DE375690C - Lichtpausverfahren - Google Patents

Lichtpausverfahren

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DE375690C DEK81443D DEK0081443D DE375690C DE 375690 C DE375690 C DE 375690C DE K81443 D DEK81443 D DE K81443D DE K0081443 D DEK0081443 D DE K0081443D DE 375690 C DE375690 C DE 375690C
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    • GPHYSICS
    • G03PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
    • G03CPHOTOSENSITIVE MATERIALS FOR PHOTOGRAPHIC PURPOSES; PHOTOGRAPHIC PROCESSES, e.g. CINE, X-RAY, COLOUR, STEREO-PHOTOGRAPHIC PROCESSES; AUXILIARY PROCESSES IN PHOTOGRAPHY
    • G03C5/00Photographic processes or agents therefor; Regeneration of such processing agents
    • G03C5/22Direct chromate processes, i.e. without preceding silver picture, or agents therefor

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  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Printing Methods (AREA)

Description

  • Lichtpausverfahren. Vorliegende Erfindung betrifft ein Licht pausverfahren, das'auf der bekannten Eigenschaft des Chromatleimes bzw. der Chromatgelatine beruht, im belichteten bzw. gegerbten Zustand gewisse Farbstoffe abzustoßen, während die unbelichteten, also urigegerbten Teile diese Farbstoffe aufnehmen. Diese Eigenschaft der gegerbten Chromatgelatine bildete bereits die Grundlage eines Lichtpausverfahrens, das jedoch trotz seiner außerordentlichen Einfachheit keine allgemeine Verbreitung finden konnte, da, obwohl die gegerbten und urigegerbten Chromgelatineteile durch gewisse Farbstoffe elektiv gefärbt werden, es trotzdem unvermeidbar ist, daß auch die weißesten Stellen des Bildes in gewissem Maße mitgefärbt werden, was die Kontrastwirkungen und Brillanz der Kopie stark beeinträchtigt. Berücksichtigt man aber die Billigkeit eines derartigen Verfahrens und den in gewissen Fällen sehr großen Vorteil desselben, daß es von einem positiven Bild unmittelbar positive Kopien auf Glas oder auf irgendeinen mit einer Gelatineschicht überzogenen Stoff herzustellen ermöglicht, so müßte ein Verfahren ein Bedürfnis befriedigen, das gestatten würde, den Hintergrund des Bildes zu entfärben, ohne daß hierdurch die Brillanz der Kopie beeinträchtigt würde.
  • I. Es ist gelungen, diese Aufgabe durch das nachstehend beschriebene Verfahren zu lösen, das im wesentlichen darin besteht, daß das belichtete Chromatgelatinebild nach dem Färben mittels geigneter Farbstoffe i. mit Mitteln behandelt wird, welche die bisher unvermeidliche schwache Färbung der weißen Teile vollständig entfernen, 2. das derart behandelte Bild zur weiteren Steigerung der Kontrastwirkungen einer neuerlichen Färbung unterworfen wird, und diese beiden Handlungen abwechselnd je nach Bedarf mehrmals wiederholt werden, und zwar so lange, bis der gewünschte volle Kontrast erreicht ist.
  • Kurz zusammengefaßt gestaltet sich demnach das Verfahren folgendermaßen: r. Die belichtete und entsprechend vorbereitete Chromatgelatineplatte wird im Farbbade gefärbt, wobei ein Bild von geringer Kontrastwirkung entsteht. Das Bild wird nun z. B. durch Auftragung eines chemischen Mittels behandelt, welches den betreffenden Farbstoff entfärbt, und es wird dieses Mittel in solcher Konzentration verwendet und das Bild so lange der Einwirkung desselben ausgesetzt, daß es bloß die schwächer gefärbten Teile vollständig entfärbt, während die stärker gefärbten Teile kaum geschwächt werden. Auf diese Weise wird bereits durch einmalige Abschwächung des vorher jeder Kontrastwirkung entbehrenden Bildes ein kontrastreicheres Bild gewonnen.
