AT97386B - Verfahren zur Herstellung fester Gerbextrakte. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung fester Gerbextrakte.

Info

Publication number
AT97386B
AT97386B AT97386DA AT97386B AT 97386 B AT97386 B AT 97386B AT 97386D A AT97386D A AT 97386DA AT 97386 B AT97386 B AT 97386B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
sep
production
solid
broth
tanning
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Josef Haeusler
Original Assignee
Josef Haeusler
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Josef Haeusler filed Critical Josef Haeusler
Application granted granted Critical
Publication of AT97386B publication Critical patent/AT97386B/de

Links

Landscapes

  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung fester   Gerbextra. Me.   



   Es sind verschiedene Verfahren bekannt, bei denen Lösungen fester Körper in Flüssigkeiten in fein zerstäubter Form mit erhitztem Gas oder Luft behandelt werden, um auf diese Weise die in der Flüssigkeit enthaltenen Stoffe in fester Form zur Ausscheidung zu bringen. Besondere Schwierigkeiten ergeben sich in jenen Fällen, bei denen die auszuscheidenden festen Körper durch die heissen Trocknunggase, insbesondere durch den Sauerstoff der Luft, chemisch verändert werden. 



   So ist es beispielsweise in der Gerbstoffextraktindustrie bekannt, dass Gerbstofflösungen (z. B. 



    Brühen, flüssige Gerbextrakte u. dgl. ) im Kontakt mit Sauerstoff Oxydationen der ausserordentlich   leicht veränderlichen Gerbstoffe ergeben, welche die chemischen und physikalischen Eigenschaften der Gerbstofflösung vom Standpunkte der Gerbwirkung sehr ungünstig beeinflussen. Diese schädlichen Oxydationswirkungen äussern sich einerseits in der Nachdunklung (Verbräunung oder Verfärbung) der   Gerbstofflösung,   anderseits in der Bildung grösserer Mengen von unlöslichen Bestandteilen der oxydierten Gerbsäuren oder Gerbsäureanhydriden (Phlobaphenen). Die Oxydation tritt naturgemäss sowohl bei den bisher bekannten Konzentrationsverfahren von   Gerbstoffbrühen,   als auch bei den bekannten Eintrockenprozessen der Brühen durch Eindampfen im Vakuum.

   Wenn die vorerwähnten Verfahren trotzdem in der Praxis angewendet werden, so geschieht dies nur darum, um die Beschaffung kostspieliger Grossbehälter zu ersparen und den ebenso kostspieligen Transport der stark wasserhaltigen Gerbstoffbrühen zu vermeiden. 



   Zufolge der gefürchteten Oxydationswirkung des Sauerstoffes der verwendeten Trockenluft hat man bei den bisherigen Verfahren zwar versucht, die Temperatur möglichst tief zu halten, ist jedoch von der Annahme ausgegangen, dass ein möglichst geringes Luftquantumzur Verhinderung der Oxydationswirkung anzuwenden sei. 



   Auf Grund eingehender Versuche wurde   überraschenderweise   festgestellt, dass bei Anwendung eines grossen Überschusses der Trockenluft die Temperatur des Trockenvorganges weit niedriger als bisher gehalten werden kann, wobei trotz der niederen Temperatur der Trocknungsvorgang weit rascher als nach den bisher üblichen Verfahren vor sich geht, so dass der auszuscheidende Gerbstoff nur kurze Zeit in dem Trockenluftstrom verbleibt. 



   Das Verfahren besteht im Wesen darin, dass ein stetig erneuerter Luftstrom den in fortschreitender Richtung ziehenden Nebelschwaden mit einer die Geschwindigkeit des Schwaden übersteigenden Geschwindigkeit durchzieht, wobei die Temperatur des ganzen Trocknungsvorganges zwischen   25-40    gehalten wird. 



   Der nach dem neuen Verfahren gewonnene Extrakt ist pulverförmig, also leicht löslich und zufolge seines geringen Wassergehaltes nachweislich nicht hygroskopisch. 



