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Motorantrieb für Fahrräder. Für diese Anmeldung ist gemäß dem 1Jnionsvertrage
vom z. Juni igi i die Priorität auf Grund der Anmeldung in Frankreich vom 3. Dezember
1921 beansprucht. Die Erfindunbetrifft eine Motoranordnun.g für Fahr- und Motorräder.
Bei derartigen Anordnungen ist es bekannt, das Laufrad durch von dem Motor in Umdrehung
zu setzende Reibrollen anzutreiben, die auf die Felge des Laufrades einwirken. Um
ein auf diese Weise angetriebenes Fahrzeug leerlaufen zu lassen, müssen die Reibrollen
des Motors durch einen entsprechenden Bedienungsgriff von der Felge des angetriebenen
Laufrades ab`ehoben werden. Die dadurch plötzlich eintretende Entlastung des Motors
hat bekanntlich eine unerwünschte Erhöhung der Umlaufzahl des Motors zur Folge.
Um diese zu verhindern, ist es auch nicht neu, mit dem das Abheben der Reibrolle
veranlassenden Bedienungsgriff zwangläufig eine Vorrichtung zur Verstellung der
Zufuhr des Gasgemisches zum Motor zu verbinden. Bei einem anderen bekannten Antrieb
wird durch denselben Handgriff die Motorkupplung gelöst und zugleich die Zündung
so verstellt, daß der Motor langsam läuft.
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Die Erfindung besteht in der besonders einfachen Ausführungsform,
bei der ein auf der Treibwelle des Motors sitzendes Kettenrad durch eine wagerecht
liegende endlose Kette mit auf den Achsen der Reibrolle für den Radantrieb sitzenden
Kettenrädern und einem auf der Welle der Zündmaschine sitzenden Kettenrad derart
in Eingriff steht, daß beim Ausrücken des Motors durch Abheben der Reibrollen die
Abreißvorrichtung der Zündmaschine zur Verlegung des Zündzeitpunktes verstellt und
dadurch die Umlaufzahl des Motors verringert wird.
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Um die zum Ausrücken des Motors und zum gleichzeitigen Verstellen
der Zündung erforderliche Kraft herabzusetzen, sind die Reibrollen in Armen von
um Festpunkte drehbaren Doppelhebeln gelagert, deren andere Arme durch die zum Andrücken
der Reibrollen an die Radfelge dienende Feder auseinandergehalten werden und länger
sind als die Tragarme der Reibrollen.
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Auf der Zeichnung ist ein Beispiel des Motoreinbaus nach der Erfindung
dargestellt. Abb. i zeit einen senkrechten Längsschnitt durch den Motor. Abb. 2
ist eine teilweise im Schnitt gezeichnete Draufsicht der Abb. i. Abb.3 zeigt einen
Teil der Abb. 2. Abb. 4. ist ein senkrechter Schnitt der Abb. in größerem Maßstabes
Der bei dem dargestellten Motoreinbau verwendete Zweitaktmotor üblicher Bauart hat
einen Zylinder i, der an einem Gehäuse 2 befestigt ist, das zugleich als öl- und
Benzinbehälter dient und mit Befestigungslaschen 3 versehen ist, um den Motor unverrückbar
mit dem Fahrradgestell verbinden zu können.
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Im Zylinder i spielt ein Kolben 4., an dessen Zapfen 5 die Kurbelstange
6 angreift. Mit dem anderen Ende ist die Kurbelstange an den Kurbelzapfen 7 angelenkt,
der auf einer Schwungscheibe 8 befestigt ist. Die Schwungscheibe läuft mit einem
Zapfen 9 auf Kugellagern io, die im Gehäuse 2 eingebaut sind. Auf dem .äußeren Ende
des Zapfens 9 sitzt ein Kettenrad i i, das mit einer Kette 12 in Eingriff steht,
die ü ber zwei Kettenräder i3, 14 (Abb. 3) ;geführt ist. Auf den Achsen 5 der Kettenräder
sind Reibrollen 16, 17 befestigt, die mit einem Reibbelag, z. B. aus Ferrodo, bestehen.
Die Achsen 15 der Reibrollen werden von Armen 18, i 9 getragen, die um Zapfern
2o, 21 drehbar und mit Hebeln 22, 23 starr verbuinden sind. Eine Schraubenfeder
24., welche zwischen die Enden der Hebel 22, 23 eingeschaltet ist, sucht die Reibrollen
i6, 17 ständig an die Felge 25 des Laufrades anzudrücken, wie dies aus Abb.3 und
4. Mittels eines biegsamen. Zuggliedes 26 können die Hebel 22, 23 einander genähert
werden. Das Anziehen des Zuggliedes 26 erfolgt mittels einer auf dem nicht dargestellten
Fahrradgestell angeordneten Vorrichtung.
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Die zum Antrieb der Reibrollen 16, 17 dienende Kette 12 ist noch über
ein Zahnrad 27 geführt, .das .auf der Welle 28 (Abb. 2 j der Zündmaschine 29 sitzt,
die in geeigneter Weise an dem Gehäuse befestigt ist.
