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Vorrichtung zum selbsttätigen Verschließen von Gasleitungen nach Erlöschen
dir Flamme Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet die weitere Ausgestaltung
des Patents 473 56o, das sich auf eine Vorrichtung zum selbsttätigen Verschließen
von Gasleitungen nach Erlöschen einer Flamme bezieht, wobei in der Nähe des mit
dem Gasabsperrorgan in Verbindung stehenden Sperrades bzw. der Sperrscheibe sich
eine vom Ausdehnungskörper bewegte Sperrklinke befindet. Durch das Zusatzpatent
wird dne wesentliche Vereinfach::ung der Konstruktion des Hauptpatents bei zuverLässiger
Wirkungsweise erzielt, da hierdurch nicht nur die richtige Wirkungsweise, sondern
auch die Unzugänglichkeit gegenüber äußeren Eingriffen sowie die Reinhaltung der
Vorrichtung gewährleistet wird.
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Das Neue der zusätzlichen Erfindung beruht darauf, daß alle zur Sperrung
und Freigabe des Gasabsperrorgans dienenden Teile, bis auf den Ausdehnungskörper
selbst, innerhalb des Gehäuses des Absperrorgans untergebracht sind. Der Ausdehnungskörper
kann aus hochhitzebeständigem Stoff ausgeführt werden, welches sich auch bei unmittelbarer
Flammeneinwirkung durch Kohleaufnahme nicht zerstören läßt. Ein solcher Baustoff
ist z. B. Chromnickel bzw. Chromnickeleisen oder eine ähnliche Legierung. Dieses
Material ist wesentlich dauerhafter bei unmittelbarer Flammeneinwirkung als,z. B.
Platin, welches in den bekannten Vorrichtungen meistens angewandt wird.
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Eine besondere Art des Ausdehnungskörpers beruht erfindungsgemäß darauf,
daß derselbe als Gabel ausgebildet ist, deren zwei Arme der Flammenhitze unmittelbar
ausgesetzt sind. Hierdurch wird erreicht, daß einerseits die wirksame Endverschiebung
im Verhältnis zur linearen Ausdehnung, andererseits die der Flamme ausgesetzte Länge
des Ausdehnungskörpers wesentlich vergrößert wird. Dies hat z. B. in der Anwendung
auf Gasküchen eine weittragende Bedeutung. Der der Erwärmung unterliegende Draht
kann bei der Anwendung der Vorrichtung auf Laboratoriumsbrenner (Bunsenbrenner)
erfindungsgemäß eine besondere Ausgestaltung erhalten. In diesem Falle kann sein
oberes Ende an einer Blechhülle befestigt werden, die parallel zur Brennerhülle
angeordnet und im oberen Teil neben der Brennerflamme offen gehalten wird. Auf diese
Weise wird erreicht, daß nur der aus der Blechhülle herausragende obereDrahtteil
von der Brennerflamme erwärmt wird und daher auch beim Zurückschlagen der Flamme
die Wirkung des Ausdehnungskörpers aufhört, was ein Erlöschen bzw. Verschließen
der Gaszufuhr zur Folge hat.
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Der Erfindungsgegenstand ist auf der beiliegenden
Zeichnung
in einigen Ausführungsbeispielen dargestellt worden.
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Abb. i ist ein Hauptlängsschnitt, Abb.:2 ein Ouerschnitt in Höhe der
Sperrvorrichtung Jurch den Gashahn.
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Abb. 3 zeigt eine Seitenansicht bzw. teilweisen Längsschnitt
einer mit mehreren Brennern versehenen Heizvorrichtung von Gasöf en o. dgl.
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Abb. 4 ist die Draufsicht eines Gasküchenherdes, währendAbb.5 denAusdehnungsdraht
in größerem Maßstabe darstellt.
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Abb. 6 zeigt einen mit der Vorrichtung versehenen Bunsenbrenner
in der Seitenansicht bzw. im Längsschnitt.
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Abb. 7 ist ein Querschnitt der mit einem Reibungsgesperre versehenen
Vorrichtung. Im Gehäuse i ist der Hahnkonus 2 mittels Handgriffs 4 drehbar angeordnet.
Auf dem dünneren oberen Halse des Konus 2 ist das Sperrädchen 5 mit Reibung
drehbar, wobei die gegenseitige Drehung durch die beiden Stifte 6 und
7 begrenzt wird, von denen 6 im Sperrade, 7 im Konushalse sitzt.
Eine S chraubenfeder 12" deren oberes Ende im Sperrad 5,
das untere
dagegen im Hahngehäuse i be-
festigt ist, sucht das Sperrad und durch gegenseitige
Einwirkung der Stifte 7 und 6 auch den Hahnkonus 2 stets in die Verschlußstellung
zurückzudrehen.
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Im oberen wagerechten zylindrischen Ansatz des Gehäuses i wird der
darin geführte, mit einer Sperrklinke versehene Kolben io durch die Druckfeder ii
stets in die Stellung verschoben, in welcher die Klinke am Sperrrade 5 anliegt.
