DE412693C - Entwaesserung von Torf u. dgl. durch Behandlung von Rohtorf mit gebranntem Kalk - Google Patents

Entwaesserung von Torf u. dgl. durch Behandlung von Rohtorf mit gebranntem Kalk

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DE412693C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10FDRYING OR WORKING-UP OF PEAT
    • C10F5/00Drying or de-watering peat

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Compounds Of Alkaline-Earth Elements, Aluminum Or Rare-Earth Metals (AREA)
  • Soil Conditioners And Soil-Stabilizing Materials (AREA)

Description

  • Entwässerung von Torf u. dgl. durch Behandlung von Rohtorf mit gebranntem Kalk. Es ist bekannt, daß der Rohtorf bis zu. 95 Prozent Nasser enthält, daß aus demselben außer Brenntorf noch zahlreiche Nebenprodukte gewonnen werden können, daß aber die Entfernung des Wassers und die Gewinnung der Produkte schwierig ist und daß sich zur Bestreitung des Brennmttelbedarfs für mehrere Jahrhunderte ausreichender Rohtorf in Deutschland befindet. Es ist auch bekannt, daß Kalkstein gebrannt und dann durch Zusatz von Wasser zu Kalkbrei oder Sackkalk i Kalkpulver] gelöscht werden kann. Bei einem dieser Stoffe ist somit die Entfernung des Wassers, bei dem anderen der Zusatz von Wasser erforderlich, um gewerblich vielseitig brauchbare Produkte zu erhalten, was zu vielen Verfahren geführt hat, bei welchen der Rohtorf mit gebranntem Kalk gemischt wird.
  • Ferner ist bekannt, daß der Rohtorf noch wertvollere Bestandteile enthält, darunter zahlreiche Stickstoff-, Wasserstoff- und Kohlenstoffverbindungen mit ihren Ammoniak- und Kohlenwasserstoffgruppen, Teer, Alkohol- -und Zuckeruntergruppen usw., die zum Teil, wie der Zucker, große Verwandtschaft zum Kalk haben, sich mit demselben lösen, auch mit Ammoniak leicht Verbindungen eingehen, und daß der Kalk z. B. durch Kohlensäure leicht wieder ausgefällt werden kann.
  • Ebenso ist bekannt, daß gebrannter Kalk durch Zusatz von 2; 3 seines Gewichts an Wasser zu Sackkalk gelöscht wird und hierbei sein Volumen auf das Dreifache ausdehnt sowie daß gebrannter Kalk bei der Verbindung mit Wasser pro Kilogramm 27q. W.E. entwickelt und daß der Stickstoff sowie der Sackkalk vielseitig notwendige Düngemittel in der Landwirtschaft sind, ferner daß, Zucker ein gutes Nahrungsmittel ist und daß auch die übrigen erwähnten Stoffe wertvoll sind.
  • Die Gewinnung der Nebenprodukte hat wirtschaftliche Bedeutung, denn es sind bereits z. B. aus der Tonne bestimmten TrokkentoTfs durchschnittlich 3oo kg Zucker oder 8o 1 reinen 95prozentigen Alkohols herausgeholt. Die Aufnahmefähigkeit der deutschen Landwirtschaft für Kalkstickstoff ist unbegrenzt.
  • Die Erfindung bringt ein erprobtes neues \"erfahren zur Entwässerung von Torf oder ähnlichen wasserhaltigen Stoffen (wie z. B. Schlamm) unter Verwendung von gebranntem Kalk, die Herstellung von Sackkalk und die Bindung von Torfnebenprodukten an den Kalk oder die Freimachung derselben.
  • Durch die Erfindung wird der Rohtorf mit dem gebrannten Kalk in möglichst nahe Berührung gebracht, jedoch nicht gemischt. Praktisch geschieht das in der Weise, daß der gebrannte Kalk zu einer dem Bedarf entsprechenden Fläche hergerichtet und darüber eine stärkere Schicht Rohtorf ausgebreitet wird.
  • Zur Feststellung der Stärke der Schichten ist es nötig, den Wassergehalt des RohtoTfs und den Wassergehalt des gebrannten Kalks in bekannter Weise festzustellen. Der Rohtorf kann z. B. durch eine Vorbehandlung zum Teil bereits entwässert sein, kann das Nasser auch in Klumpen oder .einzelnen Teilen seiner Zusammensetzung recht beträchtlich verschieden halten, und ebenso kann der gebrannte Kalk durch längeres Liegen an der Luft, Regentropfen usw. schon zum Teil gelöscht sein. Wenn der Rohtorf eine niedrige Temperatur (unter 3o° C Wärmne) hat und der gebrannte Kalk z. B. im Winter stark abgekühlt ist, ist es notwendig, das Löschen an einer Stelle durch Auflegen einiger Hände voll weniger oder mehr erwärmten Torfs einzuleiten.
