DE458695C - Verfahren zum Reinigen von Kristalloidloesungen - Google Patents
Verfahren zum Reinigen von KristalloidloesungenInfo
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Description
- Verfahren zum Reinigen von Kristalloidlösungen. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen von Kristalloidlösungen, insbesondere von Sirupen, Melassen u. dgl., durch Überleiten über Zellenkonglomerate, beispielsweise Rübenschnitzel, und besteht darin, daß diese Konglomerate zwecks Erhöhung ihrer Adsorptionsfähigkeit vorbehandelt werden.
- Es ist bekannt, Zuckerrübensaft über ausgepreßte Rübenschnitzel zu filtrieren, wobei die frisch ausgepreßten Rübenschnitzel zu einer Höhe von ungefähr j m festgestampft werden. Die hohe Schicht der Schnitzel und deren Feststampfen verursachen hierbei im Betriebe eine umständliche Apparatur und erhöhte Kosten. Der Durchgang der Lösungen durch die hohe, festgestampfte Schicht geht sehr langsam vor sich, es bleiben stets große Mengen der Schnitzel im Betriebe, wobei eine Gärung der Schnitzel und Invertierung der zu reinigenden Lösungen nicht zu vermeiden ist: die durch das Stampfen beschädigten Zellenmembranen der Schnitzel erschweren die Diffusion.
- Diese Nachteile .entfallen bei dem Verfahren gemäß vorliegender Erfindung. Durch die Vorbehandlung der Konglomerate wird eine erhöhte Adsorptionsfähigkeit erzielt, so daß diese in lockerem und losem Zustande und in kleinen Mengen verwendet werden können. Es entfällt die Gefahr einer Gärung der Schnitzel und Inversion der Säfte.
- Es ist ferner ein Verfahren zur Reinigung von Zuckerlösungen bekannt, bei welchem frische Rübenschnitzel in die mit gebrauchter Gerberlohe heiß versetzte unreine Zuckerlösung eingetragen, dann abgepreßt, getrocknet und als Viehfutter verwendet werden.
- Der in den hierbei verwendeten Rübenschnitzeln verbleibende Zucker ist, da die Schnitzel verfüttert werden, für die Fabrikation verloren. Seine Menge kann bei unreifen oder ungesunden Rüben so groß sein, wie diejenige, welche man nach dem genannten Verfahren aus den zu reinigenden Abläufen gewinnt. Dadurch bietet das Verfahren keinen praktischen Vorteil. Beim Verfahren nach der Erfindung geht kein in den -Schnitzeln enthaltener Zucker verloren, weil diese im Laufe des Diffusionsprozesses nochmals abgesüßt werden.
- Wenn man im Sinne vorliegender Erfindung Rübenschnitzel Ader Konglomerate anderer Pflanzenzellen eines Teils ihrer Säfte und Wassers befreit, beispielsweise durch Pressung, Trocknung o. dgl., und sie sodann zwecks Veränderung ihrer Konstitution mit reduktiven, oxydativen oder anderen chemischen Mitteln, beispielsweise mit einem Luftstrom, behandelt, bilden diese Rübenschnitzel oder Konglomerate adsorptionsfähige - Oberflächen, welche imstande sind, den zugeführten Kristalloidlösungen bei entsprechenden Arbeitsbedingungen (Temperatur, Konzentration usw.) Verunreinigungen zu entziehen: Auf diese Weise ist es möglich, in den Lösungen ein viel günstigeres Verhältnis der Zucker zu den Nichtzuckern (Verunreinigungen) zu erzielen, also den Reinheitsquotienten zu erhöhen. Nach Trennung der Konglomerate von der auf dem gewünschten Reinheitsgrade befindlichen Lösung behält diese auch weiterhin ihre Reinheit.
- Der zur Vermeidung des osmotischen Gleichgewichts bisweilen erwünschte Konzentrationsunterschied der unreinen Lösungen gegenüber den in den Zellen der Konglomerate befindlichen Säften kann durch Beimischung von aus beliebigen Betriebsstationen abgezogenen Säften, Zuführung von Wasser, Absüßen usw. erfolgen.
