KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 14: Dampfmaschinen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. September 1886 ab.
EineRiemscheibe A ruht mit ihrer Achse CC
in den Lagern B und B1. In der Mitte der
Riemscheibe ist mit der Achse derselben der Dampfcylinder D verbunden, dessen Kolben K
mit einer durch beide Cylinderdeckel hindurchgehenden Kolbenstange s s versehen ist. Mit
den beiden Enden der Kolbenstange sind durch die Querstücke T und T1 die Stangen g
und gt verbunden, welche mit den Querstücken
einen Rahmen bilden. Die beiden Stangen g und gi sind in der Mitte mit den
Kurbelschleifen h bezw. Zi1 versehen, in welche
die Zapfen der Kurbeln i und I1 eingreifen.
Letztere sind auf Achsen k und k1 befestigt,
welche durch die Riemscheibe hindurchgehen und die Zahnbogen Z bezw. I1 tragen. Mit dem
Lager B ist ein nur auf der einen Hälfte mit Zähnen versehenes Zahnrad ^ fest verbunden,
mit welchem die Zahnbogen Z und I1 abwechselnd
in Eingriff kommen.
Die Steuerung der Dampfmaschine ist folgende. Eine auf der . Achse C gelagerte
Scheibe 51 ist mit radial gebohrten Oeffnungen e
und f für den Dampfein- bezw. Austritt versehen. Bei der Rotation des Cylinders D gelangen die zu den beiden Cylinderenden führenden
Kanäle m und η abwechselnd mit den Dampfein- und Ausströmkanälen e und f in
Verbindung.
Die Maschine functionirt nun wie folgt: Angenommen, der Kolben K habe die in
Fig. 2 gezeichnete Stellung; der Dampf wirkt dann auf die obere Seite desselben und bewegt
ihn nach unten. Hierbei wird der Rahmen T T1 g g1 mit den Kurbelschleifen h
und Zi1 in derselben Richtung bewegt und
der Zahnbogen / kommt in Eingriff mit Zahnrad \. Da dieses feststeht, so wird sich Zahnbogen
Z auf ihm abrollen, wodurch die Riemscheibe mit der ganzen Maschine gedreht wird
(s. Fig. ι und 4).
Hat sich der Zahnbogen Z auf dem Zahnrad % abgerollt, so hat der Kolben K die
andere Endstellung erhalten und beginnt die Bewegung desselben in umgekehrter Richtung.
Hierbei kommt Zahnbogen Z, welcher bei der vorigen Bewegung des Kolbens auf der zahn-.
freien Seite des Zahnrades ^ sich bewegte, Fig. 5, mit letzterem in Eingriff, wodurch alsdann
eine weitere Drehung der Riemscheibe bewirkt wird. Die beiden Zähnbogen Z und Z1
kommen also abwechselnd mit Zahnrad \ in Eingriff und bewirken dadurch eine Drehung
der Riemscheibe A.
Paten τ-Anspruch:
Bei einer Dampfmaschine mit rotirendem Cylinder, der an einer als Gestell der Maschine
dienenden Riemscheibe befestigt ist, die Vorrichtung zur Uebertragung der geradlinigen
Bewegung des Kolbens auf die erwähnte Riemscheibe, bestehend in der Anordnung des
Rahmens T T1 g g1 mit den Kurbelschleifen h
und H1 in Combination mit den Kurbeln 2
und /, den Zahnbogen Z und Z1 und dem Zahnrad \.