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Kleinfalz- und Einhüllmaschine Die in Heftform hergestellten Drucksachen
werden gewöhnlich vor Versendung von ganzer auf halbe Seitengröße gebracht (kleingefalzt)
und sodann mit einem Kreuzband versehen, das die kleingefalzte Drucksache ganz oder
nur zum Teil einhüllt und auf welches gewöhnlich auch die Anschrift gesetzt wird.
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Den Gegenstand dieses Patents bildet eine Maschine, die in einem Arbeitsvorgang
alle diese Arbeiten verrichtet. Das zur Herstellung des Kreuzbands dienende Einhüllband
wird in der gewünschten Breite als Rolle auf einer Achse o aufgewickelt vorbereitet,
die zwischen den seitlichen Wangen des Maschinengestells 231 und 232 gelagert ist.
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In der Zeichnung (Abb. I), die die Maschine bei abgehobener, vorderer
Wange des Maschinengestells in einer Ansicht von vorn darstellt, ist die Bandrolle,
senkrecht zur Achse geschnitten, am linken Ende der Maschine gezeichnet. In Abb.
II, die einen Schnitt in der Ebene A-B darstellt, erscheint die Bandrolle in einem
Längsschnitt durch die Achse o.
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Das äußere Ende des von der Bandrolle von links nach rechts abgezogenen
Bandes wird auf einer Tischplatte 2 aufgelegt, auf welcher über dem Band die mit
Kreuzband zu versehenen Drucksachen 41, 42, 4, ... von Hand derart aufgestapelt
werden, daß der rechtsliegende Rücken der untersten Drucksache 41 mit dem darunterliegenden
Ende des Bandes übereinstimmend bis an eine Wand 5 heranragt, während die darüber
aufgelegten Drucksachen 42, 4, ... im Staffel je etwa um i cm weiter links
liegen.
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Die Tischplatte 2 wird von den zwei seitlichen Wangen des Maschinengestells
231 und 232 getragen und weist parallel zur Achse o einen Spalt 7 auf.
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Die Maschine besitzt ein Kurbelgetriebe, bestehend aus einer beim
Betrieb anzutreibenden Kurbel oder gekröpften Welle i, deren Achse parallel zur
Achse o zwischen den beiden Wangen des Maschinengestells gelagert ist. Das Kurbelgetriebe
betreibt mit einer Schubstange die Geradführung 6, an welcher ein Greifer 8 angebracht
ist, der sich, wenn das äußerste linke Ende des Hubs erreicht ist, schließt, dabei
das Einhüllband mit dem unmittelbar über ihm liegenden Heft 41 erfaßt, bei dem Rückgang
der Geradführung mitnimmt und beide losläßt, wenn die Mitte des Hefts über dem Spalt
7 angelangt ist, wobei der Rücken des Hefts an einer entsprechend angebrachten Anschlagleiste
anstößt. Das Schließen des Greifers tritt ein, wenn die Feder 31 der Geradführung,
an den Stift 33 anstoßend, etwas nach rechts gebogen wird, dadurch die Nase 32 des
Greifers freigibt, so daß dessen Feder zur Wirkung kommen kann.
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Die Wand 5 ist senkrecht zur Tischplatte 2 nach aufwärts verschiebbar
und besitzt eine der Breite des Greifers entsprechende Ausnehmung, durch welche
das Einhüllband mit der auf ihm liegenden Drucksache vom Greifer erfaßt werden
kann.
Sie wird von dem Greifer selbst oder durch eine entsprechende Übertragung von der
Schubstange bzw. deren Geradführung unmittelbar, bevor sich der Greifer 8 schließt,
derart gehoben, daß die unterste Drucksache unter ihr herausgezogen werden kann.
