DE365271C - Verfahren zur Umwandlung der in wasserhaltigen fluessigen Seifen vorhandenen Fettsaeuren mit mehreren Doppelbindungen in oelsaeureartige Fettsaeuren - Google Patents
Verfahren zur Umwandlung der in wasserhaltigen fluessigen Seifen vorhandenen Fettsaeuren mit mehreren Doppelbindungen in oelsaeureartige FettsaeurenInfo
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-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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Description
AUSGEGEBEN
AM 12. DEZEMBER 1922
AM 12. DEZEMBER 1922
• REICH S PATE NTAMT
PATENTSCHRIFT
— JVi 365271 KLASSE 23 e GRUPPE
(H83536IVj23 e)
Es ist bekannt, wasserhaltige Seifen zur Verbesserung ihres Geruches oder die ihnen
zugrunde liegenden Fettsäuren mit mehreren Doppelbindungen zu deren Umwandlung in
ölsäureartige Fettsäuren oder deren Seifen unter Druck bei Temperaturen von etwa 200
bis 2500 zu behandeln. Hierbei wurden die zu behandelnden Massen im Autoklaven unter
direkter Feuerung erhitzt, wobei in den Gefäßen ein Druck von etwa 40 Atm. entstand.
Nach längerer Einwirkung wurden die Massen abgefüllt und das Verfahren mit neuen Mengen begonnen.
Dieses Verfahren leidet zunächst an dem Übelstand, daß nicht kontinuierlich gearbeitet
werden kann. Es zeigte sich ferner, daß die Bedingungen, unter denen die erstrebte Qualitätsverbesserung
der Seifen und Fettsäuren zu erreichen ist, je nach der Zusammensetzung der zu behandelnden Seifen oder
Fettsäuren wiederholt geändert werden müssen. So sind insbesondere der Druck, die
Temperatur und die Reaktionsdauer jedesmal den besonderen Verhältnissen anzupassen.
Da es sich zudem um die Verarbeitung ziemlich zähflüssiger Massen handelt, bei denen
die Temperatur überhaupt nicht oder nur sehr langsam, gleichmäßig durch die ganze Masse
hindurch zu verteilen ist, so ergeben sich hier, insbesondere bei der Verarbeitung größerer
Mengen, im Autoklaven bedeutende technische Schwierigkeiten. Ein rascher Wechsel
in der Arbeitstemperatur, der durch, die ganze Masse geht, läßt sich im Autoklaven nicht erreichen.
Die Schwierigkeiten, die ein Arbeiten mit Rührvorrichtungen in Gefäßen, die unter
einem so hohen Druck wie 40 und mehr Atm. stehen, sind bekannt.
Infolge dieser Übelstände war man gezwungen, stets nur kleine Mengen auf einmal
zu verarbeiten. Trotzdem gelang es nicht, in der gesamten Masse die gewünschte Reaktion gleichmäßig durchzuführen. Entweder
wird bei einem Teil der Masse die Reaktion zu weit durchgeführt, und man erhält Abbauprodukte bis zu Kohlenwasserstoffen,
oder aber ein Teil der Masse hat an der Reaktion überhaupt noch nicht oder nur in geringem Maße teilgenommen. Jedenfalls
gelingt es nicht, gleichmäßige Produkte zu erzielen, es sei denn in Zeiträumen, die
technisch nicht in Betracht kommen.
Es hat sich nun herausgestellt, daß man diese Übelstände dadurch beheben kann, daß
man die Seifenmassen nicht in einem gewöhnliehen Autoklaven der Behandlung unterwirft,
sondern sie in jeweils kleineren Mengen während der Reaktion durch geheizte Röhren
preßt. Man erhält auf diese Weise vollständig gleiche Enderzeugnisse.
