DE526629C - Verfahren und Apparatur zur gleichzeitigen Gewinnung von Alkalialginaten und in den Algen enthaltenen Mineralstoffen - Google Patents

Verfahren und Apparatur zur gleichzeitigen Gewinnung von Alkalialginaten und in den Algen enthaltenen Mineralstoffen

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DE526629C
DE526629C DEM110920D DEM0110920D DE526629C DE 526629 C DE526629 C DE 526629C DE M110920 D DEM110920 D DE M110920D DE M0110920 D DEM0110920 D DE M0110920D DE 526629 C DE526629 C DE 526629C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08BPOLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
    • C08B37/00Preparation of polysaccharides not provided for in groups C08B1/00 - C08B35/00; Derivatives thereof
    • C08B37/006Heteroglycans, i.e. polysaccharides having more than one sugar residue in the main chain in either alternating or less regular sequence; Gellans; Succinoglycans; Arabinogalactans; Tragacanth or gum tragacanth or traganth from Astragalus; Gum Karaya from Sterculia urens; Gum Ghatti from Anogeissus latifolia; Derivatives thereof
    • C08B37/0084Guluromannuronans, e.g. alginic acid, i.e. D-mannuronic acid and D-guluronic acid units linked with alternating alpha- and beta-1,4-glycosidic bonds; Derivatives thereof, e.g. alginates

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Description

  • Verfahren und Apparatur zur gleichzeitigen Gewinnung von Alkalialginaten und in den Algen enthaltenen Ylineralstoffen Zur Gewinnung der in den Algen enthaltenen wertvollen Stoffe, Mineralstoffe, wie Jod einerseits, organische Stoffe, wie Alginsäure andererseits, sind bereits die verschiedensten Vorschläge gemacht worden.
  • Bei allen älteren Verfahren wird die Auslaugung in zwei Stufen vorgenommen; eine erste Behandlung hat zum Zweck, den Mineralstoff und hauptsächlich das Jod herauszuziehen. Hierzu kann man nach dem bis heute vorgeschlagenen Verfahren entweder reines Wasser verwenden, das den Nachteil hat, einen Teil der Alginsäure zu lösen und daher einen Verlust an diesem Stoff zur Folge hat, oder angesäuertes Wasser oder auch Kalkwasser oder eine schwache Lösung von Calciumchlorid, was den Nachteil hat, daß sich unlösliches Calciumalginat bildet, das sich später durch Einwirkung von alkalischen Laugen nur teilweise in lösliche Alkalialginate umwandelt. Alle diese Verfahren hinterlassen einen Rückstand, der außer organischen Substanzen, Cellulose, Stärke, usw., die Alginsäure enthält und welchen man einer zweiten Auslaugung unterziehen muß, um die Alginsäure in verkäuflicher Form zu erhalten. Diese Behandlung erfolgt gewöhnlich unter Rühren mit warmer Alkali- oder Alkalicarbonatlauge,welche die Alginsäure in lösliches Alkalialginat überführt. Schließlich muß das Alkalialginat von neuem mit einer Säure versetzt werden, welche die Alginsäure ausfällt. Nachdem diese letztere gewaschen, abgetropft oder abgepreßt ist, wird sie endlich noch einmal mit Alkalicarbonat innig gemischt und dann getrocknet, entweder in Form von Pulver oder Schuppen oder Körnern, in den Handel gebracht. Außer der Umständlichkeit in der Durchführung, welche die Anwendung von zwei aufeinanderfolgenden Auslaugungen darstellt, und außer den Ursachen für die obenerwähnten schlechten Ausbeuten an Alginsäure haben alle diese Verfahren noch folgende Nachteile: In erster Linie bewirkt die Behandlung mit heißer Alkali- oder Alkalicarbonatlauge unter Umrühren, daß die Gewebe der Algen intensiv aufgelockert werden, so daß man eine Masse von breiiger Steife erhält, deren Trennung in klare Flüssigkeit einerseits und festen Rückstand andererseits die Anwendung verwickelter und kostspieliger technischer Hilfsmittel erheischt. Im vorliegenden Falle z. B. sind methodische Diffusionsverfahren nicht anwendbar.