Dabei rückt die darüberliegende Drucksache 4, bis an die Wand 5 heran und wird sodann
von ihr zurückgehalten. Sie kommt, wenn die unterste Drucksache 4, ganz herausgezogen
ist, unmittelbar über dem weiteren Teil des Einhüllbandes zu liegen, während die
weiterfolgenden, auf ihm liegenden Drucksachen mit ihm vorrückend im Staffel angeordnet
verbleiben, also je um etwa i cm weiter links liegen. Zufolge einer entsprechend
angeordneten Auslösung wird das Einhüllband, wenn es um eine Länge von i1/4 bis
i1/2 Seitenbreiten herausgezogen ist, knapp beim Rand der nunmehr zu unterstliegenden
Drucksache 4, mittels eines an der Wand 5 angebrachten Schneidmessers maschinell
abgeschnitten. Das abgeschnittene Einhüllband ragt nun mit einem Lappen um etwa
1/4 bis 1/2 Seitenbreite auf einer Seite (in der Zeichnung links) am Rand der darüberliegenden
Drucksache q1 heraus.
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Das nunmehr auszuführende Kleinfalzen auf halbe Seitenbreite erfolgt
in bekannter Weise dadurch, daß eine dünne, ebene Platte g, »Messer« genannt, senkrecht
zur Ebene der Drucksache über der Mitte derselben herabbewegt wird, so daß die Drucksache
in der Mitte zusammengebogen, mit dem Bug voraus, durch den Spalt 7 in der Tischplatte
hindurch zwischen zwei Walzen 1o1 und io. gedrückt und von diesen erfaßt wird. Auf
deren Achsen sind zwei gleiche, in Eingriff stehende Zahnräder 131 und 132 befestigt,
so daß beide Walzen immer gegeneinander gedreht werden, wenn eines dieser Zahnräder
angetrieben wird. Das Messer g ist an einem Hebel 26 befestigt, der um eine zwischen
den Wangen des Maschinengestelles gelagerte Achse 27 drehbar ist und zufolge seines
Gewichtes auf einer unrunden Scheibe a8 aufruht, die, auf der Drehachse des Kurbelgetriebes
aufgekeilt, den Hebel zeitgerecht anhebt und sinken läßt.
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Nachdem der größere Teil des Einhüllbandes unter der Drucksache liegt,
gerät auch dieser Teil desselben, die Drucksache U-förmig umgreifend, zwischen die
Walzen.
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Zugleich mit dem Messer g wird ein an demselben Hebel befestigter,
mit Klebmasse gefüllter breiter Pinsel ii derart nach abwärts bewegt, daß der über
das Heft links hervorragende Lappen des Einhüllbandes Klebmasse aufgetragen erhält.
Die Klebmasse kann aber auch auf mehrfache andere Weise zwischen die übereinander
zu klebenden Teile des Einhüllbandes gebracht werden.
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Wenn die Mitte der zusammengebogenen Drucksache zwischen den Walzen
liegt, hören diese auf, sich um die eigene Achse zu drehen, so daß die soeben kleingefalzte
Drucksache nur zur Hälfte zwischen das Walzenpaar io, und io, gerät. Das Walzenpaar
io, und io, ist nämlich nicht fest, sondern in einem drehbaren Körper gelagert,
der aus zwei durch Zwischenstücke 22 miteinander verbundenen Scheiben 12, und 122
gebildet ist. Die Achse dieses drehbaren Körpers liegt parallel zu den Achsen des
Walzenpaares und genau in der Mitte zwischen denselben und wird durch die Verbindungslinie
der Achsen zweier Zapfen 141 und 14, gebildet, die in den Seitenschildern
23, und 232 des feststehenden Maschinengestelles gelagert sind.
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Auf einem dieserZapfen, z.B. dem vorderen, 141, sitzt ein Zahnrad
15, welches mit dem drehbaren Körper nicht fest verbunden ist, sondern gegenüber
demselben bei Überwindung entsprechender, gleitender Reibung, die durch ein die
eine Scheibe des drehbaren Körpers umfassendes Bremsband geregelt werden kann, auf
der Achse des drehbaren Körpers gedreht werden kann, sofern der drehbare Körper
durch eine Hemmung daran gehindert ist, von dem Zahnrad 15 bei dessen Drehung mitgenommen
zu werden.
