DE41793C - Neuerung an Kirchenorgeln, Orchestrions und anderen orgelähnlichen Instrumenten - Google Patents

Neuerung an Kirchenorgeln, Orchestrions und anderen orgelähnlichen Instrumenten

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DE41793C
DE41793C DENDAT41793D DE41793DA DE41793C DE 41793 C DE41793 C DE 41793C DE NDAT41793 D DENDAT41793 D DE NDAT41793D DE 41793D A DE41793D A DE 41793DA DE 41793 C DE41793 C DE 41793C
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Germany
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wind
register
organ
play
valve
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DENDAT41793D
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English (en)
Original Assignee
R. SCHRÄDER und G. SANDER in Braunschweig
Publication of DE41793C publication Critical patent/DE41793C/de
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • GPHYSICS
    • G10MUSICAL INSTRUMENTS; ACOUSTICS
    • G10BORGANS, HARMONIUMS OR SIMILAR WIND MUSICAL INSTRUMENTS WITH ASSOCIATED BLOWING APPARATUS
    • G10B3/00Details or accessories
    • G10B3/06Valves; Sleeves

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Acoustics & Sound (AREA)
  • Multimedia (AREA)
  • Electrophonic Musical Instruments (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
Die vorliegende Erfindung hat den Zweck, die bisher im Orgelbau angewendeten mechanischen Vorrichtungen, mit welchen die genannten Musikinstrumente zum Tönen gebracht, oder durch welche die bei denselben mögliche verschiedenartige Tonschattirung, Klangstärke und Mannigfaltigkeit erlangt werden, mithin die bisher angewendeten, neben oder über der Klaviatur angebrachten Registerzüge vollständig entbehrlich zu machen und speciell alle Functionen, welche bisher durch Herausziehen oder Zurückstofsen derselben von Hand bewirkt werden mufsten, nunmehr durch Luftdruck zu ersetzen, wodurch die einzelnen Wirkungen nicht nur schneller und präciser, sondern auch sicherer erfolgen sollen, und die Behandlungsweise dieser instrumente für den Spielenden eine leichtere und bequemere werden soll.
Auf der beiliegenden Zeichnung zeigt:
Fig·, ι den Grundrifs der Windlade und deren Verbindung mit den Spielapparaten, und zwar :
A. die Windlade mit abgenommenem Spielcylinder und deren Verbindung mit der Balance-Registerklaviatur,
B. dieselbe Ansicht, jedoch mit Fortlassung der Verbindung mit der Windführung 11,
C. die Windlade mit abgenommenem Pfeifenstock, wobei die Spielcylinder in der Oberansicht mit den Zuströmungslöchern sichtbar sind,
D. die Oberansicht des Pfeifenstockes mit der Anordnung der Pfeifenlöcher und des Tragebalkens;
Fig. 2 den Querschnitt der pneumatischen Windlade in der Richtung von E nach F durch Fig. 1,
Fig. 3 den Längsschnitt der Windlade in der Richtung von G nach H durch Fig. 1,
Fig. 4 den Schnitt durch Fig. 1 in der Richtung von J nach K, wobei angenommen ist, dafs jeder einzelne Ton des Registers nur für eine Klaviatur zu verwenden ist,
Fig. 5 den Schnitt durch Fig. 1 von L nach M mit der Anordnung, dafs ein und derselbe Ton durch nur ein Pfeifenventil, unabhängig von der einen oder der anderen Klaviatur oder gleichzeitig von beiden zum Erklingen gebracht werden kann,
Fig. 6 den Schnitt durch den Spielcylinder, Fig. 7 den Spielkolben,
Fig. 8 die untere Ansicht des Spielcylinders,
Fig. 9 den Längsschnitt durch Fig. 1 in der Richtung von N nach O,
Fig. 10 die Anordnung des Spielapparates, und zwar für eine obere Klaviatur, eine untere Klaviatur und für das Pedal in Verbindung mit den dazu gehörigen ,Windladen,
Fig. 11 den Durchschnitt des Klaviaturbalkens,
Fig. 12 die Vorderansicht des Klaviaturbalkens,
Fig. 17 eine Registertaste,
Fig. 13 die Druckvorrichtung, durch welche sämmtliche Stimmen zum Erklingen oder zum Schweigen gebracht werden,
Fig. 14 die Vorrichtung nach erfolgter Thä'tigkeit in Ruhe,
Fig. ι 5 dieselbe Druckvorrichtung im Moment, wo sie in ihre Ruhestellung, Fig. 13, zurückgeht, und
Fig. 16 die Ansicht des Hebels.
Die in Fig. 2 und 3 dargestellte pneumatische Windlade. »Kastenlade« genannt, ist zu vier Registerpfeifen angenommen und constructiv derart angeordnet, dafs sowohl alle vier Register auf einem, als auch zwei von diesen Registern auf einem zweiten Manuale zu spielen sind; doch ist es hierbei auch möglich, alle oder jedes beliebige Register für ein zweites oder drittes Manual (Klavier) zur directen Verwendung einzurichten.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, wird der Umbau oder Rahmen α α der Windlade oben durch die an ihren Zusammenstöfsen c auf Tragebalken d ruhenden Pfeifenstöcke b geschlossen. Unterhalb der Tragebalken d sind zur gröfseren Tragfähigkeit T-Eisen angebracht, so dafs das Pfeifenwerk einen sicheren, unverrückbaren Stand behält. Unterhalb des Rahmens α α sind die Ventilträger e, auf denen die zu einem Register gehörenden pneumatischen Spielcylinder f befestigt sind, derart angeordnet, dafs sie gleichzeitig den Boden der Windlade, welche dadurch luftdicht geschlossen ist, bilden.