  • Zweitens bestehen alle diese Verfahren allgemein aus der Folge sehr langwieriger Einzelmaßnahmen, auch ist der größte Teil der Behandlung nur in diskontinuierlich arbeitenden Apparaturen möglich, was einen großen Aufwand von Handarbeit und einen sehr langsamen Prozeß bedingt. Da die Alginsäure und ihre Alkalisalze als sehr empfindliche Verbindungen sehr leicht Veränderungen unterworfen sind, so biologischen, z. B. einer Vergärung, und chemischen, wie einer Hydrolyse, einer Verzuckerung, einer Oxydation, einer Sulfonierung, ist nach den bekannten Verfahren die Ausbeute, aber auch die Güte des Enderzeugnisses keineswegs befriedigend.
  • In dritter Linie führt die Notwendigkeit, erst einmal eine Alkalilösung zum Ausziehen zu brauchen, dann eine Säure zum Fällen der Alginsäure, dann erneut eine gewisse Menge Alkali oder Alkalicarbonat zum Neutralisieren der Alginsäure, um schließlich eine handelsübliche Alginsäure zu erhalten, zu einem hohen Verbrauch an chemischen Reagenzien, welche die Gestehungskosten der Fertigware erheblich belasten.
  • Durch das vorliegende Verfahren werden die bisher bestehenden Schwierigkeiten und Nachteile beseitigt. Das neue Verfahren zur Behandlung von Algen und Gewinnung von Alkalialginaten und in den Algen enthaltenen Mineralstoffen, wobei unter Anwendung von Alkali- bzw. Alkalicarbonatlösung gearbeitet wird, ist dadurch gekennzeichnet, daß die Algen durch eine einzige methodische Diffusion ohne Rühren extrahiert werden und in der entstandenen, abgetrennten Mineralsalz-und Alkalialginatlösung durch ein koagulierend wirkendes Agens, wie Methylalkohol, Äthylalkohol, Aceton, das Alkalialginat ausgeflockt wird, während die Mineralstoffe aus der Mutterlauge in an sich bekannter Weise gewonnen werden können.
  • Es wird also das Verfahren des methodischen Auslaugens ohne Rühren angewandt, um unmittelbar klare Lösungen von Alkalialginaten in verhältnismäßig konzentriertem Zustande zu erhalten.
  • Ferner werden die Alkalialginate aus ihren Lösungen durch Zugabe eines koagulierend wirkenden Agens, wie Alkohol, unmittelbar ausgefällt, der Niederschlag durch Filtration und Auspressen in geschlossenem Gefäß abgetrennt und der Alkohol durch Destillation aus den Mutterlaugen wiedergewonnen.
  • Drittens: Durch eine einzige Operation des methodischen Auslaugens werden gleichzeitig mineralische Salze und Algin, enthalten in den Algen, extrahiert, wobei die methodische Diffusion die Erzielung von ari diesen Salzen genug konzentrierten Säften gestattet, um eine spätere Behandlung dieser Laugen unter interessanten ökonomischen Bedingungen möglich zu machen. Durch Ausfällung mit Alkohol kann Algin, d. h. Alkalialginat, welches praktisch frei von Mineralstoffen ist, erhalten werden. Die Mutterlauge kann nach dem Ausfällen destilliert werden, und die als Rückstand -dieser Destillation verbleibenden Laugen, welche zugleich von dem zum Ausfällen verwandten Alkohol und der viskosen oder schleimigen Bestandteile der Algen befreit sind, können alsdann für die Gewinnung der Chloride und des Jods ausgenutzt werden.
