DE50226C - Schaukasten mit ruckweise sich umdrehendem Schauprisma - Google Patents
Schaukasten mit ruckweise sich umdrehendem SchauprismaInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT:
KLASSE S4: Papiererzeugnisse.
Zweck vorliegender Erfindung ist, dem Publikum nach einander eine Anzahl von auf steifen
Pappen befestigten Gegenständen, Bildernu. s.w. vorzuführen, und zwar so, dafs jedes einzelne
Bild eine gewisse Zeit stillsteht und dann einem neuen Bild Platz macht, wobei der das Bild
Betrachtende durch sein Eigengewicht beim Hintreten an den Schaukasten das Aufziehen
des das Schauprisma drehenden Uhrwerkes bewirkt.
Dieser Schaukasten ist auf beiliegenden Zeichnungen in zwei Ausführungen dargestellt.
Fig. ι zeigt eine Seitenansicht des Triebwerkes,
Fig. 2 eine Vorderansicht der ganzen Einrichtung mit Gewichtsbetrieb,
Fig. 3 einen Grundrifs davon und
Fig. 4 eine Seitenansicht der Aufziehvorrichtung, ■
Fig. 5 eine Seitenansicht dieses neuen Sch'aükastens
mit elektrischem Triebwerk,
Fig. 6 einen Grundrifs hierzu.,
Fig. 7 eine Vorderansicht und
Fig. 8 eine Vorderansicht des ganzen Schaukastens.
Ueber ein achtseitiges Prisma A ist die endlose Kette B von Pappstücken gehängt und
mit der Prismenwelle M die Welle C gekuppelt, auf welcher das Büchsenrad D drehbar
ist. Einerseits mit dem Rad D, andererseits mit ' der Welle C verbunden, ist eine
Schraubenfeder E; ferner sind auf dem Rad D abwechselnd vier kürzere und vier längere
Stifte' F bezw. G in verschiedener radialer Entfernung befestigt. Auf . derselben Welle C
sitzen noch die beiden je mit vier Zähnen versehenen und um 450 zu einander versetzten
Sperrräder H und /, denen die durch kleine Federn angedrückten Sperrklinken K und L
entsprechen. Durch Ingangsetzung des von Federkraft oder Gewichten angetriebenen Uhrwerkes
dreht sich das Büchsenrad D in der Pfeilrichtung und zieht das an ihm befestigte
Ende der Feder E mit; die Sperrräder und Klinken werden die sonst leicht mögliche Mitdrehung
der mit dem anderen Ende der Feder verbundenen Welle C verhindern, die Feder E wird also gespannt. Bei der Drehung
von D nähert sich z. B. einer der längeren Stifte G allmälig der unteren Verlängerung der
das Sperrrad J haltenden Sperrklinke L, um schliefslich auf diese Verlängerung zu drücken
und die Klinke L vom Sperrrad / auszulösen. Durch die in der Feder E vorhandene Spannung
wird jetzt die Welle C herumgeschnellt, und zwar so weit, bis die andere Sperrklinke K
in das zweite Sperrrad H eingreift, also um eine Achteldrehung. An dieser Drehung wird
infolge der Kupplung der Welle C mit der Welle M das Prisma A theilnehmen und somit
die über dem Prisma hängende Kette B um ein Bild weitergeführt. Das Spiel wird
dann von neuem beginnen, durch Drehung - des Rades D wird wieder die Feder E gespannt
werden, und jetzt nähert sich einer der kürzeren Stifte F der zweiten Sperrklinke K,
löst diese vom Sperrrad H aus, und die Drehung der Wellen C und M und des Prismas
A wird somit erfolgen, bis die Klinke L wieder in Sperrrad / eingreift.
Die Aufziehvorrichtung des Uhrwerkes ist, wie aus Fig. 2, 3 und 4 zu erkennen, eine
zweifache, eine für Handbetrieb und eine durch Belastung bezw. durch das Gewicht des Beschauers
wirkende. Vor dem Schaukasten ruht auf Federn b eine Platte a. In der Mitte der
Unterseite dieser Platte greift ein zweiarmiger Hebel c d an. Auf dem langen Arm d ist
eine rechtwinklig gebogene Stange e gelagert, deren nach oben führender Schenkel mit dem
Winkelstück /, welches seinen Drehpunkt in g hat, verbunden ist. An der Verbindungsstelle
von e und f befindet sich die Sperrklinke h, welche durch die Feder i, die an der unteren
Verlängerung der Klinke wirkt, nach vorn bis an den kleinen Stift k gedrückt wird; dieselbe
mufs sich in ihrer Ruhelage aufser Eingriff mit dem Rade befinden. Auf der Welle ο sitzt
ein Sperrrad ρ und ein kleines Zahnrad q, welch letzteres in das gröfsere Zahnrad r, welches
gemeinsam mit der Schnurtrommel s auf der Welle t angebracht ist, eingreift. Mit dem
Rade r steht auch das Zahnrädchen u in Eingriff und dieses überträgt mittelst der Welle m
die Wirkung des Gewichtes ν auf das Uhrwerk.
