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Registrierapparat mit Addier- und Druckvorrichtung, besonders für
Fahrkarten, Frachtbriefe oder Eintrittskarten. Es sind bereits Registrierkassen
mit einem durch ein Kraftwerk angetriebenen Tastenrad bekannt, das sich beim Niederdrücken
einer Taste bis zum Anschlag an diese Taste dreht und dabei sowohl die Fortschaltung
eines Addierwerkes als auch die Einstellung eines T3-penrä(lerwerkes bewirkt. Die
bekannten Einrichtungen dieser Art sind aber mit dem Mangel behaftet, daß sie hinsichtlich
der Inbetriebsetzung der einzelnen Vorrichtungen auf die Verwendung unrunder Scheiben
angewiesen sind, welche nicht nur die Bauart verhältnismäßig verwickelt und kostspielig
gestalten, sondern auch die Betriebssicherheit nachteilig beeinflussen. Außerdem
sind bei den bekannten Registrierkassen dieser Art nur io Zifferntasten vorgesehen,
wodurch die Übersichtlichkeit des Betriebes und die rasche Bedienung nachteilig
beeinflußt «:erden.
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Die vorliegende Erfindung bezweckt, nach beiden Richtungen eine wesentliche
Verbesserung herbeizuführen und erreicht dies dadurch, daß die kraftschlüssig in
die Nullstellung zurückgeführten Tastenräder lose drehbar auf einer in der Ruhestellung
gegen Drehung gesicherten Antriebswelle angeordnet und durch Niederdrücken von Zifferntasten,
die in Gruppen von je ioo Tasten jeder Tastenscheibe zugeordnet sind, mit der dadurch
freigegebenen Antriebswelle auf Antrieb kuppelbar sind, deren Bewegung durch von
den Tastenscheiben mittels Schaltgesperre mitgenommene Zahnräder unmittelbar auf
das Addierwerk und das Typenräderwerk übertragen wird.
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Ein solcher Registrierapparat mit Addier-und Druckvorrichtung ist
durch die Abb. i bis 9 der Zeichnungen in einer Ausführungsform dargestellt, wobei
Abb..i die teilweise geschlossene Seitenansicht, Abb.2 die Vorderansicht, Abb.3
einen lotrechten Längsschnitt nach Linie F-G der Abb. 2 und Abb. 4. einen wagrechten
Querschnitt nach Linie C-D-E der Abb. 2 erkennen lassen. Die Abb. 5 bis 9 zeigen
Einzelheiten der Schaltgesperre.
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Der Registrierapparat ist so ausgebildet, daß durch Druck auf eine
einzige Taste Beträge von i bis ioo oder in vollen Hundert von hundert bis zehntausend
und durch Druck auf zwei Tasten alle zwischenliegenden Beträge, also z. B. ioo,
19 1, 102 bis io ooo, registriert werden können. Insbesondere bei Eintrittskarten
und Fahrkarten werden selten Beträge von mehr als ioo vorkommen, so daß man fast
stets mit einer Taste auskommt. Der Apparat läßt sich so ausbauen, daß 1;e liebig
große Zahlen bis zu beliebig hohen Summen registriert werden können. Der nachfolgenden
Beschreibung sei die in den Abbildungen dargestellte Bauart mit Suminanden bis io
ooo zugrunde gelegt.
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Der Apparat gliedert sich in vier Teile, nämlich a) Antrieb, b) Tasten-
und Addiersch.eiben, c) Addiervorrichtung und d) Druckwerk.
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Der Antrieb, der auch elektrisch oder durch eine sonst geeignete Kraftquelle
erfolgen kann, wird bei der dargestellten Bauart durch einen Gewichtsmotor bewirkt,
der im wesentlichen aus einem Gewicht g mit Räderübersetzung besteht. Das Aufhängeseil
wickelt sich auf eine Trommel sp auf. Die Trommel wird durch die Kurbel h (Abb.