  • Die Anpassung des methodischen Auslaugens an die Extraktion der Alkalialginate bietet folgende Schwierigkeiten: Neben der bereits angedeuteten Notwendigkeit, jedes Rühren der Stoffe während der Diffusion zu vermeiden, ist es notwendig, daß die getroffene Anordnung gestattet: z. Eine sehr aktive Zirkulation der Flüssigkeit unter Berührung mit den zu extrahierenden Algen, um sicher eine fortlaufende Entfernung der sich auf den Oberflächen der zu .digerierenden Algenteilchen bildenden sehr viskosen, aus konzentrierter Lösung bestehenden Häutchen zu erreichen. Die Gegenwart dieser Häutchen vermindert beträchtlich den osmotischen Austausch zwischen den Algen und der umgebenden Flüssigkeit.
  • 2. Das Durchrieseln der Flüssigkeit durch die zu extrahierenden Stoffe in verhältnismäßig dünnem Lager im Hinblick auf die Tendenz der Rückstände, eine pastenartige Konsistenz anzunehmen, welche die Durchdringung der Charge in den Diffusionsapparaten vermindert. Auch muß die Anordnung gestatten, in bequemer Weise die Rückstände zu behandeln. Es ist in Betracht zu ziehen, daß das Gewicht dieser letzteren, die nach dem Digerieren völlig mit Wasser gequollen sind, sehr groß ist im Vergleich mit der Menge der behandelten Algen.
  • Die den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildenden Verfahren und die Apparatur sind auf den beiliegenden Zeichnungen bildlich dargestellt.
  • Fig. r stellt in schematischem Grundriß alle Ausführungsformen der Erfindung dar, welche die methodische Diffusion der Algen betrifft.
  • Die Fig.2 und 3 sind Teilansichten im Vertikal- und im Querschnitt, entsprechend der vorhergehenden, welche außerdem eine Variante der Ausführung, die Zirkulation der Diffusionsflüssigkeit betreffend, zeigen.
  • Fig. q. zeigt eine spezielle Maßnahme der Erfindung, das Niederschlagen der Alkalialginate mit Alkohol betreffend.
  • Nach Fig. t werden die vorher in Teile geeigneter Größe gebrochenen oder geschnittenen Algen bei A in besondere Gefäße z eingefüllt, welche auf Gleisen den Kreis A, B, C, D während der Behandlung durchlaufen und bei D entleert bzw. ausgeladen werden. Die leeren Gefäße werden zum Punkt A zurückgebracht, von wo sie wieder in den Kreislauf eingeführt werden.
  • Die Gefäße r (Fig. 2 und 3) bestehen aus rechteckigen Kästen mit perforiertem Boden 2 ohne Deckel und sind aus Holz oder Eisen gefertigt. Diese Gefäße sind mit Achsen 3 und Rädern 4 versehen, die auf einer Bahn, gebildet durch zwei parallele horizontale Schienen 5, zu fahren haben.
  • Die bei A beladenen Gefäße werden mit Hilfe einer Weiche 6 auf den geradlinigen Strang B-C geführt, welcher über einer Reihe von aneinanderstoßenden Bütten Cl, C2, C3, Cn, Cn+ i sich erstreckt. Diese Bütten können aus Holz, aus Metall oder auch aus Mauerwerk hergestellt sein. Die Gefäße i werden als Ganzes in bestimmten Zeitabständen von B nach C vorwärts geschoben, jedesmal eine solche Länge, wie sie auf der Bahn durch ein Gefäß eingenommen wird.
  • Das letzte Gefäß, am äußersten Ende C, enthält völlig extrahierte Rückstände; es wird entleert nach Passieren der Weiche 7 am Entleerungspunkt D, während ein mit frischen Algen gefülltes Gefäß bei B an die Reihe der Gefäße, die sich über den Bütten befinden, angefügt wird.