In diesem Träger e sind die kleinen, mit dem Innern der Windlade in Verbindung stehenden Luftkanäle g angebracht; dieselben sind sofort mit Orgelwind versehen, sobald die Windlade damit angefüllt wird.
Durch diese Kanäle g erfolgt auch die Wirkung des darin enthaltenen Windes auf das Innere der Spielcylinder f.
Die ebenfalls in den Trägern e angebrachten kleinen Luftkanäle h werden durch die Function der Registertasten gefüllt; sobald der Luftzutritt zu denselben abgesperrt■ wird, ist das betreffende Register zum Spielen vorbereitet, so dafs von der Klaviatur auf alle mit diesen Kanälen in Verbindung stehende Spielcylinder f eingewirkt wird.
Diese Anordnung ermöglicht es, zwei und mehr solcher Kanäle für ein und dasselbe Register anzubringen, diese mit zwei und mehr Klaviaturen zu verbinden und dadurch das betreffende Register von diversen Klaviaturen aus selbstständig zu spielen.
Um die pneumatischen Spielcylinder f oben wie unten luftdicht abschliefsen zu können, sind zwischen dem Träger e und dem Pfeifenstock b die runden oder achteckigen Stützen i und die Holzschrauben k so angebracht, dafs durch letztere der Träger e gegen den Pfeifenstock b geschraubt und so der luftdichte Abschlufs bewirkt werden kann.
Unmittelbar unter dem Boden e quer unter der Windlade sind Holzleisten angeordnet, in denen für jede Taste im vorliegenden Falle zwei Kanäle / und Z1, und zwar je ein Kanal für je eine Klaviatur eingearbeitet sind.
Die Kanäle stehen bei jedem Ton und jedem Register mit dem Innern des darüber stehenden Spielcylinders f in Verbindung, so dafs jede veränderte Füllung dieser Kanäle auf das Innere der Spielcylinder einwirken mufs.
Aufserhalb der Windlade und längs derselben fortlaufend ist ein Auslöseapparat m mit den erforderlichen Aus- und Einlafsventilen angebracht.
Die Fig. 4 veranschaulicht einen Spielcylinder f in seiner inneren Anordnung, in seiner Stellung zur Windlade und in Verbindung mit dem Auslösungsapparat m mit den Kanälen η und ο und den beiden Ventilen q und r. In dieser Darstellung ist angenommen, dafs jeder einzelne Ton eines Registers nur für eine Klaviatur zu verwenden ist, während in Fig. 5 die Anordnung veranschaulicht ist, dafs ein und derselbe Ton durch nur ein Pfeifenventil unabhängig von der einen oder der anderen Klaviatur oder auch gleichzeitig von beiden Klaviaturen zum Erklingen gebracht werden kann.
Wie aus den Fig. 4 und 5 und den Detailzeichnungen des Spielcylinders f, Fig. 6 und 8, und des Spielkolbens v, Fig. 7, ersichtlich wird, ist y die Bohrung, in welcher sich der Spielkolben ν leicht auf- und abbewegen kann; je nachdem der Spielcylinder für eine, Fig. 4, oder zwei Klaviaturen, Fig. 5, wirken soll, sind Bohrlöcher 6, welche in den oberen Theil der Bohrung y führen, derart angeordnet, dafs sie die Oberseite des Spielkolbens ν durch die Windführung 11 mit dem Abzugskanal / in Verbindung bringen.
Ueber der Bohrung y ist im Cylinder χ, die Ausbohrung 7, für den Verbindungsdraht 1, und über derselben die Bohrung 10, durch welche der Wind nach dem Pfeifenloch strömen kann, angeordnet. Um jeden Uebertritt der unter dem Kolben v, Fig. 5, zur Wirkung kommenden verdichteten Luft nach der Oberseite des Kolbens ν zu verhindern, ist am unteren Ende desselben die über den hohlen Holzring 5 geleimte Ledermembran 4 angebracht.
Durch den Kolben ν und die durch den Cylinder χ geführten Bohrungen 7 und 10 ist der Draht 1 so angeordnet, dafs er unten am Kolben ν mit einer Schraubenmutter befestigt ist und oben das Ventil \ trägt, welches die Bohrung 10 luftdicht abschliefst.
In dem Kopfe des Cylinders χ, seitlich um denselben herum, sind, je nach der Gröfse des Durchmessers des Cylinders χ, zwei, drei oder mehr Zuströmungslöcher 8 angebracht, so dafs, wenn die Windlade mit Orgelwind gefüllt ist, der unter dem Ventil % vorhandene Druck
fortwährend das Bestreben hat, das Ventil \ zu heben.
Um ein willkürliches Oeffnen des Ventilsitzes und Entweichen des Windes zu verhindern, ist auf der Oberseite des Kolbens ν ein den einzelnen Kolbengröfsen und Bohrlochdurchmessern entsprechendes Gewicht 2 derart angeordnet, dafs der Kolben v, sobald Luftdruck unter denselben tritt, Fig. 5, trotz des Gewichtes 2 leicht und schnell sich heben kann, sonst aber die Oeffhung 10 durch das Ventil \ stets luftdicht geschlossen hält, Fig. 4. Da nicht nur die im Cylinder x seitlich angebrachten Bohrungen 9, welche oben in die Bohrung 8, unten in die für den Draht 1 bestimmte Bohrung 7 münden, auf die Längsseiten des Kolbens v, sondern auch der Kanal g auf die Unterseite desselben Luft von gleicher Dichte wirken lassen, so mufs der Kolben ν bei richtiger Belastung durch das Gewicht 2 beständig unten, mithin der Ventilsitz 10 geschlossen gehalten werden.
