DE438756C - Verfahren zur Herstellung fester Gerbextrakte - Google Patents

Verfahren zur Herstellung fester Gerbextrakte

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DE438756C
DE438756C DEH75821D DEH0075821D DE438756C DE 438756 C DE438756 C DE 438756C DE H75821 D DEH75821 D DE H75821D DE H0075821 D DEH0075821 D DE H0075821D DE 438756 C DE438756 C DE 438756C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/08Chemical tanning by organic agents
    • C14C3/10Vegetable tanning

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung fester Gerbextrakte. Es sind verschiedene Verfahren bekannt, tei denen Lösungen fester Körper in Flüssigkeiten in fein zerstäubter Form mit erhitztem Gas oder Luft behandelt werden, um auf diese Weise die in der Flüssigkeit enthaltenen Stoffe in fester Form zur Ausscheidung zu bringen. Besondere Schwierigkeiten ergeben sich in jenen Fällen, bei denen die auszuscheidenden festen Körper durch die heißen Trocknungsgase, insbesondere durch den Sauerstoff der Luft, chemisch verändert werden.
  • So ist es beispielsweise in der Gerbstoffextraktindustrie bekannt, daß Gerbstofflösungen (z. B. Brühen, flüssige Gerbextrakte u. dgl.) in Berührung mit Sauerstoff Oxydationen der außerordentlich leicht veränderlichen Gerbstoffe ergeben, welche die chemischen und physikalischen Eigenschaften der Gerbstofflösung vom Standpunkte der Gerbwirkung sehr ungünstig beeinflussen. Diese schädlichen Oxydationswirkungen äußern sich einerseits in der Nachdunklung (Verbräunung oder Verfärbung) der Gerbstofflösung, andererseits in der Bildung größerer Mengen von unlöslichen Bestandteilen der oxydierten Gerbsäuren oder von Gerbsäureanhvdriden (Phlobaphenen). Die Oxydation tritt naturgemäß sowohl bei den bisher bekannten Konzentrationsverfahren von Gerbstoffbrühen als auch bei der bekannten Eintrocknung der Brühen durch Eindampfen im Vakuum auf. Wenn die vorerwähnten Verfahren trotzdem in der Technik angewendet werden, so geschieht dies nur darum, um die Beschaffung kostspieliger Großbehälter zu ersparen und den ebenso kostspieligen Transport der stark wasserhaltigen Gerbstoffbrühen zu vermeiden.
  • Zufolge der gefürchteten Oxydationswirkung des Sauerstoffs der verwendeten Trockenluft hat man bei den bisherigen Verfahren zwar versucht, die Temperatur möglichst tief zu halten, st jedoch von der Annahme ausgegangen, daß eine möglichst geringe Luftmenge zur Verhinderung der-Oxydationswirkung anzuwenden sei.
  • Auf Grund eingehender Versuche wurde überraschenderweise festgestellt, daß bei Anwendung eines großen Überschusses der Trockenluft die Temperatur des Trockenvorganges weit niedriger als bisher gehalten werden kann, wobei trotz der niedrigen Temperatur der Trocknungsv organg weit rascher als nach den bisher üblichen Verfahren vor sich geht. so daß der auszuscheidende Gerbstoff nur kurze Zeit in dem Trockenluftraum verbleibt.
  • Das Verfahren besteht im wesentlichen darin, daß- ein stetig erneuerter Luftstrom den in fortschreitender Richtung ziehenden Nebelschwaden mit einer die Geschwindigkeit des Schwadens übersteigenden Geschwindigkeif durchzieht, wobei die Temperatur des ganzen Trocknungsvorganges zwischen 25 bis 4.o° gehalten wird.
  • Der nach dem neuen Verfahren gewonnene Extrakt ist pulverförmig, also leicht löslich und zufolge seines geringen Wassergehaltes nachweislich nicht hygroskopisch. Beispiel: Herstellung eines Festextraktes aus Eichenrindenbrühe.
  • Einre in bekannter Weise durch Auslaugen @-on Eichenrinde, Eichenlohe u. dgl. hergestellte Brühe mit einem Gehalte von
    Gerbstoff ................. 9,12- Prozent
    Nichtgerbstoff ............. 6,99 -
    Wasser .................. 83,45 -
    Unlösliches ............... 0,44 -