  • 2. Diese Wirkung kann jedoch noch weiter gesteigert werden, wenn das derart abgeschwächte Bild neuerdings in das Farbbad gelegt und dort so lange belassen wird, bis die weißen Teile wieder eine blasse Färbung anzunehmen beginnen. Hierauf wird das Bild herausgenommen und von neuem abgeschwächt. Der Hintergrund bzw. die lichten 5 Teile des Bildes entfärben sich hierbei wieder vollständig, während auf den stark oder mittelstark gefärbten Teilen jetzt schon zwei Farbstoffschichten übereinandergebracht sind. Beide Handlungen können so lange wiederholt werden, bis die vollkommensten Kontrastwirkungen erreicht sind, so daß man das Maß des Effektes, das erzielt werden soll, vollständig in der Hand hat.
  • Beispiel. In einer 2Y/Zprozentigen Ammoniumbichromatlösung wird eine mit vollkommen reiner Gelatineschicht überzogene Glasplatte gebadet und dann getrocknet. Hierauf wird sie unter einem Diapositiv bei Sonnenlicht so lange belichtet, bis an den belichteten Stellen die lichtgelbe Farbe eine tiefbraune Färbung annimmt. Nach kurzem Waschen wird das Chromatbild in einer verdünnten Kaliumbisulfitlösung i vollständig entfärbt. Die derart erhaltene, ganz farblose Gelatineplatte wird in das gewählte Farbbad (beispielsweise »Fuchsin S«) gelegt und so lange darin gehalten, bis bereits auch die weißen Teile die Farbe aufzunehmen beginnen. Hierauf wird die Platte kurz gespült und mittels eines breiten weichen Pinsels schnell mit einer Entfärbungslösung, im vorliegenden Fall z. B. mit stark verdiinnter Natronlauge, überpinselt, wobei darauf geachtet werden muß, daß die Pinselung keine Flecke dadurch hinterlasse, daß die Abschwächflüssigkeit stellenweise in größerer Menge oder längere Zeit einwirkt. Nach gleichmäßiger Abschwächung folgt kräftiges Waschen, hierauf neuerliches Färben und Abschwächen. Bis zur Erreichung des gewünschten Effektes kann dies nach Belieben mehrmals wiederholt werden.
  • Da das Wesen des Verfahrens in der Auflagerung mehrerer Farbschichten übereinander besteht, können ohne weiteres bi-, gegebenenfalls polychromatische Wirkungen dadurch erzielt werden, daß man verschieden gefärbte Schichten übereinander derart anbringt, daß die Platte nacheinander nicht bloß in gleichfarbige, sondern in verschieden gefärbte Farbbäder gelegt wird, welche dann, wenn bei der Abschwächung darauf Gewicht gelegt wird, gegebenenfalls derart entwickelt werden können, daß, wenn die letzte Schicht abgeschwächt wird, die Farbe der unter ihr liegenden Schichte hervortritt, die noch vorn der vorhergehenden Färbung herstammt.
  • Der Hauptvorteil des Verfahrens besteht demnach darin, daß der Kontrast einer Kopie ohne jede neuere Belichtung und Präparierung in beliebiger Weise gesteigert werden kann, und dieser Vorteil ist besonders bei der Reproduktion graphischer Zeichnungen augenfällig. Abgesehen nämlich davon, daß optische Einrichtungen entbehrlich sind und daß die Anfertigung eines Negativbildes nicht erforderlich ist, sichert die subjektive Ausführbarkeit der Verstärkung und Abschwächung der einzelnen Teile einen freien Spielraum für die Entfaltung der künstlerischen Fähigkeiten des Kopierenden. Die graphische Zeichnung (Bleistift-, Kreide-, Tusche-, Kohlenzeichnung, Holz-, Stahl-, Kupferstich oder Steindruck usw.) wird hierbei in einem Kopierrahmen mit der Schichtseite auf die Plattenschicht gelegt und durch die Papierschicht in der Sonne eine Kontaktkopie verfertigt, die dann nach dem Verfahren gefärbt wird. Die Anfertigung derartiger Kontaktbilder war bisher deshalb nicht allgemein üblich, weil bei dem Kopieren, besonders an den weißen Teilen, die mehr oder weniger auffallende Papierstruktur sehr störend gewirkt hat. Das Verfahren nach der Erfindung überwindet diese Schwierigkeit, da nach dem mehrmaligen Färben und Abschwächen der Hintergrund der Glasplatte, wo die Papierstruktur sonst sichtbar wäre, vollkommen wasserhell bleibt.
