i.e. the tool being driven by air pressure
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das durch die amerikanische Patentschrift No. 195102 im Jahre 1877 zuerst bekannt
gewordene pneumatische Werkzeug, an dessen Verbesserung dann auch in späteren Jahren
vielfach gearbeitet worden ist, zeigt noch in seinem gegenwärtigen Zustande zwei Hauptübelstände,
nämlich beim Arbeiten so stark zitternde Bewegung, dafs es zur Ausführung feinerer Arbeiten ganz unbrauchbar ist, und
einen sehr raschen einseitigen Verschleifs, welcher von der unrichtigen Anordnung der Umsteuerungskanäle
bezw. Aussparungen' herrührt und die praktische Verwerthung des Werkzeuges stark beeinträchtigt.
Bei dem den Gegenstand vorliegender Erfindung bildenden pneumatischen Werkzeug ist
der erste der gerügten Uebelstände dadurch vermieden, dafs der Meifselhalter nicht, wie
bisher üblich, nach empfangenem Schlag durch den Treibkolben von einer Feder, sondern
von der Prefsluft wieder hochgehoben wird, und dafs der Meifselhalter von dem Schlag
des Treibkolbens weiter vorgetrieben wird, als der Hub des letzteren beträgt.
Durch Anwendung der Prefsluft zum Wiederheben des Meifselhalters wird nicht nur eine
Verkürzung und dadurch eine gröfsere Leichtigkeit des Werkzeuges erreicht, sondern vor
allen Dingen ist jeder, das Vorschnellen des Meifselhalters behindernde Widerstand beseitigt,
und zwischen den arbeitenden Flächen des Werkzeuges bilden sich dünne Luftpolster,
welche die Beschädigung dieser Theile vollkommen ausschliefsen. Infolge dieser Neuerungen
wird nicht allein die Kraftwirkung ganz bedeutend erhöht, sondern auch ein so ruhiger Arbeitsgang erreicht, dafs der Arbeiter
das Werkzeug mit einer Hand führend, beispielsweise die feinsten Gravirungen in Stahl
ausführen kann.
Die Vermeidung des zweiten Uebelstandes, der einseitige Verschleifs des Treibkolbens,
wird dadurch erreicht, dafs durch eine neue und eigenartige Anordnung der Umsteuerkanäle
und Aussparungen die frische Prefsluft stets gleichzeitig und gleichmäfsig auf zwei
einander gegenüberliegenden Seiten des Treibkolbens wirkt.
Durch diese eigenartige Anordnung der Umsteuerkanäle und Aussparungen wird dann noch
ein dritter, für die Leistungsfähigkeit des Werkzeuges sehr wichtiger Vortheil erzielt, nämlich
die Vergröfserung des Kolbenhubes gegenüber den früheren gleichen Ausführungen und das
dadurch bedingte ruhige, gleichmäfsige Spiel des Treibkolbens.
Auf beiliegender Zeichnung zeigen Fig. 1, 2 und 3 zwei Längenschnitte des neuen Werkzeuges
bei zwei verschiedenen Arbeitsperioden, während die Fig. 5 und 6 Einzelheiten des
Werkzeuges darstellen.
In einer quer zur Achsenrichtung des Treibkolbens A angeordneten Bohrung ruht der
kleine Kolbenschieber B, der die Kanäle a a1
für die frische Prefsluft und die Kanäle bl £2
für die . verbrauchte Luft in bekannter Weise wechselseitig öffnet und schliefst.
Hat der Kolben seine tiefste Stellung eingenommen (Fig. 1), so strömt die frische Luft
durch Röhrchen C, Kanal a, Kammer I, Kanal a1 unmittelbar und Zweigkanal c c
mittelbar unter den Treibkolben A, Von hier aus strömt die Prefsluft durch die centrale
Bohrung d und Querbohrung dl des Meifselhalters
D unter den an diesem Halter angeordneten Kolben E. Die Prefsluft hebt nun
den kleinen Kolben E mit dem Meifselhalter D und dem Treibkolben A so weit hoch, dafs
sie durch die seitliche Bohrung e im Gehäuse F des Werkzeuges entweichen kann.