  • Die Gefäße i befinden sich auf der Fahrt von B nach C stets über dem Niveau der in den darunter angeordneten Bütten befindlichen Flüssigkeit. Die Besprengung der in den Gefäßen enthaltenen Stoffe wird in kontinuierlicher Weise mit Hilfe eines Rohr- bzw. Düsensystems 9 bewirkt, und zwar mit Flüssigkeit, welche durch dieses Rohr- bzw. Pumpensystem am unteren - Ende der Bütte entnommen und durch ein Verteilungsorgan io auf die Oberfläche der Algen während der Dauer der Extraktion über der gleichen Bütte zurückgeführt wird. Die Flüssigkeit wird im geschlossenen Kreise von der Bütte zum darüber befindlichen Gefäß und weiter geführt, und sie wird von Bütte zu Bütte von C nach B in dem Vorschreiten der über den Bütten befindlichen, zu extrahierenden Stoffe umgekehrten Sinne geführt. Die letzte Bütte an der Seite, wo der Rückstand entleert wird, Bütte 13 nach dem Beispiel der Figur, wird mit reinem Wasser gespeist. Diese Bütte besitzt auch keine Apparatur für die Beförderung der Brühe. Das von der Oberfläche der extrahierten Rückstände ablaufende Wasser läuft nur ein einziges Mal durch diese hindurch, dann fließt es in eine tiefer liegende Bütte ab und von hier in die benachbarte Bütte. In dieser zweiten Bütte wird die Flüssigkeit mit einer geeigneten Menge einer konzentrierten Lösung Alkalicarbonat versetzt. Diese Anordnung hat den Zweck, den größten Teil des Natriumcarbonates, der sonst durch das am Rückstand anhaftende Wasser hinweggeführt würde, wiederzuge-,vinnen. Man kann, um diese Wiedergewinnung zu vervollkommnen, die Alkalicarbonatlösung nur in die dritte, vierte usw. Bütte einführen, gerechnet von dem Ausgangsende der Batterie herab.
  • Unter dem Einfluß der Schwere wandert die Brühe nach und nach von C nach B über Schwellen 8 (Fig. i) und wird mehr und mehr angereichert, nach Maßgabe, wie die Algen mehr und mehr aufgelöst werden. Das Rohr- bzw. Pumpensystem 9 jeder Bütte besteht aus Pumpen mit großem Fassungsvermögen und geringem manometrischen Druck. Es kann mit Emulseuren, mit komprimierter Luft arbeiten, es kann aus Dampfstrahlpumpen bestehen, welche den Vorteil besitzen, durch Regelung des in die in Bewegung befindliche Masse einzublasenden Dampfes die für die Extraktion günstigste Temperatur zu erzeugen und zu halten.
  • Die Fig.2 und 3 stellen eine etwas veränderte Anordnung für die Zirkulation der Flüssigkeit in den Bütten dar. Zwischen zwei Bütten Cia und Cya -f- i ist eine Zwischenabteilung in eingeschaltet, welche mit den beiden Bütten durch zwei Löcher i i und I2 verbunden ist, angeordnet in den Zwischenwänden 13 und 14. Das Rohrsystem für die Brühe, bestimmt für Befeuchtung des über der Bütte Cn stehenden Gefäßes, saugt aus der Zwischenabteilung i, Bei dieser Anordnung ist die Wirksamkeit des Auslaugens gesteigert, sie ist im einzelnen im französischen Patent 641 522 vom 27. September i927 beschrieben.
  • Die konzentrierten Säfte werden kontinuierlich aus der Bütte Cl abgezogen und einer Fällung unterworfen. Bei A werden die Algen in die Gefäße i eingefüllt, entweder in trockenem Zustande oder mit Wasser angefeuchtet (beispielsweise wenn man frische Algen behandelt). Die Rückstände werden bei D mit Hilfe eines Kippers entleert, welcher durch Umstülpen des Gefäßes eine völlige Entleerung der Gefäße gestattet.