  • IT. Das beschriebene Zerfahren kann betreffs seiner Einzelheiten in mannigfachen Abänderungen ausgeführt «-erden. Was A) das Färben betrifft, wurde eine ganze Reihe von die gegerbte Gelatine elektiv nicht färbenden organischen Farbstoffen gefunden, die alle Farbentöne umfassen und den verschiedensten Farbstoffgruppen angehören. Es ist hierbei zu unterscheiden: i. ein direktes Färben, wenn die Schicht diejenige Farbe aufnimmt und beibehält, in die sie gelegt wurde. Die große Widerstandsfähigkeit der gegerbten Gelatine ermöglicht jedoch auch die Ausführung gewisser chemischer Operationen auf der Platte selbst, als deren Ergebnis entweder der Farbstoff auf der Platte selbst entsteht oder die Farbe des bereits aufgetragenen Farbstoffes auf chemischem Wege verändert wird, z. B. vermittels gewisser Indikatoren. Das in letzterer Weise gefärbte Bild ist bereits durch 2. indirektes Färben hergestellt. Je nachdem, welche der beiden Arten des Färbens angewendet wird und Farbstoff-;chichten welcher Färbung übereinandergebracht werden, ist der geübte Kopierkünstler in der Lage, abwechslungsreiche Farbeneffekte zu erzielen.
  • Es sind sonach zu unterscheiden: direkte einfarbige, direkte mehrfarbige, indirekte einfarbige und indirekte mehrfarbige Färbungen. B) Die Abschwächung bzw. -Entfärbung kann erfolgen: i. durch Wahl eines Farbstoffes, der seine Farbe an den schwach gefärbten Stellen ohne Verwendung eines besonderen chemischen Entfärbungsmittels bei der Trocknung an der Luft verliert und 2. durch Verwendung entsprechender Chemikalien.
  • Beispiele. i. Direkte einfarbige Färbung. -Diese erfolgt in der Weise, daß die Platte in ein (aus einem einzigen Farbstoff oder aus einer Mischung mehrerer Farbstoffe hergestelltes) Farbbad gelegt wird. Als solches kommt z. B. die wäßrige Lösung des in die Triphenylmethanfarbstoffgruppe gehörenden »Fuchsin S« in Betracht. Eine in diese Lösung gelegte, belichtete und entsprechend vorbereitete Platte färbt sich unmittelbar einfarbig. Sehr geeignet sind- die Pinatypiefarbstoffe, wie z. B. »Pinatypie Rot F« oder »Blau F«. Zum guten und gleichmäßigen Färben der Platten ist manchmal ein Zusatz gewisser Stoffe erforderlich, so wird beispielsweise der wäßrigen Lösung von »Wasserblau« Salzsäure zugesetzt. Man kann jedoch auch die Platte vorerst in sehr stark verdünnter Salzsäurelösung baden und nachher in das »Wasserblau«-Bad bringen; die Wirkung bleibt dieselbe.
  • 2. Direkte mehrfarbige Färbung.
  • Diese erfolgt derart, daß die Platte erst beispielsweise in eine wäßrige Lösung von »Lichtgrün« gelegt wird und hierauf nach wiederholter Abschwächung und gegebenenfalls nach wiederholter Färbung in eine wäßrige Lösung von »Pinatypie Blau D« gebracht wird. Da hierbei auf die grüne Farbe der Zeichnung ein blauer Farbstoff sich ablagert, wird erstere einen blauen Ton annehmen. Wenn nun die Platte mittels einer schwachen wäßrigen Alkalilösung abgeschwächt und dadurch die grüne Farbe entfernt wird, bleibt die Zeichnung entsprechend der Abschwächung mittels des Pinsels stellenweise rein blau.
