DE355393C - Chiffre-Telegraphensystem - Google Patents

Chiffre-Telegraphensystem

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DE355393C
DE355393C DE1920B0094391 DEB0094391D DE355393C DE 355393 C DE355393 C DE 355393C DE 1920B0094391 DE1920B0094391 DE 1920B0094391 DE B0094391 D DEB0094391 D DE B0094391D DE 355393 C DE355393 C DE 355393C
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    • G09CCIPHERING OR DECIPHERING APPARATUS FOR CRYPTOGRAPHIC OR OTHER PURPOSES INVOLVING THE NEED FOR SECRECY
    • G09C1/00Apparatus or methods whereby a given sequence of signs, e.g. an intelligible text, is transformed into an unintelligible sequence of signs by transposing the signs or groups of signs or by replacing them by others according to a predetermined system
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    • HELECTRICITY
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Description

AUSGEGEBEN
AM 26. JUNI 1922
KLASSE 21 a GRUPPE (B 94391 VIIIh ja1)
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum geheimen Telegraphieren. Es ist vorgeschlagen worden, einen Satz von Signalgebungen mit einem zweiten Signalsatz (Chifiriersatz) so zusammenwirken zu lassen, daß eine dritte, als eigentliche Scndesignalsatz dienende Signalreihe geschaffen wird. Zur Bildung des Chiffriersatzes hat man Vorrichtungen (z. B. Kryptographen) vorgeschlagen, welche von Hand an Sende- und Empfangsstelle übereinstimmend eingestellt werden und die Chiffrierreihe hervorrufen. Derartige Vorrichtungen ändern die vom umlaufenden Sender hervorgerufenen Signalgebungen während eines Umlaufs, und dann wiederholen sich diese Änderungen bei jedem Umlauf. Um während des ganzen Arbeitsvorgangs die Signalgebungen nach einem fortwährend sich ändernden Schlüssel zu chiffrieren, wäre es nötig, die Einstellung des Kryptographen nach jedesmaligem Umlauf des Senders zu ändern.
Bei vorliegender Erfindung findet während der ganzen Arbeitsperiode eine selbsttätige fortwährende Änderung ues Schlüssels statt. Dies ist dadurcli ermöglicht, daß die zur Bildung des zweiten Cliiüriersatzcs dienende Vorrichtung aus zwei 'IVilen bestellt, und zwar einem Teil, bestehend aus einem Schlüssel (ζ. B. Lochstreifen), der übereinstimmend an Sende- und Empfangsste.lle benutzt wird, und einem zweiten Teil, bestellend aus einer von diesem Schlüssel gesteuerten Chii'irieranordnung.
Die Erfindung zeigt Besonderheiten, die aus dem nachstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel sich ergeben.
Die Erfindung ist hier in Anwendung auf eine bekannte Art von Drucktelegraphenanlagen dargestellt. Es ist aber leicht zu erkennen, daß sie auch für andere Signalanlagen anwendbar ist. Sie wird eingehender beschrieben an Hand der Zeichnungen, in denen Abb. ι die Schaltung der Stromkreise an einem Leitungsende bei einer die Erfindung verkörpernden Anlage zeigt, während die Abb. 2 und 3 Abänderungen in der Schaltung des Senders darstellen.
An beiden Leitungsenden sind gleiche Sender und Empfänger vorgesehen. Gewöhnlich wird die Fernschrift sowohl im Ortsempfänger wie im Fernempfänger niedergeschrieben, und da die Arbeit beider Apparate übereinstimmt, so ist es unnötig, die Stelle am anderen Leitungsonde darzustellen und zu beschreiben.
