DE380331C - Verfahren zur Gewinnung hochwertiger Schieferoele bzw. -teere - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung hochwertiger Schieferoele bzw. -teere

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DE380331C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10GCRACKING HYDROCARBON OILS; PRODUCTION OF LIQUID HYDROCARBON MIXTURES, e.g. BY DESTRUCTIVE HYDROGENATION, OLIGOMERISATION, POLYMERISATION; RECOVERY OF HYDROCARBON OILS FROM OIL-SHALE, OIL-SAND, OR GASES; REFINING MIXTURES MAINLY CONSISTING OF HYDROCARBONS; REFORMING OF NAPHTHA; MINERAL WAXES
    • C10G1/00Production of liquid hydrocarbon mixtures from oil-shale, oil-sand, or non-melting solid carbonaceous or similar materials, e.g. wood, coal
    • C10G1/04Production of liquid hydrocarbon mixtures from oil-shale, oil-sand, or non-melting solid carbonaceous or similar materials, e.g. wood, coal by extraction

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung hochwertiger Schieferöle bzw. -teere. Trotz umfangreicher und intensiver Großversuche namhafter und bestgeleiteter deutscher Werke ist es im allgemeinen noch nicht gelungen, die in Württemberg, Baden und im Braunschweigischen sowie in anderen Gegenden des In.- und Auslandes vorkommenden, zum Teil sehr bedeutenden Ablagerungen von Ölschiefern, die aber meist relativ ölarm sind, in gewinnbringender Weise auf Mineralöle und auf Paraffin zu verarbeiten, weil sie bei ihrer trocknen Destillation eine zu hohe Temperatur erfordern, also im Verhältnis zu der nur geringen Ausbeute an Teer und Öl zuviel Heizmaterial verbrauchen. Wenn der Bitumengehalt des Schiefers bis auf 2o Prozent und mehr steigt, könnte an und für sich eine Extraktion in Frage kommen; doch kann hierbei, wie sich gezeigt hat, mit den für solche Zwecke üblichen Solventien, infolge der Schwerlöslichkeit des Olschieferbitumens unter dem gewöhnlichen Luftdruck nur ein kleiner Teil in Lösung gebracht und so gewonnen werden, während ein großer Teil in dem Gestein zurückbleibt. Eine Extraktion unter Erhitzung im, Autoklaven, also unter Überdruck, würde die Ausbeute zwar erhöhen, das Verfahren wird aber dadurch so umständlich und technisch schwierig, erfordett auch .eine so teure Apparatur und Betriebsweise, daß es keinen Wert für den Großbetrieb besitzt.
  • Wenn man bedenkt, daß schon das badischwürttembergische Liasschieferlager bei nur 5 Prozent Ausbeute an Rohöl bzw. Teer nach der angestellten Berechnung (Engler-Höfer, das Erdöl, Band 5) eine so große Ölmenge liefern könnte wie sie dem gesamten Erdöl des galizischen Vorkommens entspricht, und daß wir in Deutschland zudem noch weitere große Lager von _Ölschiefer besitzen, so läßt sich ermessen, welche Bedeutung ein praktisch brauchbares Verfahren zur Gewinnung von 141ineralölen (Benzin, Leuchtöl, Treiböl, Gasöl, Schmieröl, auch Paraffin) aus Ölschiefer für Deutschland hätte. Der wirtschaftliche Erfolg würde sich nur nach Milliarden berechnen lassen, und wir wären zudem der großen Sorge ledig, daß nach der Erschöpfung der jetzt in Ausbeutung begriffenen und bekannten Petroleumlager der Mangel oder das gänzliche Fehlen der für uns geradezu unentbehrlich gewordenen, aus dem natürlichen Erdöl gewonnenen Mineralöle für unser ganzes Wirtschafts- und Kulturleben geradezu zur Katastrophe führen müßte.
  • Es hat sich nun gezeigt, daß sich die Gewinnung des Öls bzw. Teers aus dem Ölschiefer technisch in hervorragender Weise bewerkstelligen läßt, wenn man den Ölschiefer auf etwa 30o° C oder eine diese nicht wesentlich übersteigende Temperatur erhitzt, gegebenenfalls einige Zeit bei dieser Temperatur hält, und dann mit Lösungsmitteln, z. B. Benzin, unter Ausnutzung der Wärme des erhitzten Schiefers, auszieht. Man kann hierbei z. B. derart verfahren, daß man den mittels einer der bekannten Kohlen-oder Schieferfeuerungen erhitzten Ölschiefer in das Lösungsmittel, das sich in einer mit Rücklaufkühlung versehenen Blase befindet, einwirft. Als Extraktionsmittel läßt sich unter anderem das aus dem Schieferöl selbst gewonnene Benzin verwenden. Wie sich gezeigt hat, enthält gerade mancher bitumenarmer Schiefer schon fertiges Benzin, und es kann in diesem Falle auch das schon beim Erhitzen des Schiefers gewonnene Benzin zweckmäßig hierzu Verwendung finden. Den erhaltenen Extrakt kann man der fraktionierten Destillation unterwerfen und auf Benzin, Leuchtöl, Treiböl, Schmieröl, Phenol, Paraffin usw. verarbeiten. Hierbei ist die Ausbeute an Teer bzw. Öl im wesentlichen ebenso hoch wie bei dem üblichen Schwelprozeß, der sich bei höherer Temperatur und längerer Dauer abspielt. Außerdem wird bei der Arbeitsweise vorliegender Erfindung ein wertvolleres Produkt erhalten, da bei der Abschwelung nutzbare Teile des Teers durch pyrogene Überhitzung zersetzt werden. Die Beheizung erfolgt auch hier zweckmäßig mit Ölschiefer selbst, es sind aber viel geringere Mengen als wie bei dem bekannten Schwelverfahren erforderlich. Infolge des geringen Bedarfs an Heizmaterial ist es daher wirtschaftlich noch möglich, Schiefer mit relativ geringem Ölgehalt, wie sie häufig vorkommen, aber keine Verwertung finden, zu verarbeiten.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung hochwertiger Schieferöle bzw. -teere, dadurch gekennzeichnet, daß man den Ölschiefer auf etwa 3oo ° C oder eine diese nicht wesentlich übersteigende Temperatur erhitzt und sodann unter Ausnutzung dieser Wärme mit Extraktionsmitteln behandelt.
  2. 2. Spezielle Ausführungsform des Verfahrens, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Extraktion das bei dem Verfahren anfallende Benzin verwendet.
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