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Ausmeßvorrichtung für 1Vleßbildpaare. Es sind bereits Ausmeßvorrichtungen
für Meßbildpaare bekannt (vgl. z. B. Patent 3o6 385, Abb. 25), bei denen vor einem
Doppelbetrachtungsglase zwei zueinander windschief einstellbare Bildhaltekammern
angeordnet sind und bei denen ein einziger Markenkörper, der zum gleichzeitigen
Abtasten beider Bilder dient, durch Lenker geführt wird, die mit den Bildhaltekammern
verbunden sind.
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Die Erfindung bezweckt, bei gedrängter Bauweise eine genaue und sichere
Einstellung der Bewegungsteile des Doppelbetrachtungsglases und der Bildhaltekammern
herbeizuführen.
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Dies wird gemäß der Erfindung im wesentlichen dadurch erreicht, daß
außen am Fernrohrkörper ein System von drei Wellen angeordnet ist. Die eine dieser
Wellen bewegt den Bildhalter, das diesem vorgeschaltete Prisma und den optischen
Aufrichtekörper für die Kippbewegung, die zweite die entsprechenden Glieder für
die wagerechte Schwenkbewegung und die dritte die Glieder zum Scharfeinstellen des
Bildes von dem Markenkörper.
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Des weiteren betrifft die Erfindung die weitere Ausbildung eines solchen
Getriebes. Die Zeichnung zeigt den Gegenstand der Erfindung an einem Ausführungsbeispiel,
zum Teil in schematischer Darstellung, und zwar Abb. i eine Schnittzeichnung durch
das Betrachtungsglas und die Bildhaltekammern, Abb. 2 bis q. Einzelheiten und Abb.
5 die Lagerung und die Bewegungsglieder einer Bildhaltekammer.
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Hinter dem Okular i (Abb. i) teilt sich der Strahlengang in einen
rechten und in einen linken durch einen Prismenkörper 2 und tritt dann in den Fernrohrkörper
14 ein. Der linke dieser beiden Strahlengänge fällt auf ein Prisma q., tritt durch
eine Linse 5 in eine Fokussierlinse 6, dann in ein Aufrichteprisma 7, durch ein
Objektiv 8 in ein Prisma 9 und geht schließlich auf die Bildplatte io. Der rechte
Strahlengang tritt durch zwei fünfseitige Prismen 12, wird rechtwinklig im unter
dem Prisma q. liegenden Prisma 13 abgelenkt, geht durch die Linse 5 in die Fokussierlinse
6, sodann in das Aufrichteprisma 7, durch das Objektiv 8, durch ein weiteres Prisma
i i nach einer Marke oder dem Planpunkt 15.
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Seitlich des Fernrohrkörpers 14 ist gemäß der Erfindung eine durchlaufende
Rohrwelle 16 angeordnet, über die zwei konzentrische Rohrwellen 17 und i8 gestülpt
sind. Die Welle 16 wird durch einen Handgriff, z. B. einen geriUten Einstellzylinder
ig, gedreht. Ein an der Welle 16 angeordnetes Kegelrad 2o überträgt diese Bewegung
mittels eines über den Fernrohrkörper konzentrisch angebrachten ringförmigen Kegelrades
21 auf ein Kegelrad 22, das sie durch eine Welle 23 auf Zylinderlinsen 24 und 25
überträgt. Zu gleicher Zeit greift ein weiter nach der Bildhaltekammer 61 hin angeordnetes
Kegelrad 26, das das Endstück der Welle 16 bildet, in ein ringförmiges Kegelrad
27, überträgt diese Bewegung auf ein Kegelrad 28 und dreht eine weitere Welle 29
und damit eine vor der Bildhaltekammer 61 angeordnete Prismenlagerung. Durch die
Welle 29 wird nämlich mittels eines Gewindes 3o ein gezahnter Zylinder
31 gedreht und damit das in derselben ruhende Prisma 9. Die Übersetzungsverhältnisse
der Kegelräder 2o bis 22 und 26 bis 28 müssen im Verhältnis i : 2 gewählt sein,
damit die Zylinderlinsen 2q., 25 in der einen Richtung das Bild aufrichten. Außerdem
sind für die Wellen 16 und 29, wie in Abb. 2 angegeben, in der Größe des Bildwinkels
in den Backen eines darüber gestülpten Endkörpers 39 zonenartige Aussparungen oder
Schlitze freigelassen, damit die Übersetzung der Bewegung
trotz
der Durchführung der Wellenachsen ungestört vor sich gehen kann.
