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Vorrichtung zum Extrahieren von öl-, fett- und wachshaltigen Stoffen
Zum Extrahieren von öl-, fett- und wachshaltigen Rohmaterialien mittels Lösemittel
sind verschiedene Vorrichtungen bekannt, welche im wesentlichen sowohl aus feststehenden
Einzel- oder mehreren zu Batterien vereinigten, bis zu zoo % des Inhaltes mit Extraktionsgut
füllbaren Gefäßen als auch aus umlaufenden Einzel-, nicht zu Batterien vereinigten,
jedoch nur bis zu 45 bis 55 % des Inhaltes mit Extraktionsgut füllbaren Trommeln
bestehen. Ferner hat sich bei den umlaufenden Trommeln bei der Austreibung der letzten
Lösemittelreste unter Vakuum und beim Trocknen des Extraktionsgutes herausgestellt,
daß die in das Innere ragenden oder in der Richtung der Längsachse angeordneten
Filterrohre sich rasch verstopfen und dadurch die Leistungen der Vorrichtungen stark
beeinträchtigen. Auch lassen die bekannten umlaufenden Trommeln eine Reinigung der
Filtrierrohre durch Waschung während des Extraktionsprozesses und ein Umwälzen des
mit C51 angereicherten Lösemittels in der Vorrichtung selbst zwecks stärkerer Anreicherung
des Öles im Lösemittel nicht zu.
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Zweck der vorliegenden Erfindung ist, eine Vorrichtung in Form einer
umlaufenden Trommel zu schaffen, welche infolge entsprechender Anordnung der Filtriervorrichtungen
gestattet, den Gesamtinhalt des Extraktors mit Extraktionsgut zu füllen, und durch
an den Stirnwänden der Trommel angebrachte Kammern die Vereinigung mehrerer Apparate
zu einer Extraktorenbatterie wie bei den feststehenden Gefäßen ermöglicht. Gleichzeitig
besteht die Möglichkeit, Waschungen der Filtriervorrichtungen während des Extraktionsprozesses
und ein Umwälzen des mit Öl angereicherten Lösemittels ausführen zu können. Ferner
wird die Verstopfung der Filtriervorrichtungen durch eine besondere, entsprechend
gewählte Querschnittsform der Filterflächen selbst und durch Mittel, die Filterflächen
bei ruhendem als auch rotierendem Extraktor zu reinigen, zu spülen und nach beendeter
Filtration zu schließen, vermieden, wobei das Trocknen des Extraktionsgutes bzw.
Austreiben der letzten Lösemittelreste unter Vakuum nicht über die geschlossenen
Filtriervorrichtungen, sondern über die in den Einfüllöffnungen eingebauten Einsatzfilter
vorgenommen wird.
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Eine Ausführungsform des Gegenstandes der Erfindung ist in Abb. r
im Längsschnitt, in Abb. 2 im Querschnitt, in Abb. 3 in der Seitenansicht dargestellt.
Abb. q. ist eine Extraktorenbatterie. Die mit einem Heizmäntel versehene umlaufende
Trommel A ruht mit den Laufkränzen r auf den Tragrollen z und wird durch ein Schneckengetriebe
3 in Umdrehung versetzt. Die Trommel besitzt an den Stirnwänden Umleitungs- oder
Sammelkammern h und i, welche in Verbindung mit Stoffbüchsenanordnungen
zu den Zapfen B
und C ausgebildet sind und durch die Verbindungsleitungen
J und K, X und Y die Anschlüsse in die umlaufende Trommel A ermöglichen. Die Trommel
selbst besitzt parallel zu deren Längsachse mit den Zapfen B und C verbundene Filtriervorrichtungen
D und E eingebaut, welche in beliebiger Anzahl in der Trommel angeordnet sein können
und einen den Erfahrungen angepaßten Querschnitt von der Form eines abgeflachten
Kreissegments besitzen, der aus Abb. a ersichtlich ist. Diese Querschnittsform der
Filtriervorrichtungen D und E verhindert, wenn der abgeflachte Teil des Kreissegments
auf der der Drehrichtung entgegengesetzten Seite liegt, ein Festbacken vonExtraktionsgut
zwischen Trommelwand und Filtriervorrichtungen sowie an den Filtriervorrichtungen
selbst infolge der Scheuerwirkung des Extraktionsgutes während der Rotation. Ferner
sind die mit einem Filtertuch G aus Jute, Baumwolle oder Metall überzogenen gelochten
unteren Siebe F der Filtriervorrichtungen D und E gegen Verstopfung der freien Filterfläche
durch in der Richtung der Längsachse der Filtriervorrichtungen verschiebbar angebrachte,
dem unteren Siebe F entsprechend stark konisch gelochte Schutzbleche H geschützt.
Die Bewegung der SchutzblecheH erfolgt von den Stirnwänden der Trommel aus durch
eine besondere Vorrichtung L, beispielsweise bestehend aus einer Zahnstange, einem
Zahnrad und einem Hebel, welche eine ziehende Bewegung gegen die Stirnwände ermöglicht,
was außer einer Schließung oder Öffnung der freien Filterflächen zur Folge hat,
daß das an dem Filtertuch festgebackene Extraktionsgut abgescharrt und die freie
Filterfläche gereinigt wird. Eine Öffnung und Schließung der freien Filterflächen
in bestimmten Zeitintervallen während der Rotation als auch eine dauernde Öffnung
oder Schließung bei ruhendem oder rotierendem Apparat kann durch einen besonderen
Mechanismus bewirkt werden. Das Ausdämpfen erfolgt über die in den in beliebiger
Anzahl vorhandenen Einfüllöffnungen j11 rasch auswechselbar eingebautenEinsatzfilterN,welche
durch die Leitungen 0 mit dem Zapfen B verbunden sind, so daß eine Verstopfung der
Filtriervorrichtungen D und E nicht mehr vorkommen kann. Eine Ausführungsform der
Einsatzfilter N ist in Abb. a dargestellt und besteht im wesentlichen aus
einer Filterfläche P, welche durch Federn 0 auf den Abdichtungsring R gedrückt wird.
