DE36974C - Neuerung an Apparaten für automatisch entstehende Gase - Google Patents
Neuerung an Apparaten für automatisch entstehende GaseInfo
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Classifications
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- A—HUMAN NECESSITIES
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- A62C—FIRE-FIGHTING
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 61: Rettungswesen.
Die Erfindung besteht in einem Behälter, welcher dazu bestimmt ist, an luftdichten
Säcken oder Gefäfsen jeglicher Art, die zur Aufnahme von verdünnten Gasen geeignet sind,
angebracht zu werden, um Booten, Flöfsen, Schiffen, Lebensrettern, überhaupt Körpern,
welche in Gewässern dem Zusammenstofsen oder Untergehen ausgesetzt sind, beigefügt zu
werden.
Ein Theil des Behälters ist mit einem geeigneten, durch Druck in flüssigen Zustand versetzten
Gas, wie Ammoniak, Kohlensäure, Nitrooxyd etc., gefüllt. Ein anderer Theil des
Behälters ist mit einem im geschlossenen Raum brennenden oder glimmenden Präparat angefüllt.
Der Mechanismus, welcher die Entzündung dieses Präparates bewirkt, wird bis zu seiner
selbstthätigen Inbetriebsetzung so lange durch eine Scheibe aus Lösch- oder ungeleimtem
Papier in Auslösung gehalten, bis diese Papierscheibe durch Anfeuchtung erweicht oder zerreifst,
wodurch eine sofortige Ingangsetzung des Apparates erfolgt. In beiliegender Zeichnung
ist der Apparat in Fig. 1 im Durchschnitt dargestellt. Fig. 2 bis 6 zeigen Details einzelner
Theile des Apparates.
In Fig. ι zeigt A den vorzugsweise konischen
Behälter mit convexem Deckel und Boden, welche durch Stützen w behufs Verstärkung
mit einander verbunden sind. Um ein Verschieben des Behälters A zu verhüten, sind
rund um die Peripherie des Deckels die Druckstücke d angebracht. Im Mittelpunkt ist der
Behälter A durch eine kreisrunde Oeffnung durchbrochen, welche zur Aufnahme des Cylinders
B dient, in dessen Mitte ein zweiter kleiner Cylinder g1 liegt.
In den Boden des Behälters A sind zwei rechtwinklig gebogene Rohrstützen j j eingeschraubt;
jeder enthält an seinem äufseren Ende eine hineingesteckte Kapsel i nebst
Deckel c1. Ein Sicherheitsventil χ ist gleichfalls
am Boden des Behälters A angebracht, um einer Explosion des Gases durch einen unvorhergesehenen
Fall vorzubeugen. Das Ventil besteht aus einem durchbohrten Stutzen x; der
über dem Boden hervorragende Theil desselben ist mit der Bleikapsel q1 verschlossen,
welche bei übermäfsigem Druck nach aufsen zerspringt und das Gas entweichen läfst.
Die kleine Oeffnung e dient zur Füllung der Räume U mit flüssigem Gas. Stift 0 bildet
den Verschlufs für Oeffnung e. Eine zweite Oeffnung v1 am Boden des Behälters A dient
zum Entfernen der Luft aus den Räumen U vemittelst Quecksilbers. Die Oeffnung v1 wird
ebenfalls durch einen Stift fest verschlossen.
Der im Cylinder B befindliche Raum O ist
mit einem im geschlossenen Raum innerhalb eines mefsbaren Zeitabschnittes brennenden oder
glimmenden Präparat gefüllt. In unmittelbarer Berührung mit der unteren Fläche des Präparates
ist ein aus Phosphor oder einem anderen geeigneten, durch Reibung entzündlichen Material
hergestellter Ring g angebracht. Der übrige Theil des Bodens sowohl als auch die Decke
und die äufsere Mantelwand des Raumes O ist innen mit einem schlechten Wärmeleiter ν bekleidet, um die Einwirkung der Hitze auf das
flüssige Gas zu vermeiden.
