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Steuerungsantrieb für Kraftmaschinen, insbesondere Großverbrennungsmaschinen.
Bekannt sind die Vorschläge zum Antrieb der Steuerungsteile (Ventile u. dgl.) von
Kraftmaschinen, an Stelle der sonst üblichen Gestänge Flüssigkeitssäulen zu verwenden,
die einerseits auf einen mit dem Steuerungsorgan verbundenen Kolben wirken und anderseits
von einer umlaufenden Steuerwelle aus betätigt werden.
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Bei einem Teil dieser Einrichtungen wird der erforderliche Druck der
Flüssigkeit durch
Pumpen erzielt und von der Steuerwelle aus die
Zuströmung zu den Steuerungsorganen geregelt. Dabei läßt sich zwar der Zeitpunkt
für das Anheben des zu steuernden Ventils u. dgl. ziemlich genau einhalten, es läßt
sich aber nicht mit Sicherheit erreichen, daß die Ventilerhebungen eine vorgeschriebene
Funktion der Zeit oder des Kurbelwinkels sind. Das macht sich besonders da geltend,
wo große Ventile (z. B. bei den Großgasmaschinen) bewegt werden müssen und wo es,
z. B. bei Parallelbetrieb von Drehstromanlagen, wegen desUngleichförmigkeitsgrades
wichtig ist, daß die verschiedenen Zylinderseiten gleiche Füllung und damit gleiche
Diagrammform und Leistung ergeben, so wie es bei der nur mit Gestänge angetriebenen
Steuerung gewährleistet wird.
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Ein anderer Teil der bekannten Einrichtungen läßt durch einen, z.
B. mittels Nockenscheibe und Rolle, von der Steuerwelle aus angetriebenen Kolben
in jedem Augenblick so viel Flüssigkeit verdrängen als dem mit dem Steuerorgan verbundenen
Kolben zur Erzeugung einer bestimmten Ventilerhebungskurve in der gleichen Zeit
zugeführt werden muß. Diese Einrichtungen gestatten eine genaue Einhaltung der gewünschten
Ventilerhebungsform und sind brauchbar, so lange zur Betätigung der Ventile usw.
nur geringe Kräfte erforderlich sind. Wo aber die Kräfte (z. B. wieder bei Großgasmaschinen)
Werte von unter Umständen mehreren tausend Kilogramm betragen, lassen sich dieselben
bei diesen hydraulischen Steuerungen mit den erwähnten einfachen baulichen Mitteln
nicht mehr beherrschen.
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Die Vorteile der nur mit Gestänge angetriebenen Steuerungsbauarten:
genaue Einhaltung der gewünschten Ventilerhebungskurve und Übertragungsmöglichkeit
großer Kräfte lassen sich nun auch auf Steuerungsantriebe, die mit Hilfe von Preßluft
oder Preßflüssigkeit arbeiten, dadurch übertragen, daß zwischen das Antriebsorgan
(z. B. eine umlaufende, mit Nocken versehene Steuer-. welle) und das Steuerungsorgan
eine Rückführungsvorrichtung eingeschaltet wird, die derart wirkt, daß der Hub des
Steuerorgans, z. B. des Ventils, zwangläufig abhängig ist von der Bewegung und der
Bemessung des Antriebsorgans. Solche Rückführungen (aticti sogenannte Nachführungen)
sind an und für sich im Maschinenbart bekannt und werden z. B. bei Regeleinrichtungen
benutzt, um den Hub des zu regelnden Organs in seiner Größe abhängig zu machen von
der Stellung des Reglers.
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Zur näheren Erläuterung der Erfindung sei auf die beiliegende Zeichnung
verwiesen, auf welcher der neue Steuerungsantrieb in einer Ausführungsform dargestellt
ist. Die Ventilspindel a, an deren unterem Ende das Einlaßventil b einer Großgasmaschine
befestigt ist, trägt den Kolben c, der in dem Zylinder d beweglich ist. Der Zutritt
von Druckflüssigkeit oder Druckluft unter oder über dem Kolben wird durch den Steuerschieber
e, f v eranlaßt. Die Kolbenstange dieses Steuerschiebers und das obere Spindelende
sind durch den Hebel g verbunden, an dessen rechtem Ende die Stange 1a angreift,
die ihrerseits von der auf der Steuerwelle t: sitzenden Nockenscheibe k bewegt wird.
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Wird jetzt beispielsweise die Steuerstange h und damit der
Schieber e, f angehoben, so tritt Druckmittel über den Kolben c und das Ventil
b wird geöffnet. Durch diese Bewegung wird gleichzeitig der Steuerschieber in seine
ursprüngliche Lage zurückgeführt, und nur durch eine weitere Erhebung der Stange
h, die von der Größe des Nockens auf der' Nockenscheibe k abhängig ist, kann eine
weitergehende Öffnung des Ventils b erzielt werden. Ventileröffnung und Höhe des
Nockens stehen in einem ganz bestimmten Verhältnis zueinander, das durch die Abmessungen
des Hebels g in erster Linie bestimmt ist. -In ähnlicher Weise, wie die Einlaßsteuerung
gezeichnet, kann dieselbe Anordnung auch für die Auslaßsteuerung, die von der Stange
l aus betätigt wird, verwendet werden.