In Abb. r bedeuten Λ und B den Senderbzw. Empfängerteil einer bekannten Verteilerbauart, wie sie bii Drucktelegraplien angewendet wird. Es sind nur solche Teile des Verteilers und nur solche Teile der Schaltung der bekannten Apparate gezeichnet, wie sie zum Verständnis der Erfindung notwendig sind. Demnach sind nur zwei der üblichen vier Segmentreihen des Verteilers dargestellt. Die äußere Reihe der Senderseite besitzt fünf Segmente 1, 2, 3, 4 und 5, von denen aus
die Systemzeichen gesandt werden. Sie enthält ferner das Segment 6, auf dem der Verteilerarm gewöhnlich aufruht, und das Anlaßsegment S. Der innere Kontaktring ist nicht unterbrochen und ist an die eine Seite des Senderkreises 9 angeschlossen, der gewöhnlich über eine geeignete, nicht dargestellte Stromquelle geschlossen ist. Der Verteilerarm 10 trägt eine Bürste 11, deren Enden einerseits auf dem Ringe 7, anderseits auf dem Segmentkontaktring schleifen. Ist der Apparat in Ruhe, so wird der Arm durch eine Falle 12 festgehalten, die von dem sendenden Beamten mittels eines Magneten 13 zurückgezogen werden "kann. Die Empfangseite des Verteilers besitzt fünf Segmente 1', 2', 3', 4' und 5', die den fünf Sendesegmenten entsprechen, aber so verkürzt sind, daß sie nur den mittleren Teil des Sendestromstoßes aufnehmen. Die Empfangseite besitzt forner einen Kontakt 6', auf dem der Ver?«ilerarm in der Ruhelage weilt, und einen Kontakt P zur Überwachung der Erregung eines Relais, dessen Zweck unten näher beschrieben wird. Der Verteilerarm ro' des Verteilers trägt eine Bürste 11' und wird durch eine Falle 12' und einen Magneten 13' beherrscht, gerade so wie der Verteilerarm der Senderseite.
Die Senderelais, die gewöhnlich bei der hier dargestellten Gestalt von Drucktelegraphen benutzt werden, sind bei 14, 15, 16, 17 und 18 angedeutet. Die von diesen Relais beherrschten Stromkreise laufen in der gewöhnlichen Schaltung unmittelbar zu den Verteilersegmenten r bis 5 für die Zeichenstromstoßgabe.
Gemäß der vorliegenden Erfindung aber steuern diese Senderelais die Stromkreise der Verteilersegmente durch einen zweiten Relaissatz 19, 20, 21, 22 und 23; diese Relais mögen als Chiffresenderelais bezeichnet ' werden. Die Stromkreise über die Kontakte der Relais 14 bis 18 laufen demgemäß von . der Stromquelle 24 durch die Wicklungen der Relais 19 bis 23 und von hier durch einen ■ selbsttätigen Chiffrieräpparat D.
Die Relais 14 bis 18 werden gesteuert durch einen bei C angedeuteten Sender, der als Tastensender angenommen ist, welcher mit ■ Kontakten 25, 26, 27, 28 und 29 versehen ist, die in ohne weiteres verständlicher Weise von den Hebeln des Tastenfeldes abhängig sind. Der Erregerkreis jedes der Relais 14 bis 18 ist von der Erde über einen dieser Kontakte zu einer Stromquelle 30 geführt. In der wirklichen praktischen Ausführung haben die Relais nicht dargestellte Haltewicklungen, die das Senden der Fernschrift erleichtern, und ihre Stromkreise sind ferner -gewöhnlich so angeordnet, daß eine willkürliche Übertragung zu den Kontakten eines Lochstmfensendors stattfinden kann, der an Stelle eines Tastensenders benutzt werden kann, wie das alles '. in der Telegraphentechnik wohl bekannt ist. , Der Stromkreis jedes der Relais 19 bis 23 besitzt eine Abzweigung nach Erde über einen Widerstand 31, damit die Relais von dem . Chiffrierapparat in einer Weise gesteuert werden können, wie sie aus dem nachfolgenden ersichtlich wird.
Zum selbsttätigen Chiffrieren der Fernschrift kann ein bekannter Lochstreifensender D angewendet werden. Dieser Sender besitzt in der üblichen Weise zwei Sammelschienen 32 ■ und 33, deren eine mit der Batterie 34, und deren andere mit Erde 35 verbunden ist. Zwischen diesen Schienen schwingen fünf : Kontakte 36, 37, 38, 39 und 40 in wohlbekannter Weise unter der Einwirkung eines Lochstreifens, und die Stromkreise der fünf : Relais 19 bis 23 führen je zu einem dieser fünf Kontakte, so daß die Erregung der Relais von der Zusammenwirkung des gewöhnlichen Senders C und des Chiffriersenders D abhängt.