Es hat sich hierbei ferner überraschenderweise ergeben, daß es bei stark ungesättigten
Fettsäuren für die Eigenschaften des Endproduktes und insbesondere für dessen Geruchsverbesserung
von großem Wert ist, die Reaktion in zwei Stufen durchzuführen. In
der ersten Stufe wird die Reaktion eingeleitet, indem man die umzuwandelnden ungesättigten
Fettsäuren nach ihrer Verseifung mit einem Alkali ohne wesentlichen Überschuß an diesem bei etwa 2oo° C unter Druck
erhitzt. In der zweiten Stufe kann man die Reaktion bei erheblich höherer Temperatur
dann in kurzer Zeit zu Ende gehen lassen. Dies geschieht in diesem Fall dadurch, daß
ίο man die Röhren, durch die die Reaktionsmasse hindurchgedrückt wird, durch zwei
verschiedene direkt oder indirekt wirkende Heizvorrichtungen erhitzt, wobei die Masse
durch die zweite etwa um 50° höher erhitzt wird wie durch die erste. Hierbei kann man
die Temperatur in der zweiten Stufe auch noch erheblicher erhöhen, als dies beim Arbeiten
in einem Autoklaven überhaupt möglich ist, weil im vorliegenden Fall die Masse auf
nur kurze Zeit der hohen Temperatur ausgesetzt zu werden braucht, um die erstrebte
Wirkung zu erzielen, da sie in der Röhre sehr schnell durch und durch erwärmt werden
kann; dadurch wird die Bildung von Zer-Setzungsprodukten vermieden.
Es hat sich ferner herausgestellt, daß es vorteilhaft ist, die Reaktion in der zweiten
Stufe in höherer Alkalität vor sich gehen zu lassen. Diese Möglichkeit bietet sich bei dem
neuen Verfahren dadurch, daß man beim Übertritt der Reaktionsmassen von der einen
Reaktionsröhre in die nächste und höhere Heizstufe den Massen neues Alkali zuführt.
Eine heiße Transeife von etwa 60 Prozent Fettsäuregehalt und einer Jodzahl der Fettsäure
von 130 wird erhitzt auf 2200 in einem i^j/'-Rohr, das in einem ölbad von 230°
ruht. Die Jodzahl geht in diesem Bad auf
no bis 1150 zurück. Das Rohr geht weiterhin
in ein zweites ölbad von 3100, in dem die
Seifenmasse auf 3000 erhitzt wird. In diesem Rohr tritt ein Rückgang der Jodzahl auf 90
ein. Preßt man beim Übertritt in das zweite Ölbad in die Seifenmasse durch eine besondere
Zuleitung Natronlauge von 400 Be und 1Z20 der durchgepreßten Seifenmasse, so geht
die Jodzahl im zweiten Bad auf 80 zurück. Die Masse wird durch eine Druckpumpe durch den Apparat befördert und das Austrittsventil
so eingestellt, daß der Druck etwa Atm. beträgt. Die Seife hat durch die Behandlung
ihren unangenehmen Trangeruch und die dunkle Farbe verloren.
Claims (3)
1. Verfahren zur Umwandlung der in wasserhaltigen flüssigen Seifen vorhandenen
Fettsäuren mit mehreren Doppelbindungen in ölsäureartige Fettsäuren ■unter Druckerhitzung, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Massen ununterbrochen durch ein bis auf 2500 erhitztes Rohr preßt.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Behandlung der Seifen zunächst in einem niedriger erhitzten Teil der Druckröhre einleitet, während man
die Beendigung der Reaktion in einem zweiten, höher beheizten Teil der Röhre vornimmt.
3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß man den zu behandelnden Massen bei der zweiten Behandlung unter höherer Temperatur weitere geeignete Mengen
Alkali zufügt.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEH83536D DE365271C (de) | 1920-12-17 | 1920-12-17 | Verfahren zur Umwandlung der in wasserhaltigen fluessigen Seifen vorhandenen Fettsaeuren mit mehreren Doppelbindungen in oelsaeureartige Fettsaeuren |
| GB667021A GB172250A (en) | 1920-12-17 | 1921-02-28 | Improvements in or relating to the treatment of liquid soaps containing water, or their fatty acids |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEH83536D DE365271C (de) | 1920-12-17 | 1920-12-17 | Verfahren zur Umwandlung der in wasserhaltigen fluessigen Seifen vorhandenen Fettsaeuren mit mehreren Doppelbindungen in oelsaeureartige Fettsaeuren |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE365271C true DE365271C (de) | 1922-12-12 |
Family
ID=7164037
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEH83536D Expired DE365271C (de) | 1920-12-17 | 1920-12-17 | Verfahren zur Umwandlung der in wasserhaltigen fluessigen Seifen vorhandenen Fettsaeuren mit mehreren Doppelbindungen in oelsaeureartige Fettsaeuren |
Country Status (2)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE365271C (de) |
| GB (1) | GB172250A (de) |
-
1920
- 1920-12-17 DE DEH83536D patent/DE365271C/de not_active Expired
-
1921
- 1921-02-28 GB GB667021A patent/GB172250A/en not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB172250A (en) | 1921-12-08 |
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