Während durch die Membran 4 die untere Seite des Kolbens ν die Zutrittsöffnung zum Kanal g luftdicht abschliefst, Fig. 4, und somit die Unterseite des Kolbens ν dem Druck der im Kanal g befindlichen verdichteten Luft ausgesetzt ist, steht die Oberseite desselben durch die Windführungen 6 und 11 mit dem Abzugskanal / in Verbindung, sobald die kleine Klappe 12, Fig. 4 und 5, in der Kammer 13 senkrecht herabhängt.
Diese Klappe 12 schliefst mit ihrer einen Seite die in den Abzugskanal / führenden Bohrungen 6 und 11 und mit ihrer anderen Seite die nach dem Registerkanal h führende Oeffnung.
Der bereits erwähnte Auslösungsapparat m, Fig 2 und 4, besteht aus den beiden Kanälen η und 0, von denen η an beiden Enden offen, ο dagegen geschlossen ist, aber durch die Windführung οl mit dem Innern der Windlade in steter Verbindung steht und daher auch mit Orgelwind versorgt wird; durch die Bohrung w ist auch die Abzugsröhre Z mit ο verbunden. Unter diesem Kanal 0 ist für jeden Ton ein kleines, mit Ventil r zu schliefsendes Bohrloch angebracht, welches im Ruhezustande, d. h. wenn kein Ton angespielt ist, stets offen steht.
Im Innern des Kanals η befinden sich für jede Klaviaturtaste die runden Ventile q, welche durch einen schwachen Draht mit den Ventilen r derart verbunden sind, dafs, wenn das Ventil q die unter demselben befindliche Bohrung öffnet, gleichzeitig das Ventil r das unter dem Kanal 0 befindliche kleine Bohrloch schliefst.
Unter der vom Ventil q bedeckten Bohrung ist eine gröfsere Bohrung u angeordnet, welche durch die Membran t in zwei Abtheilungen getheilt ist, von denen die obere Abtheilung mit der Abzugsröhre /, die untere mit der bis zur Klaviatur geführten Leitungsröhre s in Verbindung stehen. In der Leitungsröhre s befindet sich im Ruhezustande stets atmosphärische Luft.
Der die beiden Ventile q und r verbindende Draht ist bis zur Membran t geleitet und verbindet somit auch letztere mit q, dem Kanal η und mit r. Ist nun Orgelwind in der Windlade, so tritt derselbe durch 01O durch das geöffnete Ventil r und durch w nach der Abzugsröhre / und von hier nach κ, wo er auf die Oberseite der Membran t, auf deren Unterseite nur leichte atmosphärische Luft aus der Röhre s tritt, derart niederdrückend wirkt, dafs dieselbe mit ihrer im bestimmten Verhältnifs gröfseren Fläche als die des Ventils q nach unten gegen die Leitungsröhre s zu geht, hierdurch das Ventil q und somit auch die Abzugsröhre / luftdicht abschliefst.
Soll nun ein oder alle der in Fig. 2 gezeichneten Spielcylindery in Thätigkeit treten, so mufs die Abzugsröhre Z mit der Oberseite des Kolbens ν in unmittelbare Verbindung gebracht werden, was dadurch erreicht wird, dafs der Kanal h mit der atmosphärischen Luft in Verbindung tritt, d. h. nach einer Seite geöffnet wird; die kleine Klappe 12 legt sich gegen die nach dem Kanal h führende Oeffnung, Fig. 4 und 5, öffnet die Windführungen 11 und 6, und die Verbindung der Abzugsröhre / mit der Oberseite des Kolbens ν durch die Bohrungen 11 und 6 ist jetzt hergestellt. Eine etwa eingetretene Veränderung der Luftdichte in einer der Röhren I wirkt nun sofort auf alle die kleinen Kolben v, welche durch das Ventil 12 mit ihr in Verbindung stehen.
Wird nun durch Druck auf eine Klaviaturtaste Orgelwind in ein Leitungsrohr s gelassen, so tritt derselbe unter die Membran t, über welcher sich ebenfalls Orgelwind befindet, und der von der Röhre / aus nach der Bohrung u hin wirkende Luftdruck ist nun im Stande, das Ventil q zu heben, so dafs die bewegende Luft in Kanal η entweichen kann, wodurch gleichzeitig das Ventil r nach oben geführt und der Kanal ο luftdicht geschlossen wird, so dafs ein Nachströmen von Wind von der Windlade aus durch die Bohrung n> nach Z nicht mehr stattfinden kann. Es befindet sich demnach jetzt in der Röhre Z Luft von atmosphärischer Dichte, welche, da die Klappe 12 offen steht, durch 1 1 und 6 nach der Oberseite des Kolbens ν strömt, so dafs in diesem Momente, in welchem sich unter dem Kolben ν und unter dem Ventil % Luft von gröfserer Dichte befindet als über dem Kolben v, letzterer mit grofser Schnelligkeit gehoben , hierdurch das Ventil \ geöffnet und
dem Orgelwind ermöglicht wird, durch die Oeffnungen 8 nach der darüber befindlichen Pfeife zu strömen; gleichzeitig wird durch die über dem Gewicht 2 befindliche Lederscheibe 3 die Bohrung 7 luftdicht abgeschlossen, so dafs ein Nachströmen von Wind an dieser Stelle unmöglich wird, Fig. 5.
