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Vorrichtung zur Kristallisation von Naphthalin Die Erfindung bezieht
sich auf eine Vorrichtung zur Kristallisation von Naphthalin, wobei in einem mit
Absaugevorrichtung versehenen Kristallisierkasten ein das Gut aufnehmendes Sieb
eingesetzt ist.
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Derartige Siebeinsätze sind zwar bei Kristallisationsanlagen, in
welchen Laugen durch Abkühlung oder sonstige Weise entkristallisiert oder Kristalle
mit Decklaugen behandelt wurden, bereits angewandt worden. Aus verschiedenen Gründen,
unter anderem deswegen, weil man bei Vorhandensein einer Absaugvorrichtung in dem
Kristallisationsapparat ein zu starkes Zusammenbacken des Naphthalins befürchten
mußte, hat man bisher davon Abstand genommen, derartige Siebkristallisiereinrichtungen
unter gleichzeitiger Absaugwirkung auch für Naphthalin zu verwenden.
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Wie Versuche ergeben haben, gelingt es jedoch unter Einhaltung der
durch die Erfindung gewonnenen Maßnahmen, eine Entölung des Rohnaphthalins, und
zwar in einem bisher noch nicht erreichten Grad, zu erzielen.
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Erfindungsgemäß ist die Vorrichtung so getroffen, daß in einem Kristallisierkasten
ein Siebkasten mit geringem Zwischenraum angeordnet, durch eine geeignete Vorrichtung
herausnehmbar und zu einem Sammelraum verfahrbar gemacht ist, wobei der Siebkasten
mit einer beweglichen Seitenwand ausgestattet ist, um die Entleerung des Gutes in
den Sammelraum zu erleichtern.
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Diese Anordnung hat nicht nur den Vorteil, daß man ein bedeutend
ölfreieres Rohnaphthalin erhält als nach dem bisher bekannten Naph thalinentölungsverfahren,
wodurch die Weiter verarbeitung des Rohnaphthalins auf Zwischen und Reinprodukte
erheblich erleichtert wird, sondern die Erfindung bewirkt auch dadurch eine vollkommene
Mechanisierung des Naphthalinkühlhausbetriebes, daß der Siebeinsatz verfahrbar und
durch eine aufklappbare Seitenwand entleerbar gemacht ist. Während bisher das sogenannte
»abgetropfte« Rohnaphthalin von Hand mit Schaufeln aus den Kristallisierkästen auf
besondere Abtropfbühnen geworfen werden mußte, wird nach der vorliegenden Erfindung
der Siebeinsatz unmittelbar auch als Fördergefäß verwendet, so daß hierdurch nicht
nur jedwede Handarbeit überflüssig wird, sondern auch viel Aufwand an Zeit, Kraft
und Werkzeugen erspart und andererseits die überaus gesundheitsschädigende Wirkung
der Ausräumung der Kristallisationskästen vermieden wird.
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Auf der Zeichnung ist die Erfindung in einer beispielsweisen Ausführungsform
dargestellt, und zwar zeigt Abb. I einen Querschnitt, Abb. 2 einen Grundriß, Abb.
3 einen Längsschnitt, Abb. 4 die Draufsicht auf den Behälter, Abb. 5 einen Schnitt
nach Liniey-y von Abb. 4, Abb. 6 einen Schnitt nach Linie z-z von Abb. 4, Abb. 7
die Bekleidung eines der Löcher des Siebkastens.
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In dem mit Laufkran be und Laufkatze b ausgerüsteten Betriebsraum
sind auf einer Bühne c eine Anzahl Behälter d aufgestellt, denen durch eine Rohrleitung
e das Mittel- oder Schweröl zugeführt wird. Jeder Behälter ist mit einem Bodenventil
f versehen, an welche sich die Abzweige g der zu den Druckkesseln h führenden Rohrleitung
i anschließen. Die Druckkessel in sind durch eine mit Absperrorgan k versehene Rohrleitung
mit einer Saugpumpels Saugpu;rnpe n verbunden.
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Gemäß der Erfindung wird nun in jeden der Behälter d unter Belassung
eines ringsum laufenden Spielraumes von 3 bis IO cm ein Siebkasten o eingesetzt,
der um eine Kleinigkeft über den offenen Behälter f hinausragt.
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Mit seinem vorstehenden Rand p legt sich der Siebkasten Q auf den
Rand q des Behälters d auf, wobei zweckmäßig zwischen den beiden Rändern p und q
Dichtungsmaterial vorgesehen ist. Der Siebkasten o besteht aus einem eisernen Rahmengestell,
der Boden r und die Seitenwände r', r" sind gelochte Bleche, und jedes Loch s in
diesen ist durch ein aufgelötetes feinmaschiges Sieb s' verschlossen (Abb. 7).
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Der Zufluß des zu verarbeitenden Öles wird zweckmäßig durch eine an
die Rohrleitung e angeschlossene Pumpe oder einen Kompressor bewirkt.
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Der Abfluß des Öles aus den Behältern d durch die Rohrleitungen g,
i geschieht unter der Wirkung des durch die Pumpe ft in den Kesseln entstehenden
Vakuums. Das Einsetzen und Herausnehmen der Siebkästenterfolgt, wie aus Abb. I ersichtlich,
vermittels der Laufkatze. In der dort gezeichneten Hängelage verbleibt der Siebkasten
eine Weile, um den Rest des darin befindlichen Öles abtropfen zu lassen. Die vordere
Stirnwand des Siebkastens o ist nach unten aufklappbar und durch seitliche Führungsschilder
w in ihren Endlagen begrenzt.
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Zum Verschließen und Öffnen der als Aufschlagklappe dienenden Stirnwand
i£ dient ein Haken oder Riegel x (Abb. 6).
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Die Grenzlage der Klappe u (Abb. 3) ist so gewählt, daß das Kristallgut
bequem in den Sammeltrichter t abrutschen kann.
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Wie Versuche ergeben haben, verbleibt in dem Siebkasten bei der Kristallisation
von Mittelöl etwa 30 bis 50 °/0 Kristallgut.
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Nach Beendigung des Abtropfens des Öles wird der Siebkasten o mittels
des Kranes a zu dem Sammeltrichter t befördert, dort, wie Abb. 3 zeigt, in Schräglage
gebracht, so daß nach dem Öffnen der Klappe « das Kristallgut in den Sammeltrichter
t fällt, von wo es mittels Wagen v oder durch sonst geeignete Transportvorrichtungen
dem Naphthalinlager oder der Anthracenfabrik zugeleitet wird.
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PATENTANSPRÜC : E : E : I. Vorrichtung zur Kristallisation von Naphthalin,
bestehend aus einem mit einem Siebeinsatz versehenen Kristallisierkasten mit Absaugvorrichtung,
dadurch gekennzeichnet, daß in einem Kristallisierkasten ein Siebkasten mit geringem
Zwischenraum angeordnet, durch eine geeignete Vorrichtung herausnehmbar und zu einem
Sammelraum verfahrbar gemacht ist, wobei der Siebkasten mit einer beweglichen Seitenwand
ausgestattet ist, um die Entleerung des Gutes in den Sammelraum zu erleichtern.