2 und 4) aufgezogen. Beim Abwickeln wirkt die Trommel sp durch eine Schaltklinke
s und ein Schaltrad b auf die Übersetzungsräder c, d und schließlich durch die Getriebe
e auf die Hauptachse a. Die Sperrung des Antrieb erfolgt von der Achse a aus.
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Bei der gewählten Ausführungsart für vierstellige Summanden sind die
Tasten- und Addierscheiben in zwei Gruppen angeordnet. Zum Registrieren der Einer
und Zehner dient (las Tastenrad t (Abb. 4.) und das Zählrad z,
zum
Registrieren der Hunderter und Tausender das Tastenrad tt und das Addierrad z,.-^,.
Die Tastenscheiben t, tt sind fest auf Achshülsen montiert und in fester Verbindung
mit Trommeln p, pp, auf welche sich die Aufhängeseile von keilförmigen Gewichten
auf der Sohle des Apparates aufwickeln. Ihre Wirkung kann auch z. B. durch Federung
ersetzt werden. Auf den Achshülsen der Tastenscheiben sind beweglich montiert die
Addierscheiben z, zw. Sie werden von den Tastenscheiben t, tt durch die Schaltklinken
c1, qq mitgenommen. Die Achshülsen der Tastenscheiben werden durch die Federn f
und f f nach vorne gedrückt. Die Kugellager i und i.i wahren dabei
die leichte Beweglichkeit. Die Kegel in und mm sind Reibungskupplungen zur Verbindung
der Hauptachse a mit den Achshülsen der Tastenscheiben. Die Hauptachse a wird durch
die Feder v nach
vorne in den gezahnten Sperrkegel L hineingedrückt,
wo die Feststellung herbeigeführt wird. j bezeichnet die Kugellagerung der Feder
v.
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Durch Druck auf die innere Taste 59 z. B. wird die Tastenscheibe t
nach hinten gedrückt, dabei zuerst die Kupplung in hergestellt und dann die Sperrung
L ausgelöst. Die Tastenscheibe t dreht sich, die Addierscheibe -- mitnehmend, bis
der bei o befindliche Anschlag x an die gedrückte Taste anschlägt. Das Addierrad
N verbleibt in der erreichten Stellung bis zur nächsten Addition. Die Addierräder
können infolge der Sperrklinken r und ry nie zurück. Das Tastenrad t
ist festgehalten
durch die Sperrklinke y bis zur Auslösung beim Druck des Ausweises (der Fahrkarte
z. B.).
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Die Klinken r, rr q und qq sind zwei- oder dreifach
angeordnet, um genaue Übertragung der Bewegung zu gewährleisten.
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Zum Zwecke der Addition wirkt das Addierrad w auf (las gleich große
Rad i. Auf der Achshülse des Rades i sitzt der Zeiger 2; er zeigt auf dem Zifferblatt
ia die Einer und Hunderter der jeweiligen Summe. Die Scheibe z,: wirkt auf das gleich
große Rad i i. Das Rad ii sitzt beweglich auf der mittleren Achshülse und wirkt
auf diese durch die Klinke 3 und Schaltrad d.. Auf der mittleren Achshülse sitzt
der Zeiger 5. Er zeigt die Hunderter und Tausender an. Wenn Zeiger 2 vorrückt, dann
rückt im Verhältnis too zu i auch der Zeiger 5 vor. Dieses ist erreicht durch die
Zahnradübersetzung 6, 7, B. Die Verbindung zwischen den Rädern 6 und 7 ist zur Wahrung
des unabhängigen Vorrückens von Zeiger 5 durch eine Schaltklinke hergestellt. Bei
der dargestellten Ausführungsform ist angenommen, daß die Additionssumme bis i ooo
ooo beträgt. Die Zehntausender und Hunderttausender werden angezeigt durch den Zeiger
9, der auf dem Achskern sitzt. Die Übersetzung ioo zu r zwischen mittlerer Achshülse
und Achskern erfolgt durch Zahnräder. Diese Übersetzung wie auch die obengenannte
6, 7, 8 kann auch in anderer Weise bewerkstelligt werden. (Vgl. z. B. die Übersetzung
bei elektrisch angetriebenen Zählern usf. ) Durch Einhaft weiterer Zeiger kann die
Ad(litionssumtne noch erheblich gesteigert werden.
