DE39308C - Verfahren und Apparate zur Herstellung von Ketten ohne Naht aus Gufs- oder Flufseisen - Google Patents
Verfahren und Apparate zur Herstellung von Ketten ohne Naht aus Gufs- oder FlufseisenInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B22—CASTING; POWDER METALLURGY
- B22D—CASTING OF METALS; CASTING OF OTHER SUBSTANCES BY THE SAME PROCESSES OR DEVICES
- B22D25/00—Special casting characterised by the nature of the product
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 31: Giesserei und Formerei.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 23. Mai 1886 ab.
Die Erfindung betrifft Apparate zur Ausführung eines Verfahrens für die Herstellung
von Ketten ohne Naht aus Gufs- oder Flufseisen, wobei als Grundbedingung das sofortige
Herausnehmen des Gufsstückes aus der Form, sobald der letzte Tropfen des flüssigen Metalls
in den Giefskopf gelangt ist, zu betrachten ist.
Dieses unmittelbare Herausnehmen der gegossenen Glieder aus der Form ist deshalb bei
dieser Herstellung gegossener Kettenglieder unerläfslich, weil bei der hohen Temperatur des
geschmolzenen Stahles und dem starken Schwund bei der geringsten Temperaturermäfsigung der
ganze Erfolg von diesem augenblicklichen Herausnehmen abhängt.
Der Mifserfolg aller bisherigen Versuche, Kettenglieder ohne Naht zu giefsen, ist in der
That darauf zurückzuführen, dafs obige Grundbedingung nicht erfüllt wurde, das gegossene
Metall demnach Zeit hatte, in der Form zu schwinden, woraus ein mit Rissen und Sprüngen
durchsetztes Gufsstück resultirte, welches der verlangten Haltbarkeit entbehrte.
Nach dem vorliegenden Verfahren wird dagegen Gufs- oder Flufseisengufs erzielt, welcher ,
frei von Rissen oder Sprüngen ist; die hierzu benutzten eigenartigen Formen können aus
Metall, Graphit oder keramischer Substanz bestehen.
Der Apparat zur augenblicklichen Herausnahme des Gufsstückes aus der Form setzt
sich im wesentlichen zusammen aus zwei Platten oder Gestellen, welche durch irgend einen
Mechanismus von einander abgehoben und gegen einander bewegt werden können, z. B.
durch Excenterwellen, Scharnier- oder Parallelogrammverbindung, hydraulische oder pneumatische
Kraft, Dampf, Elektromagnete u. s. w.
Einige dieser Einrichtungen sind in der Zeichnung beispielsweise dargestellt.
Fig. ι ist ein Verticalschnitt des Apparates nach der Linie A-B in Fig. 2;
Fig. 2 ist ein Verticalschnitt quer zu Fig. 1 durch die Achse des Apparates;
Fig. 3 ist ein Grundrifs desselben;
Fig. 4 zeigt einen Mechanismus zur Bewegung der Platten mittelst einer Parallelogrammverbindung·,
Fig. 5 zeigt einen solchen Mechanismus, welcher entweder durch Wasserdruck, Dampf,
comprimirte Luft oder ein Vacuum in Wirkung gesetzt wird;
Fig. 6 zeigt einen Mechanismus zur Bewegung der Platten mittelst Elektromagnete.
Fig. 7 und 8 stellen die Gesammtanordnung eines Apparates mit selbstthätiger Bewegung
der Formen bezw. den Mechanismus zur Hervorbringung dieser selbstthätigen Bewegung dar.
Fig. 9 und 10 zeigen eine Einrichtung, in
welcher zwei Paar Gufsformen durch einen gemeinschaftlichen Eingufs verkuppelt sind.
Der in Fig. 1, 2 und 3 dargestellte Apparat besteht im wesentlichen aus den beiden Formhälften
C C, welche in horizontaler Lage über einander angeordnet sind. Die Form kann
anstatt aus diesen zwei Theilen auch aus mehreren Stücken zusammengesetzt sein. Die
Platten werden von den Stangen T getragen, welche an je einen Rahmen P angeformt oder
befestigt sind, in dessen Oeffnung eine Welle R mit Excenterscheiben K drehbar ist.
Durch einen neben den Formhälften C C fest angebrachten und gegen dieselben anliegenden
Giefskopf M wird das Metall eingegossen, wenn die Formhälften fest auf einander
schliefsen. Der Giefskopf ist auf dem Gestell mittelst der Winkeleisen F F und Schrauben
V V befestigt. :
Um den Stangen T, von denen die beiden äufseren durch die untere Formhälfte lose hindurchgehen
und die obere Formhälfte tragen, während die mittlere Stange T die untere
Formhälfte trägt, eine geradlinige Aufwärtsbewegung zu sichern, werden sie geführt einestheils
durch die obere Wand des Gestelles, anderentheils durch eine Platte E am Gestell,
durch welche die unten an dem Rahmen P angeformten Verlängerungen der Stangen T
hindurchgehen.
