DE49839C - Elektrisches Läutewerk - Google Patents
Elektrisches LäutewerkInfo
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- G10—MUSICAL INSTRUMENTS; ACOUSTICS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Elektrisches Läutewerk.
Das in den Zeichnungen Fig. 1 bis 4 dargestellte und in nachfolgendem beschriebene
elektrische Läutewerk dient zu folgenden Zwecken:
1. um langsam aufeinander folgende Glockenschlä'ge
hervorzubringen, so lange ein Contact geschlossen wird,
2. nach einem stattgehabten Contactschlufs selbstthätig, nur unter Mitwirkung einer Batterie
ein bestimmtes Signal durch eine begrenzte Zahl solcher Glockenschläge zu geben' und
3. in Verbindung mit dem stündlich oder viertelstündlich geschlossenen Contact in einem '
Gehwerk die Stunden und Viertelstunden durch entsprechende Glockenschläge anzuzeigen.
Für den erstgenannten Zweck ist zunächst folgende Construction ohne Verwendung eines
Laufwerkes oder Pendels mit einem auf der Grundplatte A montirten Läutewerk verbunden.
In die beiden Schenkel einer Brücke B sind zwei Zapfen α und . b verstellbar eingesetzt,
zwischen welchen sich die Achse C mit der Unruhe D drehen kann. Um die Achse C
ist die Spiralfeder E gelegt und mit dem einen
Ende auf der mit der Achse fest verbundenen Messingscheibe F und mit dem anderen auf
dem unteren Schenkel der Brücke B durch Schrauben befestigt. Die Unruhe trägt den
Stift c, in welchen rechtwinklig zu demselben das Platincontactstück d eingesetzt ist. Wenn
der elektrische Strom unterbrochen ist, so wird dieses Contactstück d gegen die in die Messingsäule
G eingeklemmte Feder H gedrückt, da die Unruhe D vermöge der um die Achse C
gelegten Spiralfeder E das Bestreben hat, von oben gesehen, in der Richtung des Zeigers
einer Uhr weiter zu schwingen, wenn sie nicht durch die Feder H1 an die das Contactstück d
anstöfst, daran gehindert würde. Die Feder H wird, so lange kein Stromschlufs erfolgt, durch
den einen Schenkel des Winkels J nach letzterem hin angespannt und hat daher die
Tendenz, die freie Lage wieder einzunehmen, sobald diese Spannwirkung aufhört. Die Bewegungen
des Winkels J werden von dem Läutewerk, insbesondere von dem Elektromagneten
K1 dessen Anker L und von dem um die Achse e drehbaren Ankerträger M beherrscht,
auf dessen oberer Verlängerung der Winkel / angeschraubt ist. Durch die Abreifsfeder
N wird bei geöffnetem Strom der obere Theil des Ankerträgers M mit dem
Winkel J nach ersterer hingezogen. Wird nun z. B. durch den Taster O, Fig. 1, die Leitung
geschlossen, so wird der Strom von dem einen Pol einer Batterie durch den Leitungsdraht P
nach der Schraube Q in der Grundplatte A und dadurch in das Metall eingeführt und zur
Feder H, ferner zu dem an ihr anliegenden Contactstück d und zur Schraube / in der
Brücke B übergeleitet, welche durch die Hartgummiplatte R von der Grundplatte A isolirt
ist. Mit der Schraube f ist das eine und mit der Klemme S das andere Ende der Drahtwindungen
des Elektromagneten K verbunden. Der Strom durchlauft daher von der Schraube f
aus die Windungen des Elektromagneten K und gelangt über die Klemme S zum anderen
Pol der Batterie zurück. Unter dem Einflufs des Stromes wird der Anker L durch den
Elektromagneten K angezogen und der Hammer T schlägt gegen die Glocke U. Gleich-
zeitig wird aber der Winkel J von der Feder H wegbewegt und letztere freigegeben, so dafs
sie in die freie Lage zurückfedert und durch den Druck gegen das Contactstück d der Unruhe
D den Anstofs zu einer Schwingung giebt. Der Contact zwischen der Feder H
und dem Contactstück d wird aber in demselben Augenblick aufgehoben und der Anker L
vermittels der Abreifsfeder JV abgezogen. Erst nachdem die Unruhe D diese Schwingung hin
und wieder zurück ausgeführt hat, wird der Contact zwischen H und d wieder hergestellt,
wodurch der zweite Glockenschlag erfolgt. Dieser Vorgang würde sich so lange wiederholen,
als die Leitung durch den Taster O geschlossen ist. Die Glockenschläge erfolgen
dabei ähnlich wie bei dem Schlagen einer Uhr in langsamen Tempos auf einander.
Statt der zum Anschlag des Hammers T dienenden regulirbaren Schraube Y in dem
Winkel Z kann auch eine zweite Glocke angebracht weiden zur Erzielung von Doppelschlägen.
