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Einrichtung zum Festlegen der Richtung der Drehachse eines Körpers.
Den Gegenstand der Erfindung bildet eine neue, sich, durch große Genauigkeit auszeichnende
Einrichtung zum Festlegen der Richtung der Drehachse eines Körpers.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der den Gegenstand der
Erfindung bildenden Einrichtung erläutert, und zwar ist angenommen, daß es sich
um die Festlegung der Richtung der Drehachsen von gepanzerten, an Bord von Schiffen
befindlichen drehbaren Geschützständen handelt. Zugleich ist gezeigt, in welcher
Weise man nach Größe und Lage den Winkel bestimmen kann, den die durch je eine solche
Einrichtung festgelegten Drehachsen zweier Geschützstände bilden. Außerdem ist noch
erläutert, in welcher Weise unter Benutzung von Einrichtungen dieser Art die gegenseitige
Lagenänderung zweier Geschützstände sichtbar gemacht und gemessen werden kann, die
infolge von elastischen Formänderungen des Schiffskörpers während der Fahrt des
Schiffes oder beim Schlingern auftritt.
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Auf der Zeichnung zeigt Abb. i einen senkrechten Längsschnitt eines
Kasemattgeschützes mit der Einrichtung zum Festlegen der Richtung der Drehachse
des Geschützstandes, und in kleinerem Maßstabe Abb. 2 die Oberansicht zweier benachbarter
Geschütze nach Abb. i.
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Ferner zeigt in größerem Maßstabe Abb. 3 eine teilweise im Schnitt
gehaltene Seitenansicht einer zum Erfindungsgegenstande gehörigen optischen Einrichtung,
Abb. q. die zugehörige Oberansicht, Abb. 5 eine teilweise im Schnitt gehaltene Seitenansicht
einer weiteren zum Erfindungsgegenstande gehörigen optischen Einrichtung, und Abb.
6 die zugehörige Oberansicht.
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Die Abb. 7 bis 13 sind Darstellungen von Markenbildern, die bei der
Benutzung der optischen Einrichtungen sichtbar werden.
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-In Abb. i bezeichnet A die Lafette des Kasemattgeschützes, die zusammen
mit ihrem Panzer A'- um die aufwärts gerichtete Mittelachse a-a des Geschützstandes
drehbar ist. An dem außerhalb des Panzers Al liegenden Teile. des Geschützrohres
B, das zum Zwecke der Bestimmung der Richtung der Achse a-ca senkrecht zu dieser
festgestellt ist, ist mittels zweier Schellen cl ein aus Winkeleisen zusammengesetztes
Gerüst C befestigt. Dieses besitzt einen nach der Drehachse a-a hin gerichteten
Arm c2, der über einen Teil dl des Schiffsdecks D greift. Auf diesem ist einzweites
aus Winkeleisen zusammengesetztes Gerüst E, befestigt, das einen über den Arm c2
des Gerüstes C greifenden Arm e1 besitzt. Auf einer am freien Ende des Armes c2
befestigten Unterlägplatte c3 ruht mit drei in den Eckpunkten eines gleichseitigen
Dreiecks (s. Abb. 6) angeordneten einstellbaren Fußschrauben f l eine einer Drehscheibe
G als Lager dienende Giundplatte F. Auf dei Drehscheibe G ist ein durch ein Richtglas
(Kollimator) GI gebildetes optisches Gerät derart befestigt, daß sein Markenbild
der Grundplatte F zugekehrt ist und seine Ziellinie mit der Drehachse der Drehscheibe
G zusammenfällt. Das die Ziellinie festlegende Markenbild des Richtglases besteht,
wie Abb. 8 zeigt, aus einem Fadenkreuze g2 mit einer längs des einen Fadenkreuzstiches
angeordneten Winkelteilung g3 und einer Anzahl von Kreisen g4, die konzentrisch
zum Mittelpunkte des Fadenkreuzes g2 angeordnet sind. Unterhalb des Richtglases
GI befindet sich eine an der Grundplatte F befestigte Glühlampe f2, die zur
Beleuchtung des Maxkenbildes dient. Zur Bestimmung der Winkelstellung der Drehscheibe
G dient eine an dieser vorgesehene Marke g5 und eine an der Grundplatte F angeordnete
Teilung f3. Die Anordnung wird hierbei zweckmäßig so getroffen, daß die Marke
g5 auf den Nullpunkt der Teilung f 3 zeigt, wenn der mit der Teilung g3 versehene
Strich des Fadenkreuzes g2 der durch die Achsen zweier Fußschrauben f 1 gelegten
Ebene parallel ist (Abb. 6).