Der Apparat zur Aufnahme der Fernschrift ist, wie oben ausgeführt wurde, in jeder Beziehung dem der rechten Seite der Abb. 1 gleich, und es soll daher die Erläuterung unter Bezug auf diesen gegeben werden. Damit die Fernschrift in gewöhnlichen Schriftzeichen empfangen werden kann, wird der nicht dargestellte Ferndrucker durch einen Satz von Aufnahmerelais 42, 43, 44, 45 und 46 zur Wirkung gebracht, die ihrerseits von dem Leitungsrelais 41 und dem Entchiffrierapparat D gemeinsam beherrscht werden; dieser ist das gleiche Werk wie der Chiffrierapparat am gebenden Ende der Leitung, und er arbeitet am anderen Leitungsende im Gleichgang (synchron) und mit einem übereinstimmenden Regelstreifen. Die Wicklungen der Relais 42 bis 46 sind an einem Ende je mit einem Kontakt 36 bis 40 des Chiffrierapparats D verbunden, mit dem anderen Ende mit den Segmenten 1' bis 5' des Empfängerverteilers.
Das Leitungsrelais 41 wirkt auf den Anker 48, dessen Arbeits- und Ruhekontakt 49 und 50 mit der Batterie 54 bzw. mit Erde verbunden sind. Ein Leiter 51 verbindet den Anker 4S und das innere Segment 52 des Verteilers, das sich über den gleichen Umfang erstreckt wie die Kontakte 1' bis 5'. Das Leitungsrelais besitzt ferner einen Anker 53, der in geeigneten Zeitabschnitten den gewöhnlich unterbrochenen Stromkreis des Anlaßmagnetcn 13' des Vortellers schließt.
Der Arbeitsmagnet 5<i des Chiffrier- und Entchiffrierwerks D ist von dem Relais 57 abhängig, das vom Verte.ilerkontakt P aus erregt wird; seine Wicklung ist eingeschaltet iao zwischen den geerdeten Kontakt 55 und eine Stromquelle im nicht dargestellten Drucker,
sobald die Bürste ii' über den Kontakt P schleift. Der Stromkreis des Magneten 56 wird dann bei jedem Umlauf des Verteilers von Erde bei 58 nach Batterie bei 34 einmal geschlossen, um den Lochstreifen zu schalten und die Kontakte in der in der Technik wohlbekannten Art zu verstellen. Es ist ersichtlich, daß die Stromstöße zu den Umsetzapparaten D an den verschiedenen Leitungsenden die Lochstreifen nur für jedes zweite oder jedes dritte. übermittelte Buchstabenzeichen oder nach einem willkürlich gewählten Zeitabschnitt fortzuschalten brauchen, statt nach jedem Zeichen.
Wenn es erwünscht ist, sa kann der Umsatzapparat mit Einrichtungen versehen sein, die es gestatten, ihn nach Belieben des gebenden Beamten in oder außer Tätigkeit zu setzen. Zu diesem Zwecke ist ein Relais 60
so mit einer Arbeitswicklung 61 und einer Haltewicklung 62 angegeben, dessen Haltestromkreis von einem Relais 63 abhängig ist. Die Stromkreise der Wicklungen 61 und 63, die das Umsetzwerk in bzw. außer Tätigkeit
as setzen, laufen zum Drucker und sind so angeordnet, daß sie dort durch über die Leitung entsandte, festgelegte Zeichen des Signalsystems an Batterie geschaltet werden, In der in Abb. 2 dargestellten Abänderung findet ein Satz von mit Differentialwicklungen ausgerüsteten Chiffresenderelais 19', 20', 21', · 22' und 23' an Stelle der in Abb. 1 gezeichneten Relais 19 bis 23 Anwendung. Ein Ende von jeder Wicklung kann zweckmäßig am Relais geerdet sein, während die anderen Enden jedes Wicklungspaares mit dem Sender- und mit dem Umsetzwerk verbunden sind. Die Wirkung der Wicklungen hebt sich auf, wenn beide Strom führen, die Stärke einer Wicklung genügt dagegen, das Relais ansprechen zu lassen, wenn die zweite Wicklung ihr nicht entgegenarbeitet. Bei dieser Abänderung sind die in Abb. 1 gezeichneten Erdverbindungen über den Widerstand 31 unnötig und daher ausgelassen. Im übrigen sind die Stromkreise für diese Anordnung die gleichen wie für Abb. i.