Der Betrieb des Apparates ist sehr einfach: Nach jedem Gufs, im Augenblick, wo die
Form gefüllt ist, erhält die Welle R eine Drehung, wodurch die äufseren Hubstangen T
mittelst der Excenter K gehoben werden und die obere Formhälfte C emporheben, während
gleichzeitig die mittlere Hubstange T herabgezogen wird. Diese Stellung ist in der Zeichnung
angegeben. Auf diese Weise wird das Gufsstück augenblicklich frei und kann ohne irgend welche Einklemmung, Druck oder Reibung
schwinden.
Es liegt auf der Hand, dafs die Hubstangen T anstatt durch Excenter auch durch
Kolben an ihrem unteren Ende, welche in Cylindern gleiten und durch Dampf, Wasser
oder comprimirte Luft bewegt werden, in Wirkung gesetzt werden können. Die Kolben, Fig. 5,
sind unter sich durch eine den Raum XYZ ausfüllende Flüssigkeit verbunden, und zur Bewegung
genügt, ein einziger Steuerungshahn.
Das Abheben der Formhälften C kann auch noch auf andere mechanische Weise bewirkt
werden, z. B. durch ein Gelenkparallelogramm, Fig. 4, welches mittelst einer Spindel mit
Rechts- und Linksgewinde gestreckt oder zut
sammengezogen wird. Endlich kann die Bewegung der Formhälften C durch magnetelektrische
Kraft bewirkt werden, welche von einem Commutator zugeleitet wird; eine solche
Einrichtung ist durch Fig. 6 veranschaulicht.
Um die Abhebung der Formhälften C von einander in selbsttätiger Weise einzurichten,
sind die Gufsfbrmen auf einer Drehscheibe a kreisförmig angeordnet, deren Mitte einen Ausschnitt
hat, durch welchen die Kette so, wie sie fortschreitend aus der Form hervorgeht,
in einen Schacht b gleitet und sich daselbst ansammelt.
Die Drehscheibe α führt bei ihrem Umgang die Gufsformen eine nach der anderen vor den
Ausgufs; jedes Paar Formplatten C hat einen beliebigen Anschlag d, welche beim Anstofs
gegen einen feststehenden Vorsprung e einen Hebel oder einen Steuerungshahn für Wasser-,
Dampf- oder Luftdruck oder den Commutator eines Elektromotors oder sonst einen Mechanismus
in Wirkung setzt, durch welchen die beiden Formhälften sofort selbstthätig voneinander
abgehoben werden, sobald der letzte Tropfen des flüssigen Metalls in den Giefskopf
gelangt ist, bei einigen Eisensorten sogar noch vor diesem Moment, so dafs die Abhebung
einen Vorsprung gewinnt.
An Stelle der Drehscheibe kann auch eine Schlittenbewegung benutzt werden, . um den
Anschlaghebel d im gegebenen Moment gegen einen Vorsprung treffen zu lassen und die Abhebung
selbstthätig zu bewirken.
In Fig. 9 und 10 sind zwei Formkasten dargestellt, welche durch einen gemeinschaftlichen
Giefskopf gekuppelt sind; durch diese Einrichtung können je zwei Kettenglieder zugleich
gegossen werden, und es versteht sich von selbst, dafs die augenblickliche Abhebung
der Formkastenhälften für beide Formenpaare gleichzeitig functioniren mufs.
Claims (2)
1. Die über einander liegenden Formhälften C C zum Giefsen von Ketten, welche sich
einzeln oder paarweise an einen Giefskopf M anschliefsen und durch mechanische Vorrichtungen
sehr schnell von einander abgehoben werden können, nämlich durch Hubstangen Γ und Excenter K, Fig. 1, 2
und 3, oder durch Parallelbewegung, Fig. 4, oder hydraulische, pneumatische
. oder Dampf kolben, Fig. 5, oder Elektromagnete, Fig. 6.
2. Zur selbsttätigen Inbetriebsetzung der im Anspruch 1. bezeichneten Abhebungsmechanismen
die Anordnung der Gufsformen C auf einer Drehscheibe a oder einem Schlitten,
bei deren oder dessen Bewegung im geeigneten Moment ein Anschlag d gegen einen Vorsprung e trifft und den Mechanismus'
in Wirkung setzt.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
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