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Auf einer am freien Ende des Armes e1 befestigten Unterlagsplatte
e2 ist ein Einstelltisch H aufgestellt, der drei als Einstellschrauben hl ausgebildete
Füße besitzt. Auf der Tischplatte 1a2, die mittels der Schrauben hl möglichst wagerecht
eingestellt ist, ruht mit drei in den Eckpunkten eines gleichseitigen Dreiecks (Abb.
q.) angeordneten einstellbaren Fußschrauben il eine einer Drehscheibe K als
Lager
dienende Grundplatte J. Die Drehscheibe K trägt ein Gestell K1, an dem ein Zielfernrohr
K2 derart befestigt ist, daß sein Objektiv der Grundplatte j zugekehrt ist und seine
Ziellinie mit der Drehachse der Drehscheibe K zusammenfällt. Gleichachsig zur Ziellinie
des Fernrohres K2, dessen Markenbild lediglich durch ein Fadenkreuz k3 (Abb. 7)
gebildet wird, ist in der Drehscheibe Keine kreisförmige Öffnung k4, unte-halb dieser
in der Grundplatte j eine gleich große Öffnung i2 (Abb. 3) und in dem Einstelltische
H eine ebenso große Öffnung la3 vorgesehen, so daß das Zielfernrohr K2 auf das Richtglas
G1 gerichtet werden kann. An dem Gestelle KI ist noch ein zweites Zielfernrohr M
angeordnet, das an diesem mittels zweier Zapfen ml drehbar gelagert ist. Die zur
Ziellinie des Fernrohres M senkrechte gemeinschaftliche Achse der Zapfen ml liegt
in einer zur Ziellinie des Fernrohres K2 senkrechten Ebene und ist dem einen Striche
des Fadenkreuzes k3 dieses Fernrohres parallel. Das Fernrohr M besitzt, wie Abb.
g zeigt, ein Markenbild mit einem Fadenkreuze m2, dessen aufrecht stehender Strich
rechtwinklig zur Achse der Zapfen ml angeordnet ist und zu beiden Seiten vom Mittelpunkte
des Fadenkreuzes mit einer Winkelteilung m3 versehen ist. Ferner besitzt das Markenbild
noch eine in der Umfangsrichtung verlaufende Winkelteilung m4, die zu beiden Seiten
des anderen Fadenkreuzstriches angeordnet ist. Zur Bestimmung der Winkelstellung
der Drehscheibe K dient eine an dieser vorgesehene Marke k5 (Abb. 4) und eine an
der Grundplatte J angeordnete Teilung i3. Die Anordnung wird hierbei zweckmäßig
so getroffen, daß die Marke k5 auf den Nullpunkt der Teilung i3 zeigt, wenn die
Achse der Zapfen ml senkrecht auf der durch die Achsen zweier Fußschrauben il gelegten
Ebene steht (Abb. 4).
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Handelt es sich nur um die Festlegung der Richtung der Drehachse eines
einzelnen Geschützstandes, so bleibt das Zielfernrohr M unbenutzt. Eine Benutzung
dieses Zielfernrohres kommt erst in Frage, wenn es sich z. B. darum handelt, den
Winkel zu messen, den diese Drehachse mit der Drehachse eines zweiten, benachbarten
Geschützstandes bildet, und die Winkellage der Ebene zu bestimmen, in der dieser
Winkel gemessen wird. Für jeden der beiden Geschützstände ist dann eine besondere
Einrichtung der beschriebenen Art vorzusehen; insbesondere sind also zwei Geräte
F, G, G1 (Abb. 5 und 6) und zwei Geräte J, K KI K2, M (Abb. 3 und 4) erforderlich.
