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Flüssigkeitswaage mit Kippgefäß. Die Erfindung bezieht sich auf Flüssigkeitswaagen,
die mit einem ganz herumBclilagenden zweiteiligen Kippgefäß ausgerüstet sind. Das
Kippgefäß dreht sich um .eine mittlere, an dem Waagebalken gelagerte Achse um 18o°
herum, .sobald seine nach oben weisende Hälfte gefüllt ist. Dabei führt das Kippgefäß
mit dem Waagebalkens eine Abwärtsbewegung aus, die es von Auschlägen ablöst, welche
es bis dahin gehalten haben. Das einseitig gefüllte Kippgefäß entwickelt bei seiner
Drehung um 18o° eine erhebliche lebendige Kraft, so daß es immer Schwierigkeiten;
machte, das Gefäß sogleich in der neuen Einstellung festzuhalten, so daß sogleich
mit der neuen Füllung begonnen werden konnte.
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Erfindungsgemäß ist die Einrichtung so getroffen, daß das sich drehende
Kippgefäß mit einem Zapfen einen. am Waagenigestell drehbaren Hebel unterläuft,
an, dessen Ende ein hakenförmiger Auffangteil angeordnet ist, der doppelhebelartig
zweiarmig ausgeführt ist, so daß er an, dem Hebel für jede Gefäßschwenkung je eine
Drehung um r8o° auszuführen hat. Das. Kippgefäß bringt bei seiner Bewegung zunächst
den erwähnten Hebel zufn Ausschwingen, der durch sein. Gewicht; das noch durch!
Anordnung von Belastungsfedern verstärkt werden kann, die Gefäßbewegung abbremst.
Der doppelhakenförmige Auffangteil ist so ausgebildet, daß er nur unter Kraftaufwand
gedreht werden kann. Der Kraftaufwand wird ebenfalls. von dem drehenden Gefäß entnommen,
so daß dessen lebendige Kraft bei seinem Eintritt in, die aufrechte Stellung zur
Aufnahme der Neufüllung im wesentlichen aufgezehrt ist. Der drehbare Haken: umfaßt
den Zapfen des Gefäßes derart, daß das letztere im Anfang des Füllens mit voller
Sicherheit festgehalten wird. Bei der Füllung wird das Gefäß zunächst einseitig
belastet, so daß es gegen -das Stirnende des den Doppelhaken tragenden Hebels drückt,
wobei das Stirnende des Hebels derart schräg gestaltet ist, daß der Hebel durch
die fortschreitende Belastung des gegen ihn drückenden Kippgefäßes, derart zum Ausschwingen
gebracht wird, daß hierbei der Doppelhaken, der den Zapfen des Gefäßes noch umfaßt,
weitergedreht wird, bis er durch ein auf ihn wirkendes selbsttätiges Spannwerk in
seine Endlage bzw. in die Anfangslage übergeführt wird, in welcher er zum Wiederauffangen
des demnächst erneut herumschwingenden Gefäßes bereitsteht.
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Ein: Ausführungsbeispiel ist auf der Zeichnung dargestellt.
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Abb. r zeigt eine Seitenansicht, Abb. 2 einen Grundriß; Abb.3 bis
5 zeigen Einzelheiten.
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Das Wiegegefäß a zeigt die bekannten Tnneilwände, die so angeordnet
sind, d'aß durch den über dem Gefäß liegenden, durch ein oder mehrere gesteuerte
Ventile o. d'gl. in bekannter Weise beherrschten Auslauf b zunächst der taschenförmige
Teil al gefüllt wird, aus welchem dann, die Flüssigkeit in den Teil a2 übertritt.
Ist die Gesamtfüllung dann erreicht, dann sinkt das Gefäß a um ein Stück
herab,
wobei es mit besonderen, nicht dargestellten Anschlägen den Auslauf h verschließt,
und es führt in der in Abb. i eingezeichneten Pfeilrichtung seine Kippbewegung um
i8o° um den Zapfen cl des Waagebalkens c ans, worauf dann die untere Hälfte des
Gefäßes wiederum gefüllt wird.
