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Meßgerät mit zwei Spiegeln, insbesondere zum 1Vlessen der Höhe des
Fahrdrahts elektrischer Bahnen. Es sind eine Reihe von Höhenmeßgeräten bekannt,
welche durch Ermittlung des Winkels zwischen der Ziellinie und der Wagerechten sowie
des Abstandes des Beobachters vom Lotpunkte des nachzumessenden Gegenstandes auf
Grund trigonometrischer Beziehungen die gesuchte Höhe feststellen lassen. Diese
Einrichtungen sind deshalb für den praktischen Gebrauch unzweckmäßig, weil die Genauigkeit
von der Achtsamkeit des Beobachters in hohem Maße abhängt, die Messung auf eine
wagerechte oder senkrechte Ebene bezogen werden muß, und weil schließlich erst unter
Zuhilfenahme besonderer Meßeinrichtungen und unter Zugrundelegung mehr oder weniger
umständlicher Berechnungen das gewünschte Ergebnis erhältlich ist. Bei anderen Meßgeräten,
welche die Ermittlung des seitlichen Abstandes des Fahrdrahtes von der Gleismitte
gestatten, sind Flachspiegel vorgesehen, in deren Fadenkreuz der angezielte Punkt
erscheint, wenn dieser und das Fadenkreuz in die Lotrechte zur Gleisebene fallen.
Hierbei stört aber der Kopf des Beobachters die Nachmessung, weil er, um in den
Spiegel sehen zu können, die Ziellinie streifen muß. Um bei diesen Geräten auch
die Ermittlung der Höhe des Fahrdrahtes zu ermöglichen, wurde der Flachspiegel verschiebbar
angeordnet und mit einer zweiten Kennmarke versehen. Ferner hat man schwenkbare
Zielfernrohre angewandt, mit denen der nachzumessende Punkt von zwei verschiedenen
Stellen aus angezielt werden muß.
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Es sind weiterhin Meßgeräte bekannt, welche mit zwei Spiegeln ausgerüstet
sind, die jedoch nicht zusammen, sondern nacheinander zur Anwendung kommen und lediglich
die Entfernung des nachzumessenden Gegenstandes, nicht aber gleichzeitig auch die
Lage dieses Gegenstandes zum Meßgerät bestimmen lassen.
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Die bekannten Einrichtungen zum Messest der Fahrdrahthöhe haben den
Nachteil, daß sie entweder ungenaue, von Berechnungen abhängige Ergebnisse zeitigen
oder in ihrem Aufbau sowie in ihrer Bedienung umständlich und gegebenenfalls kostspielig
sind. Keine der bekannten Vorrichtungen erniöglicht die gleichzeitige Bestimmung
von Höhe und. Seitenabstand beispielsweise eines Fahrdrahtes, ohne .daß idabei nicht
irgendeine Verschiebung des Meßgerätes, eine Berechnung oder Nachmessung notwendig
wäre.
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Gegenstand der Erfindung ist ein Höhenmeßgerät, welches sowohl zum
Bestimmen des seitlichen Abstandes sowie der Höhe des Fahrdrahtes elektrischer Bahnen
bestimmt ist und diesen Zweck in einfachster und vollkommenster Weise erfüllt. Es
werden zwei Spiegel verwendet, welche nach der Erfindung einander zugekehrt sind
und deren einer eine feste Neigung zum Grundlinienkörper hat. Die beiden Spiegel
sind erfindungsgemäß unter gegenseitiger Spiegelung des nachzumessenden Gegenstandes
zu einer mit einer Maßeinteilung versehenen Grundlage und zueinander derart einstellbar,
daß bei Draufsicht auf den mit fester Neigung angeordneten Spiegel aus dem gegenseitigen
Abstande oder der gegenseitigen Winkelstellung der beiden Spiegel die Höhe des Gegenstandes
und bei Draufsicht auf den anderen Spiegel nach Verschieben des mit fester Neigung
angeordneten Spiegels über der Grundlage die seitliche Lage des nachzumessenden
Gegengtandes bestimmbar ist, in beiden Fällen unter Herbeiführen der Deckung des
Spiegelbildes des Gegenstandes mit dem Marken-, Fadenkreuz o. dgl. der beiden Spiegel.