Sobald die Klaviaturtaste losgelassen wird, tritt wiederum atmosphärische Luft in die Leitungsröhre s, der im Kanal 0 befindliche Luftdruck öffnet das Ventil r, gestattet hierdurch der verdichteten Luft Eintritt durch w und Z nach u und schliefst gleichzeitig durch Herabgehen der Membran t das Ventil q und somit die Verbindung mit Kanal η ab; der Qrgelwind tritt wiederum von Z aus über den Kolben v, welcher nunmehr durch die Schwere des Bleigewichts 2 herabgeht, das Ventil \ mit herabzieht und die Bohrung 10 schliefst, so dafs ein Durchströmen nach der Pfeife aufhört, Fig. 4.
Das Schliefsen der Bohrung 10 durch das Ventil \ bezw. das Herabgehen des Kolbens ν kann aber auch bei heruntergedrückter Klaviaturtaste dadurch bewirkt werden, dafs durch einen Registerzug Orgelwind in den Kanal h gelassen wird; derselbe tritt durch das von ihm geöffnete Ventil 12 in die Kammer 13 und von hier, indem er gleichzeitig mit der. anderen Seite . des Ventils 12 die Windführung 11 bezw, die Verbindung von / mit der Oberseite des Kolbens ν abschliefst, durch b über den Kolben v, wodurch ebenfalls der Ueberdruck des unter dem Kolben befindlichen Windes aufgehoben, der Kolben ν durch die Schwere des Gewichts 2 herabgezogen und die Oeffnung 10 durch das Ventil ■{ geschlossen wird. Beim Herabgehen des Kolbens ν öffnet sofort die auf dem Gewicht 2 befindliche Lederklappe 3 die Bohrung 7, wodurch auch durch die seitlichen Bohrungen 9 genügend Wind nach der Oberseite des Kolbens ν gelangen kann, so dafs das Niedergehen desselben und. das Schliefsen des Pfeifenloches 10 ebenso sicher und präcise erfolgt als das Oeffnen.
In Fig. 4, wo der Spielcylinder f nur für ein Klavier angeordnet ist, ist angenommen, dafs der Ton nicht angespielt und das Register selbst auch nicht zum Spielen vorbereitet sei; die Fig. 5, in welcher der Spielcylinder so angeordnet ist, dafs er für zwei Klaviaturen zu benutzen ist, zeigt auf der rechten Seite den Registerkanal h mit Wind gefüllt, daher das Ventil 12 den Zugang von I nach der Oberseite des Kolbens ν geschlossen hält und das Register von der damit in Verbindung stehenden Klaviatur aus nicht spielbar ist, auf der linken Seite dagegen ist die Verbindung der Röhre / mit der Oberseite des Kolbens ν durch das gegen h anliegende Ventil 12 frei, das Register mithin spielbar.
Da nun die rechtsseitige Bohrung 1 1 in das Spielrohr Z des einen Klaviers mündet, mündet die Bohrung 11 der linken Seite in das Spielrohr Z des anderen Klaviers, wodurch es möglich ist, dafs von zwei Klaviaturen ein Ton mit nur einer Luftzuströmung zum Erklingen gebracht werden kann.
Fig. 10 zeigt die constructive Anordnung der für die Klaviatur nöthigen pneumatischen Spielapparate I, II und III, und zwar für eine Oberklaviatur 14, eine Unterklaviatur 15 und ein Pedal 16, sowie deren pneumatische Koppelungen IV und Verbindung mit den Windladen in verkleinertem Mafsstabe.
Wie aus dieser Fig. ι ο ersichtlich wird, befinden sich zwischen den Spielapparaten II und III die pneumatischen Koppelungen IV und über den beiden Tastaturen 14 und 15 an Stelle der bisher gebräuchlichen Register-^ züge die Balance - Registerklaviatur V, deren Tasten 18, als doppelarmige Hebel, Fig. 17, angeordnet, mit ihrer Oberseite zur Fläche der Manual - Klaviaturtasten in einem Winkel von 45° stehen und sich leicht in den Einschnitten des Klaviaturbalkens, Fig. 11, etwa 1 cm auf- und abbewegen lassen.
Je nach Erfordernifs der Gröfse der Orgel, des Harmoniums oder eines anderen Musikinstruments kann der Klaviaturbalken 17 eine beliebige Länge haben, so dafs derselbe an beiden Seiten um ein Beträchtliches über die Tastaturen hinausreicht; demnach können in einer Reihe leicht 50 und mehr Registertasten angebracht werden. Bei einer grofsen Anzahl Register lassen sich auch zwei solcher Regisierklaviaturen über einander anbringen.
Unterhalb einer jeden dieser Registertasten befinden sich ein, zwei oder mehr kleine Druckknöpfe 20, Fig. 12, welche ermöglichen, für beliebige Toneffecte und Klangsorten durch Hineinstofsen dieser Knöpfe die gewünschten Register vorzubereiten, so dafs dann durch einen Druck auf die unter der unteren Klaviatur 15 befindlichen Druckknöpfe 29 sämmtliche durch die Druckknöpfe 20 vorbereiteten Stimmen erklingen oder zum Schweigen gebracht werden können, wobei die durch die Tastatur schon vorher gespielten Register vor wie nach der Combination spielbar bleiben.
