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Vorrichtung zum Prüfen von Ringläufern für Spinnmaschinen. Es ist
bereits bekannt, zum Prüfen des Materials von Ringen zangenartige Vorrichtungen
zu benutzen, mittels welcher die Ringe aufgebogen werden. Bei diesen Vorrichtungen
werden die Ringe im Innern der Zange untergebracht und mittels Klemmschrauben festgespannt.
Die zu prüfender- Ringe müssen also verhältnismäßig große Abmessungen besitzen.
Kleine Ringe, wie z. B. Ringläufer für Spinn- oder Zwirnmaschinen, mittels dieser
Vorrichtungen zu prüfen ist nicht möglich, da das Einspannen solcher Ringe mittels
Klemmschrauben schwer durchführbar ist und viel Zeit in Anspruch nehmen würde.
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Durch die Erfindung wird eine Vorrichtung geschaffen, mittels welcher
eine Prüfung selbst von kleinsten ringförmigen Körpern, insbesondere Ringläufern
für Spinn- oder Zwirnmaschinen, möglich ist und bei welcher die erwähnten Schwierigkeiten
nicht vorhanden sind. Es kommt zwar auch eine zangenartige Spannvorrichtung zur
Verwendung, jedoch mit dem charakteristischen Merkmal, daß die Ringkörper (Ringläufer)
nicht im Innern der Zange mittels Schrauben befestigt werden, sondern daß die Ringläufer
von nach außen stehenden Ansätzen der Zange an den Stirnseiten ihrer freien Enden
erfaßt und gehalten werden. Das Aufsetzen der Ringläufer auf die Ansätze kann infolgedessen
mit einer Hand ausgeführt werden, so daß die andere Hand zur Bedienung anderer Teile
der Prüfvorrichtung frei ist.
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Es ist ferner bekannt, die Vorrichtungen mit einem Zeiger auszurücken,
durch welchen der Aufbiegungsgrad des Ringes angezeigt werden soll. Mittels einer
solchen Einrichtung können keine genauen Meßergebnisse erzielt werden, da hierbei
eine sehr aufmerksame Beobachtung des Zeigers und Aufschreiben des Winkelgrades
im Augenblick des Bruches des Ringläufers erforderlich ist.
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Bei der Erfindung wird durch die Anordnung einer Schreibvorrichtung
dafür gesorgt, daß die Püfungsergebnisse genau registriert werden, wodurch ein Vergleich
der einzelnen Prüfergebnisse erleichtert und die Gesamtzeit der Prüfung abgekürzt
wird.
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Schließlich besitzt die Erfindung noch den Vorteil, daß sowohl der
Anzugsschenkel der Zange, der Zeiger und auch die Schreibvorrichtung an einem einzigen
Gestänge vereinigt sind, so däß Bedienung und Beobachtung besonders einfach ist.
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Die Erfindung ist in den beiliegenden Zeichnungen beispielsweise veranschaulicht,
und es stellt dar: Abb. t eine Ansicht eines Ringläufers, Abb.2 eine Aufsicht auf
einen Teil der Vorrichtung nach der Erfindung, Abb. 3 einen Schnitt nach der Linie
III-III der Abb. 2, Abb. d. eine Aufsicht auf einen Teil einer etwas anderen Ausführungsform,
Abb. 5 eine Aufsicht auf einen Teil einer weiteren Ausführungsform, Abb.6 eine Seitenwand
der Ausführungsform nach Abb. 5.
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Nachdem ein Ringläufer z auf seine vorscl:
riftsmäßige
Größe, z. B. seinen Durchmesser 2 und seine Maulbreite 3, mittels bekannter Lehren
geprüft ist, kommt er auf die eigentliche Prüfungsvorrichtung, welche im wesentlichen
aus einer Zange mit einem kurzen Schenkel 4 und einem langen Schenkel 5 besteht.
Beide Schenkel weisen gemäß der Erfindung kleine zweckmäßig hinterachnittene Ansätze
4', 5' zum Aufsetzen des Ringläufers i auf und sind gegeneinander um einen Drehpunkt
6 schwenkbar. Bei dem Ausführungsbeispiel der Abb. 2 ist der Schenkel 4 dabei fest
auf einer Grundplatte 7 angeordnet, während der Schenkel s über einen gewissen Bereich
verschwenkt werden kann und einen Zeiger 8 besitzt, welcher auf einer Skala g spielt.
Verstellbare Anschläge io, ii sind ferner vorgesehen, deren Zweck später noch erläutert
werden wird. Diese Vorrichtung genügt bereits zur einfachen Prüfung, doch ist zweckmäßig
die Vorrichtung für den Prüfzweck noch dadurch verfeinert worden, daß auf oder unter
der Grundplatte 7 Mittel zum Aufzeichnen des jeweiligen Ausschlages des Schenkels
5 vorgesehen sind. Bei dem Ausführungsbeispiel der Abb.2 ist z. B. unter der Grundplatte
ein Schieber 12 angeordnet, auf welchem ein Papierblatt 13 befestigt werden
kann, und in der Grundplatte 7 ist ein entsprechender Schlitz 14 vorgesehen, durch
welchen ein Schreibstift i5 in dem Schenkel s hindurchgreift.