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An zwei diagonal gegenüberliegendenEcken des Gefäßes sind nun Zapfen
d angeordnet. Die Zapfen sind in Form von durchlaufenden Stangen (Abb. 2) ausgeführt
und in Ansätzen dl .des Gefäßes a gelagert, so daß sie beiderseits über das Gefäß
a hinausragen. Den Zapfen. gegenüber liegt ein zweifach vorhandener Hebel e, der
bei e1 im Gestell drehbar gelagert ist, und dessen Tieflage durch einen Anschlag
e=, der gleichfalls am Gestell der Waage sitzt, begrenzt wird. Bei der Stellung
nach Abb. i reicht der Hebel e mit seiner bei es unten abgerundeten und oben bei
e4 schräg nach hinten verlaufenden Stirnkante an den Zapfen d heran. Bei dem punktiert
angedeuteten Füllungsstand liegt der Zapfen d mit gewissem Druck an der Schräge
e4 des Hebels e an.
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An seinem freien Ende trägt der Hebel e c-inen Doppelarm f, dessen
Enden als Haken f1 ausgebildet sind. In den Abb. 3 und a ist ein Hebel e in Seitenansicht
und Grundruß herausgezeichnet. Der Hebel besteht danach aus zwei Schienen g und
g', die bei g= (Abb. 4) durch ein Onerstück verbunden sind, welches gleichzeitig-
die beiden Teile g, g1 der beiden Hebelarme e (Abb.2) untereinander verbindet.
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Die Schiene g ist als starr anzusehen, die schwächer gezeichnete Schiene
g1 bildet, aus entsprechendem Stahlmaterial hergestellt, eine Blattfeder. Vorn sind
die Teile g und g1 durch einen Zapfen 1r. verbunden, um, welchen drehbar der Doppelhaken
f gelagert ist. Die Nabe f'' ist mit einer dachförmigen Aussparung f3 ausgestattet,
in welche eine entsprechend gestaltete Schiene f4 eingreift, die an der Feder g1
fest, also nicht drehbar sitzt. Das so gebildete Spann`,verk ist bestrebt, den Doppelhaken
f in der aus Abb. 5 ersichtlichen Stellung, d. h. in annähernd senkrechter Lage,
festzuhalten.
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Wird von der Stellung nach Abb. 5 ausgegangen, so trifft das Gefäß
a beim Ende seiner Drehung mit dem Zapfen d gegen die Fläche d°s Hebels c etwa bei
k an, der Zapfen d ist dort punktiert angegeben. Bei der Weiterdrehung läuft der
Zapfen d an der Unterfläche des Hebels d entlang nach links hin, wobei der Hebel
t° entsprechend angehoben werden muß, und wobei sein Gewicht die Drehbewegung des
Gefäßes bereits bremst. Der Zapfen d gelangt dann an den nach unten weisenden Haken
f1 und bringt dadurch den Doppelarm f zum. Ausschwingen bzw. zur Drehung um seine
Achse h.. Hierbei erfolgt wiederum Bremsung, da der Widerstand des Spannwerkes
f3, f 4 überwunden werden muß. Sobald der Zapfen d von: dem Haken f1 gefaßt
ist, ist der Zapfen gezwungen, an dem kreisförmigen Teil e3 des Hebels e herumzulaufen.
Die Teile kommen zur Ruhe, nachdem; die Stellung der Abb. i erreicht ist, in welcher
der Doppelhaken f wagerecht oder annähernd wagerecht steht. Der Zapfen d liegt nunmehr
(Abb. 5) an der Schrägfläche e4 des Hebels e an. Sein Druck gegen die Fläche e¢
im. Sinne des Pfeiles der Abb. 5 nimmt mit der zunehmenden Füllung des Gefäßes.a
(Abb. i) zu, und wenn die mittlere Tasche a1 annähernd gefüllt ist, dann wird der
Druck des Zapfens d gegen die schräge Stirnfläche e4 so groß, daß der Widerstand-
des auf den Haken f, f l wirkenden Spannwerkes f3, f4 (Abb. q.) wiederum
überwunden wird, daß also der Doppelhaken aus ,-er in Abb. 5 punktiert gezeichneten,
annähernd wagerechten Stellung rechtsherum herausgedreht wird. Sobald der Doppelhaken
f eine bestimmte Winkelstellung zum Hebel e erreicht, bewirkt das Spannwerk f3,
f4, daß er in die ausgezogen gezeichnete Stellung nach Abb. 5 überspringt. Der Doppelhaken
f, f1 ist dann also bereit, das dennnächst gefüllte und dann kippende Gefäß a in
der erläuterten Weise wiederum aufzufangen.