  • Eine mehrfarbige Wirkung wird bei auffallendem Licht auch erreicht, wenn das Bild nach Entfärbung des Hintergrundes auf eine farbige Papier- oder Stoffunterlage gelegt wird, oder bei durchfallendem Licht, wenn der Hintergrund mittels eines nicht elektiv färbenden Farbstoffes von lebhafter Farbe gleichmäßig gefärbt wird, oder aber als Deckglas eine andersfarbige Glasplatte benutzt wird. (Erzeugung farbiger Glasfenster.) Außerdem ist es möglich, durch von derselben Zeichnung auf zwei Platten mittels zwei verschiedener Farbstoffe und durch Übereinanderlegung der Platten eine Zeichnung von neuer Färbung und anderer Tönung herauszubringen. Wenn beispielsweise die eine Glasplatte mittels »Fuchsin S« rot und die andere Glasplatte von derselben Zeichnung mittels »Wasserblau« blau gefärbt wird und die beiden Glasplatten übereinandergelegt werden, so erhält man eine Reproduktion von blauvioletter Färbung.
  • 3. Indirekte einfarbige Färbung.
  • Diese erfolgt in der Weise, daß die Farbe auf der Platte selbst entwickelt wird, indem man die Platte z. B. in eine Lösung der farblosen Karbinolbase von »Brillantgrün« legt und dann in verdünnter Salzsäurelösung badet, wobei das »Brillantgrün« auf der Platte in statu nascendi erscheint.
  • 4. Indirekte mehrfarbige Färbung. Diese erfolgt auf ähnliche Weise, wie die unter 3., nur wird die Behandlung mehrmals mit je einem anderen Farbstoff wiederholt. Ein anderes Beispiel dieser Färbung ist das folgende: Die Platte wird in die Lösung von alizarinsulphosaurem Natrium gelegt, wobei sie eine rotgelbe Färbung annimmt. Wenn nun die auf der Platte befindliche Zeichnung oder ein beliebiger gewünschter Teil derselben beispielsweise mit einer verdünnten Lösung von Natronlauge betupft wird, so nimmt dieser Teil eine violette Färbung an. Wird die ganze Platte derart behandelt, so geht natürlich die Farbe der ganzen Platte in Violett über, und man erhält derart eine einfarbige Platte und kommt somit zu einer Abart der indirekten einfarbigen Färbung.
  • 5. Spontane Entfärbung bzw. Abschwächung. Die belichtete und vorbereitete Platte wird in eine Lösung von »Fuchsin S« gelegt und an der Luft getrocknet. Dabei wird der Hintergrund fast vollständig entfärbt, während die stark gefärbten Zeichnungsteile ihre Farbe fast vollständig beibehalten, obwohl während der Trocknung auch hier eine geringe Abschwächung vor sich geht.
  • 6. Entfärbung bzw. Abschwächung mittels Chemikalien. Das in die Triphenylmethangruppe gehörende »Lichtgrün« oder »Fuchsin S« wird mittels verdünnter Natronlauge abgeschwächt. Wird ein Abschwächmittel benutzt, das, wie verdünnte Natronlauge, »Fuchsin S« nicht zerstört, sondern in seine Karbinolbase verwandelt, so kann der Farbstoff auf der Platte vor dem Waschen derselben durch Säure-Behandlung wieder regeneriert werden.
  • Die Lösung von Kaliumpermanganat in verdünnter Schwefelsäure hingegen entfärbt gewisse Pinatypiefarbstoffe, wie »Rot F«, unter Zerstörung derselben, und es kann somit der Farbstoff auf der Platte nicht wieder regeneriert werden, sondern es ist nach der Entfärbung lediglich eine neue Einfärbung nötig.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Lichtpausverfahren unter nachträglichem Färben der gegerbten Gelatineschichte, dadurch gekennzeichnet, daß diejenigen Stellen der gefärbten Kopie, die sich beim Färben bloß schwach gefärbt haben, also hauptsächlich der Hintergrund des Bildes, wieder entfärbt werden.
  2. 2. Weitere Ausbildung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Färben und Entfärben bzw. Abschwächen des Bildes ohne neuerliche Belichtung desselben zwecks Erhöhung der Kontrastwirkungen abwechselnd einmal oder mehrmals wiederholt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Färben der Kopie durch Farbstoffbildung, -zerstörung, Entfärbung, Änderung oder Wiederhervorrufung der Farbe einer oder mehrerer Farbschichten auf der Kopie selbst in verschiedenen Abarten und Kombinationen auf chemischem Wege vorgenommen wird.
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