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Schmiedefeuer. Patentiers im Deutschen Reiche vom 4. Februar
1923 ab. Die Erfindung betrifft ein Schmiedefeuer mit feuerfestem Aufsatz
auf einer Feuerschale und mit seitlichen Einhaltekanälen. Von den bekannten Schmiedefeuern
dieser Art unterscheidet sich der Gegenstand der Erfindung dadurch, daß der feuerfeste
Aufsatz mit sich kreuzenden senkrechten Kanälen versehen ist, die einen über der
Winddüse liegenden gemeinsamen Mittelschacht und zusammen mit der Feuerschale schräg
nach unten und nach deren Mitte verlaufende Einhaltekanä le bilden. Dadurch wird
einerseits ein cerliä ltnismä Big geringer Brennstoffverbrauch erzielt, anderseits
bilden die in die Feuerschale von oben hineinragenden Aufsatzteile wirksame Wärmespeicher,
die den von den senkrechten Kanälen gebildeten Feuerraum umgeben. Die schrägen Einhaltekanäle
ermöglichen, die zu glühenden Werkstücke ohne Schwierigkeit in die heißeste Feuerzone
zu führen und den Glühvorgang zu beschleunigen.
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Um bei dieser Anordnung der Außenluft einen unmittelbaren Zutritt
zur Feuerschale längs der schrägen Kanäle während der Arbeit nach Möglichkeit zu
verwehren und dadurch einen erhöhten Brennstoffverbrauch sowie eine unerwünschte
Abkühlung des feuerfesten Aufsatzkörpers zu vermeiden, «-erden die Einhaltekanäle
finit Verschlüssen -ersehen, deren jeder aus drei zusammenwirkenden Türen gebildet
wird, von denen zwei seitlich in entgegengesetzter Richtung beweglich sind, während
die dritte Tür vor den beiden anderen Türen in senkrechter Richtung beweglich ist.
Dadurch ist es ermöglicht, die zum Einhalten des Werkstückes erforderliche Öffnung
dem Durchmesser des jeweils eingehaltenen Werkstückes anzupasseil, so daß größere
Luftmengen neben dem Werkstück nicht in den Einhaltekanal eindringen können.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Abb. r zeigt den Schmiedeofen im Aufriß, Abb.2 im Längsschnitt, Abb. 3 im Querschnitt,
Abb.4. in einer Seitenansicht, Ab-b. 5 im Grundriß. Abb.6 veranschaulicht die Wasserkühlung
der in Abb. 4 dargestellten Türen.
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Unter einer Herdplatte 7 befindet sich eine Feuerschale 8 mit Winddüse
9 und einer Wasserkühlung io. Auf der Herdplatte 7 ist ein aus feuerfesten
Steinen bestehender viereckiger Aufsatz ii angeordnet, der auf jeder Seite einen
Einhaltekanal 12, 13, 14., 15 hat. In der oberen Abdeckung des Aufbaues ist ein
trichterförmiger Schacht 16 zum Beschikken des Feuerraumes mit Brennstoff vorgesehen.
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Die vier Seitenwände des Aufsatzes sind finit Metallplatten 17 bekleidet,
auf denen von Wasser durchflossene Kühlmäntel 18, i9 angebracht sind. Für den Fall
der Nichtbenutzung kann die Öffnung der Einhaltekanäle durch eine Tür 2o verschließbar
sein, die mittels einer Stange 21, eines doppelarmigen Hebels 22 und einer mit Handgriff
versehenen Zugstange :23 heb- und senkbar ist. Die Tür ist hohl und mit einem Ablauf
24. für das Kühlwasser versehen, das durch ein an die Oberseite des Kühlmantels
18 angesetztes Rohr 25, in einen Stutzen 26 der Tür hineinragend, zugeführt wird.
Die Kühlmäntel 18, i 9 sind unten durch einen Kanal 27 miteinander verbunden, und
der Kühlmantel i9 ist durch ein Rohr 28 an ein für alle Kühlmäntel und Türen gemeinsames
Verteilungsrohr 29 angeschlossen, dem das Kühlwasser durch ein
Rohr
30 zugeführt wird. Das Kühlwasser läuft durch das Rohr 24 in den darunter
befindlichen Ablöschtrog 3 i ab.
