DE23370C - Pneumatische Windlade für Orgeln und ähnliche Musikinstrumente - Google Patents
Pneumatische Windlade für Orgeln und ähnliche MusikinstrumenteInfo
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- DE23370C DE23370C DENDAT23370D DE23370DA DE23370C DE 23370 C DE23370 C DE 23370C DE NDAT23370 D DENDAT23370 D DE NDAT23370D DE 23370D A DE23370D A DE 23370DA DE 23370 C DE23370 C DE 23370C
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- G—PHYSICS
- G10—MUSICAL INSTRUMENTS; ACOUSTICS
- G10B—ORGANS, HARMONIUMS OR SIMILAR WIND MUSICAL INSTRUMENTS WITH ASSOCIATED BLOWING APPARATUS
- G10B3/00—Details or accessories
- G10B3/04—Reservoirs
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- Engineering & Computer Science (AREA)
- Acoustics & Sound (AREA)
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- Electrophonic Musical Instruments (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 81: Musikalische'Instrumente.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 6. October 1882 ab.
Durch diese Erfindung wird eine wesentliche Vereinfachung, sowie eine Erhöhung der Dauerhaftigkeit
der Windladen angestrebt, und zwar im allgemeinen unter Innehaltung folgender Gesichtspunkte
:
a) Jede Pfeife erhält ihren eigenen, keiner Veränderung seiner Stärke unterworfenen Wind.
Derselbe gelangt zu ihr auf kürzestem Wege und ohne eine eigentliche Brechung zu erfahren.
Die Folge hiervon soll eine sehr schöne Intonation des betreffenden Instrumentes und
eine Stimmung sein, welche der vollkommenen Reinheit ungemein nahe kommt.
b) Abgesehen von den Tasten, ist eine eigentliche »Mechanik« nicht vorhanden. Infolge
dessen sind Störungen während des Spieles nicht zu befürchten.
c) Jeder Windstock ist zum Abschrauben eingerichtet.
d) Die Windlade soll unabhängig von Witterüngszuständen,
Feuchtigkeit und ähnlichen sonst störenden Einflüssen sein. Trotz allem aber ist
e) Verminderung der Herstellungskosten zu erzielen.
Auf den beiliegenden Zeichnungen veranschaulicht Blatt I die neue Windlade im Längendurchschnitt,
Blatt II im Querschnitt. Auf diesen Blättern sind AA... die Windstöcke, deren
jede Taste einen eigenen besitzt. Die Zahl der Windstöcke richtet sich daher nach dem
Tastenumfange, während die Länge derselben von der Anzahl der Register (Stimmen), welche
auf eine Lade zu stehen kommen, abhängig ist. Weiter bedeuten B1 B2 Bs . . . die sogenannten
Spielrinnen, d. h. entsprechend lange, in die Windstöcke A eingearbeitete, von der Aufsenluft
abgeschlossene Räume. Die Windstöcke sind, unter . Zwischenschaltung von Dichtungslederscheiben
b, auf die nach ihrer bestimmten Ordnung neben einander gestellten Registerkanäle
C aufgeschraubt und communiciren mit diesem durch die Löcher a, indem sich an
letztere die Windführungen d anschliefsen. Die darüber befindlichen Kanäle c sind die Pfeifenlöcher.
gg sind die in den Spielrinnen B2 B3 . . .
angebrachten, am besten aus verdichtetem Leder bestehenden Ventile. Diese Ventile, deren
Breitenausdehnung auf Blatt II zu ersehen, überdecken je eine Windführung d, sowie das
zugehörige Pfeifenloch c. Sie werden an ihren Rändern in einer Breite von etwa 5 mm aufgeleimt,
ohne jedoch dabei straff gezogen zu werden. Hiermit ist erreicht, dafs sie sich infolge
Ueberdruckes in den Kanälen d nach rückwärts ausbiegen können, wie solches z. B.
bei den Spielrinnen B2 2?6 und B9 vorausgesetzt
worden ist. Ueber die Spielrinnen wird, nach Einsetzung aller Ventile g, starkes Cartonpapier
geleimt und damit ein luftdichter Abschlufs bewirkt.
In directer Verbindung einerseits mit den Windstöcken, andererseits mit den Tasten stehen
die Spielröhren e. Durch dieselben wird von der Klaviatur aus stets verdichtete Luft (von
gleicher Dichtigkeit wie der Pfeifen wind) in die Spielrinnen B1 B2 . . . gesendet und dadurch
veranlafst, dafs sich die Ventile g dicht an die unteren Ausmündungen der Pfeifenlöcher
c anlegen. (Die Strichelung bei B3 B1
B5B7. . . deutet das Vorhandensein von der-
gleichen comprimirter Luft in den Spielrinnen an.)
