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Selbsttätige Waage Die Erfindung betrifft selbsttätige Waagen, bei
denen in bekannter Weise das Füllgut aus einem an den Vorratsbehälter angeschlossenen
Vorfüllraum in die Waagschale fließt und der Zufluß zu dieser durch eine sich beim
Senken der Waagschale auslösende Klappe gesperrt wird und das Öffnen der letzteren
für erneuten Zufluß des Füllgutes zur Waagschale durch einen ein- und ausschaltbaren
Kraftantrieb erfolgt.
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Gemäß der Erfindung erfolgt der Kraftantrieb durch ein ständig angetriebenes
Reibungsgetriebe, das durch ein Gesperre festgehalten wird und nach Auslösung des
letzteren beim Schließen der Klappe freigegeben wird, worauf -es eine einmalige
Umdrehung ausführt und dabei die Klappe wieder öffnet. Damit die Dauer der Öffnung
der Klappe geregelt werden kann, geschieht ihr Öffnen durch einen mit dem Reibungsgetriebe
in beliebiger Winkelstellung kuppelbaren Dreharm. Es ist so möglich, bei Füllgut
aller Art die neue Füllung erst nach der sicher erfolgten Rückkehr der Waagschale
in die Aufnahmestellung zwangläufig einsetzen zu lassen, so daß Verluste und falsche
Wägungen vermieden werden. Die neue Waage eignet sich besonders zum genauen AbZv
iegen von leichten stückigen Gütern, wie Reisstärke, Magnesia u. dgl.
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Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand im Ausführungsbeispiel
dargestellt.
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Abb. i zeigt eine Seitenansicht und Abb. 2 eine Vorderansicht des
in Betracht kommenden Teiles der Waage, während Abb.3 eine zweite Stellung der Teile
gemäß Abb. i zeigt.
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Abb. ,4 zeigt eine Einzelheit.
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Der Vorratsbehälter i für das Füllgut ist schwenkbar auf Zapfen a
der Gestellarme 3 gelagert und stützt sich mit Rollen d. auf Scheiben 5 mit gewellter
oder gezahnter Umfangsfläche, deren Achse 6 von einer Riemenscheibe 7 aus dauernd
in Umdrehung versetzt wird. Dem Behälter i wird also eine fortwährende senkrechte
Rüttelbewegung erteilt. Außerdem erhält der Behälter i eine waagerechte Rüttelbewegung,
die mittels Gestänges 34, 35 und eines Winkelhebels 36 erzielt wird. DieRüttelvorrichtungen
sind zweckmäßig ausrückbar, um entweder die eine oder andere oder auch beide Rüttelarten
wirken lassen zu können. An den geneigt liegenden Behälter i schließt ein Vorfüllraum
8 an. Ein Schieber 9 regelt die Zufuhr vom Behälter i in den Raum 8, die durch die
Rüttelbewegungen beschleunigt wird. Aus dem nach vorn offenen Raum 8 fließt das
Füllgut in die Schale io einer beliebigen Waage. Der Raum 8 wird nach Erreichung
der richtigen Füllmenge durch eine schwenkbar auf einer Achse i i der Gestenarme
1-2 gehaltene Klappe 13 verschlossen, indem ein mit der Waagschale io durch eine
Stange 1q.' verbundener Anschlag 14 eine Klinke 31 auslöst, die den Haken 15 der
Klappe 13 freigibt. Ein zweiter Arm 16 der Klappe 13 ist durch ein Gewicht 17 beschwert,
an
dem ein Anschlagstift 18 sitzt. Dieser löst beim Schließen der Klappe 13 einen Gewichthebel
i9 aus einer Sperrscheibe 20, die durch Riemen z1 und Riemenscheibe 22 von der Achse
6 aus angetrieben wird. Während der Sperrstellung der Scheibe 20 gleitet der Riemen
21 auf der Scheibe 22, nimmt diese aber nach dem Auslösen des Hebels i9 nebst der
Achse 23 mit. Auf letzterer sitzt ein durch Schraube 24. verstellbarer Dreharm 25,
der in der Bewegungsbahn des Armes 16 der Klappe 13 liegt.
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Die Waagschale io trifft beim Senken mit einem Winkelhebel 26 auf
einen festen Anschlag 27, der den Sperrhaken 28 auslöst, so daß die Waage in die
punktierte Stellung nach Abh. 3 umkippt und sich entleert. Sie kehrt alsdann in
ihre Anfangsstellung zurück, wobei ein Anschlag 29 an eine Leiste 30 stößt,
die die Waagschale wieder in die Verschlußstellung bringt.
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In der Stellung nach Abb. i fließt das Füllgut aus dem geöffneten
Raum 8 in die Waagschale io, die sich senkt und mittels des Anschlages 14. den Hebel
31 schwenkt (Abb. 3). Die freigegebene Klappe 13 schließt sich sofort und sperrt
den weiteren Zufluß ab. Die sich senkende Waagschale entleert sich in der beschriebenen
Weise und nimmt ihre Anfangsstellung wieder ein. Beim Schließen der Klappe 13 wird
die Scheibe 2o ausgelöst und der Arm 25 in Umdrehung versetzt, der nach einem Umlauf
die Klappe 13 wieder öffnet (Abb. q.), so daß der Zufluß erneut einsetzt. Die Sperrscheibe
2o wird nach einmaliger Drehung durch den Hebel i9 wieder festgestellt. Der Arm
25 ist, wie erwähnt, auf der Achse 23 einstellbar, wodurch er beim Umlauf früher
oder später an den Anschlag 16 trifft, so daß die Zeitdauer des Klappenschlusses
geregelt werden kann.
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Am Vorfüllraum 8 sind schräge Wände 32 angeordnet, die einen Zwischenraum
33 herstellen, in den beim Schließen der Klappe 13 die abbrechenden Teile des stickigen
Füllgutes eintreten können, so daß diese nicht mehr in die Waagschale fallen können.
Die Wände 32 können durch geeignete Stellmittel einander genähert und voneinander
entfernt werden, um auch hierdurch den Durchlaß des Füllgutes regeln zu können.
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Infolge der Anordnung des sich während des Klappenschlusses füllenden
Vorfüllraumes 8 wird beim Öffnen der Klappe 13 ein schnelles Abgeben einer ungefähr
stimmenden Füllgutinenge gewährleistet, so daß die Waage sehr schnell arbeiten kann.
Der Antrieb der Achse 23 kann auch- durch ein geeignetes Reibungsgetriebe erfolgen.
Infolge der neuen Anordnung ist das Abwiegen auch schwer fließender Materialien
ohne Beschädigung möglich, da keine Rührwerke, wie bisher, erforderlich sind, durch
die das Material stets mehr oder weniger beschädigt wird und die trotzdem Verstopfungen
nicht sicher vermeiden können.