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Stromzuführung für hochohmige Widerstände Für hochohmige Widerstände,
die aus einem mit einer leitfähigen Schicht überzogenen Widerstandsträger aus Isoliermaterial
bestehen, insbesondere für solche, die in ein Vakuum eingeschlossen werden sollen,
ist es von besonderer Bedeutung, die Stromzuleitung so auszubilden, daß eine mechanische
Beanspruchung, z. B. Erschütterung, keinen Einfluß auf diejenige Stelle ausübt,
an der der Strom von der Zuleitung in die Widerstandsschicht eintritt.
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Abb.i zeigt einen solchen Widerstandsträger i aus Glas; " sind die
Zuleitungsdrähte, die bei 3 auf den Knüppel i spiralförmig aufgewickelt sind. Es
hat sich gezeigt, daß bei Erschütterungen, welche durch die Zuführung :2 auf den
Knüppel i übertragen werden, die Gefahr besteht, daß eine Lockerung der Spiralen
3 auf der Knüppeloberfläche eintritt. Diese Gefahr kann auf leichte Weise vollständig
vermieden werden, wenn, wie in Abb. i unten gezeichnet ist, die Zuführung 2 an der
Stelle, wo sie den Knüppel zuerst berührt, direkt in das massive Glas cingeschtnolzen
wird, während sie im weiteren Verlaufe wieder an die Oberfläche des Knüppels tritt
und die Spirale 3 bildet.
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In Abb. 2 ist eine Aufsicht auf den Knüppel in axialer Richtung dargestellt.
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Abb. 3 zeigt die besondere Form des Zuführungsdrahtes. Der geradlinige
Teil e ist zunächst zu einer Spange 4. umgeknickt, die dann in die Spirale 3 ausläuft.
Der in dieser Weise abgebogene Draht wird auf den Knüppel i aufgeschoben und sodann
das Ende des Knüppels erwärmt. Sobald das Glas weich genug ist, wird der Draht etwas
in den Knüppel hineingedrückt. Hierbei verschwindet die Spange q. vollständig im
Glas, während die Spirale 3 auf der Oberfläche verbleibt. Ein so hergestellter.
Knüppel hat von der Seite gesehen das Aussehen der Abb. 4. Die Spange 4. ist in
das Glas eingebettet und gibt dem Ganzen einen festen mechanischen Halt. Sowohl
eine Lockerung und Verdrehung wie überhaupt jede Beanspruchung der Spirale 3 bei
mechanischen Erschütterungen ist hierdurch vermieden. Die Spirale 3 kann dann noch
mit einer leitfähigen Kappe überzogen werden. Die freie Glasoberfläche wird dann,
z. B. durch Bestäubung oder Bespritzung mit schwach leitfähiger Substanz, zu dem
fertigen hochohmigen Widerstande weiter verarbeitet, der gegebenenfalls in ein Vakuum
eingeschlossen werden kann.
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Falls der Widerstandsträger nicht aus Glas, sondern aus Porzellan,
Magnesia oder einem anderen Isoliermaterial besteht, so wird die Spange nicht eingeschmolzen,
sondern bei der Formung des Knüppels mit eingepreßt oder eingebrannt.
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Die früher vielfach üblichen hochohmigen Widerstände, die aus einem
zylindrischen Stabe von Widerstandsmaterial (Silit o. dgl.) bestehen, konnten ohne
Schwierigkeiten zum Zweck der Befestigung in scharf federnde Zuführungsklemmen eingebettet
werden, die einen hinreichend konstanten Kontakt # mit
dem Widerstandsmaterial
ergaben. Bei solchen hochohmigen Widerständen dagegen, bei. denen ein Träger aus
Isoliermaterial mit einer leitfähigen Schicht überzogen ist, würde diese Art Einklemmung
zur Zerstörung der leitfähigen Schicht nach kurzem Gebrauch führen, selbst in den
Fällen, in denen sich diese Anordnung nicht durch die Anordnung im Vakuum von selbst
verbietet. Eine ähnliche Zerstörung würde eintreten, wenn man den Widerstandsträger,
etwa innerhalb desVakuums, mit einem scharf federnd ausgebildeten Draht zum Zweck
der Halterung umwickeln würde. Man hat daher solche Widerstände nur durch relativ
schwache Drähte -befestigen können, die oberflächlich der Widerstandsschicht anlagen.
Hierdurch ergab sich jedoch nur ein schlechter Kontakt zwischen Draht und Widerstandsschicht,
der obendrein von Erschütterungen u. dgl. abhängig war. Dies ist u. a. eine Folge
der Tatsache, daß der Widerstandsträger, wie Glas usw., spröde ist und deshalb der
herumgewundene Draht nicht so gut an dem Material anliegt, wie es auch bei dünneren
Drähten der Fall wäre, wenn diese um einen elastischeren Körper gewickelt würden.
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Mit den erfindungsgemäßen Zuführungen dagegen lassen sich Widerstände
bis zu io und mehr Megohm so einwandfrei befestigen, daß auch mit den bei derartig
hohen Widerständen extrem dünnen Widerstandsschichten ein vorzüglicher konstanter
störungsfreier Kontakt entsteht.
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Es ist bereits für niedrigohmige Widerstände, die höchstens nur eine
Widerstandsgröße von ungefähr ein Tausendstel des erw iihnten Widerstandes aufwiesen,
vorgeschlagen worden, Drähte an den Enden des Widerstandsträgers dadurch zu befestigen,
daß diese aufgewickelt wurden. Zu diesem Zweck wurde an den Enden eines Glasrohres
oder -stabes zum Anschluß an eine Stromquelle ein metallischer Leiter, wie Kupferlitze,
um den Nichtleiter gewickelt, nachdem dieser Leiter mit dem als Widerstandsmaterial
benutzten Graphit überzogen worden war, oder, wenn der Grundkörper aus Glas besteht,
wurde die Elektrode in dieses eingeschmolzen, alsdann wurde zwecks Beseitigung des
Übergangs-;viderstandes an den Berührungsstellen zwischen Graphitschicht und Anschlußleiter
der mit dem Anschlußleiter versehene Teil des Stabes nochmals in die Graphitlösung
getaucht. Es ist auch vorgeschlagen worden, mit Graphit überzogene Glasstäbe für
niedrigohmige Widerstände mittels eines Halters an einer Scheibe zu befestigen.
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` Bei derartigen Befestigungen ist, im Gegensatz zu der Erfindung,
derjenige Teil der Zuführung, der direkt den Kontakt mit der leitfähigen Schicht
zu besorgen hat, gleichzeitig den mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt, die durch
die Anordnung des Trägers an der Zuführung entstehen. Dies tritt dagegen nicht ein,
wenn bei den erfindungsgemäßen Zuführungen zwischen der Stromzuleitung selbst und
dem den Kontakt mit der Oberfläche des Widerstandes vermittelnden Teil ein weiterer
in das Material des Knüppels eingebetteter Teil des Drahtes -vorgesehen ist.