  • Angenommen, der Rohtorf hat noch 85 Prozent und soll bis auf 20 Prozent Wassergehalt entwässert werden, dann sind aus i Tonne noch 820 kg Wasser zu entfernen. Davon verdampfen im Laufe des Verfahrens 25o kg, so daß dem gebrannten Kalk zum Aufsaugen 57o kg bleiben, was 755 kg gebrannter Kalk schaffen. Diese Zahlen können beträchtlichen Schwankungen unterliegen, wie vorher schon ersichtlich gemacht wurde.
  • Eine Ausführungsform des Verfahrens ist folgende.
  • Der gebrannte ungelöschte Kalk und der Rohtorf (oder der sonstige Stoff) werden, der erstere seiner Wasseraufnahmefähigkeit, der letztere seiner zu beseitigenden Wassermenge entsprechend, abgewogen. Dann wird der Kalk aus bis zur Höhe seiner Schicht dicken Stücken, oder gemahlen in einem starkwandigen Kasten ohne Deckel bis zu rund ij, der Höhe des Kastens dicht geschichtet. Weiter werden die übrigen 3, _, mit Rohtorf gefüllt, der dabei dicht einzudrücken ist, damit der Kalk mit dem Torf gut in Berührung kommt und Wasser aus dem Torf schnell einsaugt. Auf den Kasten kann lose ein zweiter usw. gleichartig gefüllter gestellt und zur Beschwerung auch noch ein Gewicht gelegt werden. Bei nicht zu niedriger Temperatur der Masse ist an dem aus 'den Ritzen tretenden Dampf nach einigen Minuten bemerkbar, daß das Verfahren im Gange ist. Setzt man die Kasten in einen größeren geschlossenen Behälter, so kondensiert sich der Dampf an dessen Wänden oder kann zur Destillation abgeleitet werden. Der am meisten beschwerte Torf wird am heißesten und schnellsten trokken.
  • Der vollwertige Kalk wird zu Kalkpulver, das ungeachtet der Beschwerung noch dreimal mehr Raum einnimmt, den Kasten somit ungefähr füllt und den nach allen Richtungen zusammenschrumpfenden Torf herausdrückt oder, wenn dazu keine Möglichkeit gelassen wird, den Kasten sprengt.
  • Die entstehenden Trockentorfplatten haben Sprünge, können jedoch leicht abgehoben werden und haften an denselben nach Ausbürsten einiger Kalkpulverspitzen, wie sie eine nicht ganz glatte Oberfläche roh geschichteter Kalksteine hinterläßt, nur noch Spuren von Kalkpulver an dem Torf, die noch nicht ioo Prozent des Trockentorfs zu betragen brauchen, also vollständig unschädlich sind. Die Kalkpulverschicht zeigt an der Oberfläche eine bräunliche oder geblich e Färbung und einige Torfkrümel. Diese Schicht läßt sich z. B. leicht mit der Kante eines hochgestellten Bretts abstreifen und enthält einen Teil der von dem Kalk ausgezogenen obenerwähnten Nebenprodukte des Torfs.
  • Die dann frei werdende Kalkschicht zeigt ein gleichmäßiges Kalkpulver, den erwünschten Sackkalk.
  • 'Wenn der Wassergehalt des Torfs nicht festgestellt wurde oder der gebrannte Kalk nicht vollwertig war, so entstehen bei Wasserüberschuß, Pulverklumpen, bei Wassermangel bleiben ungelöschte Kalkstücke, die sich leicht dadurch aussondern lassen, daß, das ganze Kalkpulver durch ein entsprechend engmaschiges Sieb gelassen wird.
  • Die Stücke und Klumpen können ebenso wie das durch Torfkrümel und Torfnebenprodukte verunreinigte Pulver der ,äußeren Schicht leicht in einem Behälter xrit Wasser in üblicher Weise auf reinen Kalkbrei verarbeitet werden. Wegen des verschiedenen spezifischen Gewichts setzt sich der Kalk auf den Boden, während die Torfkrümel oben schwimmen und abgeschöpft werden können.
  • Bei der Gewinnung der Torfnebenprodukte aus dem Trockentorf und dem mit solchen angereicherten Kalkpulver werden auch das letzterwähnte Wasser und die aufgefangenen, durch ihren öligen Geruch bemerkbaren flüchtigen Bestandteile der Weiterbehandlung unterzogen.
  • Den Arbeitsvorgang bei dem Verfahren kann man für einen umfangreicheren Betrieb nach Bedarf mechanisch zusammenfassen.
