DE54715C - Verfahren zur Herstellung von farbigen Bildern auf Leinwand, Holz und dergleichen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von farbigen Bildern auf Leinwand, Holz und dergleichen

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DE54715C
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DENDAT54715D
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J. B. G. BONNAUD in London, England
Publication of DE54715C publication Critical patent/DE54715C/de
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • GPHYSICS
    • G03PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
    • G03FPHOTOMECHANICAL PRODUCTION OF TEXTURED OR PATTERNED SURFACES, e.g. FOR PRINTING, FOR PROCESSING OF SEMICONDUCTOR DEVICES; MATERIALS THEREFOR; ORIGINALS THEREFOR; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • G03F7/00Photomechanical, e.g. photolithographic, production of textured or patterned surfaces, e.g. printing surfaces; Materials therefor, e.g. comprising photoresists; Apparatus specially adapted therefor
    • G03F7/26Processing photosensitive materials; Apparatus therefor
    • G03F7/28Processing photosensitive materials; Apparatus therefor for obtaining powder images

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  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Printing Methods (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 57: Photographs.
Mittelst dieses Verfahrens sollen sich Gemälde u. dergl. in vollendeter Weise und dabei verhältnifsmäfsig billig copiren lassen. Dasselbe beruht darauf, dafs, wenn man ein Bild oder dergleichen photographirt und ein positives und ein negatives transparentes Cliche herstellt, alsdann einen lichtempfindlichen Stoff unter dem positiven Cliche belichtet, die Lichtpartien des Originals entsprechenden Theile zuerst und am stärksten vom Licht angegriffen. Belichtet man unter dem Negativ, so werden umgekehrt die Schattenlinien am meisten angegriffen.
Hat man nun einen Stoff, der wiederholte Belichtung verträgt, so kann man abwechselnd Lichtpartien und Schattenpartien belichten.
Diese Thatsachen werden für das vorliegende ^Verfahren in folgender Weise verwerthet:
Zunächst wird in bekannter Weise ein positives und ein negatives Cliche des zu copiren.-den Bildes etc. hergestellt. Beide müssen einander genau decken und durchsichtig sein. Am besten fertigt man sie mittelst eines und desselben photographischen Negativs an.
Alsdann wird folgende Flüssigkeit bereitet: Destillirtes Wasser 200 ecm, feste Glucose 40 g, Gummi arabicum 24 g, sehr reines Kaliumbichromat 24 g, reines flüssiges Ammoniak (spec. Gew. 0,880) 6 Tropfen. Statt der Glucose kann man auch andere organische Substanzen benutzen, z. B. Honig, Zucker, Syrup u. s. w.
Eine dünne Schicht dieser Lösung wird, nachdem sie sorgfältig filtrirt ist, auf eine reine, hochpolirte Platte, am besten Glas, das sorgfältig gereinigt wurde, aufgetragen.
Die Platte wird in irgend einem passenden Apparat getrocknet, bis sie sich gar nicht mehr klebrig anfühlt. Setzt man nun diese Platte der Luft im Schatten aus, so wird sie bald wieder klebrig.
Schützt man aber nur Theile davon gegen Licht, so werden nur die beschatteten Theile klebrig, die belichteten nicht. Je stärker die Belichtung war, um so länger braucht die Schicht, um ihre Klebrigkeit wieder zu erlangen. Erwärmt man die klebrige Schicht nochmals, so wird sie wieder trocken.
Die so zubereitete, bei mäfsiger Wärme getrocknete Platte wird alsdann unter, dem positiven Cliche in der in der Photographic üblichen Weise exponirt. ·
Die stärksten Lichter des Originals bleiben hierbei trocken und die Schatten werden klebrig. Man nimmt nun gepulverte vegetabilische Farbstoffe, die dem dunkelsten Colorit entsprechen, und stäubt die entsprechenden Theile der Plätte damit ein.
Selbst in der sehr kurzen Zeit, die das Einstäuben beansprucht, ist schon ein weiterer Theil (der der nächst dunklen Farbe entspricht) wieder klebrig geworden, man stäubt also die nächste Färbe ein u. s. w., bis diese Farbentöne erschöpft sind.
Jetzt trocknet man das Ganze wieder (bei sehr trockener, warmer Atmosphäre ist dies nicht immer nöthig), pafst das Negativcliche genau auf den Abdruck und exponirt abermals.
