DE41713C - Leisten für Schuhe und Stiefel - Google Patents
Leisten für Schuhe und StiefelInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 71: Schuhwerk.
C. BEHRENS in ALFELD a. d. Leine. Leisten für Schuhe und Stiefel.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 19. Mai 1887 ab.
Bei der mechanischen Herstellung von Schuhzeug wird der vollendete Oberschuh oder
Stiefel, nachdem vorher die sogen. Brandsohle mittelst einiger Zwecken auf die Leistensohle
geheftet worden ist, über den Leisten gezogen und alsdann mit der erwähnten Sohle verbunden.
Die hierbei verwendeten Leisten erhalten an der Unterfläche derselben einen dünnen,
eisernen Ueberzug (Eisenblech), welcher mit dem Leistenholz durch versenkte Nieten oder
sonstwie unlösbar verbunden ist und sich an die Leisten form innig anschmiegt.
Die Verbindung von Oberschuh und Sohle geschieht über diesen Leisten durch Eintreiben
kleiner eiserner Nägel (Täcks) durch Oberschuh und Sohle, bei welcher Manipulation die
durchgetriebenen Spitzen der Nägel sich im Innern des Schuhzeüges durch den Widerstand
der eisernen Sohle des Leistens umlegen oder umnieten müssen, um einestheils ein Beschädigen der Füfse zu verhindern und anderentheils
ein dauerhaftes Zusammenhalten beider Theile zu bewirken. '
Bei der Verwendung von leichten Holzleisten mit dünnen Eisenblechsohlen entstehen
infolge der Schläge des Hammers prellartige, rückwirkende Bewegungen des Leistens und
des Hammers, wodurch das Schuhzeug sowohl als auch die Leisten zu leiden haben, indem
sich sehr bald der an dem Leistenholz befestigte Eisenüberzug lockert und derselbe
durch die Hammerschläge Buckel erhält, welche den Leisten in kurzer Zeit unbrauchbar
machen.
Diesen Uebeiständen versuchte man durch
die Einführung von ganz aus Gusseisen gefertigten Leisten abzuhelfen, welche andere
Uebelstände zeigen.
Um nun die Vortheile beider Leisten zu vereinigen und um . gleichzeitig eine Verstellbarkeit
der Leistenweite in einfachster Weise und in gewissen Grenzen zu erzielen, wird bei der vorliegenden Erfindung eine starre, an
der Unterfläche des Leistens lösbare Fufsplatte C benutzt, so dafs durch Einlegen von
elastischen, verschieden starken Zwischenlagen D verschiedene Leistenweiten erzielt werden.
Durch die Benutzung einer starren, unnachgiebigen Eisensohle C sind die Vortheile der
gufseisernen Leisten erzielt, ohne die Schwere und Kostspieligkeit dieser Leisten in den Kauf
zu nehmen, und durch die lösbare Leistensohle ist eine Einstellbarkeit der Leistenweite
in gewissen Grenzen in einfachster Weise ermöglicht.
Die Herstellung dieser Leisten erfolgt in der Weise, dafs die Sohlenbahn des Holzleistens
in entsprechender Dicke vermittelst eines Sägenschnittes vom oberen Leistenkörper getrennt
und dieser Sohlenabschnitt als Gufsmodell für die starre, gufseiserne Fufsplatte C benutzt
wird.
Die so hergestellte gufseiserne Sohle C wird alsdann mit einer entsprechenden Anzahl von
versenkten Holzschrauben i i unter dem abgeschnittenen Leistenkörper befestigt, und erhält
dieselbe aufserdem noch einige runde Löcher für den Durchtritt der Holzdorne G,
auf welchen gezwickt wird, und die der verstellbaren Eisensohle C gleichzeitig eine Führung
gegen seitliches Verschieben geben.
Um nun eine Verstellbarkeit des Leistens in der Höhe bezw. in der Weite zu ermöglichen,
werden zwischen die starre und lösbare Fufsplatte C mehr oder weniger starke elastische
Zwischenlagen D gebracht, die sich, der Leistenform infolge der Elasticität innig anschmiegen
und die ganze Leistenhöhe bezw. den ganzen Leistenumfang entsprechend vergröfsern.
Bisher mufsten bei der Herstellung verschiedener Schuhweiten, welche indefs gleiche Sohlenform
in Länge und Breite besafsen, stets eine entsprechende Anzahl Leisten verwendet werden,
während man bei der vorbeschriebenen Leisteneinrichtung in der Lage ist, mit Hülfe
eines einzigen Leistens unter Benutzung der entsprechend starken Zwischenlagen D die gewünschte
Weite je nach Bedarf einzustellen.
In beiliegender Zeichnung ist in Fig. ι der vorbeschriebene Leisten in der Ansicht im zusammengesetzten
Zustande dargestellt. A ist der Spannkeil, B der Leistenkörper, C die
starre und lösbare Fufsplatte; -D sind die elastischen Zwischenlagen aus Pappe, Leder, Gummi
oder dergleichen. E ist die Verbindungsschraube für den Spannkeil A, F die metallene
Hülse zur Aufnahme des Leistenhalters der Maschine.
Fig. 2 zeigt die obere. Ansicht des Leistens.
Fig. 3 ist ein Längenschnitt des Leistens nach Linie I-II der Fig. 2.
G sind die hierbei sichtbaren Zwick- und Führungsdorne für die starre Fufsplatte C;
i die Holzschrauben zum Verstellen und Befestigen der Fufsplatte C an dem Leistenkörper
B. — K sind die Löcher zum Ein- und Ausbringen des Leistens aus dem Schuhzeug
mittelst des gewöhnlichen Schusterhakens.
Fig. 4 zeigt die untere Ansicht der Fufsplatte C. — Gleiche Buchstaben bezeichnen
gleiche Theile in den verschiedenen Figuren.
Durch die vorbeschriebenen neuen Leisten, insbesondere durch die Anwendung einer starren,
an der Unterfläche des Leistens leicht lösbaren Fufsplatte C wird erreicht, dafs der Leisten die
Vortheile der gufseisernen Leisten erhält, ohne dafs derselbe das bedeutende Gewicht derselben
besitzt, und dafs die Leisten-Höhe bezw. -Weite in gewissen Grenzen nach Belieben eingestellt
werden kann.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Leisten für Schuhe und Stiefel, welcher mit einer starren eisernen Fufsplatte (C) und dazwischen angebrachten Lagen aus elastischem Material (D) versehen ist, um ihn für verschiedene Schuhweiten benutzen zu können.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE41713C true DE41713C (de) |
Family
ID=317169
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT41713D Expired - Lifetime DE41713C (de) | Leisten für Schuhe und Stiefel |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE41713C (de) |
-
0
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