Bei dem zweiten Geräte J,K KI K2, M ist für das Fernrohr M eine (in Abb.
3 und 4 strichpunktiert gezeichnete) Glühlampe m5 vorgesehen, die am Okular des
Fernrohres befestigt ist und zur Beleuchtung des Markenbildes des Fernrohres dient.
Dieses Markenbild besteht, wie Abb. ro zeigt, aus einem Fadenkreuze ms und mehreren
zu dem liegenden Fadenkreuzstriche parallelem Strichen m'. Die Anordnung dieser
parallelen Striche m' ist hierbei lediglich zu dem eingangs erwähnten Zwecke getroffen,
die während der Fahrt des Schiffes oder beim Schlingern infolge elastischer Formänderungen
des Schiffskörpers entstehenden Änderungen der, gegenseitigen Lage zweier Geschützstände
zu messen.
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Zunächst soll an Hand der>Abb. = erläutert werden, wie für das in
dieser dargestellte Einzelgeschütz die Richtung der Drehachse a-a des Geschützstandes
festgelegt wird. Nachdem das Gerät F, G GI auf der Unterlagsplatte c3 und der Einstelltisch
H mit dem Geräte ,%, K K1 K2, M auf der Unterlagsplatte e2 derart aufgestellt sind,
daß die Ziellinien des Fernrohres K2 und des Richtglases GI möglichst genau mit
der Achse a-a zusammenfallen, erblickt man im Gesichtsfelde des Zielfernrohres K2
das Markenbild des Richtglases G1 (Abb. zz). Der Mittelpunkt des Fadenkreuzes g2
des Richtglases befindet sich hierbei im allgemeinen in einem bestimmten radialen
Abstande w von dem Mittelpunkte des Fadenkreuzes k3 des Zielfernrohres K2, und zwar
entspricht dieser Abstand dem Winkel, den die Ziellinie des Richtglases G1 mit der
Ziellinie des Zielfernrohres K2 bildet. Würde die Ziellinie des Richtglases G1 genau
die gleiche Richtung haben wie dieDrehachse a-a, so würde der Winkel, den die Ziellinie
des Richtglases GI mit der Ziellinie des Zielfernrohres K2 bildet, bei einer
Drehung des Geschützes unverändert bleiben, desgleichen die Winkellage der Ebene,
in der dieser Winkel gemessen wird. Es würde daher bei einer Drehung des Geschützes
um die Achse a-a im Gesichtsfelde des Fernrohres K2 der Mittelpunkt des Fadenkreuzes
g2 des Richtglases GI in einem unveränderlichen Abstande von dem Mittelpunkte
des Fadenkreuzes k3 des Zielfernrohres K2 verbleiben, und die Verbindungslinie beider
Mittelpunkte würde ihre Winkelstellung gegenüber den Strichen des Fadenkreuzes k3
unverändert beibehalten, d. h. der Mittelpunkt des Fadenkreuzes g2 würde im Gesichtsfelde
des Zielfernrohres K2 stillstehend erscheinen. Solange jedoch die Ziellinie des
Richtglases GI mit der Drehachse a-a einen von Null verschiedenen Winkel
bildet, muß sich bei einer Drehung des Geschützes die Größe des Winkels, den die
Ziellinie des Richtglases GI mit der Ziellinie des Fernrohres K2 bildet, sowie die
Winkellage der Ebene, in der dieser Winkel gemesssen wird, fortlaufend ändern. Im
Gesichtsfelde des Zielfernrohres K2 muß sich daher bei einer Drehung des Geschützes
um die Achse a-a der Mittelpunkt des Fadenkreuzes g2 sowohl in radialer Richtung
als auch in der Umfangsrichtung bewegen. Durch Drehen an den Fußschrauben,
f l- der Grundplatte F wird nun
die Richtung der Ziellinie
des Richtglases Gl so lange verstellt, bis bei einer Drehung des Geschützes um die
Achse a-a der Mittelpunkt des Fadenkreuzes g2 im Gesichtsfelde des Zielfernrohres