An der mit Gewinde versehenen gegenüberliegenden Kolbenstange greift mittels Schraubennippels
8 das Ende des als Ausdehnungskörper dienenden hitodb,estä-adigen Drahtes,
Bandes o. dgl. 9 (z. B. eines Chromnickeldrahtes) an, welcher derWirkung
der Gasflamme ausgesetzt ist und dessen anderes Ende festgeklemmt ist.
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Zur Erklärung der Wirkung der Vorrichtung diene z. B. die Heizeinrichtung
nach Abb. 3, worin der vorhin beschriebene Gashahn mit 14, das mehrere Flammen
speisende Gasrohr mit 18 bezeichnet ist, und worin der mit dem Nippel
8 verbundene Ausdehnungsdraht 9 in 19 f estgeklemmt ist.
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Durch Drehung am Handgriff 4 wird der bisher durch die Feder 1:2,
wie beschrieben, verschlossen gehaltene Hahnkonus 2 in die Offenstellung gebracht,
in welcher die Stifte 6
und 7 sich berühren, worauf das aus 18 ausströmendeGas
entzündet wird. Das brennende Gas erwärmt nun unter ständiger Offenhaltung des Hahns
durch den Handgriff 4 den Draht 9 und verursacht dadurch dessen Längsausdehnung,
welche den Eintritt der Sperrklinke in die Zahnlücke des Sperrades 5
und eine
Behinderung der letzteren an der Zurückdrehung zur Folge hat. Nunmehr kann also
der Handgriff 4 losgelassen werden, ohne daß ein selbsttätiges Schließen des Hahns
und infolgedessen ein Erlöschen der Flammen zu befürchten wäre. Es steht jedoch
nichts im Wege, den Hahnkonus 2 mittels des Handgriffs 4 etwas zur Regelung der
Flammengröße zu drehen; das Sperrad 5 bleibt dabei stets in der Offenstellung.
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Erlischt jedoch aus irgendeinem Grunde die Flamme bzw. die Flammenreihe,
so kühlt sich der Draht (das Band) 9 ab und verkürzt sich infolgedessen,
was denAustritt derSperrklinke aus der Sperrzahnlücke zur Folge hat. Hierdurch wird
das Sperrad 5 frei und wird durch die Feder 1:2 in die Verschlußstellung
zurückgebracht, wobei durch Einwirkung der Stifte 6 und 7 aufeinander
auch der Hahnkonus --, stets sicher geschlossen wird.
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Die Abb. 5 zeigt die Anwendung der neuen Vorrichtung auf einen
Gasküchenherd. Der Gashahn 14 mit Handgriff 4 ist an der Herdplatte 2,:2 entsprechend
angeordnet. Der Ausdehnungsdraht 9, vgl. Abb. 5, ist auch hier am
Schraubennippel 8 befestigt. Er hat je-
doch zwei Abzweigungen g' und
g", deren Enden in den am Gasbrenner 23 vorgesehenen Befestigungspunkten
2o und zi z. B. in der Weise angreifen, daß die verdickten Drahtenden an entsprechenden
Ösen hängen. Die innere Feder ii sorgt hier wie auch in allen anderen Fällen für
die richtige Spannung des Drahtes 9, und der Schraubennippel 8 gestattet
stets eine genaue Einregulierung der Lage der Sperrklinke gegenüber dem Sperrrade
5.
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Schließlich ist in Abb. 6 als Beispiel die Anwendung der Vorrichtung
auf einen Laboratoriumgasbrenner (sogenannter Bunsenbrenner) dargestellt. Der an
sich bekannte Brenner 13 ist mit dem Gashahn 14 versehen, der z. -B. durch das Rädchen
16 betätigt wird. Der wiederum am Nippel 8 angreifende Ausdehnungsdraht9
ist oben in 17 am oberen Ende einer mit dem Brenner 13 verbundenen Blechhülse
15 befestigt, die oben nach dem Brenner zu offen ist. Die in der beschriebenen
Weise zustande kommende Gasflamme wirkt also auf den oberen Teil des Ausdehnungsdrahtes
9
ein. Es ist charakteristisch, daß die Vorrichtung auch stets bei jedem bekannten
»Zurückschlagen« der Flamme im Bunsenbrenner zur Wirkung gelangt, da ja, bei der
gewählten Konstruktion, jedes »Zurückschlagen« eine Abkühlung des Ausdehnungsdrahtes
9 zur Folge haben muß.
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Statt des in Abb. i und :2 dargestellten Zahngesperres kann, wie in
Abb. 7 dargestellt, auch einReibungsgesperre angewandt werden. Es tritt dann
an Stelle des gezahnten Sperrrades
5 das Reibrad :25, und
die Sperrklinke am Kolben io ist durch den Teil:24 ersetzt, der zur Vergrößerung
der Reibung mit einem entsprechenden Belage (Fiber) ausgelegt sein kann.