Bei der Abänderung nach Abb. 3 sind die Senderelais 14 bis iS der gewöhnlichen Druck- .
telegraphenanlage ausgelassen und die Strom- ■ kreise der Relais 19 bis 23 führen unmittelbar zu Kontakten 64, 65, 66, 67 und 6S eines Lochstreifensenders C bekannter Gestalt, dessen Sammelschienen 69 und 70 mit Batterie bzw. Erde verbunden sind. Es wird sich zeigen, daß diese Anordnung, die ja die Schaltung vereinfacht, nicht so bequem für die bekannte Gestalt des Ferndrucktelegraplien gemäß Abb. 1 Anwendung linden kann, bei der die Relais 14 bis 18 schon vorhanden sind und entweder vom Tasten- oder vom Lochstreifensender aus ' in Tätigkeit gesetzt werden, je nach der Stellung eines vom Beamten gehandhabten Schalters. Durch unmittelbare Verbindung der Relaiswicklungen mit einem Sender, wie in Abb. 3, werden diese Relais an jedem Ende entweder an Batterie oder an Erde
• dauernd angeschaltet sein, und es ist kein besonderer Satz von Erdverbindungen nötig wie in Abb. 1.
Die Wirkungsweise des in Abb. 1 dargestellten Systems ist die folgende: Der Senderarm des Verteilers wird in der üblichen Weise durch das Ansprechen des Magneten 13 angelassen und übermittelt beim Überschleifen des Segments S des Verteilers einen Offen- oder Anlaßstoß. Dieser öffnet die Leitung 9 und macht dadurch das Linienrelais 41 stromlos, das die Schließung des Kontaks 53 zuläßt, wonach der Magnet 13' im Empfängerverteiler
■ erregt wird. Dieser löst den Arm 10' aus, der umzulaufen beginnt im annähernden
: Gleichgange mit dem Senderarm 10. Der Anlaßstoß setzt natürlich die Empfängerverteiler an beiden Leitungsenden gleichzeitig in Gang oder an irgendwelchen anderen Stellen, die in den Leitungsstromkreis eingeschaltet sind-Angenommen, es wäre der erste Buchstabe der zu übermittelnden Femschrift ein A.
Das Systemzeichen für A ist -\--\ , gu
worin — einen »Offen-« oder »Lücken-«Strom-
• stoß veranschausicht, und + einen »Schluß-« oder »Schreib-ttStromstoß in dem veranschaulichten System bedeutet; es sei jedoch bemerkt, daß statt der Stromkreisschließung und -öffnung auch die Entsendung von positiven und negativen Stromstößen stattfinden kann, wenn es erwünscht erscheint. Zum Chiffrieren und Entchiffrieren der Fernschrift sind die Umsetzwerke an den entgegengesetzten Leitungsenden mit übereinstimmenden Lochstreifenstücken ausgerüstet, auf denen eine Reihe von Systemzeichen verzeichnet ist, die vorzugsweise willkürlich gewäht sind, oder aber, falls es beliebt, selbst eine festgelegte Reihe von Buchstaben oder Wörtern ergeben.
Es sei angenommen, daß sich der Buchstabe B in dem Aiigen blick im Chiffresender befindet, in welchem der gewöhnliche Sender den Buchstaben A gibt. Das Systemzeichen
für den Buchstaben B ist ^ |- +. Das
Geben von A durch den Sender bedeutet, daß die Kontakte 25 und 26 geschlossen werden, während die Kontakte 27, 2S, 29 offen sind. Somit werden die Relais 14 und 15 erregt und schließen ihre Kontakte, während die Relais 16, 17 und 18 unerregt bleiben. Das Vorhandensein des Buchstabens B in dem Chiffresender bedeutet, daß die Kontakte 36, 39 und 40, die den+- Stoßen für B entsprechen, an der Stange 32 anliegen werden, die mit der Batterie in Verbindung steht, und daß
die -Kontakte 37 und 38, die die negativen Stromstöße für das Zeichen darstellen, in Berührung mit der geerdeten Sammelschiene 33 sein werden.