  • Mit Hilfe einer heißen alkalischen Lösung wird während des Auslaugens nicht allein das Algin in die Lösung übergeführt, sondern gleichzeitig in Form von Alkalijodiden Jod, welches sich gegebenenfalls in Form von bei den Behandlungstemperaturen im Wasser unlöslichen organischen Verbindungen befindet.
  • Das Ausfällen der Alkalialginate mit Alkohol kann aus den Säften, so wie sie die Batterie der Diffuseure verlassen, bewirkt werden, es kann andererseits auch vorgenommen werden, nachdem diese Säfte zusätzlichen Behandlungen unterworfen waren. Ist die Diffusion bei erhöhter Temperatur durchgeführt, dann ist es vorteilhaft, die Säfte vor der Koagulation zu kühlen.
  • Es ist ferner vorteilhaft, um eine ev t1. gelbliche oder grünliche Färbung des Endproduktes, die von in den Algen befindlichen löslichen Farbstoffen herrührt, zu vermindern, die Säfte durch einen Zusatz von Hypochlorit zu bleichen. Jedenfalls kann diese Operation sehr vorteilhaft ausgeführt werden, wenigstens teilweise, durch Zusatz von- Hypochlorit im Laufe der Diffusion, denn der Zusatz hat gleichzeitig zum Erfolge, daß der Verbrauch an Alkalicarbonaten verringert wird und däß die zur Diffusion notwendigen Temperaturen niedriger gewählt werden können.
  • Eine besondere Arbeitsweise gemäß der Erfindung, welche das Ausfällen der Alkalialginate mit Alkohol betrifft, ist in Fig. 4 dargestellt.
  • Die zu koagulierenden Säfte, die auf einer genügend niedrigen Temperatur gehalten oder auf eine solche zurückgeführt werden, werden durch die Pumpe 15 aus dem Behälter 16 entnommen und in ein Rohrsystem 17 von einer gewissen Länge eingedrückt. Gleichzeitig drückt in das gleiche Rohrsystem eine andere Pumpe 18 Alkohol, der aus dem Behälter i9 kommt. Die beiden Flüssigkeiten mischen sich in dem Rohrsystem, wo man außerdem eine Anordnung 2o, welche die Wirksamkeit der Durchrührung steigert, einschalten kann: Die Koagulierung geht vonstatten, und die den Niederschlag mitreißende Flüssigkeit wird durch die beiden Pumpen, welche parallel arbeiten, in eine kontinuierliche Drehpresse 21 eingedrückt, welche ähnlich derjenigen ist, welche in den Zuckerfabriken für die Extraktion des Rübenbreies verwendet werden. Die Flüssigkeit -läuft durch die perforierten Bleche, mit welchen die beiden sich drehenden Zylinder 22 versehen sind, der Niederschlag wälzt sich durch den Zwischenraum von mehreren Millimetern zwischen den beiden Zylindern, wird hier ziemlich weitgehend von der Feuchtigkeit befreit und gelangt dann in die Kammer 23, wo er von neuem mit Alkohol benetzt wird, welcher in aufsteigender Richtung durch das Rohr 24 ankommt. Die Pumpe 25 bewirkt den Transport des Alkohols, Das Waschen des Niederschlages mit reichem Alkohol hat zum Zweck, Hydratwasser zu entziehen und eine energische Kontraktion der Fasern, aus welchen, das Erzeugnis besteht, zu bewirken. Es soll ferner ein besonders schnelles Abtropfen hervorrufen beim Passieren von zwei weiteren perforierten Zylindern 26, welche in gleicher Weise wie die vorbeschriebenen (22) arbeiten. Der Alkohol von noch hoher Wirksamkeit, welcher durch die Perforation der Zylinder 26 abtropft, kehrt zum Behälter 19 zurück und wird für die Koagulierung der Brühe benutzt.