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Das Gehäuse 2, welches in seinem oberen Teil den Behälter für das
Brennstoff- und ülgemhch bildet, ist mit einem Verschlußpfropfen 3o versehen, der
eingeschraubt ist, und steht durch .eine Leitung 3 i (Abb. 2) mit dein Vergaser
32 in Verbindung. Die Drosselklappe des Vergasers kann mittels eines Zuggliedes
33 eingestellt werden, durch das zugleich die Vorrichtung zur Kompressionsverminderung
beeinflußt wird. Auch die Stellvorrichtung für dieses Zugglied ist auf dem nicht
dargestellten Fahrradgestell angeordnet.
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Die @Virlcungsweise der Einrichtung ist folgende:
Der
Zweitaktmotor arbeitet in der üblichen `-eise. Die Explosionskraft wird durch den
Kolben .f mittels der Kurbelstange 6 auf die Schwungscheibe 8 übertragen, die eine
verhältnismäßig, große Masse hat, so daß durch die Schwungscheibe, wenn man sie
mit ihrem Zapfen 9 in der Längsebene anordnet, die Stabilität des Fahrrades erhöht
wird, da sie dann als Kreisel wirkt. Durch das mit der Schwungscheibe verbundene
Kettenrad i i wird die Kette 12 angetrieben, so daß sich die Reibrollen. 16, 17
drehen, sowie die Zündmaschine 29 angetrieben wird. Die Reibrollen 16, 17 «-erden
durch die Wirkung der Feder 24 gegen die Ränder der Felge 25 gedrückt, wie dies
insbesondere Abb.3 und .f erkennen lassen, und bewirken dadurch die Drehung des
Treibrades im. Sinne des in Abb. ; eingezeichneten Pfeiles.
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Soll der Motor ausgerückt werden, so zieht man an dem Zug gglied 26,
was zur Folge hat, daL> sich die Hebel 22, 23 einander nähern und sich die Reibrollen
16, 17 von der Felge 25 abheben. Die Kette 12 bleibt mit den von ihr angetriebenen
Ritzeln ständig in Verbindung und steht bei jeder Lage der Reibrollein 16, 17 unter
Spannung. Heben sich jedoch diese Rollen von der Felge 25 ab, so wird das Trum 34
der Kette entspannt, während- das Trum 35 zunächst wieitergespannt wird. Das Kettenrad
27 bleibt infolgedessen bezüglich seines Umlaufs zurück, was zur Folge hat, da.ß
die Abreißvorrichtung der Zündmaschine 29 aus ihrer normalen Lage herausgerückt
und dadurch der Zündzeitpunkt verlegt wird. Die Umlaufzahl des Motors wird hierdurch
selbsttätig verlangsamt, und zwar allein durch das Ausrücken der Reibrollen. Läßt
man de Reibrollen 16, 17 sich wieder an die- Felge 25 anlegen, so tritt der umgekehrte
Vorgang ein, indem die Abreißvorrichtunb der Zündmaschin;c wieder in ihre für den
Normallauf des Motors bestimmte Stellung zurückgebracht wird.
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Das zum Einstellen der Drosselklappe des Vergasers 32 dienende Zugglied
33 wirkt zugleich auf den Nocken für die Kompressionsverminderung des Motors. Hierdurch
sind sehr günstige Betriebsbedingungen geschaffen.
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Der obere Teil des Gehäuses 2, welcher einen Behälter für das Benzin-
und Ölgemisch bildet, ist der strahlenden Wärme des Motors ausgesetzt, wodurch der
Brennstoff in gewissem Grade vorgewärmt wird, was das litte Arbeiten des :Motors
begünstigt.
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Die Hebel 18, ig, «-elche die Reibrollen 16, 17 tragen, können an
jeder beliebigen Stelle angeordnet sein. Die Achsen 2o, z 1 sind entweder in dem
Gehäuse 2 gelagert oder an einem geeigneten Festpunkte des Fahrrades angeordnet.
Die Reibrollen 16, 17 können auch anstatt durch eine Schraubenfeder 2.l durch irgendein
anderes Mittel gegen die Felge 25 angepreßt werden, es mu.ß nur der nötige Anpressungsdruck
für die Reibrollen vorhanden sein.
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Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Motor liebend angeordnet,
er kann jedoch aber auch senkrecht stehend oder geneigt angeordnet sein, z. B. innerhalb
des Fahrradrahmens. Die Reibrollen 16, 17 können an dem Treibrad an jeder beliebigen
Stelle angreifen, z. B. an einem auf den Speichen befestigten Reibkranz. Es können
auch mehrere Sätze von Reibrollen 16, 17 von, verschiedenen Durchmessern vorgesehen
sein, die getrennt voneinander mit der Felge in Berührung gebracht werden können,
um die L`bersetzuni-s-eschwindigkeit zu regeln.
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Die Erfindung eignet sich für Motorwagen jeder Art und insbesondere
für Fahrräder beliebiger Bauart.