Während aber bei der ersten Belichtung die Schatten bedeckt und die Lichter blofs waren, ist nun das Umgekehrte der Fall; denn das Negativ deckt die Lichter und läfst die Schatten frei.
Man kann also jetzt die lichten Farben in passender Ordnung ebenso nach einander einstäuben, wie vorhin die dunkeln. In der Wahl der Farben und in Bestimmung ihrer Reihenfolge ist der Charakter des Originals zu beachten; man nimmt z. B. dunklere Töne, wenn man die Wirkung eines alten, von der Zeit nachgedunkelten Bildes imitiren will, als wenn das Bild ein neues, in leuchtenden Farben ausgeführtes ist.
In jedem Falle ist es bequem, die Farben (gepulvert) in Schälchen beisammen zu haben, so dafs man eine nach der anderen ohne Zeitverlust benutzen kann, da die Schicht ihre Klebrigkeit nach Belichtung sehr rasch wiedergewinnt.
Hat man nun ■ sä'mmtliche Farbentöne (die lichten, sowie die dunkeln) aufgetragen, so überzieht man das Ganze mit einer dünnen Schicht einer Mischung, bestehend aus Leinölfirnifs und Lack, gelöst im zehnfachen Gewicht von Terpentin.
Das Terpentin dieser dünnen Lackschicht verflüchtigt sich sehr bald; hierauf malt man etwa noch fehlende Farben mit Oelfarbe nach, was sehr leicht und rasch geschehen ist. Man nimmt sodann ein Collodion, und zwar Schiefsbaumwolle 2 g, Alkohol 62° 40 ecm, Aether 400 60 ecm. Hiermit überzieht man das ganze Bild, wobei eine recht dünne Schicht genügt.
Die Uebertragung des so geschaffenen Bildes auf die Leinwand, das Holz oder dergleichen Material geschieht wie folgt:
Nachdem das Collodion trocken geworden ist, legt man das Ganze in Wasser, bis die organische lichtempfindliche Schicht nebst dem darin enthaltenen Chromsalz sich aufgelöst hat. Hierauf taucht man das Bild in ein Bad, bestehend aus: ι 1 Wasser, 20 g Seife, 20 g Chlorkalk. Bereitet wird dieses Bad heifs, benutzt erst nach Erkalten und Filtrirung durch Flanell.
Der Einflufs dieser Mischung auf das Collodion zerstört letzteres bald, jedoch nicht so rasch, dafs man die Uebertragung nicht erst bequem ausführen könnte.
Nachdem das Bild in letztgenanntem Bade war, wäscht man es leicht in frischem Wasser. Inzwischen hat man die Leinwand, das Holz oder den Stoff, auf den das Bild aufgetragen werden soll, unter .Wasser gebracht; ist es nothwendig (so z. B. bei Leinwand), so hält man den Gegenstand in irgend passender Weise unter dem Wasser fest. Leinwand spannt man am besten erst auf einen Rahmen.
Jetzt wird die Glasplatte mit der Bildseite nach unten ebenfalls in das Wasser gebracht, worauf das Bild sich bald vom Glas ablöst und auf die Leinwand u. s. w. gebracht wird. Nach Herausnahme der Leinwand (des Holzes u. s. w.) läfst man dieselbe mit dem übertragenen Bild trocknen.
Zu bemerken ist, dafs, wenn ein Oelgemälde imitirt werden soll, die Leinwand u. s. w. erst mit weifser Farbe bemalt werden mufs, so dafs im fertigen Product die Pinselstriche zu sehen sind, ebenso wie bei Handarbeit. Das fertige Bild wird in der üblichen Weise lackirt.
Will man Aquarelle imitiren, so läfst man die oben beschriebene Lackschicht aus, ohne sonst irgend etwas am Verfahren zu ändern.

Claims (6)

  1. Patent-Anspruch:.
    Ein Verfahren zur Herstellung von imitirten Oelgemälden, Aquarellen u. dergl., bestehend in den folgenden Operationen:
    ι. Ueberziehung einer Glasplatte mit einer Schicht einer lichtempfindlichen Substanz, nämlich Wasser, Glucose oder dergleichen, Gummi arabicum, Kaliumbichromat und Ammoniak;
  2. 2. Belichtung der Platte unter einem Positivcliche und Einstäubung der dunklen Farben je nach Mafsgabe der Belichtung der verschiedenen Theile;
  3. 3. zweite Belichtung unter einem Negativcliche und Einstäubung der lichten Farben nach Mafsgabe der Belichtung verschiedener Theile;
  4. 4. Ueberziehung der Farbschicht mit einer Collodionschicht, mit oder ohne vorheriges Lackiren und Retouchiren;
  5. 5. Auswaschen der lichtempfindlichen Schicht und Behandlung im Bade aus Wasser, Seife und Chlorkalk ;
  6. 6. Uebertragung auf die Leinwand, das Holz oder dergleichen.
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