Es ist erkennbar, daß als Ergebnis dieser Vereinigung von Kontakten in den beiden Sendern das Relais 19 an beiden Enden aneinander entgegenwirkende Batterien angeschlossen ist, daß das Relais 20 mit dem einen Ende mit der Batterie bei 24, am anderen mit Erde bei 35, das Relais 21 mit einem Ende an Erde über den Widerstand 31 und mit dem anderen Ende an Erde bei 35 angeschlossen ist, daß das Relais 22 mit einem Ende über den Widerstand 31 mit Erde, mit dem anderen Ende mit
■ der Batterie 34 in Verbindung steht, und daß das Relais 2;] am einen Ende über den Widerstand 31 an Erde, mit dem mderen an die Batterie 34 gelegt ist. Info! ^.-dessen schließen die Relais 20, 22 und 23 ihre Kontakte, während die Kontakte der Relais 19 und 21 offen bleiben. Infolgedessen werden, . wenn der Verteilerarm 10 umläuft und die
»5 Kontakte r bis 5 bestreicht, Stromstöße von den Kontakten 2, 4 und 5, aber keine Stöße von den Kontakten 1 und 3 ausgesendet. Das bedeutet, daß ein Zeichen j 1- -f- übermittelt wird, und dieses Zeichen bedeutet den Buchstaben G und nicht den Buchstaben A, den die zu übermittelnde Fernschrift enthielt.
Die Sendestromstöße werden am entfernten
Leitungsende und am Empfängerwerk der Ortsstelle in genau der gleichen Weise aufgenommen, da beide mit übereinstimmenden , Chiffrestreifen arbeiten. Eine Bezugnahme auf die Tätigkeit des Empfängerwerks B wird daher dazu dienen, die Wirkung am entfernten Ende zu erläutern.
ο Der im Ferndrucker zu schreibende Buchstabe hängt von der Stromstoßfolge ab, die an ihn über die Leiter 47 gelangen. Diese Leitor führen nach Erde über die im Ruhezustande offenen Relaiskontakie der Relais 42 bis 46, und diese Relais stehen unter dem gemeinsamen Einfluß der Kontakte des Werks D
und der Kontakte 49 und 50 des Linienrelais 4Γ. Bei der Aufnahme des oben erwähnten Sendezeichens j (-+ läßt das Fehlen
) eines Stromstoßes über die Leitung beim Bestreichen des Kontakts 1 des Sendeverteilers das Linienrelais41 unerregt. Dir Anker48 liegt demnach an seinen geerdeten Ruhekontakt 50. Wenn also der Arm des Empfäiigerverteilt rs über den Kontakt 1'streicht, so wird der Stromkreis des Relais 42 geschlossen werden von der Batterie 34 über den Kontakt 36 des WerksD, die Relaiswicklung _j2, den Kontakt 1' dieBürsteii', das Segment52 und denLeitersi, Anker 48 nach Erde bei 50. Geht der Verteilerarm über den Kontakt 2, so spricht das Linienrelais 41 an infolge eines Stromstoßes, der vom Kontakt 2 des Senderverteilers A über den Kontakt des Relais 20 entsendet wird. Der Anker 48 liegt also an seinem mit Batterie verbundenen Arbeitskontakt 49, und das Relais 43 wird infolgedessen erregt, da es mit einem Ende an die Batterie 54 angeschlossen ist und mit dem anderen an Erde bei 35. Wenn der Verteilerarm über den Kontakt 3' geht, so wird das Linienrelais wieder unerregt sein, und der Schalter 48 wird an seinen geerdeten Kontakt anliegen; das Relais 44 wird demnach unerregt bleiben, weil es mit beiden Enden an Erde gelegt ist. Während der Arm über die Kontakte 4' und 5' geht, ist das Linicnrelais 41 infolge der Stromstöße über die Kontakte der Relais 22 und 23 erregt, so daß der Schalter 48 an seinem mit Batterie verbundenen Arbeitskontakt anliegt; die Relais 45 und 46 bleiben infolgedessen stromlos, weil sie mit beiden Enden an entgegengesetzte Spannungen gelegt sind. Es werden mit anderen Worten die Relais 42 und 43 nacheinander zum Ansprechen gebracht und übermitteln Stromstöße zum Drucker, während die Relais 44,45 und 46 untätig bleiben. Das Systemzeichen, auf welches der Drucker
arbeitet, ist demnach + -j ; dies ist
das Zeichen für den Buchstaben A, und der Drucker druckt infolgedessen den Buchstaben, der gesendet werden sollte.