Aber auch diese vorher gespielten Register können ebenfalls gleichzeitig alle zum Schweigen gebracht werden, wenn analog den Druckknöpfen 29 ein weiterer Druckknopf 29a angeordnet wird, der vermittelst des Leitungsrohres 45 den Zutritt des Windes in Kanal 22 verhindert, so dafs die durch Combination zusammengestellten Klangfarben allein zur Geltung kommen.
Die einzelnen Druckknöpfe 29 correspondiren mit den unter den Tasten 18 befindlichen Druckknöpfen 20.
Zwischen der oberen Klaviatur 14 und der unteren Klaviatur 15, Fig. 10, befinden sich gleichfalls, je nachdem zwei oder mehr Vorbereitungsdruckknöpfe 20 unter jeder Registertaste angebracht sind, zwei oder drei Druckknöpfe 21, welche stets abgestofsen sind und durch die an einer Welle befindlichen Doppelarme 27 zurückgebracht (herausgestofsen) werden, sobald einer oder mehrere der correspondirenden Druckknöpfe 20 eine Combination vorbereitet haben. Soll nun aber diese Combinationsvorbereitung aufser Thätigkeit treten, so genügt ein leiser Druck auf einen der Druckknöpfe 21, und alle mit demselben correspondirenden Druckknöpfe 20 treten wieder hervor, und die Vorbereitung der Register ist aufgehoben.
Ueber einer jeden Registertaste 18 befinden sich, Fig. 12, kleine Tafeln 28 aus Porcellan, Metall oder einem passenden Material, auf denen der Name des zu den Tasten gehörenden Registers steht.
In dem Klaviaturbalken, Fig. 11, der aus den drei Theilen 17, 30 und 31 besteht und zusammengeschraubt ist, sind die Kanäle 22, 24 und 25 angebracht.
Für jede einzelne Taste ist zwischen diesen Kanälen ein kleiner geschlossener Schlitz 23, in welchen eine Bohrung für ein 6 mm weites Leitungsrohr 26 führt, angeordnet.
Dieses Leitungsrohr 26 steht, wie Fig. 10 zeigt, mit der Windlade für das Haupt-Oberwerk oder Pedal in Verbindung und führt in den Registerkanal h, so dafs, wenn nach 26 Orgelwind gelassen, auch der Kanal h damit angefüllt wird.
An dem einen Arm 19 der Registertaste 18, Fig. 17, befindet sich, gelenkartig mit demselben verbunden, ein schwacher Schieber 32 mit der länglichen Oeffnung 33 ; derartige Schieber sind auch im Innern des Klaviaturbalkens an den Druckknöpfen 20, Fig. 10, V, angebracht.
Die Schieber 32 gehen leicht zwischen dem Obertheil 17 und dem Mittelstück 30 des Klaviaturbalkens in einer Vertiefung, desgleichen bewegen sich auch die Schieber der Druckknöpfe 20 leicht zwischen dem Mittelstück 30 und dem Untertheil 31 des Klaviaturbalkens.
Die in den Schiebern 32 angebrachte Oeffnung 33, Fig. 17, geht, aus dem Kanal 22 kommend, Fig. 10 und 11, durch das Mittelstück 30 nach dem Schlitz 23; desgleichen communiciren die in den Schiebern der Druckknöpfe 20, Fig. 10, befindlichen Oeffnungen mit denen im Mittelstück 30 und Unterstück 31 des Klaviaturbalkens, verbinden daher auch hier die Oeffnung 23 mit dem Kanal 24 oder 25, je nachdem der erste oder zweite Druckknopf wirken soll.
Der Kanal 22 ist stets mit Orgelwind gefüllt, während in die Kanäle 24 und 25 nur durch den Druckknopf 29 Actionswind eingelassen, mithin nur auf diejenigen Stimmen gewirkt werden kann, welche durch die Druckknöpfe 20 für Combinationszwecke vorbereitet sind.
Wird durch einen der genannten Druckknöpfe der Luftzutritt aufgehoben, so sind auch sofort die betreffenden Stimmen zum Schweigen gebracht.
Die als doppelarmige Hebel angeordneten Registertasten 18, Fig. 17, haben in der Mitte ihren Drehpunkt und stehen mit ihrem vorderen Ende etwa 1 cm über der unteren Kante des gewölbten Klaviaturbalkens, Fig. 10.
Soll ein Register spielbar werden, so genügt ein leichter Druck auf das untere Ende der betreffenden Registertaste 18, dagegen bringt ein leichter Druck auf das obere Ende derselben das Register sofort aufser Thätigkeit.
An Stelle der bisherigen Registerzüge ist in der vorliegenden Erfindung die »Balance-Registerklaviatur«, Fig. 10, V, getreten, bei welcher so viele Registertasten 17 angeordnet sind, als die Orgel spielbare Register und Koppeln hat.
In den Fig. 13 bis 17 sind in vergröfsertem Mafsstabe die Details für die Druckvorrichtung 29 dargestellt.