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Sollen Werkstücke geglüht werden, die einen geringeren Querschnitt
haben als die Einhalteöffnung, so kann Außenluft unmittelbar in die schrägen Einhaltekanäle
eindringen, die den Betrieb des Schmiedefeuers nachteilig beeinflußt. Um dies zu
vermeiden, sind statt der einfachen Türen vor der Kanalöffnung drei wassergekühlte
Türen vorgesehen, wie besonders aus Abb. 3, 4 und 6 ersichtlich ist. Unmittelbar
vor dem Kanal 13 liegen zwei zusammenstoßende hohle Türen 32 und 33, die zwischen
Rollen 34 und Führungsleisten 35, 36 wagerecht verschiebbar sind. Beide Türen stoßen
etwa in der Mitte der Kanalöffnung aneinander. Vor diesen beiden Türen liegt eine
dritte, senkrecht verschiebbare Tür 37, die in senkrechten Führungen 38, 39 heb-und
senkbar ist. Sie hängt mittels einer Kette 4o an einem doppelarmigen Hebel 41, mit
dem auch durch Ketten 42, 43 und dreiarmige Hebel 44, 45 die Türen 32, 33 verbunden
sind. Auf den wagerechten Armen dieser Hebel sitzen Gewichte 46, 47, mittels deren
die Türen für gewöhnlich geschlossen gehalten werden. Durch Ziehen an einer mit
dem Hebel 41 verbundenen Zugstange 48 werden die Türen geöffnet. Dabei bewegen sich
zwei Türen in entgegengesetzten Richtungen seitlich, die dritte, davorliegende Tür
nach oben, und auf diese Weise entsteht eine mit kleinstem Querschnitt sich allmählich
vergrößernde TSffnung, die es ermöglicht, beim Einsetzen kleinerer Werkstücke die
entstehende Öffnung aiif das dein Werkstück entsprechende kleinste Maß zu beschränken.
Durch Wahl der Kett.-nlänge kann die Einrichtung so getroffen werden, daß alle drei
Türen sich gleichmäßig bewegen, oder auch so, daß die eine Tür den anderen vor-
oder nachläuft.
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Liegt die Tür 37 vor den beiden Türen 32, 33, so kann in der Ebene
dieser beiden Türen über dem Kanal 13 eine Kühlkammer 49 angeordnet «-erden, die
durch ein Rohr 5o mit dein Verteilerrohr 29 in Verbindung steht. Von der Oberseite
der Kammer ragt ein Rohr 51 in die vordere Tür 37 hinein, über dein sich die Tür
beim Heben Lind Senken verschiebt. Durch ein seitlich abgebogenes Rohr 52 fließt
(las Wasser aus der Tür ab. Die leiden Türen 32, 33 sind auf der Oberseite in der
Be«,egungsriclltung geschlitzt, und in den Schlitz der Tür 32 ragt ein vom Verteilerrohr
29 ausgehendes Zulaufrohr 53, in den Schlitz der Tür 33 ein Zulaufrohr 54 hinein.
Zum Abfluß des Wassers dienen die Rohre 55, 56. Auf diese Weise dienen die Türen
zugleich als Kühlkammern . für den Herdaufsatz, ohne daß sie dadurch in ihrer Beweglichkeit
gehindert sind. Die Ablöschtröge 3 i sind durch gekrümmte Rohre 57 untereinander
verbunden, so daß sich das hineinfließende Wasser über alle Tröge gleichmäßig verteilen
kann.
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Wenn alle drei Türen von einem gemeinsamen Antriebshebel 41 verstellt
werden, so ist zu beachten, daß die beiden seitlich verschiebbaren Türen 32, 33
sich in entgegengesetzten Richtungen bewegen und sich zueinander doppelt so schnell
bewegen als die senkrecht verschiebbare Tür 37 zur Kanalöffnung. Infolgedessen würde
eine seitlich stets doppelt so große Öffnung des Kanals gebildet werden. Um dies
zu verhüten, sind die mit den Türen verbundenen unteren Arme der dreiarmigen Hebel
44, 45 nur halb so lang ausgeführt wie die übrigen Antriebshebelarme. Infolgedessen
bewegt sich jede der seitlich verschiebbaren Türen nur halb so schnell wie die senkrecht
verschiebbare Tür, so daß beim Öffnen beide Türen zusammen stets nur so viel Kanalquerschnitt
freigeben wie die senkrecht bewegte Tür.