    wird bei gewöhnlicher Zimmertemperatur und normaler Außentemperatur bei relativer Luftfeuchtigkeit von go Prozent .in einer Kammer versprüht. Auf dem versprühten Brühenstaub wird nun Trockenluft beispielsweise von der Temperatur von etwa 30° C einwirken gelassen, und zwar derart, daß der Trockenluftstrom immer erneuert wird. Wenn nun der fein verteilte Brühenstaub durch die von Luftströmen durchsetzte Kammer schwirrt, so gelangt der Wassergehalt des Brühenstaubes zufolge der bei diesem Verfahren stark gesteigerten Oberflächenwirkung auch bei dieser niedrigen Temperatur zur Verdunstung. Wird der Wasserdunst aus der Kammer abgeführt, so ist es auf diese Weise nach der an sich bekannten Wirkung der 7_erstäubungstrocknung möglich, aus dem in der Kammer schwirrenden nassen Brühenstaub alleTrockenstoffe auszuscheiden. DieTrockenhestandteile setzen sich nämlich arn Boden der Kammer ab und werden von hier aus mit an s s ich bekannten Entnahmevorrichtungen au, der Kammer entleert.
  • Die Versprühung des Brühenstaubes kann, wie es bei der Zerstäubungstrocknung von Milch-, Blut- und Eimasse bereits bekannt ist, durch Schleudern. Düsen, Zerstäuberrohre u. dgl. erfolgen. Besonders vorteilhaft hat Sich die Versprühung der Brühe durch ihre Zerstäubung mit unter Druck stehenden gasförmigen Mitteln (z. B. Preßluft) erwiesen. Die Trockenluft kann je nach Bedarf in einem oder mehreren Strömen in die Kammer eingeführt werden; sie kann bei an sich hoher relativer Feuchtigkeit zwecks Erzielung größerer .-#-ufnahmefähiglceit für Wasser auch mäßig höher erwärmt werden. Es hat sich jedoch gezeigt, daß eine Trockenluft, deren Temperatur innerhalb der Grenzen von 25 bis q.0° liegt, vollständig ausreicht.
  • Der aus der Brühe gewonnene Festextrakt besitzt helle, gelbe Farbe und bildet ein außerordentlich leicht lösliches Pulver. Sämtliche dieser Eigenschaften sind sichtbare Zeichen dafür, daß bei dem neuen Verfahren, im Gegensatz zu den bisher üblichen Konzentrations- und Eintrockenverfahren, der Luftsauerstoff keinerlei schädliche Veränderungen hervorruft.
  • Dies erscheint für den ersten Augenblick um so überraschender, als bei dem vorliegenden Verfahren die Versprühung der Brühe eigentlich mit einem großen Überschuß an Luftsauerstoff erfolgt. Für die Erklärung dieser überraschenden Erscheinung muß jedoch darauf hingewiesen werden, daß die Brühe eine kolloide Lösung des Gerbstoffes und der ihn begleitenden Nichtgerbstoffe darstellt und daß bei der so feinen Ver sprüheng der Brühe die Trocknung der Brühteilchen in einem verschwindend kleinen Bruchteil einer Sekunde erfolgt, so daß die oxydierenden Wirkungen des Luftsauerstoffes sich nicht vollziehen können.
  • Das Brühwasser verdunstet zufolge der feinen Verteilung der Brühe sehr rasch bis auf jene verschwindend geringe Menge, welche sozusagen in Forxü unendlich dünner Häutchen jedes einzelne der fest sich abscheidenden Suspensoide oder Ernulsoide umgibt. Diese sinken zufolge der eigenen Schwere nach abwärts und gelangen in unendlich feinen Wasserhüllen eingekapselt sehr rasch aus dem Bereiche des Sauerstoffüberschlusses des Sprühstrahles und setzen sich in Form eines mehlartigen Pulvers am Boden der Kammer ab. Diese überraschenden Wirkungen des Verfahrens sind für die Technik mit Rücksicht auf die bis nun übliche Erzeugung pulveriger Festextrakte durch Eindicken von Brühen im Vakuum und Zerreiben der steinharten Trockenbestandteile in Zerkleinerungsvorrichtungen von ganz besonderer Bedeutung; sie erklären im übrigen auch den überraschend geringen Wassergehalt des Festextraktes.
  • Die Untersuchung des aus der eingangs erwähnten Eichenbrühe nach dem neuen Verfahren hergestellten pulverförmigen Festextraktes hat ergeben, daß es nur 7,58 Prozent Wasser, hingegen 50,54 Prozent Gerbstoffe und 39,91 Prozent Nichtgerbstoffe und 1,97 Prozent unlösliche Stoffe enthält.
  • Auch dieses Untersuchungsergebnis beweist, daß bei der Überführung der Brühe in Festextrakt durch kalte Versprühung mittels Luft schädliche Veränderungen der die Brühe zusammensetzenden Bestandteile nicht eintreten.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung fester Gerbextrakte durch Einwirkung eines erwärmten Luftstromes auf zerstäubte gerbstoffhaltige Flüssigkeiten, dadurch gekennzeichnet, daß ein stetig erneuerter Luft-Strom den in fortschreitender Richtung ziehenden Nebelschwaden mit einer die Geschwindigkeit dieses Schwadens übersteigenden Geschwindigkeit durchzieht, wobei die Temperatur des Trocknungsvorganges auf 25 bis q.0° gehalten wird.
DEH75821D 1918-12-31 1918-12-31 Verfahren zur Herstellung fester Gerbextrakte Expired DE438756C (de)

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