DE37347C - Neuerung in der Sodafabrikation durch das Ammoniakverfahren - Google Patents

Neuerung in der Sodafabrikation durch das Ammoniakverfahren

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DE37347C
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sodium bicarbonate
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DENDAT37347D
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Th. SCHLOESING in Paris, 6 rue de l'Oratoire
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C01—INORGANIC CHEMISTRY
    • C01D—COMPOUNDS OF ALKALI METALS, i.e. LITHIUM, SODIUM, POTASSIUM, RUBIDIUM, CAESIUM, OR FRANCIUM
    • C01D7/00—Carbonates of sodium, potassium or alkali metals in general
    • C01D7/18—Preparation by the ammonia-soda process

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  • Compounds Of Alkaline-Earth Elements, Aluminum Or Rare-Earth Metals (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Darstellung von Natriumbicarbonat aus Ammoniumbicarbonat bei dem Ammoniaksodaverfahren.
Die Bildung der zu diesem Zwecke als Ausgangspunkt dienenden Ammoniumbicarbonatlösung kann auf verschiedene Weise geschehen; Erfinder giebt aber der von ihm mit Vortheil angewendeten Darstellungsweise den Vorzug, welche darin besteht, dafs man Kohlensäure unter der nöthigen Kühlung der benutzten Behälter auf eine Ammoniaklösung einwirken läfst, um einen Niederschlag von Ammoniumbicarbonat in Krystallen zu bilden.
Bei diesem Umsetzungsprocefs macht es sich nicht immer nöthig, nur reine Kohlensäure zu verwenden, sondern man kann auch die in einem Kalkofen oder die bei der Calcination des Natriumbicarbonats in Sodafabriken frei werdende Kohlensäure verwenden.
Nach vorliegender Erfindung werden nun die in der Lösung gebildeten Ammoniumbicarbonatkrystalle mittelst Filterapparate aus der Lösung abgeschieden und wie folgt weiter behandelt.
Man läfst die Krystalle in auf einander folgenden kleinen Mengen in ein eine gesättigte Köchsalzlösung enthaltendes Gefäfs fallen, während ein Rührwerk das Ganze in Bewegung erhält. Die Mengen des Bicarbonats und des Salzwassers werden so bestimmt, däfs Bicarbonat und Chlornatrium zuletzt äquivalent sind.
Das sich bildende Natriumbicarbonat nimmt die Form fein vertheilten Pulvers an, das durch mikroskopisch kleine Krystalle gebildet wird. Es ist von grofsem Vortheil, so schnell wie möglich die Dimensionen dieser Krystalle zu vergröfsern, um dann die Filtration zu erleichtern. Zu diesem Zwecke empfiehlt Erfinder, das Ammoniumbicarbonat immer nur in kleinen Abtheilungen in das verwendete Gefäfs zu schütten, wodurch die zuerst gebildeten Natriumbicarbonatkrystalle nach und nach mit jeder, eine Neubildung von Natriumbicarbonat bewirkenden Einschüttung an Volumen zunehmen.
Nichtsdestoweniger ist der Niederschlag immer sehr leichtflüssig und kann daher nur durch energische Mittel, wie durch Absaugen der Flüssigkeit oder durch Centrifugen, filtrirt werden.
Eine andere vom Erfinder gefundene Umformung des Ammoniumbicarbonats in Natriumbicarbonat erübrigt die Anwendung dieser vorgenannten Mittel.
Diese Operation findet in einem kreisrunden Holz- oder Metallbehälter statt, über dessen Boden ein über den gesammten Querschnitt reichender, mit Filz oder Leinwand ausgefütterter Rost liegt, um so ein Filter zu bilden. Angenommen, es seien auf diesem Filter eine Schicht Ammoniumbicarbonatkrystalle in einer Höhe von vielleicht 1 m ausgebreitet, und begiefst man die Krystallfläche durch einen Sprüh- oder anderen Zerstäubungsapparat mit gesättigter Salzlauge, um diese gleichmäfsig zu vertheilen, so geht die Flüssigkeit gleichmäfsig durch die Masse nach unten; gleichzeitig wirken das Chlornatrium und das anwesende Ammoniumbicarbonat auf einander, so dafs sich dieses sofort in Natriumbicarbonat umwandelt. Die aus dem Filter abtropfende Flüssigkeit wird dann dieselbe Zu-