  • Die Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit des Verfahrens kann noch durch die Hinzunalime der Zerkleinerungs-, Zerreiß-, Misch-, Aufschließungs- und Entwässerungsmaschine, Patent 325395 erhöht werden. Der Rohtorf ist mehr oder weniger ungleichmäßig. Dem läßt sich mechanisch leicht abhelfen. Die mechanische Entfernung von Wasser aus dem Torf ist jedoch wegen dessen kolloidalen Zustandes oder dessen Bindung durch Zukker an den Torf mit relativ großem Kraftaufwand verbunden, erfordert auch Erwärmung des Torfs und Entfernung des Zuckers. Es liegt daher auf der Hand, daß, weil die Maschine für die vier ersten Wirkungen geringen Kraftaufwand beansprucht, sie dafür zweckmäßig angewandt wird, daß die Entwässerung und Bildung der verschiedenen Produkte dagegen dem hierbei teilweise doch nicht zu entbehrenden und selbsttätig arbeitenden Kalk überlassen werden und daß die Produkte zur ansehnlichen Gestaltung dann wieder mechanisch weiterbearbeitet und fertig gemacht werden.
  • Die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens ist bei der Verwendung gebrannten Kalks besonders groß, weil gleichzeitig, wie gesagt, die Verarbeitung desselben auf guten Sackkalk .erfolgt, der für das: Streuen mit Maschinen in der Landwirtschaft von Wichtigkeit ist. Die Umwandlung des gebrannten Kalks in Sackkalk geht am schnellsten und besten bei einer gleichmäßig fortschreitenden Feu.chtigkeitsübernahme beim Löschen vor sich. Diese besonders geartete Ausgabe der Feuchtigkeit bewirkt der sich erwärmende Rohtorf. Andererseits kommen auch die guten Eigenschaften des gebrannten Kalks voll zur Geltung, nämlich beim Löschen: i. auf 3 eigene Volumen 2 Volumen Wasser zu verbrauchen, 2. pro Kilogramm 27o W. E. zu liefern, 3. sich bis auf i 5o° C zu erhitzen, :1. den ganzen Rohtorf mitzuerwärmen, 5. durch die zur Erwärmung nicht verbrauchten bzw. bei der Abkühlung der Masse frei werdenden W. E. Wasser aus dem Torf zu verdunsten, 6. durch die Vergrößerung seines Volumens auf das Dreifache auf Selbstauspressen des Wassers aus dem Torf einstellbar zu sein, die Ausnutzung nicht unbeträchtlicher Abwärme zu ermöglichen.
  • Die Abwärme kann, z. B. an Wasser gebunden, welches bei Frost an der Baggerstelle des Rohtorfs eingeleitet wird, im beginnenden ZVinter eine beträchtliche Verlängerung der Arbeitsperiode ermöglichen.
  • Ein praktischer Versuch ergab, daß nach der vorbereitenden Behandlung des Torfs durch die Maschine bei Verwendung von 15 Prozent Kalk am Ende der durch den Löschprozeß verbrauchten Zeit von i Stunde die ganze Masse auf 450 C erwärmt war und nach nochmaligem Durchlaufen der Maschine 25 Prozent Wasser enthielt.
  • Mit gebranntem Kalk kann durch das, beschriebene Verfahren wirtschaftlich ein lufttrockner Maschinentorf oder für die Brikettierung geeigneter wie an der Luft.gut getrockneter Torf gewonnen werden, dessen Brennwert dabei nicht vermindert wird, der viehmehr wegen seiner feinen Struktur einen höheren Heizwert besitzt und ganz gleichmäßig mit langer Flamme brennt.
  • Weiter kann gleichzeitig ein reiner und gleichmäßiger Sackkalk wirtschaftlich gewonnen werden.
  • Ferner werden gleichzeitig wertvolle Nebenprodukte in beträchtlichen- Mengen aus dem Torf gezogen und für die Weiterverarbeitung gewonnen.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Entwässerung vom Torf oder ,ähnlichen Stoffen, wie Schlamm, insbesondere zur Gewinnung von Trockentorf, Torfnebenprodukten und Sackkalk durch Behandlung von Rohtorf mit gebranntem Kalk, dadurch gekennzeichnet, daß der Kalk und der Rohtorf o. dgl. im Verhältnis ihrer Wasseraufnahme-und `Vasserabgabefähigkeit zusammengebracht werden, jedoch unvermischt bleiben.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Kalk in Berührung mit dem Torf o. dgl. mit ausreichender Ausdehnungsmöglichkeit gelöscht wird.
DESCH70098D 1924-04-04 1924-04-04 Entwaesserung von Torf u. dgl. durch Behandlung von Rohtorf mit gebranntem Kalk Expired DE412693C (de)

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