- Die Verschiedenheit der Zusammensetzung der Lösungen vor und hinter den Zellenmembranen ist praktisch bereits dadurch gegeben, daß die in den Zellen befindlichen Säfte andere Stoffe enthalten als die während des Betriebes in ihrer Zusammensetzung veränderten unreinen Lösungen. Dies genügt in der Mehrzahl der Fälle für den osmotischen Gegensatz. Falls eine größere Verschiedenheit der Zusammensetzung notwendig ist, kann dies durch Zusatz von Zucker oder Zuckerlösungen oder durch Beifügung von Nichtzuckern oder Lösungen von Nichtzuckern erfolgen. Eine ähnliche Veränderung kann auch dadurch hervorgerufen werden, daß man auf bekannte Weise (z. B. durch Kalken und Saturation, Filtrieren über Kali bindende Stoffe) einen Teil der Nichtzucker aus den unreinen Lösungen früher entfernt als diese mit den zubereiteten Konglomeraten in Berührung gebracht werden.
- Die einzelnen Maßnahmen zur Änderung der Zusammensetzung der unreinen Lösungen können einzeln, in geeigneten Kombinationen und in verschiedener Reihenfolge vorgenommen werden. Beispiel i. ioo kg gesunder, aus dem zweiten oder dritten Diffuseur entnommener Schnitzel werden mit etwa 5o bis 9o cbm Luft bei ungefähr 85 bis 95° C behandelt. Diese Schnitzel sind ausreichend, um etwa ¢ kg Melasse, welche auf die den Schnitzeln aus dem .ersten Diffuseur entsprechende Konzentration gebracht wird, zu reinigen. Beispiel 2. -iookg gesunder Schnitzel aus dem zweiten oder dritten Diffuseur werden mit etwa 2o bis 45 cbm gereinigter Essengase und mit etwa 2o bis 45 cbm Luft bei 85 bis 95° C behandelt und reichen für eine Reinigung von etwa 12 bis 13 kg ersten Ablaufes aus. Beispiel 3. i oo kg derselben Schnitzel werden mit 15 bis 32 cbm reduktiven Generatorgasen und mit 25 bis 55 cbm Luft bei 85 bis 95° C behandelt und reichen für q. kg Melasse oder 13 kg ersten Ablaufes aus.
- In der Zeichnung ist eine Apparatur zur Ausführung des Verfahrens in zwei beispielsweisen Ausführungsformen -in Abb. i und 2 schematisch dargestellt.
- Zwischen zwei Diffuseuren i und 2 wird eine Schnitzelpresse 3 angeordnet, wodurch die Diffusionsbatterie in zwei Teile geteilt wird. Die bis zu einem gewissen Grade abgesüßten, aus dem Diffuseur i austretenden Schnitzel werden durch die Rinne 7 der Presse 3 zugeführt, von wo sie nach Entfernung eines Teils ihrer Säfte in den Trog q. gelangen. In diesem Troge werden die Schnitzel zwecks Vergrößerung ihrer Adsorptionsoberflächen behandelt, beispielsweise durch Durchleitung eines Luftstromes. Hierauf gelangen sie in den D1ffUSCUr 2. Der Saft aus der Presse 3 wird durch die Leitung 8 dem Einstellbehälter. 5 zugeführt. In diesen Behälter 5 gelangen auch durch die Leitung 9 die aus dem anderen Teile der Batterie stammenden Säfte sowie durch die Leitung io Melasse oder Sirup. Aus dem Behälter 5 befördert eine. Pumpe 6 das Gemenge der unreinen Lösungen und Säfte durch die Rohrleitung i I in den Diffuseur 2, worauf das Gemenge wiederum durch die Leitung i2 dem vorderen Teile der Batterie zugeführt wird.
- In gewissen Fällen ist es zweckmäßig, zwecks Erreichung eines größeren Unterschiedes in der Zusammensetzung der Lösungen zwischen dem- Gefäß 5 und dem Diffuseur 2 einen Apparat zur Reinigung der Lösungen mit- Hilfe von Kalk o. dgl. anzuordnen. In Abb. 2 ist ein derartiger Apparat zwischen dem Gefäß 5 und der Pumpe 6 veranschaulicht.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Reinigen von Kristalloidlösungen, insbesondere von Sirupen, Melassen u. dgl., durch Überleiten über Zellenkonglomerate, beispielsweise teilweise entsaftete Rübenschnitzel, dadurch gekennzeichnet, daß diese Konglomerate zwecks Erhöhung ihrer Adsorptionsfähigkeit, vorteilhaft auf dem Wege von einem Diffuseur zum anderen, vorbehandelt werden. z. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die zum Teil entwässerten Zellenkonglomerate vor ihrer Berührung mit den Lösungen durch reduktive, oxydative oder andere chemische Mittel, beispielsweise durch Durchleitung eines Gasstromes, behandelt werden.
Applications Claiming Priority (1)
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- 1926-02-11 DE DEK97843D patent/DE458695C/de not_active Expired
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