Wenn der Verteilerarm 10' über den Kontakt P streicht, so spricht das Relais 57 an, das den Stromkreis des Magneten 56 schließt, wodurch der Lochstreifen um einen Schritt weitergeschaltet und die Kontakte des Umsetzwerkes für den neu zu chiffrierenden Buchstaben von neuem eingestellt werden. Wird es gewünscht, die Umsetzwerke außer Tätigkeit zu setzen, so gibt der sendende Beamte in der vorher vorgeschlagenen Weise ein vereinbartes Zeichen und veranlaßt dadurch, daß ein Stromstoß vom Drucker durch die Wicklung des Relais 63 nach Erde fließt. Diese·? 105 öffnet den Stromkreis über die Haltewicklung 62 des Relais 60, das seine Anker losläßt, wonach beide Sammelschienen des Umsetzwerks an Erde gelegt sind, die Schiene 33 bei 35 und die Schiene J2 an die geerdete tio Seite der Batterie 34. Der Fortschaltmagnet 56 wird in gleicher Weise wirkungslos gemacht. Soll das Umsatzwerk wieder in Tätigkeit gebracht werden, so wird ein anderes vereinbartes Zeichen übermittelt, woraufhin ein Stromstoß vom Drucker durch die Wicklung des Relais 60 und nach Erde fließt, der das Relais ansprechen Hilft und die in der Zeichnung dargestellten Verbindungen wieder herstellt.
Die Wirkungsweise der Abänderung gemäß AbIx 2 ist die gleiche, wie sie eben beschrieben
wurde, außer daß das Arbeiten der Relais 19' bis 23' von der Zusammenwirkung ihrer beiden Wicklungen abhängt, statt von der Wirkung der Verbindungen der beiden Enden einer Relaiswicklung. Wenn also die beiden Wicklungen irgendeines Relais an dem gewöhnlichen und an dem Umsetzgeber mit Batterie verbunden sind, so wird das Relais untätig bleiben, weil sich die erregende Wirkung der beiden Wicklungen gegenseitig aufhebt. Auch wenn sie beide an den verschiedenen Enden entweder offen oder geerdet sind, wird das Relais naturgemäß nicht ansprechen. Ist jedoch eine Wicklung an Batterie geschaltet, während die andere geerdet oder unterbrochen ist, so spricht das Relais an. Erbichtlich machen die Stromkreisbedingungen, die ein Relais in Abb. 1 zum Arbeiten bringen, es in gleicher Weise tätig bei der Schaltung gemäß Abb. 2. Es ist deshalb eine Beschreibung der Tätigkeit an Hand dieser Abbildung nicht im einzelnen notwendig. Die Anwendung der geerdeten Differentialwicklungen macht die Anbringung des in Abb. 1 gezeichneten Satzes von Widerständen 31 unnötig, weil für jede Wicklung, die mit einem Ende an Batterie gelegt wird, am anderen Ende immer eine Erdverbindung vorhanden ist.
Das Arbeiten der Abänderung gemäß Abb. 3 wird bereits aus der vorangegangenen Beschreibung deutlich ersichtlich sein. Die Enden der Relais wicklungen 19 bis 23, die zu dem Normalsender C laufen, sind immer entweder an Batterie oder an Erde, je nach Stellung der Kontakte 64 bis 68, gelegt; auch hier sind demnach die in Abb. 1 gezeichneten Widerstände 31 nicht erforderlich.