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Der Arbeitsvorgang ist derartig, daß das Extraktionsgut durch eine
der Einfüllöffnungen M eingebracht, hierauf diese verschlossen und der Apparat rotiert
wird, wodurch eine Ausebnung des Extraktionsgutes erfolgt und eine Nachfüllung ermöglicht
wird. Alsdann kann die Vortrocknung des Extraktionsgutes stattfinden, indem man
=durch die Leitung a, Ventil b, Leitung c Dampf in den Mantel einströmen läßt und
das Kondenswasser durch die Leitungen d und e abführt. Nach erfolgter
Vortrocknung wird das Extraktionsgut je nach seiner Beschaffenheit mit Lösemittel
im flüssigen oder gasförmigen Zustande durch die geöffneten Ventile f und g, bei
geschlossenen Ventilen k und Z durch die Leitung K in die durch entsprechende Hebelstellung
der Vorrichtung L geöffnete untere Filtervorrichtung E eingelassen. Die verdrängte
Luft gelangt durch die entsprechende Hebelstellung der Vorrichtung L, geöffnete
Filtriervorrichtung D, Leitung J, geöffnete Ventile in und x, geschlossene
Ventile 1, und h in die Sammelkammer lt des Zapfens B, durch das in die Sammelkammer
lt einmündende Rohr p bei geschlossenen Ventilen q und r, geöffnetem Ventil
s in die Brüdenleitung t. Nach erfolgter Durchdringung des Extraktionsgutes mit
dem Lösemittel wird nach vorheriger Schließung der Ventile g und na die Trommel
in Umdrehung versetzt. Die Extraktionsflüssigkeit eines allein arbeitenden Apparates
wird nach vorheriger Einstellung desselben in die Filtrierlage, indem die Filtriervorrichtung
E nach unten, die Filtriervorrichtung D nach oben zu liegen kommt, mit Lösemittelflüssigkeit
oder Lösemitteldampf bei geöffneten Ventilen f und l und durch die
Leitung J bei geöffneten Filtriervorrichtungen D und E, geöffnetem Ventil W und
geschlossenem Ventil v aus dem Apparat abgedrückt.
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Das Umwälzen des Lösemittels behufs Anreicherung des Öls in diesem,
was einen wesentlichen Vorteil der Erfindung darstellt, kann auf zwei Wegen erfolgen:
die Pumpe S drückt das Lösemittel bei geöffneten Ventilen f und g, geschlossenen
Ventilen k und l
durch die Leitung Kin die geöffnete Filtriervorrichtung
E nach der geöffneten Filtriervorrichtung D und von dieser durch die Leitung J bei
geöffneten Ventilen in und 7z, bei geschlossenen Ventilen Z in die Sammelkammer
1a, durch das Rohr p bei geöffnetem Ventil q, geschlossenen Ventilen r und
s in die Saugleitung der Pumpe S. Ein anderes Mal ist die Umwälzung über die Zapfen
B und C möglich, indem die Pumpe S das Lösemittel über die geöffneten Ventile f
und g bei geschlossenen Ventilen k, 1, in und n durch die Leitung K, durch
die geöffnete Filtrierv orrichtung E nach der geöffneten Filtriervorrichtung D bei
geöffnetem Ventil w, bei geschlossenem Ventil x in die Sammelkammer
i
durch Rohr y, bei geschlossenen Ventilen v
und T, geöffnetem
Ventil s in die Saugleitung der Pumpe S drückt.
Werden mehrere Apparate
behufs Anwendung -des Anreicherungsverfahrens hintereinander zu einer Batterie geschaltet,
so wird das von der Pumpe S angesaugte reine Lösemittel wie beim Umwälzen über die
Zapfen B und C gedrückt, jedoch muß das Ventil z geschlossen und das Ventil T geöffnet
sein, damit der Lösemitteleintritt in den nächsten Extraktor durch das Ventil Y
und Zapfen B erfolgen kann. Während des Arbeitens in Batterie können die Apparate
rotieren und die Schutzbleche H der Filtriervorrichtungen D
-und E
durch einen Mechanismus in regelmäßigen Zeitabschnitten geschlossen und geöffnet
werden.
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Nachdem die Entölung beendet und das Extraktionsgut durch Lösemitteldämpfe
fast trocken abgedrückt worden ist, beginnt die Austreibung der letzten Lösemittelreste,
derart, daß die Filtriervorrichtungen D und E durch entsprechende Hebelstellung
geschlossen, somit vor weiteren Verstopfungen geschützt werden. Die Austreibung
erfolgt gegenüber bekannten Vorrichtungen nicht über die zur Filtration benutzten
Filtriervorrichtungen D= und E, sondern über die in den Einfüllöffnungen M eingebauten
Einsatzfilter 1V durch die Rohre O, über die geöffneten Ventile V und
U der Sammelkammer h, das Rohr p bei geschlossenen Ventilen
r und q,
geöffnetem Ventil s zur Brüdenleitung t.