  • Der immer noch mit reichem Alkohol benetzte Niederschlag wird durch eine Transportschnecke 38 entfernt und fällt auf ein Transportband 27, welches in einem geschlossenen Raum 28 läuft. Der Raum 28 wird von einem- starken Strom Alkoholdämpfen, überhitzt auf etwa iio° C, durchstrichen. Die Alkoholdämpfe werden durch den Ventilator 29 durch das Rohrstück 3o an dem einen Ende des geschlossenen Raumes angesaugt und nach Durchtritt durch das mit Wasserdampf erhitzte Rohrbündel 31 auf der anderen Seite 3a in den geschlossenen Raum wieder eingeführt. Der vom Niederschlag zurückgehaltene Alkohol wird verdunstet, und der so erzeugte Alkoholüberschuß wird kontinuierlich durch den Kondensator 33 ausgeschieden.
  • Am Ende des geschlossenen Raumes fällt das Natriumalginat in eine geschlossene Kammer 34, welche von dem geschlossenen Raum und von der Außenluft abgeschlossen werden kann, beispielsweise durch die beiden Schützen 35 und 36. Ist die Kammer gefüllt, dann schließt man die Schütze 35 und entleert die Kammer von ihrem Inhalt. Man verliert auf diese Weise nur eine Menge Alkohol, welche dem Gewicht des Alkoholdampfes, die Zwischenräume in der gefüllten Kammer ausfüllend, entspricht. Man kann aber auch; um diesen Verlust zu vermeiden, vor dem Entleeren der Kammer ein Vakuum in dem Gefäß 34 mit Hilfe der Vakuumpumpe 37 erzeugen, welche die angesaugten Dämpfe in den Kondensator 33 drückt. Dann zerstört man das Vakuum und entfernt den trockenen und vom Alkohol befreiten Natriumalginatniederschlag, welcher trotz der während der Trocknung angewandten, ziemlich hohen Temperatur und infolge der Abwesenheit von Wasser bzw. Wasserdampf während dieser Behandlung seine Klebekraft und weiße Farbe behalten hat.
  • Die von den beiden -Abtropfzylindern 22 kommende Flüssigkeit wird in einem Behälter aufgefangen und in eine Destillationsapparatur übergeführt, welche gestattet, den Alkohol wiederzugewinnen. Der Alkohol wird durch die Pumpe 25 aufgenommen und kehrt in den Kreislauf der Fabrikation zurück.
  • Wird die Diffusionsbatterie mit Algen beschickt, welche von mineralischen Salzen noch nicht befreit sind, dann befinden sich diese letzteren in ihrer Gesamtheit in der Rückstandflüssigkeit am unteren Ende der Kolonne. Diese Flüssigkeiten, welche bei der Ausfällung mit Alkohol völlig von den viskosen und schleimigen Stoffen der Algen befreit sind, werden anschließend benutzt zur 'Herstellung von Jod und von Chloriden auf dem Wege über eines der bekannten Verfahren. Eine gut durchgeführte fraktionierte Kristallisation gestattet, das im überschuß angewandte Natriumcarbonat in Form des hydratisierten Carbonates wiederzugewinnen, welches .im Kreislauf der vorbeschriebenen Herstellung wieder benutzt werden kann, wodurch die zur Diffusion notwendige Menge Carbonat vermindert wird.
  • Das Verfahren. ist durchführbar unter An- Wendung von zahlreichen Varianten, die als solche die Erfindung aber nicht verändern.
  • Beispielsweise kann man, um die im Kreislauf befindliche Menge Alkohol zu vermindern, die Säfte in einem Verdampfapparat mit Zweifach- oder Dreifacheffekt vor der Koagulation mit Alkohol konzentrieren. Der für diese Operation notwendige Dampfverbrauch fällt nicht ins Gewicht, da ja andererseits der für die Konzentration der Wässer zwecks Salzgewinnung notwendige Dampf vermindert ist. Es ist aber jedenfalls notwendig, diese Verdampfung nicht zu weit zu treiben, weil ein verlängertes Kochen der Natriumalginatlösung eine Bräunung dieses Stoffes hervorruft.