Die Anlage, wie sie oben beschrieben wurde, wird demnach dazu dienen, die Stromstöße eines zu übermittelnden Buchstabens in einen anderen Satz von Stromstößen umzuwandeln, die irgendein anderes Zeichen des gleichen Zeichensystems bedeuten. Jemand, der versucht, die Fernschrift aufzufangen, indem er eine Abzweigung von den Drähten herstellt, wird die so veränderten Stromstöße empfangen. Eine Betrachtung der Stromkreise wird zeigen, daß selbst dann, wenn die Kontakte des Chiffriersenders in einer Stellung belassen werden, eine Reihe veränderlicher Zeichen über die Leitung gegeben werden, die verschieden von den Buchstaben der zu sendenden Fernschrift sind. Werden jedoch die Kontakte des Umsetzsenders durch Weiterschalten seines Lochstreifens nach Entsendung jeden Buchstabens umgestellt, so ändert sich die Ordnung, nach der die Umsetzung hergestellt ist, für jeden Buchstaben: mit anderen AYorten wird die angewendete Chiffre für jeden gegebenen Buchstaben geändert. Es wird auch deutlich sein, daß der wirklich übermittelte Stromstoßsatz eine andere Tätigkeit auslösen kann als das Drucken eines Buchstabens, so z. B. die Leitungsumschaltung oder die Papierwagenrückführung, während siGh ein Buchstabe im Normalsender befindet, derart, daß ein in einen Leitungsabzweig gelegter gewöhnlicher Ferndrucker eine unbeschreibliche Verwirrung von Zeichen liefern würde, es sei denn, er wäre mit einem Entchiffrierwerk versehen und benutzte zum Entchiffrieren den gleichen Lochstreifen wie ihn die gebende Stelle benutzt.
Die Ausführungsformen der Erfindung, die hier dargestellt sind, dienen nur als Veranschaulichungsbeispiele; es ist ersichtlich, daß mannigfache Abänderungen vorgenommen werden können, ohne daß damit der Schutzbereich der Erfindung verlassen würde.

Claims (3)

Patent-Ansprüche:
1. Chiffre-Telegraphensystem, bei welchem das Zusammenwirken zweier Sätze elektrischer Zustände eine dritte zur Entsendung von Sendestromstößen dienende Reihe von Zuständen schafft, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite (Chiffrier-) Reihe von Sätzen durch eine Chiffrieranordnung geschaffen wird, welche selbsttätig in häufigen Intervallen während der go gesamten Arbeitsperiode (also nicht nur während des Umlaufes eines Senders) fortwä.hrend nach einem Schlüssel sich, ändert.
2. Anordnung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine aus zwei Teilen bestehende Chiffrieranordnung an sich bekannter Art, nämlich einer Vorrichtung (D), welche die erste Reihe von Zuständen ändert und einem Schlüssel (Lochstreifen), welcher an der Sende- und Empfangsstelle übereinstimmend benutzt, die Vorrichtung (D) während der ganzen Arbeitsperiode ändernd beeinflußt.
3. Anordnung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Abgäbe der Chiffrierreihe dienende Vorrichtung aus einem Sender (D) an sich bekannter Art besteht, bei welchem ein in die Vorrichtung eingebrachter Schlüssel (Lochstreifen) eine fortwährende, 'nach diesem Schlüssel erfolgende Kontaktänderung (Schwingkontakte 36, 37, 38, 39, 40) hervorruft, so daß die Chiffrierreihe sich fortwährend nach dem Schlüssel ändert.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DE1920B0094391 1918-09-13 1920-06-06 Chiffre-Telegraphensystem Expired DE355393C (de)

Applications Claiming Priority (3)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US146520XA 1918-09-13 1918-09-13
US265307A US1356546A (en) 1918-12-04 1918-12-04 Ciphering system
US146991XA 1918-12-09 1918-12-09

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DE1920B0094391 Expired DE355393C (de) 1918-09-13 1920-06-06 Chiffre-Telegraphensystem

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FR (2) FR524197A (de)
GB (3) GB146520A (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE974447C (de) * 1943-05-15 1960-12-29 Normalzeit G M B H Verschluesselungsgeraet

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE974447C (de) * 1943-05-15 1960-12-29 Normalzeit G M B H Verschluesselungsgeraet

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Publication number Publication date
FR524197A (fr) 1921-08-31
GB146991A (en) 1921-09-22
GB146520A (en) 1921-09-29
GB146990A (en) 1921-09-08
FR23481E (fr) 1921-11-30

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