Oeffnet man nun einen Registerkanal C (oder deren mehrere), so tritt der Pfeifenwind wohl
durch α in die Windführungen d über und gelangt
so ebenfalls an das Ventil g, vermag dasselbe indefs wegen der gröfseren Ventilfläche
auf Seite der Spielrinne nicht zu öffnen. Erst beim Anschlagen einer Taste geschieht dies;
dann nämlich vermindert sich der Druck des iri der Spielrinne befindlichen Windes; der
durch alle diejenigen Registerkanäle C, welche geöffnet sind, nach d strömende Pfeifenwind
vermag nunmehr das Ventil g zurückzudrängen, unter demselben nach c überzutreten und so
die darauf stehende Pfeife zum Ansprechen zu bringen. Jede Pfeife hat mithin ihren eigenen,
stets gleichen Wind. Bei der Darstellung auf Blatt I ist das Anschlagen von Tasten vorausgesetzt
worden, welche den Spielrinnen B* Be
und B9 zugehören.
Sofort nach dem Loslassen der angeschlagenen Taste verdichtet sich die Luft in der betreffenden
Spielrinne wieder, drückt das Ventil g wieder an das Pfeifenloch an und bringt so die
Pfeife zum Schweigen.
Ueberall da, wo der Registerkanal geschlossen ist, kann selbstredend trotz Niederdrückens der
Taste kein Wind zum Pfeifenloch gelangen; es bleibt hier das Ventil g ruhig über beiden
Löchern liegen und findet kein Ansprechen einer Pfeife statt.
In der lofüfsigen Octave, wo der Windverbrauch
ein sehr starker ist, ist es räthlich, zwei Windführungen d anzubringen, welche sich
dann über dem Ventil im Pfeifenloch c wieder vereinigen. Derselbe Zweck läfst sich aber
auch durch Erweiterung der grofsen Löcher nach der Breitenrichtung zu erreichen, wie
bei gx, Blatt II, dargestellt; denn auch auf diese Weise kann der erforderliche grofse Uebergangsraum
für den Wind unter dem Ventil geschaffen werden.
Das Registriren selbst geschieht durch Windabsperrung. Auf Blatt III ist der Durchschnitt
des Hauptkanals zur Lade und des darin befindlichen Registerapparates veranschaulicht. Im
Hauptkanal A befindet sich der Balg B, welcher durch Stütze E mit dem durch Stifte G geführten
Ventil D verbunden ist. Dasselbe verschliefst hier die Oeffnung des Registerkanals C.
Das Rohr F über dem kleinen Balg B steht mit dem Registerknopf an der Klaviatur in
Verbindung, so zwar, dafs beim Oeffnen jenes Rohres durch den Registerknopf ein Entweichen
der im Rohr F stehenden verdichteten Luft stattfindet. Dies hat ein Zusammendrücken des
Balges B durch den im Hauptkanal A herrschenden Luftdruck zur Folge und somit das Aufsteigen
des Ventils D1, womit dem Winde der Uebertritt in den Registerkanal C ermöglicht ist.
Soll das Register wieder zum Schweigen gebracht werden, so schliefst man die Röhre F
durch den zugehörigen Registerknopf wieder; dadurch verdichtet sich der Wind zu derselben
Stärke wie im Kanal und der Balg B fällt durch seine eigene Schwere herunter, drückt D wieder
auf seinen Sitz und versperrt so dem Winde den Eingang in den Registerkanal C.
Nach Abschraubiing des Deckels des Hauptkanals
A ist der Registerapparat frei zugänglich.
Die Oeffnungen für den Windzuflufs aus dem
Hauptkanal in die Registerkanäle werden auf der Discantseite angebracht. Die Registerkanäle
können ohne Nachtheil jede beliebige Höhe erhalten, die wünschenswerth erscheint,
um beim Anhalten voller Accorde den nöthigen Wind zuführen zu können.
Fig. 4 auf Blatt IV stellt den Apparat zum Spielen dar. h ist das hintere Ende einer
Spieltaste, i das unter derselben angeleimte Polster. Die Winkelschraube k, welche mit
ihrem Gewinde in der Taste festsitzt, öffnet das Ventil /, so dafs der verdichtete Wind aus
dem Windkasten m in die Cancelle η treten kann, von wo aus er weiter in die Spielröhre e
gelangt.
Wird nun eine Taste angeschlagen, so wird das Polster i und die Schraube k in die Höhe
gehoben, und das Ventil / wird durch die Schwere eines Gegengewichtes geschlossen. Die
nun noch in der Spielröhre e enthaltene verdichtete Luft kann durch die unter dem
Polster i entstandene Oeffnung entweichen, wodurch der Druck auf die Leder g, Blatt I
und II, aufgehoben ist.