Wie aus der Fig. 13 ersichtlich wird, ist in dem Vorsatzbrett 78 der Klaviatur eine aus Ebenholz oder sonstigem brauchbaren Material angefertigte Hülse 79, in welcher sich der Druckknopf 29 bewegen kann, angeordnet. An dem inneren Ende desselben ist der Draht 81, auf welchem die Holzmuttern 83, 84 und 88 aufgeschraubt sind, befestigt.
Die eigenthümlich geformte Holzmutter 83' steht im Ruhezustande mit ihrer schiefen Ebene mit einer an der breiten Sperrfeder 82 angebrachten Sperrklinke 90 in steter Berührung; beim Hineinstofsen des Knopfes 29 gleitet diese Sperrklinke 90 über die schiefe Ebene der Holzmutter 83 und hält den Knopf 29 bezw. den Draht 81 in einer bestimmten Lage fest, nachdem sie sich vor die Holzmutter 83, Fig. 16, gelegt hat. In diesem Moment ist auch die gegen die Holzmutter 84 drückende flache Metallfeder 87 an die sie stützende Stellschraube 86, Fig. 15, gelangt und der Finger des den Druckknopf 29 hineinstofsenden Spielers findet einen fühlbaren Widerstand, wodurch derselbe merkt, dafs die Arretirung erfolgt sei und dafs beim Nachlassen des Fingerdruckes auf den Druckknopf 29 letzterer und die mit ihm verbundene Vorrich-
tung aus dieser Lage nicht zurückgehen können, Fig.-15.
Der an 91 anfänglich anliegende bewegliche Hölzarm 85 stützt bezw. hebt beim Hineinstofsen des Knopfes 29 die mit der Sperrklinke 90 versehene Sperrfeder 82 und bleibt zu derselben stets in einer sicheren Stellung; im Moment der Arretirung ist die Mutter 83 bis an den Arm 85 gelangt, Fig. 14.
Nur ein leiser Druck auf den Knopf 29 hat genügt, um die beabsichtigte Wirkung, d. i. das Erklingen der durch die 'Druckknöpfe 20 vorbereiteten Register hervorzubringen und in der erlangten Stellung, Fig. 14, die Stimmen weiter ertönen zu lassen.
Wie bereits erwähnt wurde, befindet sich in den Kanälen 24 und 25 nur dann Actionswind, wenn derselbe durch Druckknopf 29 eingelassen wurde, was durch die vorbeschriebene Druckvorrichtung erfolgt ist. Der Draht 81 steht mit einem Schieber, welcher genau so wie der an der Balancetaste, Fig. 17, beschriebene Schieber 32 angeordnet ist, in fester Verbindung und führt in die in der Holzleiste, Fig. 10, befindlichen ein, zwei bezw. drei Kanäle 80, je nach der Anzahl der bei jedem Register vorhandenen Combinationsvorrichtungen. Diese Kanäle 80 sind stets mit Orgelwind !gefüllt; aus denselben führen Schlitze durch den Schieber nach dem Leitungsrohr 44, welches -die Kanäle 24 und 25 oder, wie gezeichnet, einen derselben mit den Kanälen 80 verbindet.
Beim Druck auf den Knopf 29 werden durch den mit dem Draht 81 verbundenen Schieber die Schlitze frei .und der Orgelwind kann unbehindert durch das Rohr 44 in die Kanäle 124 bezw. 25 eintreten.
Soll die Druckwirkung wieder ausgelöst, d. h. in ihre erste Stellung zurückgeführt bezw. die Register zum Schweigen gebracht werden, so wird aufs Neue, und zwar etwas stärker auf den Knopf 29 gedrückt, wodurch der Draht 81 weiter vorwärts ;bewegt wird; bei dieser Weiterbewegung nimmt die Mutter 83 den Arm 85, welcher hierbei die Sperrfeder.82 allmälig höher hebt, so weit .mit sich, .bis derselbe rechtwinklig zum Draht 81 zu stehen ;kornmt, Fig. 15, und die Sperrfeder 8,2 so hoch gehoben hat, dafs die Mutter 83 unter der Sperrklinke 90 ungehindert zurückgehen kann, 'Wodurch die Auslösung erfolgt ist.
Beim Loslass.en des Knopfes 29 schnellt die Metallfeder 87 den Draht 81 mit dem Knopf 29 zurück und die Sperrfeder 82 bleibt so lange von der Feder 85 hoch gehalten, bis die Sperrklinke 90 wieder in ihre erste Stellung hinter die Mutter 83 gelangtest, Fig. 13.
Der Knopf 29 tritt so weit heraus, bis die Holzmutter 88 an die Leiste 92 anstöfst.
Die in Fig. 10 dargestellten pneumatischen Spielapparate I, II und HI bestehen in der Hauptsache aus den beim Gebrauch stets mit Orgelwind gefüllten Kasten 58, 59 und 60, in denen sich für je eine Taste ein rundes Metallventil 61, 62 und 63 befindet; diese Metallventile sind in ihrer Schwere derart bemessen, dafs die Spielart der Tastaturen nicht nur eine leichte, sondern auch präcise ist.
Unterhalb dieser Kästen und Ventile befinden sich eine gleiche Anzahl halb so grofser Metallventile 53, welche durch einen Draht mit den Ventilen 61 bezw. 62 oder 63 und mit den entsprechenden kleinen Hebeln 66, 67 oder 68 verbunden sind. Beide Ventile sind auf einem Stofsdraht 69, 70 bezw. 71 beweglich befestigt; dieser Stofsdraht ist oben in einer gebohrten Leiste und unten in dem kleinen Hebel derart geführt, dafs das Ventil 61 bezw. 62 bezw. 63 das unter demselben und das Ventil 53 das über demselben angeordnete Bohrloch sicher deckt und abschliefst. Damit jederzeit ein sicherer Schlufs und eine elastische Spielart der Tastatur erlangt wird, sind die Ventile auf ihrer Deckfläche mit Filz und Leder belegt.