K2 seine Lage unverändert beibehält. Die Feststellung dieses Zustandes wird außerordentlich
durch die konzentrischen Kreise g4 erleichtert, da jede Änderung des Abstandes der
Mittelpunkte der beiden Fadenkreuze g2 und k3 mit einer leicht wahrnehmbaren Änderung
des Abstandes zwischen dem Mittelpunkte des Fadenkreuzes k3 und dem nächstgelegenen
Kreise g4 verbunden ist. Wenn das Richtglas Gl so eingestellt ist, daß bei der Drehung
des Geschützes der Mittelpunkt des Fadenkreuzes g2 im Gesichtsfelde des Fernrohres
K2 seine Lage unverändert beibehält, so fällt die Ziellinie des Richtglases nach
dem oben Gesagten genau in die Richtung der Drehachse a-a. Bringt man nunmehr durch
Drehen an den Fußschrauben il die Ziellinie des Fernrohres K2 in eine solche Richtung,
daß der Mittelpunkt des Fadenkreuzes k3 mit dem Mittelpunkte des Fadenkreuzes g2
zusammenfällt, so hat die Ziellinie die gleiche Richtung wie die Ziellinie des Richtglases
Gl und mithin auch die Drehachse a-a. Die Richtung der Drehachse a-a ist dann an
dem drehbaren Körper (A, Al) durch die Ziellinie des Richtglases GI und an
dem feststehenden Körper (D) durch .die Ziellinie des Fernrohres K2 festgelegt.
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Nunmehr soll erläutert werden, in welcher Weise man mittels der beschriebenen
Einrichtung die Größe des Winkels, den die Drehachsen zweier benachbarter Geschützstände
(s. Abb. 2) miteinander bilden, und die Winkellage der Ebene bestimmen kann, in
der .dieser Winkel gemessen wird. Die Drehachse jedes der beiden benachbarten Geschützstände
(Abb. 2) sei hierbei in der beschriebenen Weise durch je einen besonderen Satz der
Geräte F, G GI und J, K KI K2, ..TI festgelegt, und zwar sei angenommen, daß bei
dem in Abb. 2 rechts befindlichen Geschütze dasjenige Gerät J, K Kl K2, M verwendet
ist, dessen Fernrohr M das durch die Glühlampe m5 beleuchtete Markenbild nach Abb.
Zo hat.
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Zunächst ist das auf dem links befindlichen Geschütze (Abb. 2) aufgestellte
Gerät F, G Gl, während die Ablesemarke g5 auf den Nullpunkt der Teilung f 3 zeigt,
durch Drehen seiner Grundplatte F auf der Unterlagsplatte c3 in eine solche Winkellage
zu bringen, daß der mit der Teilung g3 versehene Strich des Fadenkreuzes g2 bei
einer bestimmten seitlichen Winkelstellung des Geschützes, in der dieses später
festzustellen ist, in die Richtung der Kiellinie des Schiffes zeigt. Zu diesem Zwecke
wird das Geschütz in die erwähnte seitliche Winkelstellung gebracht und sodann die
über diesem Geschütze befindliche Drehscheibe K, deren Drehachse @slie gleiche Richtung
wie die Drehachse des Geschützes hat, in eine solche Lage gedreht, daß die Ziellinie
des Fernrohres M der zur Schildzapfenachse des Geschützes senkrechten Erhöhungsebene
parallel ist. Die Bestimmung dieser Lage erfolgt unter Benutzung von Geräten üblicher
Bauart, die Wernicht näher erläutert zuwerden brauchen. Auch der zur Achse der Zapfen
ml senkrechte Strich des Fadenkreuzes k3 ist dann der Erhöhungsebene des Geschützes
parallel. Wie groß der Winkel ist, den die Erhöhungsebene bei der erwähnten seitlichen
Winkelstellung des Geschützes mit der Kiellinie des Schiffes bildet, kann an der
Teilung der (nicht dargestellten) Seitenrichtmaschine des Geschützes abgelesen werden.