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Zu Beginn des Verkaufs durch einen Bearnten liest dieser mit dem bisher
dienstttten(lcn Beamten oller finit dein Aufsichtsbeamten den Stan(1 des
Add.ierwerks ab, und beide Beamte bestätigen bei (leg Üfinung auf dem etwas abgerollten
Registrierstreifen das Ableseergebnis. In gleicher Weise wird am Schluß der Verkaufstätigkeit
des betreffenden Beamten das Addierwerk wieder abgelesen und das Ergebnis auf dem
Registrierstreifen vorgetragen. Der Unterschied der beiden Ablesungen gibt die Kassenschuldigkeit
des Beamten. Wenn hierbei das Addierwerk die höchste Summe i ooo oao überschritten
und selbsttätig von o ab weitergezählt hat, so ist das bei Feststellung der Kassenschuldigkeit
zu berücksichtigen. Ein mehrmaliges völliges Ablaufen des Addierwerks während einer
ein-, ja ,selbst einer mehrtägigen Verkaufsperiode ist ausgeschlossen, da in allen
Fällen die Tageseinnahmen nicht im entferntesten an die Höchstsumme des Addierwerkes
von i ooo ooo heranreichen. Eine Rückführung des Addierwerks in die Nullstellung
erübrigt sich deshalb. Es kann vielmehr in der gleichen Richtung endlos weiterlaufen.
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Will man dagegen den Apparat als reine Additionsmaschine verwenden,
dann muß das Addierwerk vor jeder neuen Addition auf die Nullstellung gebracht werden.
Dies geschieht am einfachsten dadurch, daß z. B. das Zifferblatt so lange ---dreht
wird, bis der Zeiger 9 (Z_ehntaus°nder und Hunderttausender) auf Null zeigt. Die
Zeiger 2 und 5 können unmittelbar durch Umdrehen im :Sinne der Zählung auf Null
eingestellt werden. Soll der Apparat als Addier- und Registriermaschine gleichzeitig
verwendbar sein, dann müssen die Zeiger und (las Zifferblatt vor Zugriff gesichert
werden können. Im vorliegenden Fall ist angenommen, daß das Zifferblatt durch Zahnrad
mit Steckschlüssel gedreht und das Steckschlüsselloch (Abb. a, 29) durch ein Sicherheitsschloß
versperrt wird. Mit dem Sicherheitsschloß könnte gleichzeitig das Verschlußglas
für die Zeiger versperrt werden.
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Die Druckvorrichtung ist in der Weise ausgebildet, daß auf der Achse
13 Dreitypenräder (3, 3, 3) für den Tagesstempel und vier weitere Typenräder mit
den Zahlen o bis 9 gelagert sind (Abb. 2 und d.). Die Zahnräder i.I (Abb. 2) übertragen
die Bewegung der Tastenscheiben t und tt auf die Typenräder i(, und 15. Durch
die Zahnräder 14, 17, 18 wird die Bewegung im Verhältnis von io zu i übersetzt
auf die benachbarten Typenräder. Die Typen der Typenräder werden durch ein getränktes
Walzenkissen 32 (Abb. 2) eingefärbt. Auf der Walze i9 (Abb.2) ist ein Papierstreifen
mit einem Streifen Kohlenpapier o. dgl. aufgewickelt.
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Durch den Druck auf die Taste haben sich die Typenräder richtig eingestellt.