Durch die Anordnung der Feder H, welche der Unruhe D nach einer Hin- und Herschwingung
einen neuen Impuls immer in gleicher Stärke ertheilen mufs, wiederholen sich
auch die Glockenschläge immer in gleichen, von der Stromstärke gänzlich unabhängigen
Zeitintervallen. Die Aufeinanderfolge der einzelnen Glockenschläge lä'fst sich durch eine
besondere Stellvorrichtung verlangsamen oder beschleunigen. Zu dem Zwecke ist die Messingsäule
G, in welche die Feder H eingeklemmt ist, aus zwei Theilen gebildet, derart, dafs der
Zapfen F an dem oberen Theil in die Ausbohrung des unteren, auf der Grundplatte A
befestigten Theiles drehbar eingesetzt ist und durch die Schraube W festgeklemmt werden
kann. Je nachdem der obere Theil der Säule G vermittels des vorstehenden gerippten Randes X
nach der einen oder anderen Richtung hin gedreht wird, kann die Feder H schwächer
oder stärker gegen den Winkel J gespannt werden. Durch schwächeres Anspannen wird
auch der Impuls zu den Schwingungen schwächer, die Schwingungen werden daher kleiner und
die auf einander folgenden Glockenschläge in beschleunigtem Tempo hörbar, und umgekehrt.
Um die nachtheilige Wirkung des Extrastromes auf den Contact zwischen der Feder H
und dem Contactstück d möglichst zu beseitigen, ist auf den Anker L die Feder g festgeschraubt,
deren Ende die Contactschraube h gegenübersteht. Hierdurch wird bei entsprechender
Regulirung der letzteren nach erfolgtem Anzug des Ankers L die Batterie in
sich kurz geschlossen und infolge dessen die Funkenbildung zwischen den Contactstellen der
Feder H und des Contactstückes d geschwächt. Durch die nunmehr zu beschreibenden Constructionstheile
wird das Schlagwerk dahin ergänzt, dafs dasselbe auch ferner eine bestimmte Anzahl von langsam auf einander folgenden
Glockenschlägen selbstthätig unter Einwirkung einer Batterie abgeben kann, nachdem ein einmaliger
Contactschlufs stattgefunden hat.
Den Bewegungen der Achse e folgt der mit ihr fest verbundene Hebel i mit der Schiebeklinke
k, welche um die in den Hebel i fest eingesetzte Achse Z drehbar ist, und deren
Drehbewegung nach der einen Seite hin durch den Anschlagarm m und den Stift η begrenzt
wird. Das Ende der Schiebeklinke k liegt in der Zahnlücke eines in Fig. 2 z. B. mit
60 Zähnen versehenen Sperr- und Schlofsrades A1 und schiebt dieses Rad in der Pfeilrichtung
um einen Zahn weiter, sobald der Elektromagnet K erregt und der Anker L angezogen
worden ist. Das etwaige Weiterschieben des Rades A1 um mehr als um einen
Zahn wird dadurch verhindert, dafs das Ende der Schiebeklinke gegen den Stift 0 anstöfst.
Einer etwaigen Drehung des Rades A1 in entgegengesetzter Richtung wirkt die um die
Achse ρ drehbare Sperrklinke q entgegen, die vermöge des mit ihr verbundenen schweren
Gegengewichtes r bei dem Weiterbewegen des Rades A1 jedesmal in eine folgende Zahnlücke
eingreift. Das Sperr- und Schlofsrad A1 ist seitlich mit einer Anzahl von Stiften in gleichen
Abständen von einander versehen. In Fig. 2 sind z. B. sechs solcher Stifte angegeben, doch
kann die Zahl derselben beliebig geändert werden. Im Zustand der Ruhe befindet sich
unterhalb der Achse f, um die sich das Rad A1
dreht, ein solcher Stift s und liegt auf der kleinen Auflagerfläche am Ende des einen
Armes u eines Winkelhebels auf, dessen anderer Arm ν ist. Dieser Winkelhebel ist auf die
Welle n> drehbar aufgesetzt. Durch eine Feder χ wird der liegende Arm u stets nach
oben gedrückt. Neben dem aufrechten Arm ν, der den Platincontactstift y trägt, ist auf die
isolirende Hartgummiplatte B1 der Messingwinkel £ und gegen dessen aufrecht stehenden
Schenkel die Feder CL1 angeschraubt. Gegenüber
dem Platincontactstift y ist dieser Schenkel durchbohrt, so dafs ersterer mit der Feder αλ
in Berührung kommen kann. Die Hartgummiplatte B1 , die Achsen t ρ und w des
Rades A1 bezw. der Sperrklinke q und des Winkelhebels mit den Schenkeln u und v, sowie
der Winkel b1 , in welchen die Feder χ
eingeklemmt ist, sind in einer auf die Grundplatte A aufgeschraubten Messingplatte C1 befestigt.