   Als Ausführungsbeispiel der Erfindung sei nachstehend das Verfahren zur Herstellung eines Festextraktes aus   Eichenrindenbrühe   beschrieben :
Eine in bekannter Weise durch Auslaugen von Eichenrinde, Eichenlohe u. dgl. hergestellte Brühe mit einem Gehalte von 
 EMI1.1 
 
<tb> 
<tb> Gerbstoff..........,..... <SEP> """.. <SEP> """'... <SEP> 1.............. <SEP> """ <SEP> """'. <SEP> 9, <SEP> 12%
<tb> Nichtgerbstoff <SEP> ........................................................... <SEP> 6#99%
<tb> Wasser <SEP> ................................................................ <SEP> 83#45%
<tb> Unlösliches <SEP> .......................................................... <SEP> 0#44%
<tb> 
 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 wurde bei gewöhnlicher Zimmertemperatur und normaler Aussentemperatur bei relativer Luftfeuchtigkeit von 90% in einer Kammer versprüht.

   Auf den versprühten Brühenstaub wird nun Troekenluft beispielweise von der Temperatur von zirka   300 C einwirken   gelassen, u. zw. derart, dass der Trockenluftstrom immer erneuert wird. Wenn nun der fein verteilte Brühenstaub durch die von Luftströmen durchsetzte Kammer   sehwirrt,   so gelangt der Wassergehalt des Brühenstaubes zufolge der bei diesem Verfahren enorm gesteigerten   Oberflächenwirkung   auch bei dieser niedrigen Temperatur zur Verdunstung. Wird der Wasserdunst aus der Kammer abgeführt, so ist es auf diese Weise nach der an sich   bekannten   Wirkung der   Zerstäubungstrocknung   möglich, aus de inm der Kammer schwirrenden nassen Brühenstaub alle Trockensubstanzen auszuscheiden.

   Die Trockensubstanzen setzen sich nämlich am Boden der Kammer ab und werden von hier aus mit an sich bekannten Entnahmevorrichtungen aus der Kammer entleert. 



     Die Versprühung   des Brühenstaubes kann, wie es bei der   Zerstäubungstrocknung von Milch-,   Blut- 
 EMI2.1 
 gefunden werden kann. 



   Der aus der Brühe erzeugte Festextrakt besitzt helle, gelbe Farbe und bildet ein ausserordentlich leicht lösliches Pulver. Sämtliche dieser Eigenschaften sind sichtbare Zeichen dafür, dass bei dem neuen Verfahren, im Gegensatz zu den bisher üblichen   Konzentrations-und Eintrockenverfahren,   der Luftsauerstoff keinerlei schädliche Veränderungen hervorruft. 



   Diese erscheint für den ersten Augenblick umso   überraschender,   als bei dem vorliegenden Verfahren die Versprühung der Brühe eigentlich mit einem grossen Überschuss an Luftsauerstoff erfolgt. Für die Erklärung   dieser überraschenden Erscheinung   muss jedoch festgehalten werden, dass die Brühe eine kolloide Lösung des Gerbstoffes und der ihn begleitenden Nichtgerbstoffe darstellt und dass bei der so feinen Versprühung der Brühe die Trocknung der Brühpartikelehen in einem verschwindend kleinen Bruchteil einer Sekunde erfolgt, so dass die oxydierenden Wirkungen des Luftsauerstoffes sich nicht vollziehen können. 



   Das Brühwasser verdunstet zufolge der feinen Verteilung der Brühe sehr rasch bis auf jene verschwinden geringe Menge, welche sozusagen in Form unendlich dünner Häutchen jedes einzelne der 
 EMI2.2 
 nach abwärts und gelangen in unendlich feinen Wasserhüllen eingekapselt sehr rasch aus dem Bereiche des Sauerstoffüberschusses des Sprühstrahles und setzen sich in Form eines mehlartigen Pulvers am Boden der Kammer ab. Diese überraschenden Verfahrenseffekte sind für die Praxis mit   Rücksicht   auf die bis nun übliche Erzeugung pulveriger Festextrakte durch Eindicken von Brühen im Vakuum und Zerreiben der steinharten Trockensubstanzen auf Desintegratoren von ganz besonderer Bedeutung ;   sie erklären   im   übrigen   auch den   überraschend   geringen Wassergehalt des Festextraktes. 