Die Hebel 66, 67 bezw. 68 sind theils in directer Berührung mit den Tasten der Klaviatur, theils durch Drähte mit den zugehörenden Tasten verbunden.
Die Wirkungsweise dieser Apparate ist nun folgende:
Wenn eine Taste niedergedrückt wird, wird eines der beiden Metallventile 63, 64 bezw. 65 und 53 gehoben, wobei vom Ventil 63 etc. das unter demselben befindliche Bohrloch geöffnet, gleichzeitig aber vom Ventil 53 das über demselben befindliche kleinere Bohrloch geschlossen wird.
Beim Aufgange des Ventils 63 bezw. 64 oder 65 von 1 mm hat Ventil 53 bereits das darüber befindliche Loch bedeckt; der weitere Aufgang bis zu 3 mm wird durch die Elasticität des Filzes erlangt.
Mit dem Oeffnen des Ventils 65 gelangt Orgelwind in die darunter befindliche Bohrung und durch dieselbe nach dem Leitungsrohr 39 oder, je nachdem auf der einen oder der anderen Klaviatur gespielt wird, nach Leitungsrohr 37 oder 38; hierbei ist es gleichgültig, ob eine, zwei, drei oder mehr Klaviaturen zur Anwendung kommen, es können auch jederzeit zwei, drei oder mehr pneumatische Spielapparate über einander gelegt und mit den zugehörenden Klaviaturen verbunden werden, wobei es ebenfalls gleichgültig ist, wie und wo die Klaviaturen zur Orgel stehen, da die Leitungsrohre 37, 38 und 39 nur von dem betreffenden Spielapparat nach der zugehörenden Windlade geführt, d. h. mit dem Leitungsrohr S verbunden zu werden brauchen.

Claims (6)

  1. Bei sämmtlichen Leitungsröhren genügt eine Weite von 6 mm Durchmesser, um auf die gröfsten vorkommenden Entfernungen zwischen Windlade und Spielapparate doch noch eine vollkommene Repetition der einzelnen . Töne stattfinden zu lassen.
    Unter den Spielapparaten I und II befindet sich der pneumatische Koppelapparat IV, welcher im wesentlichen aus einem von feinem Holz gearbeiteten Brett 34, welches die Länge der Klaviatur hat, besteht. In dieses Brette34 sind für je eine Taste Fächer oder Abtheilungen 35, 36 eingefräst; in jedes dieser Fächer mündet ein Leitungsrohr, und zwar in die obere Äbtheilung 35 das Rohr 37 und in die untere Abtheilung 36 das Rohr 38, welche beide im vorliegenden Falle nach dem Rohr 5 der gemeinschaftlichen Windlade für Haupt- und Oberwerk geleitet sind.
    Sind für Haupt- und Oberwerk besondere Windladen vorhanden, so wird 38 bis zur Windlade des Hauptwerkes und 37 nach der Windlade des Oberwerke.s geleitet. Nach den Fächern 35 und 36 sind in Holzplatten eingefräste Windleitungen 40, .41, 42 geleitet, von denen die Leitung 42 in die Bohrung 50 des Spielapparates II für das Oberwerk . mündet, während die beiden Windleitungen 40 und 41 nach der Bohrung 49 des Spielapparates J für das Hauptwerk führen. Die Bohrung 49 ist aufserdem durch die directe Windleitung 43 mit der Abtheilung 36 und somit auch mit dem Leitungsrohr 38 verbunden.
    Die Windleitung 41 ist derart in die Fächer der Abtheilung 35 und somit zum Leitungsrohr 37 geführt, däfs das tiefe C des Oberwerkes mit dem kleinen c des Hauptwerkes verbunden ist.
    Die Windleitung 41, vom ersten Klavier des Apparates! kommend, mündet in das 13. Fach der Abtheilung 35. Wird daher in Apparat I durch das erste Ventil 69 beispielsweise Wind in die Leitung 41 gelassen, so geht derselbe in das 13. Leitungsrohr 37, so dafs mit dem Anspielen des ersten Tones der unteren Klaviatur der 13. Ton des Oberwerkes erklingt und demgemäfs alle übrigen Töne der Klaviaturen 14 und 15.
    Von dem für das Pedal eingerichteten Spielapparat III führt ein Leitungsrohr 46 nach dem Fach 52, welches sich in zwei Ausgänge 48 und 47 abzweigt, von denen 48 nach der Abtheilung 35 des Oberwerkes und 47 nach dem Fach 36 des Hauptwerkes führen.
    Vor jeder Windführung bezw. Einmündung in die Fächer 35, 36 ist eine sich in den Fächern bewegende, frei nach abwärts hängende Klappe so angebracht, dafs sie die Einmündungsöffnungen von 40, 41, 42, 43, 47 und 48 stets offen hält.
    Die Einmündungen 42, 43, welche nur die directe Verbindung mit den Leitungsrohren 37 bezw. 38 bezwecken, sind nur deshalb mit Klappen versehen, Um zu verhindern, dafs der aus einer anderen Windführung in dasselbe Fach getretene Wind durch diese Windleitung 42 bezw. 43 zurück nach dem Spielapparat gehe und durch das geöffnete untere Ventil 53 abströme.