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Durch einen zweckmäßig zylindrischen Griff 32 wird die konzentrisch
über die Welle 16 gestülpte zweite Welle 17 gedreht, diese dreht ein Kegelrad 33,
dieses wiederum ein weiteres Kegelrad 34, das mit einem an der Innenwand des Fernrohrgehäuses
angeordnetem Zahnrad 35 verbunden ist. Dieses Zahnrad 35 greift in einen Zahnkranz
36, der am Fassungskörper .des Aufrichteprisma 7 befestigt ist, so daß das Aufrichteprisma
7 hierdurch gedreht wird. Gleichzeitig wird durch die Welle 17 ein anderes Kegelrad
37 gedreht, das in einen Zahnkranz 38 eingreift und dadurch die über den Fernrohrkörper
gestülpten Endkörper 39 (Abb. 2) samt den. Zylinderflächen 31° und 31u (Abb. 3)
für die eingebauten Prismen auf- und abwärts kippt. Um diese Kippbewegungen ausführen
zu können, ohne die Wellen 16 und 29 in ihren Bewegungen zu stören, sind wiederum
zonenförmige Schlitze in der Größe des Bildwinkels entsprechend denjenigen der Abb.
2 vorgesehen. Zwischen den Kegelradübertragungen 33 bis 36, den Übertragungsteilen
37 und 38 und,dem übergestülpten Endkörper 39 muß ebenfalls -das Übertragungsverhältnis
i : 2 hergestellt sein. Wenn also der Übergestülpte Endkörper 39 um den Winkel a
um die Längsachse des Fernrohres kippt, so darf das Aufrichteprisma nur um den Winkel
a.12 kippen.
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Zusammenfassend sei bemerkt, daß durch :l.ie zwei Wellen 16 und 17
einerseits die Höhenbewegung und anderseits die wagerechte Bewegung der Prismen
9 und i i mit ihren Aufrichtekorrekturen besorgt wird. Durch die dritte Welle 18,
die ebenfalls mit einem zylindrischen Griff ,4o versehen ist, wird die Fokussierlinse
6 durch einen Stift 41 in der Hahnschen Spirale 42 senkrecht zur Längsachse hin
und her geschoben. Ein Kugelgelenk 43 nimmt ein Gestänge 44 mit, :das sich um einen
einstellbaren Drehpunkt 45 dreht, und drückt dadurch auf einen unter Federdruck
stehenden Stift 46, der dadurch ebenfalls heraus- und hineingeschoben wird. Dadurch
wird aber die an diesem Stifte 46 befestigte Fassung der fünfseitigen Fokussi.erprismen
12 hin und her bewegt und die Feineinstellung der Nahvisur erreicht.
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Am Außenende der Vorrichtung trägt ein oberer zylindrischer Körper
31° (Abb.3), welcher durch die Welle 29 und durch ein Schneckengewinde 30° in seiner
Fassung 47 gedreht wird, den Spiegel oder das Prisma 9. Ebenso ist für den zweiten
unteren Strahlengang dieselbe Einrichtung in der unteren Hälfte getroffen. Ein -unterer
zylindrischer Körper 31u ist genau so gebaut wie der Körper 31°. Er trägt den Spiegel
-oder .das Prisma ii und wird ebenfalls in derselben Weise gedreht, und zwar durch
die Welle 48. Die Welle 16 endet nämlich in dem Kegelrade 26, in das dann ein Kegelrad
48' ein- und auslösbar eingreift und den unteren Zylinderkörper 31u genau so dreht,
wie vorher die Welle 29 den .oberen Zylinderkörper 31°.
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Die beiden Prismen 9 und i i bewegen sich im allgemeinen im gleichen
Drehsinne, weil die Wellen 29 und 48 an den Enden des Durchmessers eingreifen und
die beiden Schneckengetriebe 3o° und 3o11 entgegengesetzte Zahnung haben. Die beiden
Prismen 9 und i i können sich aber auch entgegengesetzt bewegen. Hierzu ist nur
nötig, entweder das Schneckengetriebe 31u mit der nach derselben Seite gerichteten
Zahnung zu versehen, z. B. durch Auswechseln, oder ein Kegelrad 26a einzuschalten,
das dann die Welle 48 rückwärts oder entgegengesetzt treibt.