Endlich ist hinter der Sperrklinke noch ein. durch die Stifte I in Längsschlitzen m1 geführtes
Blech m, welches an den beiden unteren Ecken nach vorn führende Schenkel η hat, angeordnet.
Eine Person, welche die ausgestellten Bilder betrachten will, tritt auf die Platte a. Infolge
dessen wird sich diese bis auf die Stützen % senken und den Hebelarm c herunterdrücken,
während der Arm d und mit ihm die Stange e gehoben wird. Dabei steigt auch das Winkelstück
f und beschreibt einen Kreisbogen um die Achse g. An dieser Bewegung nimmt die
Sperrklinke h Theil, tritt in das Sperrrad ρ und dreht dieses um ein Stück vorwärts, um oberhalb
des Sperrrades wieder auszutreten, ohne den Gang des Werkes weiter zu beeinflussen.
Mit ρ wird dann auch das Stirnrad q, durch dieses das Rad r und mit diesem wiederum
die Schnurtfommel s gedreht, das Gewicht ν also um ein Stück aufgezogen. Bei
häufiger Besichtigung des Schaukastens könnte es nun eintreten, dafs das Gewicht zu hoch
käme, also entweder die Gewichtsschnur zerrissen oder das Triebwerk zertrümmert würde;
dieses verhütet das Blech m n. Ist das Gewicht ν in eine bestimmte Höhe gelangt, so
legt es sich unter die "beiden Schenkel η und hebt diese mit dem Theil to, wie strichpunktirt
eingezeichnet. Geht nun die Sperrklinke h aufwärts, so wird ihr unterer Arm durch m
verhindert, den Kreisbogen um g zu beschreiben; er wird nach vorn gedrückt und die
Klinke selbst nach hinten, damit sie nicht in das Sperrrad ρ eingreifen und dieses drehen
kann; ein weiteres Aufziehen ist also vermieden.
Die zweite Aufziehvorrichtung wird von Hand in Bewegung gesetzt und dient dazu, das
Schauprisma bei ungenügender Benutzung des Schaukastens oder bei Beschädigung der Aufziehvorrichtung
in Gang halten zu können. Sie besteht aus dem Hebel N, welcher um die
Welle t drehbar ist und an .dem die Sperrklinke O, welche durch die Feder P angedrückt
wird und eine Verlängerung Q hat, befestigt wird, ferner aus dem Sperrrad R,
welches mit der Welle t fest verbunden ist, und einem festen Stift S. Der Hebel, welcher
für gewöhnlich niedergelegt im Kasten ruht, wird zum Gebrauch hochgehoben und vor-
und rückwärts bewegt; bei der Vorwärtsbewegung gleitet die Klinke O über die Zähne des
Sperrrädchens jR, bei der Rückwärtsbewegung
dagegen greift die Klinke ein, zieht das Sperrrädchen mit sich herum, und dieses bewirkt
weiter ein Drehen der Schnurtrommel und ein Aufziehen des Gewichtes. Ist das Aufziehen
geschehen, so drückt man den Hebel wieder in seine Ruhelage, dabei stöfst die Verlängerung
Q der Sperrklinke O an den Stift S, drückt auf die Weise die Klinke selbst zurück
und macht das Sperrrad frei, was zum Gang des Werkes erforderlich ist, da sonst die Sperrklinke
das Sperrrad und somit auch die Schnurtrommel festhalten würde.