sammensetzung haben, wie die, welche man durch äquivalente Ammoniumbicarbonat- und Salzlaugenmengen erhält. . . .,
Ist dann so eine genügende Laugenmenge verbraucht und die Umwandlung des Ammoniumbicarbonats in Natriumbicarbonat bewirkt, so vertheilt man statt der Lauge reines Wasser über die Masse, um das Product zu waschen. Dieses Waschen kann bei Anwendung nach einander zu benutzender Gefäfse ein methodisches sein.
Die am Ende des Processes noch vorhandene Lauge ist noch nicht erschöpft und mufs für eine folgende Operation wieder auf das Ammoniumbicarbonat gebracht werden.
Nach dem Waschen und Abtropfen findet sich in dem Behälter eine ziemlich harte Masse von reinem Natriumbicarbonat vor; bei dieser Transformation hat sich eine das Waschen begünstigende Masse angehäuft, welche gestattet, die gesammte Masse des gewonnenen Products als mehr oder weniger grofse Stücke abzusetzen, in denen es bis nach der Bearbeitung in Calciniröfen verbleibt, worauf das Product in Pulverform übergeführt wird, um in für den Gebrauch geeignetem Zustande in den Handel gebracht zu werden.
Durch diesen Procefs werden die mit dem Filtriren und dem Waschen des Natriumbicarbonats verbundenen Schwierigkeiten, wie sie anderen Processen eigen sind, vollständig vermieden.
Das Ammoniumbicarbonat kann in verschiedener Weise mit der Salzlauge in Contact gebracht werden. Beispielsweise kann man die Lauge von unten nach oben durch die Masse dringen, sie nach der Reaction abfliefsen lassen und durch eine andere Lauge ersetzen; man kann auch noch die Krystalle in einen continuirlichen oder 'unterbrochenen Laugestrom einbringen, der je nach der Arbeitsweise in "dem einen oder anderen Sinne gerichtet ist. Das Wesentliche ist, dafs man das Ammoniumbicarbonat in Ruhe läfst, um eine Anhäufung des Products zu erzielen, welche die Filtration und das.Waschen wesentlich erleichtert.
Um im Reactionsgefäfs eine sehr homogene Masse von Amrnoniumbicarbonat.krystallen zu erhalten, empfiehlt es sich, in diesen Behälter zunächst eine von einer vorhergehenden Reaction herrührende Flüssigkeit einzugiefsen, wozu eine ausgenutzte Lauge dienen kann, die keine Wirkung mehr auf die Krystalle haben kann; letztere werden dann nach Mafsgabe des Einbringens in den Behälter in die Flüssigkeit eingerührt. Auf diese Weise treibt man die zwischenliegende Luft aus, zerstört die Ballen, welche sich in den Filtern bilden konnten, und erhält endlich eine vollkommen homogene Krystalldecke, durch welche die Lauge gleichmäfsig hindurchsickert.
Die Calcination . des Natriumbicarbonats kann in Herdofen, in Muffelofen, in offenen oder geschlossenen Gefäfsen stattfinden.
Wegen der Cohäsion, welche das Carbonat durch den neuen Umwandlungsprocefs erhalten hat, kann man dasselbe auch wie Kalk in einem Stichofen calciniren.
Wie auch der verwendete Procefs sein mag, so besitzt das dargestellte neutrale Carbonat nach seiner Pulverisirung die Eigenschaft, dafs es specifisch viel schwerer als das ähnliche, unter dem Namen »Natriumcarbonat mit Ammoniak« bekannte Product ist, was diesem ein besonderes Gepräge verleiht.

Claims (1)

  1. Patent-AnSpruch:
    Das Verfahren der Umwandlung von Ammoniumbicarbonat in Natriumbicarbonat, in der Hauptsache darin bestehend, dafs man salzhaltiges Wasser gleichmäfsig durch eine homogene Lage kleiner Ammoniumbicarbonatkrystalle kufen läfst und das gewonnene Natriumbicarbonat mit weichem Wasser auswäscht, dergestalt, dafs man ein compactes Natriumbicarbonat erhält, das in geeigneten Stücken der Calcination unterworfen werden kann.
DENDAT37347D Neuerung in der Sodafabrikation durch das Ammoniakverfahren Expired - Lifetime DE37347C (de)

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