    Hinter den Abtheilungen bezw. Fächern 35, 36 befinden sich lang durchgehende, an einem Ende geschlossene Kanäle 54, 55, 56 und 57, welche in der Mitte durch eine bewegliche Lederplatte in zwei Abtheilungen getheilt sind.. An der Lederplatte sind.schwache Messingdrähte befestigt, welche auf die' cörrespondirenden Klappen, welche über den Einmündungen 40, 41, 47 und 48 hängen, stofsen.
    . Die rechtsseitige Äbtheilung dieser Kanäle 54, 55, 56 und 57 ist stets mit .Orgelwind gefüllt, sobald das Orgelgebläse in Thätigkeit ist; in dieser Zeit werden auch die Klappen durch die Messingdrähte fest gegen die Einmündung gedruckt, damit weder nach noch aus den betreffenden Windleitungen ein Ein- oder Ausströmen in die einzelnen Fächer.möglich ist.
    Soll nun eine der vorhandenen pneumatischen Koppeln in Thätigkeit treten, so ist erforderlich, dafs jetzt an die entgegengesetzte Seite der Lederplatte, also auf die Seite der Stifte (linke Seite) Orgelwind gelassen wird, wodurch die betreffende Lederplatte Stellung wie bei 54 und 56 erhält, der mit dieser Lederplatte verbundene Messigdraht die betreffende Klappe, wie vor der Einmündung 41 und 48, freigiebt bezw. öffnet und so dem Actionswind gestattet wird, in die zugehörende Leitungsröhre zu treten und die betreffenden Spielapparate in Thätigkeit zu setzen.
    Wird durch eine geeignete Vorrichtung Orgelwind wieder in den rechtsseitigen Kanal geleitet, so dafs die Lederplatten wie bei 55 und 57 stehen, so ist dadurch auch die Koppelung aufser Thätigkeit gesetzt.
    Patenτ-Anspruch:
    An Kirchenorgeln, Orchestrions und anderen orgelartigen Musikinstrumenten folgende Anordnungen in Verbindung mit einander:
    i. der in den Fig. 4 und 5 dargestellte Spielcylinder /, bestehend aus dessen oberem Theil χ mit den seitlichen Bohrungen g und dem innerhalb der Bohrung y geführten, durch den Draht 1 mit dem Ventil^ verbundenen Spielkolben ν mit der an seinem unteren .Ende angebrachten, über den hohlen Holzring 5 geleimten Leder-•membran 4;
  2. 2. die Verbindung aller zu einem Ton, aber zu verschiedenen Registern gehörenden, unter i. erwähnten Spielcylinder f mit der Auslösevorrichtung m, welche einerseits durch o1 mit dem Innern der Windlade und durch n> mit der Abzugsröhre /, andererseits aber auch durch die Bohrung u mit der Leitungsröhre s, welche wiederum die Spielkasten I, II, III durch die Röhren 26 mit der Windlade verbindet, in Verbindung steht;
  3. 3. die Verbindung aller zu einem Register gehörenden, unter 1. erwähnten Spielcylinder f mit einem der Luftkanäle g und die Verbindung der aus dem mit Doppelventil versehenen Kanal h, der Kammer 13, der Klappe 12 und der Windleitung 6 bestehenden Registrirvorrichtung mit der Abzugsröhre / bezw. die Anordnung, den in g befindlichen Actionswind nur dann auf die zu einem Register gehörenden Spielcylinder f wirken zu lassen, wenn durch die Klappe 12 der Zutritt der atmosphärischen Luft aus der Abzugsröhre Z durch 11 und 6 frei, gleichzeitig aber der Zutritt von Orgelwind aus h abgesperrt ist;
  4. 4. die Anbringung von zwei oder mehreren der unter 3. erwähnten Registerkanälen h mit den zugehörigen Klappen 12 an einer Registerreihe der Spielcylinder f bezw. die ■ Anordnung, dafs bei jedem von zwei und mehr Klaviaturen aus gespielten Tone nur ein Pfeifenyerschlufs erforderlich ist;
  5. 5. die Balance - Registerklaviatur V, Fig. 10, bestehend aus den doppelarmigen, mit dem Kanal 22 verbundenen Registertasten 18, den mit den Kanälen 24 und 25 verbundenen Druckknöpfen 20, Fig. 10, 11 und 1.2, den mit den Hebeln 27 verbundenen Druckknöpfen 21 und den mit der in den Fig. 13, 14 und 15 dargestellten Vorrichtung versehenen Druckknöpfen 29 und 2o.a in Verbindung mit den unter 2. erwähnten Röhren 26 ■;
  6. 6. die unter 2. erwähnten Spielapparate I, II und III, Fig. 10, in Verbindung mit dem Koppelungsapparat IV, im wesentlichen bestehend :
    aus den mit Ein- und Auslafsventilen versehenen Spielkasten 58, 59 und 60, welche durch die Kanäle 40,41,42,43 und 46 mit dem Koppelungsapparat IV und durch die Leitungsröhren 37, 38 und 39 mit der Auslösevorrichtung m verbunden sind, und
    aus den Kanälen 54, 55, 56 und 57 mit der dieselben in zwei Abtheilungen theilenden Lederplatte mit Messingdrähten in Verbindung mit den Abtheilungen 35 und 36.
    Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
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