Schiebt man nun beispielsweise eine Fahrkarte in die Öffnung o (Abb. 2) und drückt
auf den Hebel 20, dann hebt sich die Druckplatte 21. Dabei wird die Gummiwalze 22,
den Papierstreifen mitnehmend, gedreht. Die registrierten Beträge
erscheinen
auf dem Ausweis und gleichzeitig auf dem Registrierstreifen.
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Bei der Eisenbahn z. B. besteht das Bedürfnis, Kartonausweise (Fahrkarten
mit einer Dicke von i bis 2 mm) und auch Scheine (Frachtbriefe in gewöhnlicher Papierstärke)
zu registrieren. Um die einzelnen Beträge auf dem Registrierstreifen zur Unterscheidung
zu kennzeichnen undKarton-wieScheinausweise mit dem gleichen Apparat registrieren
zu können, ist noch folgende Vorrichtung vorgesehen.
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34 bezeichnet einen beweglichen Schlitten, der in seinen beiden Endlagen
den Hebel 2o, der verschiedenen Stärke der Ausweise entsprechend, verschieden hoch
einstellt. Der Schlitten 34 wird bewegt durch die Zahnradwalze 35, die um eine feste
Achse durch den Hebel 23 (Abb. i und 2) gedreht wird. Hebel 23 wird in den Endstellningen
durch eine Flügelschraube festgehalten. Mit dem Hebel 23 und der Flügelschraube
steht eine Schubstange in Verbindung, welche ein Typenzeichen 36 nach links in die
Druckstellung bringt, wenn Ausweise von gewöhnlicher Papierstärke bedruckt werden
sollen.
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Um zu verhindern, daß nach Drücken auf eine Taste und Arbeiten der
Additionsvorrichtung mehrere Ausweise hintereinander bedruckt werden, sind die in
den Abb. 2, 5, 7, 8 und 9 dargestellten Klinken y eingebaut.
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In Abb. 5 bezeichnet 38 die feste Drehachse für Klinke h, 37
die feste Drehachse für w
und y; 39 ist ein Stift auf Klinke y, welcher gegen
w anschlägt, 40 ist ein Stift auf Teil w,
gegen welchen sich die Spannnfeder
anlegt. Drückt man den Hebel 20 (Abb. 2) an und hat sich einTastenrad t (oder beide)
nicht bewegt, dann ist auch der Stift 25 (Abb. 9) an dem betreffenden Rad t stehengeblieben
und der Vorgang spielt sich nach Abb. 9 ab. Hierbei greift zuerst die Klinke h ein,
dann wird die Klinke y ausgelöst, und weil w durch Stift 25 festgehalten
wird, legt sich die Spannfeder um den Stift 4o am Teil w herum und bringt die Klinke
y nach Zurückfallen des Hebels 20 in seine Ruhestellung wieder zum Eingriff. Die
Grundstellung ist somit wiederhergestellt. Hat man nun eine Taste gedrückt und eine
oder beide Tastenräder eine Bewegung ausgeführt, dann werden die Teile v und w nach
Abrücken des Stiftes 25 zunächst durch die Spannfeder in der Grundstellung gehalten.
Durch Andrücken an den Hebel 2o überkippt die. Spannfeder, und es wird eine Stellung
nach Abb.8 herbeigeführt, wobei sich der Teil Ü, mit seinem einseitigen übergewicht
auf das Gestänge legt und dieses sowie den Hebel 2o und damit die Druckvorrichtung
sperrt, sobald der Hebel 2o in seine Grundstellung zurückgefallen ist (s. Abb. 5).
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Die Sperrung wird durch Zurückführung der Teile w und y (ww
und yy) in die Grundstellung erst wieder herbeigeführt durch das selbsttätige Zurückgehen
der Tastenräder t und tt in ihre Grundstellung. Bei der Ausführung werden die Teile
w, y und ww, yy symmetrisch angeordnet zur Unterbringung der Tragstützen
für die Achsen 37 und 3,8 (Abb. 5) außerhalb des Gesperres.