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Eine Vorgelegewelle i6 trägt ein Seil oder Kettenrad a9, das von dem
Rad 3o der Kurbelwelle durch Seil oder Kette angetrieben wird, und zwei Zahnräder
171 und 172. Von diesen liegt das eine, 171, in der Ebene des Zahnrades 15 und steht
mit diesem in immerwährendem Eingriff, während das andere, 17" neben dem anderen
in der Ebene der Zahnräder i3 liegt und nur dann mit einem dieser beiden Zahnräder
131 und 132 in Eingriff kommt, wenn der drehbare Körper jene Winkelstellung einnimmt,
bei welcher die beiden Achsen des Walzenpaares io, und rot und die Achse der Vorgelegewelle
in einer Ebene liegen. Wird der drehbare Körper in dieser Winkelstellung durch eine
Hemmung 18, ig und 2o festgehalten, also verhindert, sich zu drehen, so wird das
Walzenpaar 1o1 und io, gedreht, während das Zahnrad 15 den drehbaren Körper zufolge
dessen Hemmung nicht. mitnehmen kann, sondern sich diesem gegenüber mit Überwindung
der gleitenden Reibung dreht.
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Wird jedoch die Hemmung aufgehoben, so wird der drehbare Körper von
dem Zahnrad 15 zufolge derherrschenden Reibung mitgenommen, und das mit der Walze
io, verbundene Zahnrad 132 verliert den Eingriff in das Vorgelegezahnrad 172, so
daß die zwei Walzen aufhören, sich um ihre eigene Achse zu drehen.
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Die Hemmung des drehbaren Körpers wird dadurch herbeigeführt, daß
er an seinem Umfange zwei diametral angeordnete Nasen 2o1 und 2o2 besitzt, von denen
immer eine gegen einen Hemmungshebel ig stößt, der zufolge einer Feder 18 gegen
den Umfang des drehbaren Körpers drückt, sofern er nicht ausgelöst ist.
Die
Aufhebung der Hemmung des drehbaren Körpers wird durch die zwischen das Walzenpaar
gezogene Drucksache selbst herbeigeführt, sobald diese vom Walzenpaar soweit in
den drehbaren Körper hineingewalzt worden ist, daß deren Bugrücken über den Rand
desselben hinausragt, dabei den federnd angedrückten Hemmungshebel ig berührt und
so weit bewegt, daß die bisher gehemmte Nase frei wird.
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Wenn dies eingetreten ist, wird der drehbare Körper vom Zahnrad 15
mitgenommen und von diesem mit der zwischen den Walzen befindlichen Drucksache entgegen
der Uhr gedreht. Dabei wird die der Bilgkante gegenüberliegende Kante der Drucksache
durch eine Walze 21,
etwas zur Seite gebogen, so daß nunmehr die Nase 2o1
zum Anschlag an den frei zurückgefederten Hemmungshebel kommt, wodurch der drehbare
Körper nach einer Drehung um 18o" wieder gehemmt wird. In dieser Lage des drehbaren
Körpers kommt das Zahnrad 13, in Eingriff mit dem Zahnrad 172, und es dreht sich
von nun an jede Walze des Walzenpaares iol und io, in entgegengesetztem Sinne wie
früher, wodurch die vorher zwischen die Walzen von oben hineingewalzte Drucksache
nunmehr nach unten herausgewalzt und dabei zwi-:chen das zweite `'Walzenpaar 211
und 21. geschoben wird, welches von dem Vorgelege 16 durch eine L'bertragung25 in
solcher Drehung erhalten wird, daß die zwischen sie eingeschobene Drucksache hindurchgewalzt
wird.
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Bei der Drehung des drehbaren Körpers um i8o ° und dem darauffolgenden
Herauswalzen der Drucksache wird der über deren Rand etwas hinausragende Lappen
des Einhüllbandes um das Heft herumgeschlagen, so daß dieser, wenn das Heft von
dem Walzenpaar 21, und 21, erfaßt wird, an das andere Ende des Einhüllbandes angedrückt
und zufolge der vorher schon aufgetragenen Klebmasse angeklebt wird. `'renn die
Drucksache zwischen dem Walzenpaar 21, und 21. hindurchgewalzt ist, ist sie fertig
kleingefalzt und mit Kreuzband versehen zum Versand bereit. Ist es erwünscht, das
Kreuzband vor Versendung noch mit einem Aufdruck, z. B. der Anschrift oder dem Datum,
zu versehen, so läßt sich dies auf verschiedenen bekannten Wegen leicht mit der
beschriebenen Maschine nebenbei durchführen.