Dreht man daher die Drehscheibe K um den abgelesenen Winkel, so gelangt der zur
Achse der Zapfen ml senkrechte Strich des Fadenkreuzes k3 in die Richtung der Kiellinie.
Die Größe des Winkels, um den die Drehscheibe K hierbei zu drehen ist, kann mittels
der Marke k5 an .der Teilung i3 eingestellt werden. Nunmehr wird die Grundplatte
F des Geräts F, G Gl, während .die Drehscheibe G so eingestellt. bleibt, daß die
Marke g5 auf den Nullpunkt der Teilung f 3 zeigt, auf der Unterlagsplatte c3 so
gedreht, daß der mit der Teilung g3 versehene Strich des Fadenkreuzes g2 mit dem
in die Richtung der Kiellinie fallenden Striche des Fadenkreuzes k3 zusammenfällt.
Falls hierbei der Mittelpunkt des Fadenkreuzes g2 außer Deckung mit dem Mittelpunkte
des Fadenkreuzes k3 kommt, ist durch erneutes Drehen an den Fußschrauben f l die
Grundplatte F so einzustellen, daß die Mittelpunkte der beiden Fadenkreuze zusammenfallen.
Die Ziellinie des Richtgerätes Gl fällt dann wieder in die gleiche Richtung wie
die Ziellinie des Fernrohres K2 und daher auch in die gleiche Richtung wie die Drehachse
des Geschützstandes. Nachdem man noch einmal durch Drehen des Geschützstandes nachgeprüft
hat, ob hierbei die Mittelpunkte der beiden Fadenkreuze in Deckung bleiben, die
beiden Ziellinien also in die Richung der Drehachse des Geschützstandes fallen,
bleibt dieser in der in Frage stehenden Winkelstellung, bei der mit der Teilung
g3 versehene Strich, des Fadenkreuzes g2 in die Richtung der Kiellinie fällt, gegenüber
dem Schiffsdeck D festgestellt.
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Nunmehr werden die auf den beiden benachbarten Geschützständen befindlichen
Fernrohre M derart aufeinanderzugedreht, daß das durch die Glühlampe m5 beleuchtete
Markenbild des auf dem rechten Geschützstande befindlichen Fernrohres M im Gesichtsfelde
des auf dem linken Geschützstande befindlichen Fernrohres M erscheint. Zu diesem
Zwecke wird auf dem rechten Geschützstande die Drehscheibe K gegenüber -der Grundplatte
J gedreht und auf dem linken Geschützstande die Grundplatte
J gegenüber
der vorher möglichst wagerecht eingestellten Tischplatte h2 des Einstelltisches
H. Die Drehscheibe K des auf dem linken Geschützstande befindlichen Geräts j, K
K1 K2, 111 ist hierbei so eingestellt, daß ihre Marke ks auf den. Nullpunkt der
Teilung i3 zeigt, die Achse der Zapfen m1 und der dieser parallele Strich des Fadenkreuzes
m2 also senkrecht zu der durch die Achsen zweier Fußschrauben il gelegten Ebene
steht. In der angegebenen Weise werden die beiden Geräte J, K KI K2, M so eingestellt,
daß im Gesichtsfelde des auf dem linken Geschützstande befindlichen Fernrohres M
die Mittelpunkte der beiden Fadenkreuze m2 und ms zusammenfallen, wobei auf dem
linken Geschützstande nötigenfalls auch die Fußschrauben il nachgestellt werden
müssen. Die Ziellinien der beiden Fernrohre M haben dann die gleiche Richtung, wie
in Abb. z durch die strichpunktierte Gerade m-m angedeutet ist. Die Drehbarkeit
der beiden Fernrohre M um die Achse der Zapfen in' ermöglicht hierbei, die Einstellung
der Ziellinien in die gleiche Richtung auch dann vorzunehmen, wenn die beiden Geräte
1, K K1 K2, M in verschiedenen Höhenlagen aufgestellt sind. Nachdem die Mittelpunkte
der Fadenkreuze m2 und mfi zur Deckung gebracht sind, wird auf dem linken Geschützstande
der zur Achse der Zapfen na' parallele Strich des Fadenkreuzes m2 durch Drehen derjenigen
Fußschraube il, deren Achse bei der angegebenen Winkelstellung der Drehscheibe K
(Abb. q.) in der zur Achse der Zapfen m': parallelen Achsialebene liegt, so lange
gedreht, bis er mit dem entsprechenden Striche des Fadenkreuzes m' zusammenfällt.