Der Meifselhalter findet hierbei früher eine Hubbegrenzung als der Treibkolben A. Hiermit
ist die höchste Kolbenstellung erreicht (Fig. 3). Die sich über dem Treibkolben befindende
Luft tritt bei der Aufwärtsbewegung desselben durch Kanal b3 in Kammer II, von
hier aus durch Kanal bx in die Querbohrung f1 und dann in die Nuth f2, Fig. 3, von
der sie, in Kanal/8 entlang fliefsend, aus der Bohrung g, Fig. 2, in das Gehäuse F austritt.
Ist der Treibkolben A in der höchsten Stellung angelangt, so tritt die frische Prefsluft von
Kanal α durch die kleine Bohrung hl und
Aussparung 1 auf den Steuerkolben B und verschiebt denselben nach rechts, wobei die
sich vor diesem Kolben befindende Luft durch Aussparung 3 und die feine Bohrung K1 in
die Querbohrung f entweicht und von hier aus wieder vermittelst der Nuthen /2/3 zum
oberen Auspuff g gelangt.
Der Kolben ist also umgesteuert, d. h. die frische Prefsluft tritt nunmehr durch Kanal a
in Kammer II und von hier aus durch Kanal b3 über den Treibkolben A; letzterer
wird abwärts geschoben und schleudert hierbei den Meifselhalter D vorwärts. Die sich
unter dem Kolben befindende Luft entweicht im Anfang durch Kanal e ins Freie; sobald
aber dieser Kanal durch Kolben E geschlossen ist, tritt sie durch die Kanäle d1 d c und α1
zurück in Kammer I, von wo aus sie durch Kanal 62 in die Querbohrung f1 und von
dort vermittelst der Nuthen ^2/3 .zum Auspuff
g gelangt. Der Meifselhalter D schnellt aber vorwärts, und zwar infolge seines verkürzten
Kopfstückes noch um ein Stückchen weiter als der Treibkolben A, dessen Hub
schon früher beendet ist.
Infolge dieses Vorschnellens des Meifselh alters findet kein harter Schlag des auf dem Arbeitsmaterial
ruhenden Meifsels statt und der Arbeiter verspürt keine nennenswerthen Erschütterungen,
so dafs er das Werkzeug mit der äufsersten Genauigkeit führen kann.
Die Umsteuerung des Kolbens B bei der tiefsten Stellung des Kolbens A erfolgt dadurch,
dafs frische Druckluft durch Bohrung h, Fig. i, und Aussparung 3 hinter den Steuerkolben
B tritt und diesen von rechts nach links verschiebt (Fig. 1). Die sich links hinter
dem Steuerkolben befindende Luft tritt dann durch Aussparung 2, Bohrung hs und Querbohrung
f1 in die Nuth _/2, Fig. 4, von wo
aus sie durch Nuth f3 zum Auspuff g, Fig. 2, gelangt.
Claims (2)
1. Bei pneumatischen Werkzeugen mit durch
Prefsluft bewirkter Zurückführung des Meifselhallers die Anordnung eines mit dem
Meifselhalter (D) verbundenen zweiten Kolbens (EJ, unter den die den Treibkolben
hebende Prefsluft in der Art geleitet wird, dafs ersterer mit letzterem hochgehoben
wird, bevor die Luft zum Auspuff gelangt, zum Zwecke eines ruhigen Arbeitsganges
des Apparates.
2. Bei dem unter 1. gekennzeichneten Werkzeug die Anordnung von drei Aussparungen
(1, 2, 3) in dem Apparatengehäuse (F), von denen zwei (1 und 2) auf der einen
Seite, und die dritte (3) in Abstandsmitte dieser beiden auf der anderen Seite liegen,
während oberhalb und unterhalb des Steuerkolbens (B) im Treibkolben (A) kleine
Querbohrungen (b b1 i>2 bs) angeordnet sind,
so dafs die die Umsteuerung bewirkende frische Prefsluft stets gleichzeitig auf zwei
einander gegenüberliegende Seiten des Treibkolbens wirkt und so einen einseitigen
Kolbenverschleifs verhindert.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE55359C true DE55359C (de) |
Family
ID=329892
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT55359D Expired - Lifetime DE55359C (de) | Pneumatisches Werkzeug mit durch Prefsluft bewirkter Zurückführung des Meifselhalters |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE55359C (de) |
-
0
- DE DENDAT55359D patent/DE55359C/de not_active Expired - Lifetime
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