Da die enge Anordnung der Manualklaviatur nicht erlaubt, die Spielröhren neben einander
einzusetzen, so bohrt man sie abwechselnd ein, wie Fig. ι bei e1 veranschaulicht. Auch die
Ventile / werden, da sie an ihrem hinteren (schweren) Ende breiter sind, in zwei Reihen
gesetzt. Die punktirten Linien / * zeigen die zweite Reihe, und zwar ein Ventil im geschlossenen
Zustande, d. h. bei angeschlagener Taste. Die Winkelschraube k hat noch den
Zweck, den Aufgang des Ventils / zu bestimmen. Durch das Bleistück / wird die Spielart
regulirt und zugleich das Polster i auf die Cancelle η aufgedrückt. Um zu den Ventilen
/ gelangen zu können, erübrigt nur, den Windkastenboden ο abzuschrauben.
Fig. 5, Blatt IV, bezieht sich, auf zur Registratur gehörige Bestandtheile. ι ist der hintere
Theil eines Registerhebels mit dem darunter liegenden Polster 2. Durch beide, geht die
Schraube 3, welche das Ventil 4 für gewöhnlich geöffnet hält, so dafs der Wind aus dem
Windkasten 5 in die Spielröhre 6 eintreten kann.
Der Apparat, Fig. 6, Blatt IV, wird in der
Nähe des Registerkanales (s. Blatt III) ange-
bracht. Die Röhre F, welche in denselben mündet, und die Entweichung 8 werden von
dem Leder 7 geschlossen, so lange zwar, als in der Spielröhre 6 verdichtete Luft ist. Soll
nun ein Register sprechen, so wird das hintere Ende des Registerhebels gehoben, das Ventil 4,
Fig. 5, Blatt IV, kann sich schliefsen, und der in der Röhre 6 enthaltene Wind entweicht unter,
dem Polster 2. Somit ist nun der Druck auf das Leder 7 aufgehoben, die verdichtete Luft
aus der Röhre F kann unter demselben in die Entweichung 8 gelangen und der Registerbalg
bezw. das Ventil sich öffnen. Soll das Register wieder schweigen, so wird der betreffende
Registerhebel 1 ausgelöst, das Ventil 4 öffnet sich wieder, die verdichtete Luft gelangt aus
dem Windkasten 5 in die Spielröhre 6 und das Leder 7 wird wieder auf die Entweichung 8
und die Mündung der Röhre F gedrückt. Da die Röhre F sehr kurz ist, daher wenig Cubikinhalt
hat, so verdichtet sich die Luft,, welche durch ein kleines eingebohrtes Loch von 2 mm
in die Balgplatte einströmt, rasch, woraus folgt, dafs sich das Registerventil sofort wieder
schliefst.
Die Herstellungskosten einer nach Obigem erbauten Windlade sind geringer als diejenigen
einer Schleiflade, trotz der im Eingang erwähnten werthvollen Vorzüge, welche jene gewährt.
Da ihre Güte von Witterungseinflüssen unbehelligt bleibt, so hindert nichts, sie
gegebenenfalls selbst dicht auf den Fufsboden zu setzen; denn in Reparaturfällen kann höchstens
nur erforderlich werden, einen oder den anderen Windstock abzuschrauben.
Claims (2)
1. Eine pneumatische Windlade für Orgeln und ähnliche Musikinstrumente, im wesentlichen
bestehend aus den Windstöcken AA1, den
Spielrinnen B B1 nebst Spielröhre e und den Registerkanälen C mit den Windführungen
ade, bei welcher zum Abschlufs der Windführungen zu den Pfeifen und
Zungenstimmen ein einfaches gedichtetes Lederventil g verwendet wird, welches auf
directem Wege von der Klaviatur bezw. Spieltaste aus vermittelst Röhrenpneumatik
geschlossen und durch Auslassen des geprefsten Windes aus den Spielkanälen BB1. . .
bei gleichzeitig gezogenem Register geöffnet wird.
2. An dieser Windlade in Verbindung mit dem Hauptwindkanal A, Blatt III, ein infolge
des vom Registerknopf durch Röhrenpneumatik bewirkten oder aufgehobenen Druckes sich selbstthätig bewegendes Ventil D mit
Balg B zur Regelung des Zuflusses und der Absperrung von Wind in dem Registerkanal
bezw. von demselben.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE23370C true DE23370C (de) |
Family
ID=299926
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT23370D Active DE23370C (de) | Pneumatische Windlade für Orgeln und ähnliche Musikinstrumente |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE23370C (de) |
-
0
- DE DENDAT23370D patent/DE23370C/de active Active
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