Die vorstehend genannten Theile functioniren durch einen stattgehabten momentanen
Leitungsschlufs auf folgende Weise: Durch das Weiterschieben des Sperr- und Schlofsrades A1 um einen Zahn ist auch der
untere Stift s dieses Rades von der Auflagerfläche
des Armes u wegbewegt, und der Platincontactstift y durch Einwirkung der Feder
χ auf den Winkelhebel u ν gegen die Feder Ci1 gedrückt worden. Da letztere Feder
mit der Klemme D1 und diese mit dem einen Pol der Batterie verbunden ist, so findet nun
der Strom eine geschlossene Leitung, welche so lange geschlossen bleibt, bis der folgende
Stift S1 des Rades A1 den" Arm u wieder
niederdrückt und den Localschlufs der Leitung aufhebt. Der Stromlauf ist in Fig. ι durch
die Pfeilrichtung angedeutet. Durch den Platinstift y und den Winkelhebel u ν erreicht
der Strom das Metall und läuft auf dem oben angegebenen Weg weiter durch den Elektromagneten
K und zum anderen Pol der Batterie zurück. Enthält, wie z. B. in Fig. 2 angegeben,
das mit 60 Zähnen versehene Sperr- und Schlufsrad A1 6 Stifte, so giebt also das
Schlagwerk durch jedesmaliges kurzes Schliefsen der Leitung 10 langsam auf einander folgende
Glockenschläge ab; sind 12 Stifte in das Rad A1
eingesetzt, so erfolgen nach jedem Stromschlufs 5 Glockenschläge u. s. w.
In gleicher Weise wie das Läutewerk nach den Zeichnungen und der vorhergegangenen
Beschreibung infolge des Ankeranzuges arbeitet, kann auch durch Umkehrung der Mechanismen
die Sperr- und Schlofsvorrichtung nach erfolgtem . Anzug des Ankers durch das - Zurückgehen
der Abreifsfeder N betrieben werden.
Das Läutewerk kann ferner dazu benutzt werden, um die Stunden zu schlagen. In dem
Fall ist das Sperr- > und Schlofsrad A1 nach
Fig. 4 z. B. mit 78 Zähnen und mit 12 Stiften in den der Anzahl der Schläge entsprechenden
Abständen versehen. Der Stromschlufs wird dann alle Stunde durch1 den in einem Gehwerk
angebrachten Contact hergestellt.
Wenn auch die- Viertelstunden geschlagen werden sollen, so wird ein zweites Schlagwerk
mit einem Sperr- und Schlofsrad von 10 Zähnen und 4 Stiften mit ersterem in Verbindung gebracht,
das alle Viertelstunde durch den Contact in einem Gehwerk in Thätigkeit gesetzt wird
und seinerseits wieder nach jedem Umgang des Rades einen Contact für das erste Schlagwerk mit Stundenschlag herstellt.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:
Ein elektrisches Läutewerk, gekennzeichnet:ι. durch die Unruhe D und die in der Ruhelage angespannte Contactfeder H, welche bei erfolgtem Anzug des Ankers L durch den Winkel J an dem Ankerträger M freigegeben wird und der Unruhe D den Impuls zu einer durch die Spiralfeder E beeinflufsten Hin- und Herschwingung um die Achse C ertheilt, wodurch jedesmal der Contact zwischen dem Contactstück d und der Contactfeder H geschlossen und wieder geöffnet wird und das Läutewerk dementsprechend während der Dauer eines Leitungsschlusses langsam auf einander folgende einzelne Glockenschläge abgiebt, deren Zeitintervalle durch die verstellbare Contactfeder H regulirbar sind; - 2. durch das Sperr- und Schlofsrad A1 mit den seitlich angebrachten Stiften s S1 . . ., das vermittels der beweglichen Schiebeklinke k an dem mit der Achse e verbundenen Hebel i nach stattgehabtem einmaligen Leitungsschlufs bei, dem Anzug des Ankers L je um einen Zahn weitergeschoben wird, wobei sich der Stift s von dem Arm u fortbewegt und der Platinstift y in dem Winkelhebel u ν durch den Druck der Feder χ gegen letzteren mit der Feder ax zum Contact kommt, der so lange geschlossen bleibt und den Strom in das Läutewerk eintreten läfst, bis der folgende Stift S1 an die Stelle von 5 getreten ist und den Arm u wieder niedergedrückt hat, infolge dessen das Läutewerk eine begrenzte Zahl von Einzelschlägen abgiebt, deren Zahl und Reihenfolge wählbar ist, je nach der Annahme der Zähnezahl für das Sperr- und Schlofsrad A1 und der Zahl und Stellung der Stifte s S1
in demselben.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE49839C true DE49839C (de) |
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