Der eine der beiden Spiegel wird dabei zweckmäßig mit fester Neigung von ¢5° auf
einem-gegenüber einer Maßeinteilung einstellbaren Schieber befestigt und ergibt
den seitlichen Abstand des Fahrdrahtes von der Gleismitte. Der andere Spiegel wird
entweder bei unveränderlichem Abstande mit einstellbarer Neigung oder bei gleichbleibender
Winkelstellung in veränderbarem Abstande auf jenem Schieber angeordnet.
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In der Zeichnung zeigt Abb. i ein Schema und Abb. a ein Ausführungsbeispiel
des Gegenstandes der Erfindung.
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Gemäß Abb. i ist gesucht die Höhe N eines Punktes P über der Gleisebene
sowie der seitliche Abstand A von der Gleismitte. Befindet sieh der Spiegela, dessen
Neigung
unveränderlich z. B. 4.y° beträgt, in der gezeichneten Stellung,
nämlich im beträgt-, des Punktes P, so erscheint im Spiegel b, welcher z.
B. die Stellung I innehat, der Punkt P im Fadenkreuz des Spiegels a. Umgekehrt erscheint
im Spiegel a der Punkt P in Deckung mit dem Fadenkreuz des Spiegels b, wenn dieser
in die Stellung II verschoben worden ist. In dieser Stellung ist dann
Solange, wie beim Ausführungsbeispiel, die Neigung des Spiegels b unveränderlich
ist, also tg a eine konstante Größe darstellt, ist die abzulesende Strecke L das
Maß für die gesuchte Höhe. Sind dagegen die beiden Spiegel in einem unveränderlichen
Abstand voneinander angeordnet, so ist die Größe des tg des Winkels ce verhältnisgleich
der -(-suchten Höhe H.
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Bei dem Ausführungsbeispiel der Abb. 2 ist auf einem Bock c, welcher
unmittelbar auf die Schienenoberkanten aufgelegt wird, gegenüber einer Maßeinteilung
d für den seitlichen Abstand von der Gleismitte ein Schiebere beweglich angeordnet.
Dieser trägt in fester Verbindung den Spiegel a, welcher zweckmäßig im Winkel von
¢5`' zur Gleisebene geneigt ist. Ferner ist noch ein Flachspiegel i vorgesehen,
welcher die Grobeinstellung ermöglicht. Auf dem Schiebere, welcher mit einer die
gesuchte Höhe angebenden Ma B-einteilung /t versehen ist, gleitet ein weiterer Schieber
g, welcher einen zweiten Spiegel b trägt. Die Neigung dieses Spiegels b ist um ein
geringes größer als q.5°.
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Die Handhabung des Gerätes ist folgende: Nachdem der Spiegel a mit
Hilfe des Sucherspiegels f annähernd lotrecht unter den Fahrdrahtpunkt P gebracht
ist, blickt man in. den Spiegel b (Stellung I) und verstellt den Schiebere, bis
der Punkt P sich mit dem Fadenkreuz des Spiegels a deckt. Damit ist derAbstand von
der Gleismitte gefunden. Nun blickt man umgekehrt senkrecht von oben in den Spiigel
a und verschiebt so lange den Spiegel b, bis der Punkt P auch mit dessen
Fadenkreuz sich deckt (Stellung II;"; dznn ergibt der Abstand der beiden Spiegel
L die gesuchte Höhe. Der Nullpunkt der Einteilung h ist naturgemäß auf die Ebene
der Gleisoberkanten bezogen und deckt sich aus diesem Grunde nicht mit der Zeigerstellung
des Spiegels a.
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Das Messen der seitlichen Fahrdrahtlage zur Gleismitte sowie der Höhenlage
erfolgt bei diesem Gerät gleichzeitig, und es ist kein Verschieben des Meßgerätes
und keinerlei Berechnung erforderlich. Der Beobachter stört sich auch nicht selbst
beim Anzielen des Fahrdrahtpunktes, da er jeweils außerhalb der Ziellinie bleibt.
Die Meßergebnisse sind daher wesentlich zuverlässiger und nicht an das Vorhandensein
einer Fahrdrahtklemme am Fahrdraht gebunden: Es ist ferner gleichgültig, ob die
Messung in einer Gleiskurve, im Gefällwechsel oder in der Geraden vorgenommen wird.