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Die Verwendung der Vorrichtung geschieht in folgender Weise: Der Anschlag
i i wird auf eine bestimmte Stelle, z. B. den Punkt 16, eingestellt, nachdem man
vorher z. B. durch Meßinstrumente festgestellt hat, daß die Stellung des Schenkels
5 in diesem Punkte einer Aufbiegung des Ringläufers entspricht, wie sie gerade für
das Aufstreifen auf seinen Laufring erforderlich ist. Der Schenkel s wird in eine
Lage verbracht, in welcher ein Aufstreifen des Ringläufers auf die beiden Ansätze
der Schenkel 4 und 5 möglich ist. Sodann wird langsam der Schenkel s mit der Hand
in der Richtung des Pfeiles A bis zu dem an der Stelle 16 befindlichen Anschlag
i i bewegt. Springt der Ringläufer, ehe dieser Anschlag erreicht wird, so ist dies
ein Zeichen, daß seine Härte zu groß ist. Wird der Anschlag i i erreicht, ohne daß
der Ringläufer springt, so kann entweder durch Zurückführen des Schenkels 5 in die
Anfangsstellung festgestellt werden, ob der Ringläufer `nieder in seine Grundform
zurückkehrt oder eine Formveränderung aufweist, also zu weich ist. Letzteres kann
auch dadurch festgestellt werden, daß nach Lösen des Anschlages i i und Zurückführen
in seine Außenstellung nach der Abb.2 der gleiche Ringläufer oder ein Ringläufer
des gleichen Satzes weiter aufgebogen wird. Läßt sich nämlich der Ringläufer bis
zum Anschlag des Schenkels 5 an die Außenstellung des Anschlages i i aufbiegen,
so wird voraussichtlich eine mit dem Auge deutlich sichtbar bleibende Formveränderung
eintreten, und es liegt ein untrüglicher Beweis dafür vor, daß der betreffende Ringläufer
zu weich ist. Springt dagegen der Ringläufer bei der Bewegung des Schenkels 5 von
dem Punkt 16 bis zum Punkt i i, so erkennt man, daß der Ringläufer die richtige
Härte besitzt. Durch Ablesen der Skala 9 oder durch die Aufzeichnung auf dem Papierblatt
13 kann mit ziemlicher Sicherheit festgestellt werden, in welchem Punkt der Skala
oder der Aufzeichnung der Ringläufer springt.
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Bei der eben beschriebenen Vorrichtung liegt allerdings noch die Möglichkeit
vor, daß der eben genannte Punkt des Zerspringend des Ringläufers nicht völlig genau,
sondern nur annähernd festgestellt werden kann, indem die Bedienungsperson beim
Springen des Ringläufers nicht sofort mit der Weiterbewegung des Schenkels 5 aufhört.
Wenn es sich auch in der Praxis gezeigt hat, daß die vorbeschriebene Prüfung bereits
schon sehr genaue Resultate liefert, so ergeben doch die Ausführungsformen nach
den Abb. ¢ bis 6 völlig genaue Resultate, welche von der Aufmerksamkeit und dem
Willen der Bedienungsperson gänzlich unabhängig sind. Zu diesem Zweck ist der Schenkel
s wie der Schenkel s der Abb. 2 ausgebildet, dagegen der Schenkel 4 als ein ebenfalls
um den Drehpunkt beweglicher Schenkel 17 angeordnet und durch irgendein einstellbares
Zugmittel, z. B. eine Zugfeder 18, welche zur Sicherheit in eine Hülse i9 eingeschlossen
sein kann, belastet: Ein Anschlag 2o ist vorgesehen, welcher den Schenkel 17 in
seiner Nullage.hält, und ein Arm mit beliebigen Schreibmitteln kann an dem Schenkel
17 angebracht sein, wie bei 21 in strichpunktierter Linie angedeutet.
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Wenn bei dieser Vorrichtung ein Ringläufer auf die Ansätze der Schenkel
5 und 17 aufgesetzt und der Schenkel s in Richtung des Pfeiles A ähnlich wie bei
dem Gegenstand der Abb. 2 verschwenkt wird, so wird unter Dehnung der Feder 18 der
Schenkel 17 in Richtung des Pfeiles B mitverschwenkt. In dem Augenblick, in welchem
der Ringläufer bricht, wird der Schenkel 17 sofort durch die Feder in seine Nullage
zurückgeführt, und die Aufzeichnung muß infolgedessen genau den Punkt ergeben, in
welchem der Bruch stattgefunden hat, ganz gleich, ob die Bedienungsperson im Augenblick
des
Bruches mit dem Verschwenken des Schenkels 5 aufgehört oder denselben noch weiter
bewegt hat.
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Die Ausführungsform nach den Abb. und 6 entspricht im wesentlichen
der Ausführungsform nach der Abb.4., nur daß der bewegliche Schenkel 17 durch das
Hebelwerk 22, 23 einer Waage 24 belastet ist. Wie die Feder i8 durch entsprechende
Einstellung ihrer Stellschrauben kann durch Auflegung von Gewichten eine bestimmte
Belastung des Ringläufers eingestellt werden. Auch hier ist ein Arm mit dem Schenkel
17 in beliebiger Weise verbunden, wie bei 25 in strichpunktierten Linien angedeutet,
und vermag auf einem unter der Platte 7 befindlichen Papier mittels eines durch
einen Schlitz 26 hindurchreichenden Schreibstiftes Aufzeichnungen zu machen.
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Zweckmäßig bilden die Ansätze zur Aufnahme des Ringläufers nicht ein
Stück mit den Schenkeln der Zange, sondern sind aus besonders gutem Material hergestellt
und besonders gehärtet in die Schenkel eingesetzt und mit diesen durch beliebige
Mittel, z. B. Verschraubung, verbunden.
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Selbstverständlich kann an Stelle der beschriebenen Vorrichtung zum
Aufzeichnen irgendeine andere bekannte Vorrichtung, z. B. eine sich drehende Papierwalze
o. dgl., verwendet werden.