Auf die Oberfläche des Behälters A ist eine Scheibe η aus präparirtem Papier, in deren
Mitte sich ein Loch für eine Stange S befindet, aufgeleimt. Die Papierscheibe mufs an ihrer
Peripherie mit strahlenförmigen Ausschnitten, Fig. 2, versehen sein, um sich der convexen
Form des Behälters anschliefsen zu können.
Durch die Mitte des Cylinders g1 ist die
Stange S geführt, welche an ihrem unteren Ende den Kolben j1 trägt; an diesem Kolben j1
ist nun der biegsame Arm h angeordnet, Fig. i, 3 und 4, an dessen freiem Ende, mit
seiner Reibfläche auf dem Phosphorkranz g ruhend, der Reibzünder e1 angelöthet ist. Das
andere Ende der Stange S endigt oberhalb des Cylinders gl und trägt die Metallscheibe m,
welche auf der präparirten Papierscheibe η ruht. Zwischen der Papierscheibe η und dem Cylinderdeckel
ρ' ist die Stange S mit einem Gummiring
u versehen, um eine gas- und wasserdichte Verbindung nach dem Herunterfallen der
Scheibe m (wenn die Papierscheibe η zerrissen ist) zu erzielen, damit nicht, wenn Sack H gefüllt
ist, das Gas entweichen kann.
Eine um die Stange S gewundene Feder / ist mit ihrem einen Ende Z1 im Deckel des
Cylinders B verlöthet; das andere Ende t derselben ist durch ein in dem Kolben jl angebrachtes
Loch k\ Fig. 4, geführt und endigt nach unten in dem herausstehenden Stift t.
Vor dem Anlöthen der Metallscheibe m an Stange S ist der Feder Z durch ein- oder zweimaliges
Umdrehen der Stange S eine radiale Spannung zu geben, indem sie gleichzeitig in
den Cylinder hineingeprefst wird, so dafs der Arm h in die richtige Lage gebracht und in
den Ausschnitt dλ der Wandung des Cylinders g1
einschnappt.
Die Papierscheibe η ist jetzt dem Druck der Feder Z unterworfen, was sie auch so lange
auszuhalten vermag, als sie trocken bleibt; nafswerdend, zerreifst sie in Stücke, und die
Feder Z übt ihre Kraft nach unten hin wirkend aus, wodurch der Arm h aus dem Einschnitt^1
springt und die Feder nun ungehindert die ihr vorher ertheilte ein- oder zweimalige radiale
Umdrehung zurücklegen kann. Hierbei wird der am Arm h befestigte Reibzünder, auf dem
Phosphorring g ruhend, mit herumgeschleudert und die Entzündung des Phosphors und des
Glimmpräparates bewirkt.
Die beiden Deckel c1 cl, Fig. 1 und 3, welche
zum Verschlufs der beiden rechtwinklig gebogenen Rohrstutzen j j dienen, um das Ausströmen
des flüssigen Gases zu verhindern, werden bis zu ihrer automatischen Oeffnung durch die Hakenstange c und Feder f, Fig. 3
und ι, welche ihren Halt am Stift t finden, fest verschlossen.
Ist nun die Papierscheibe durch Feuchtwerden zerrissen, so dreht sich Stange S in
der Richtung des Pfeiles und mit ihr der Stift t, infolge dessen die Hakenstange c und
Schlangenfeder f ihren Halt verlieren und herunterfallen. Hierdurch wird der Druck auf
die Deckel c1 c1 aufgehoben, dieselben werden
durch den höheren Gasdruck aus ihrer Lage verdrängt, gestatten dem Gas freien Durchgang
durch die Rohrstutzen jj, und es tritt eine Mischung des Gases mit dem brennenden
Präparate ein. Das so erzielte Gemisch strömt in den Sack H oder sonstigen Gasbehälter.
Eine auf den Rohrstutzen j j gelagerte durchlochte runde Scheibe k verhindert den directen
Zutritt des sehr kalten freiwerdenden flüssigen Gases zu dem glimmenden oder brennenden
Präparat.