Beide Fadenkreuze decken sich dann vollständig. Es ist jetzt die Ziellinie des über
dem linken Geschütze befindlichen Zielfernrohres K2 parallel zur Ziellinie des über
dem rechten Geschütze befindlichen Zielfernrohres eingestellt, sie ist also, da
die Richtung der letztgenannten Ziellinie unverändert geblieben ist und daher in
die Richtung der Drehachse des rechten Geschützstandes zeigt, dieser Drehachse parallel.
Sind die Drehachsen der beiden Geschützstände gegeneinander geneigt, so muß daher,
wie Abb. ii zeigt, im Gesichtsfelde des links befindlichen Zielfernrohres K2 der
Mittelpunkt des darunter befindlichen Fadenkreuzes g2 des Richtglases in einem gewissen
von Null verschiedenen Abstande von dem Mittelpunkte des Fadenkreuzes h3 erscheinen.
Die Größe dieses Abstandes, der auf der Zeichnung (Abb. ii und 12) mit w bezeichnet
ist, bildet ein Maß für den Winkel, den die Drehachsen der beiden Geschützstände
bilden. Die Größe dieses Winkels kann an der Teilung g3 des Richtglases abgelesen
werden, nachdem die Drehscheibe um einen solchen Winkel gedreht ist, daß der mit
der Teilung g3 versehene Strich, des Fadenkreuzes g2 durch den. Mittelpunkt des
Fadenkreuzes k3 des Zielfernrohres K2 geht (Abb. i2). Die Größe des Drehwinkels,
der mit w1 bezeichnet ist (Abb. ii und 12) und an der Teilung f3 (Abb. f) mittels
der Marke 0s abgelesen werden kann, bildet ein Maß für die Winkellage der Ebene,
in der der von den Drehachsen der beiden Geschützstände gebildete Winkel (w) gemessen
wird.