Bei dem durch Fig. 5 bis 8 dargestellten Schaukasten
erfolgt das ruckweise Umdrehen des Schauprismas elektrisch. In demselben bezeichnen
α bis m Theile eines Stromunterbrechers, der oben und unten von Holzleisten, an den
Seiten von Metallplatten umgeben ist. Mit diesem steht ein Arm η in Verbindung, welcher
die Sperrklinke 0 trägt und durch die Feder ρ auf das auf der Welle r befestigte Sperrrad q
gedrückt wird. In dieses Sperrrad greift noch die durch die Schraubenfeder s niedergedrückte
Sperrklinke t ein. Ferner ist mit q auf derselben Welle das Stirnrädchen u angeordnet,
welches seine Bewegung auf das Rad Z) und von diesem ruckweise auf das Prisma A überträgt.
Ein von einem oder mehreren Elementen v, Fig. 8, erzeugter Strom durchläuft die Schraube a
und umfliefst dann die beiden mit Draht überwickelten weichen Eisenkerne d, tritt darauf
durch den Draht e in die aus Metall bestehende Seite der ä'ufseren Umhüllung des
Stromunterbrechers, fliefst in diesem aufwärts und gelangt durch Stift g, Feder h h1,
Schraube k, Metallplatte / und Draht m nach der Schraube b, wo der andere vom Element
kommende Draht angeschlossen ist. Der Strom ist also geschlossen, und es werden die
weichen Eisenkerne d magnetisch und ziehen die vor ihnen an der Feder h hängende Eisenplatte i an. Der Theil h1 der Feder wird
von der Schraube k entfernt und der Strom geöffnet, die dadurch unmagnetisch werdenden
Eisenkerne d lassen die Platte i los, die
Feder h1 gelangt wieder in Verbindung mit
der Schraube k, und der Strom ist wieder geschlossen, so dafs das Spiel von neuem
beginnen kann. Durch diese Schwingungen wird der an der Platte i fest und mit
der Sperrklinke ο verbundene Theil η rück- und vorwärts bewegt. Bei der Rückbewegung
gleitet die Sperrklinke ο über die Zähne des Sperrrades q hinweg, beim Vorwärtsgang dagegen
versetzt sie es in Drehung. Die Klinke t verhindert ein Rückgehen desselben, und es
wird, wie schon erwähnt, durch das Stirnrädchen u diese Bewegung ganz wie in der vorigen
Weise auf das Rad D und das Prisma A übertragen.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:ι . Ein Schaukasten mit ruckweiser Vorführung der Schaustücke, gekennzeichnet durch ein um eine horizontale Achse sich ruckweise drehendes Prisma, um welches die Objecte in endloser Kette gehängt sind, und das durch ein geeignetes, durch Ge-" wicht, Federkraft oder Elektricität betriebenes Uhrwerk dadurch eine plötzlich vorrückende, dann einige Zeit pausirende Bewegung erhält, dafs auf seiner Achse eine Scheibe oder ein Rad D verkuppelt ist, welches an seiner Stirnseite in wechselnder Reihenfolge mit langen und kurzen Stiften F G versehen ist, durch welche die Klinkenhebel K und L abwechselnd aufser Eingriffmit zwei Sperrrädern mit versetzten Zähnen H und J auf der Prismenachse gebracht werden und so eine durch den continuirlichen Gang des Uhrwerkes in Spannung gebrachte und plötzlich freigelassene Spiralfeder M in gleichen Zeitabschnitten das Prisma momentan dreht, bis die zweite Klinke die Drehung hindert.
An einem Schaukasten nach Anspruch i. die selbsttätige Aufziehvorrichtung durch das Gewicht des Beschauers bethätigt und „bestehend in einer auf einem Hebel c d ruhenden Platte α in Verbindung mit der Uebertragungsstange e, dem Schaltmechanismus fhik, einer selbstthätigen Sicherheitsvorrichtung Imn zur Auslösung der Schaltung bei aufgezogenem Gewicht.
An dem unter i. gekennzeichneten Schaukasten die Aufzugvorrichtung für Handbetrieb, gekennzeichnet durch den schwingenden Hebel -ZV in Verbindung mit dem Sperrrad R, der Klinke O, dem Daumen Q. an letzterem und dem Stifte 5 zur selbstthätigen Ausrückung der Klinke O aus dem Sperrrad in der Ruhelage des Hebels N.
An dem unter i. gekennzeichneten Schaukasten die Verbindung des Stiften- und Klinkenwerkes F G K L mit dem durch den elektrischen Strom bethätigten und stetig wirkenden Schaltwerk op q r s behufs Erzielung der ruckweisen Bewegung des Prismas.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE (1) | DE50226C (de) |
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- DE DENDAT50226D patent/DE50226C/de not_active Expired - Lifetime
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