   Die Untersuchung des aus der eingangs erwähnten Eichenbrühe nach dem neuen Verfahren hergestellten pulverförmigen   Festextraktes hat   ergeben, dass derselbe nur 7-58% Wasser hingegen   ÏO. 5J%   Gerbstoffe und   39. 91% Nichtge : bst9ffe   und   1. 97% unlösliche Substanzen   enthält. 



   Auch dieses Untersuchungsresultat beweist, dass bei der Überführung der Brühe in   Festextrakt   durch kalte   Versprühung   mittels Luft, schädliche Veränderungen der die Brühe zusammensetzenden Bestandteile nicht eintreten.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung fester Gerbextrakte durch Emwirkenlassen eines erwärmten Luft stromes auf die zerstäubte gerbstoffhaltige Flüssigkeit dadurch gekennzeichnet, dass ein stetig ei neuerer Luftstrom den in fortschreitender Richtung ziehenden Nebelschwaden mit einer die Gesehwmdigkeit dieses Schwaden übersteigenden Geschwindigkeit durchzieht, wobei die Temperatur wählend des Trocknungsvorganges auf 25-40" C gehalten wird.
AT97386D 1918-12-18 1918-12-18 Verfahren zur Herstellung fester Gerbextrakte. AT97386B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT97386T 1918-12-18

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT97386B true AT97386B (de) 1924-06-25

Family

ID=3616825

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT97386D AT97386B (de) 1918-12-18 1918-12-18 Verfahren zur Herstellung fester Gerbextrakte.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT97386B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
AT97386B (de) Verfahren zur Herstellung fester Gerbextrakte.
DE438756C (de) Verfahren zur Herstellung fester Gerbextrakte
GB975336A (en) Copper oxide pigment
DE236378C (de)
DE750119C (de) Verfahren zur Herstellung von Eiweissstoffen aus Muskelfasern tierischer Herkunft
DE650326C (de) Verfahren zur Anreicherung der harntreibend wirkenden Stoffe der Birkenblaetter
DE859355C (de) Verfahren zur Herstellung eines kobalthaltigen diaetetischen Naehr- und Heilmittels
DE721991C (de) Verfahren zum Sulfitieren von Fettsaeureestern
DE641702C (de) Verfahren zur Herstellung von harzartigen Kondensationsprodukten
AT156349B (de) Verfahren zur Gewinnung von konzentrierten Gerbextrakten.
DE748867C (de) Verfahren zur Herstellung photographischer Emulsionen
DE1519960A1 (de) Schaumdaempfer
DE739511C (de) Verfahren zur Herstellung von kolloiden Silberpraeparaten
DE657129C (de) Verfahren zur Herstellung von Loesungen oder Extrakten aus Bakterien, Pollen oder sonstigen pflanzlichen Zellen
AT44091B (de) Verfahren zur Herstellung von Riechstoffen in fester Form.
AT144559B (de) Verfahren zum Konservieren von Pelzwerk, Kleidern und anderen Textilerzeugnissen.
DE709652C (de) Verfahren zur Herstellung eines Staerkeproduktes aus Kartoffelstaerke
AT133131B (de) Verfahren zur Aufbereitung von Wasser, insbesondere Brauereiwasser.
AT103968B (de) Verfahren zur Herstellung eines wasserlöslichen Konzentrationsproduktes aus Latex.
DE406042C (de) Verwendung synthetischer Gerbstoffe in der Tintenfabrikation
DE622669C (de) Verfahren zur Erzeugung eines glaenzenden Schutzueberzuges auf Fruechten und anderenVegetabilien
DE477858C (de) Verfahren zur Entbitterung der Rinde von Cascara sagrada
AT110888B (de) Verfahren zur Herstellung eines haltbaren Ureasetrockenpräparates.
DE932980C (de) Verfahren zur Gewinnung therapeutisch wertvoller, haltbarer Protanemoninpraeparate
DE555505C (de) Schaedlingsbekaempfungsmittel