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Haben die beiden Geschützstände eine solche Lage, daß es nicht möglich
ist, von dem einen Geschützstande aus mit dem Fernrohr M unmittelbar das auf dem
anderen Geschützstande befindliche Fernrohr M anzuschneiden, so verfährt man in
folgender Weise. Man sucht einen Zwischenpunkt, von dem sowohl" das auf dem links
befindlichen Geschützstande als auch das auf dem rechts befindlichen Geschützstande
befindliche Gerät 1, K K1 K2, M sichtbar ist, und stellt auf diesem Zwischenpunkte
ein drittes Gerät 1, K K1 K2, M auf, das ebenso @vie das zweite Gerät eine zur Beleuchtung
des Markenbildes seines Fernrohres 1t1 dienende Glühlampe besitzt. Während jedoch
bei dem zweiten Geräte die Glühlampe zfzs dauernd an ihrer Stelle verbleibt, so
daß das Fernrohr M dieses Geräts wie ein Richtglas wirkt und auch durch ein solches
ersetzt sein könnte, ist bei dem dritten Geräte die Einrichtung so getroffen, daß
die Glühlampe willkürlich entfernt werden kann, so daß das Fernrohr 111 des dritten
Geräts entweder als Zielfernrohr oder als Richtglas benutzt werden kann. Zunächst
werden nun das dritte und das zweite Gerät in derselben Weise, wie dies vorher für
das erste und zweite Gerät geschildert wurde, derart aufeinander eingerichtet, daß
sich das Fadenkreuz des jetzt als Zielfernrohr benutzten Fernrohres 111 des dritten
Gerätes mit dem Fadenkreuze des Fernrohres M des über dem rechten Geschützstande
befindlichen zweiten Geräts vollständig dCCkt. Es ist dann die Drehachse der Drehscheibe
K des dritten Gerätes der Drehachse des rechten Geschützstandes parallel. Nunmehr
werden in derselben Weise, wie dies vorher für das erste und zweite Gerät geschildert
wurde, das erste und das dritte Gerät derart aufeinander eingerichtet, daß sich
das Fadenkreuz des Zielfernrohres M des ersten, auf dem linken Geschützstande befindlichen
Geräts mit dem jetzt durch die Glühlampe beleuchteten Fadenkreuze des Fernrohres
M"des dritten, auf dem Zwischenpunkte befindlichen Gerätes vollkommen deckt. Es
ist dann die Ziellinie des Fernrohres K2 des ersten Gerätes der Drehscheiben-Drehachse
des dritten. Geräts und mithin auch der Drehachse des rechten Geschützstandes parallel,
so daß der Winkel zwischen den Drehachsen der beiden Geschützstände und die Winkellage
der Ebene, irr _de_r dieser Winkel gemessen wird, in derselben Weise wie vorher
bestimmt werden kann. Da
bei der geschilderten Benutzungsweise des
dritten Geräts das Zielfernrohr K2 außer Gebrauch bleibt, kann dieses bei dem dritten
Geräte auch fehlen.
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Das erste und das zweite Gerät J, K KI K2, M können auch dazu
benutzt werden, um die gegenseitigen Lagenänderungen zu messen, die zwei Geschützstände
während der Fahrt oder beim Schlingern infolge von Formänderungen des Schiffskörpers
erfahren. Zu diesem Zwecke denke man sich, während das Schift in Ruhe liegt - nötigenfalls
unter Benutzung je eines Einstelltisches H - auf dem einen Geschützstande das erste
und auf dem anderen Geschützstande das zweite Gerät ,j, K K2 K2, M aufgestellt,
Das Fernrohr M des ersten Geräts wird dann in der oben beschriebenen Weise derart
auf das durch die Glühlampe m5 beleuchtete Markenbild des Fernrohres M des zweiten
Gerätes eingerichtet, daß sich die Fadenkreuze m2 und ms vollständig decken. Wenn
das Schiff in Fahrt ist oder schlingert, erfahren die beiden Geschützstände infolge
der Formänderung des Schiffskörpers eine gegenseitige Lagenänderung von periodisch
veränderlicher Größe. Im Gesichtsfelde des Fernrohres M des ersten Geräts entsteht
hierbei beispielsweise im Augenblicke der größten gegenseitigen Lagenänderung ein
Bild nach. Abb. 13. Man kann dann aus diesem Bilde durch Abschätzung an der Teilung
m3 ersehen, um welchen Winkel w2 sich der zweite Geschützstand gegenüber dem ersten
in der Höhenrichtung gedreht hat, ferner wie groß schätzungsweise der Verdrehungswinkel
w3 in der Seitenrichtung ist. Diejenige der Parallelen ira" die möglichst genau
durch den Mittelpunkt des Fadenkreuzes m2 geht, zeigt schließlich an der Teilung
m4 den Verkantungswinkel w 4 an, um den sich der zweite Geschützstand gegenüber
dem ersten um eine in die Richtung der Ziellinie des Fernrohres fallende Achse gedreht
hat.