  • Man kann auch zum Teil die bei der Destillation des Alkohols zurückbleibenden Wässer zu der Diffusionsbatterie zurückführen und sie von neuem für die Digerierung der Algen unter Zusatz von frischem Wasser verwenden. Man benutzt so nochmals zum Teil das in diesen Wässern zurückbleibende Natriumcarbonat, und man erhält unmittelbar für die Herstellung von Jodiden und Chloriden konzentriertere Mutterlaugen. Andererseits setzt man sich zwar der Gefahr aus, daß sich in den alkalialginathaltigen Säften gewisse Verunreinigungen, die löslichen Pigmente usw., anhäufen, welche zur Herstellung eines ein wenig gefärbten Alkalialginates führen können.
  • Die unvermeidlichen Alkoholverluste bei dem Kreislauf der Koagulation können vorteilhaft ausgeglichen werden durch die Herstellung von Alkohol aus den Rückständen der Diffusion, welche eine bemerkenswerte Menge Cellulose -und Stärke enthalten, welche nach bekannten Verfahren der Verzuckerung hierzu geeignet sind.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: z. Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von Alkalialginaten und in den Algen enthaltenen Mineralstoffen, wobei unter Anwendung von Alkali- bzw. Alkalicarbonatlösungen gearbeitet wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Algen durch methodische Diffusion ohne Rühren extrahiert werden und in der entstandenen, abgetrennten Alkalialginatlösung durch ein koagulierend wirkendes Agens, wie Methylalkohol, Äthylalkohol, Aceton, das Alkalialginat ausgeflockt wird, während die Mineralstoffe aus der Mutterlauge in an sich bekannter Weise gewonnen werden können.-2. Apparatur zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch z, gekennzeichnet durch Gefäße mit perforiertem Boden, welche über einer Reihe von Bütten zirkulieren, durch eine Apparatur, welche eine kontinuierliche Bewässerung der Gefäße durch die Flüssigkeit der Bütten und eine methodische Zirkulation dieser Flüssigkeit von Bütte zu Bütte ermöglicht, durch eine aufsteigende Rohranlage zur Aufnahme der klaren Alkalialginatlösung, an deren Ende eine Pumpe angeordnet ist zur gleichzeitigen Zugabe der notwendigen Mengen Alkohol o. dgl., und an deren oberem Ende die koagulierte Flüssigkeit zwischen einem oder mehreren sich drehenden Zylinderpaaren, versehen mit perforierter Oberfläche, eintreten kann, zwischen welchen Zylindern der Niederschlag zusammengepreßt und von der Flüssigkeit getrennt wird. 3. Apparatur zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch z und gemäß Anspruch 2, gekennzeichnet durch ein geschlossenes Gefäß mit Transportvorrichtung, in welches das ausgefällte Alkalialginat eingebracht wird und durch welches ein Strom überhitzten Alkoholdampfes streicht, welcher an einem Ende abgesaugt, neu erhitzt und am anderen Ende in die geschlossene Kammer wieder eingeführt wird, während das getrocknete Alkalialginat von Zeit zu Zeit abgezogen wird.
DEM110920D 1929-07-04 1929-07-04 Verfahren und Apparatur zur gleichzeitigen Gewinnung von Alkalialginaten und in den Algen enthaltenen Mineralstoffen Expired DE526629C (de)

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE977117C (de) * 1943-03-16 1965-03-11 Henkel & Cie Gmbh Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen Salzen der Alginsaeure in Trockenform

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE977117C (de) * 1943-03-16 1965-03-11 Henkel & Cie Gmbh Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen Salzen der Alginsaeure in Trockenform

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