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In Abb. 4 .ist ,die Übertragung der Höhen-und wagerechten Bewegung
des Hauptrohres auf den Höhen- und wagerechten Teilkreis der Stehachse der einsetzbaren
Bildhaltekammer angedeutet. In dieser Abbildung geht über einen Zahnkranz 38 .(.Abb.
s und 4), der die Kippbewegung des darübergestülpten Endstückes besorgt, ein gelochtes
Invarband 49. Dieses Band geht weiter um eine Führungsrolle 53b, ändert hierdurch
seine Zugrichtung und schlingt sich um die Höhenbewegungsscheibe 51 (Abb. 4 und
5). Jede Kippbewegung wird hierdurch auf den Stehachsenkörper übertragen. Die wagerechte
Drehung der Endprismen, die durch den Zahnkranz 27 (Abb. i und q.) und die Wellen
29 und 48 vollzogen wird, wird ebenfalls auf dieselbe Art übertragen. Hierzu schlingt
sich um den Zahnkranz 27 ebenfalls ein gelochtes Invarband 52 (Abb. 4), geht über
eine Führungsrolle 53a, überträgt dadurch die wagerechte Bewegung auf die Scheibe
54 für die wagerechte Bewegung der Bildhaltekammer.
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Für diese Übertragung der zwei Bewegungen, und zwar erstens der Höhenkippung
durch das Zahnrad 27 und zweitens der wagerechten Prismenbewegung -durch Zahnrad
28 vom Fernrohrträ,ger über die Höhendrehscheibe 54 auf den Bildträger, wird zweckmäßig
folgende Stehachseneinrichtung angewendet (Abb.5): Zwei ineinander steckende zylindrische
Rohre 55, 56 bilden den Träger der vollständig durch Gegengewichte ausbalancierten
Bildhaltekammer 61. Das äußere Rohr 55 ist mit der wagerechten Scheibe 54, die durch
das gelochte Invarband 52 gedreht wird, fest verbund-en und dreht dadurch die Bildhaltekammer
in
jeder Stellung wagerecht. Auf dem inneren konzentrischen Rohr 56 sitzt die Höhenscheibe
5i, welche durch das gelochte Invarband 49 gedreht wird. Auf dieser inneren Stehachse
56 sitzt ein Kegelrad 57, das wiederum rechtwinkelig in ein mit der Kippachse 59
verbundenes Kegelrads 58 einwirkt und dadurch die Bildhaltekammer auch bei windschiefer
Stellung in einer senkrechten Ebene kippt.
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Die Bildhaltekammern, welche in bekannter Weise ohne oder mit Ausmeßobjektiv
versehen. sein. können, werden, wie Abb. 5 zeigt, nach Art von Repetitionstheodoliten
mit zwei Stehachsen, der äußeren 55 für die wagerechte Bewegung und der inneren
56 für die Kippbewegung, ausgerüstet.
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Dadurch ist für das Ausmessen ein geschlossener Bewegungsvorgang geschaffen.
Das Kegelrad 26 dreht den gezahnten Ring 27, um das sich ein gelochtes Invarband
52 schlingt (Abb. 4). Dieses geht um die Führungsrolle 53a, dann um die Scheibe
54, dreht die äußere Achse 55 und diese wiederum nimmt die Prismenlagerung
30 und 31 dadurch mit, daß die Stehachse 59 (Abb. 5) in die Öffnung des Lagers
47 (Abb. 3) eingepaßt ist. Durch die beiden Wellen 29 und 48 ist der Vorgang der
wagerechten Bewegung in sich geschlossen. Die Größe der Winkelbewegung wird durch
die Wahl der Durchmesser der Scheibe 54 geregelt.
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Dieselbe Anordnung findet sich beim Kippen. Das Kegelrad 37 dreht
den gezahnten Ring 38 mit dem daran :befestigten Endkörper 39, über welchen das
Invarband 49 läuft, dasselbe geht weiter über die Führungsrolle 53b und schlingt
sich um die untere, die Höhenkreisscheibe 51 (Abb. 4 und 5). Diese nimmt die innere,
die Höhenachse 56 mit, dreht das Zahnrad 57 und dadurch das Zahnrad 58, welches
das Kippen der Prismenlagerung 3i° und 3111 bewerkstelligt, die bereits durch das
Zahnrad 37 und den über den Fernrohrkörper gestülpten Endkörper 39 eingeleitet war.
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Bei diesen in sich geschlossenen Bewegungsvorrichtungen braucht also
.nur ein beliebiger Teil durch eine Triebwelle oder durch eine elektromechanische
Vorrichtung gedreht werden, um sofort alle Glieder in eine in sich geschlossene
Bewegung zu versetzen.
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Statt von Hand kann die Antriebsbewegung, wie dies für andere Ausmeßmaschinen
bereits vorgeschlagen ist (vgl. z. B. Patente 300 753 und 3o6 383), auch durch elektromechanische
Einrichtungen erfolgen.