Eine zweite perforate Scheibe ρ ist in einer unterhalb des Bodens des Behälters A angebrachten
Nuth gelagert. Durch ihren mittleren, nicht perforirten Theil, welcher den
darüber liegenden Mechanismus schützt, wird gleichzeitig bewerkstelligt, dafs das durch das
Loch der Scheibe k ausströmende heifse Gas des Präparates sich nach den Seiten hin strahlenförmig
ausbreiten mufs, dadurch eine gleichmäfsige Mischung und Temperatur der beiden
Gase hervorruft und die so gemischten Gase durch die Löcher der Scheibe ρ in den Sack
oder sonstigen Gasbehälter eintreten können.
Der Ring D wird innen entsprechend dem Behälter A ausgedreht; an seiner äufseren
Peripherie erhält er Gewinde, um einen zweiten ebenfalls mit Gewinde versehenen Ring E aufnehmen
zu können. Zwischen diese beiden mit Zähnen u1 versehenen Ringe wird der gasdichte
Sack oder sonstige Behälter geschraubt und durch festes Anziehen der beiden Ringe
eine vollständig luftdichte Verbindung erreicht.
Der obere Theil des Ringes D erhält innen und aufsen eine runde Auskehlung und das
dazwischen stehenbleibende Metall rings herum Löcher b\ Ferner ist der innere obere Theil
des Ringes D ausgekehlt, damit das durch die Löcher b1 eindringende Wasser leichter an
dem hervorstehenden Rand o1 des Behälters A
vorbeifliefsen kann.
Der Behälter A ist behufs gasdichter Abdichtung im Ring D mit einem Gummiband a1
versehen, welches durch die auf die Druckstücke d wirkende Kapsel C fest zwischen die
Wandungen von A und Ring D geprefst wird.
Die Räume U dürfen niemals ganz mit dem flüssigen Gas angefüllt sein, damit bei Temperaturschwankungen
ein Raum für die Ausdehnung desselben vorhanden ist.
Claims (5)
- Patent-Ansprüche:
An Apparaten für automatische Entwickelung von Gasen:ι. Ein Behälter A, welcher in zwei Räume U und O getheilt ist, wovon der eine zurAufnahme eines beliebigen unter Druck flüssig gemachten Gases, der andere zur Aufnahme eines Präparates bestimmt ist, welches so beschaffen ist, dafs es im geschlossenen Raum brennt oder glimmt, behufs Erzeugung eines verwendbar gemischten und temperirten Gases zu erwähntem Zweck. - 2. Ein im Behälter A enthaltener selbstthätiger Mechanismus, welcher im Augenblick der Gefahr selbstthätig durch Zerreifsen der Papierscheibe η sowohl das Glimmpräparat in Brand setzt, als auch die beiden am Rohrstutzen j j angebrachten Gasventile C1C1 öffnet, bestehend aus der Stange 5 mit darumgeschlungener Feder I, Scheibe m, Dichtungsring M, Kolben./1 mit daran befestigtem federnden Arm h und Reibzünder e1, sodann die zum Verschlufs der Ventildeckel c1 c1 dienende Hakenstange c und Schlangenfeder f.
- 3. Die mit strahlenförmigen Ausschnitten versehene präparirte Papier- oder aus sonstigem geeigneten Material bestehende Scheibe n, welche den Betriebsmechanismus bis zum Augenblick der Gefahr in ausgerücktem Zustande erhält, nach Anfeuchtung jedoch zerreifst und den Mechanismus in Wirkung treten läfst.
- 4. Die beiden Scheiben ρ und k, welche zur innigen Mischung des kalten, flüssigen und des von der brennenden Substanz abgehenden Gases dienen.
- 5. Die Anbringung des gesammten Apparates in gas- und wasserdichten Säcken oder jedwedem zur Aufnahme von verdünnten Gasen geeigneten Behälter.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE36974C true DE36974C (de) |
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ID=312759
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT36974D Expired - Lifetime DE36974C (de) | Neuerung an Apparaten für automatisch entstehende Gase |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE36974C (de) |
-
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- DE DENDAT36974D patent/DE36974C/de not_active Expired - Lifetime
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