DE354467C - Verfahren zur Erzeugung von hochgespanntem Wasserdampf durch die Reaktion von gebranntem Kalk und Wasser - Google Patents

Verfahren zur Erzeugung von hochgespanntem Wasserdampf durch die Reaktion von gebranntem Kalk und Wasser

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DE354467C
DE354467C DER52584D DER0052584D DE354467C DE 354467 C DE354467 C DE 354467C DE R52584 D DER52584 D DE R52584D DE R0052584 D DER0052584 D DE R0052584D DE 354467 C DE354467 C DE 354467C
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    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09KMATERIALS FOR MISCELLANEOUS APPLICATIONS, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE
    • C09K5/00Heat-transfer, heat-exchange or heat-storage materials, e.g. refrigerants; Materials for the production of heat or cold by chemical reactions other than by combustion
    • C09K5/16Materials undergoing chemical reactions when used

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Description

Den Gegenstand der Erfindung bilden ein Verfahren zur Erzeugung von hochgespanntem Wasserdampf durch die Reaktion von gebranntem Kalk und Wasser und eine Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens.
Verfahren zur Nutzbarmachung des beim _ Kalklöschen entstehenden Dampfes sind schon bekannt, sie eignen sich auch nicht zur dlauernden ununterbrochenen Dampferzeugung. Diese to soll durch das neue Verfahren ermöglicht werden, indem Kalk und Wasser in ihren Mengen so bemessen werden, daß außer dem vom Kalk zu seiner Ablöschung benötigten Wasser von diesem ein geringer Überschuß zugeführt wird, der zur Dampfbildung genügt.
Nach dem neuen Verfahren wird die Reaktion in einem geschlossenen, starkwandigen Behälter herbeigeführt, in dem möglichst ao selbsttätig je nach Bedarf an Dampf die be-. treffenden Substanzen in fein verteilter Form und in passenden Mengen zusammengebracht werden.
Der den Dampfentwickler bildende Behälter ist in bekannter Weise mit einer Wärmeschutzmasse umkleidet sowie mit Manometer, Sicherheitsventil, einem Dampfablaßventil und einem unteren, gleichfalls durch ein Ventil zu sperrenden Auslaß für die sich bildenden Ablagerungen versehen.
Der Entwickler kann auch ähnlich wie bei den sogenannten kessellosen Dampfmaschinen unmittelbar mit dem Arbeitszylinder zusammengebaut werden.
Bekannt ist, daß, wenn frisch gebrannter Kalk in gröberen Stücken mit weniger Wasser abgelöscht wird, als zur Bildung von breiigem Kalziumoxydhydrat erforderlich ist, die Kalkstücken in Staub zerfallen, bevor sie vollständig gelöscht sind und für weitere Wasserzugabe unempfindlich werden.
Bei Verwendung von grobstückigem Ätzkalk würde diesem Übelstande nur durch überreichliche Wassergabe zu begegnen sein, „was .für die sparsame Gewinnung von Dampf nicht angängig ist, weil zur Erwärmung des überschüssigen Wassers eine nicht unbeträchtliche Wärmemenge nutzlos verbraucht würde.
Das neue Verfahren besteht darin, daß der Ätzkalk fein gepulvert und das Wasser fein verstäubt unter Druck zusammengebracht werden, wodurch die Reaktion sich unter höchster Wärmeentwickelung sofort vollzieht. Die Mengen von Ätzkalk und Wasser sind dabei genau so abzumessen, daß außer dem zur BiI-dung von Kalkhydrat unbedingt nötigen Wasser nur so viel zugeführt wird, als durch die entwickelte Wärme in Dampf übergeführt zu werden vermag.
Versuche haben ergeben, daß sich der Nutzeffekt durch Vorbehandlung des Ätzkalkes sowohl wie des Wassers erheblich steigern läßt.
Frisch gebrannter, vollkommen wasserfreier Ätzkalk wird zu feinem Pulver vermahlen und darauf mit iooprozentigem Alkohol übergössen. Nachdem der Alkohol gut eingezogen ist, wird die feuchte Masse in einem Behälter unter ungefähr 5 Atmosphären Druck ungefähr eine Stunde lang sich selbst überlassen. Diese Behandlung ergibt ein feines Pulver von schwach gelblichem Schein.
In dem zu verwendenden Wasser werden 5 Prozent Ätznatron aufgelöst.
Durch diese Behandlung mit Alkohol wird der Ätzkalk in einen Zustand übergeführt, in welchem er sich als Pulver nicht mehr zusammenballt. Der Zusatz von Ätznatron zu
dem zu verwendenden Wasser dient dazu, die r verbleibenden Rückstände von Kalkhydrat in ■ eine breiige Form überzuführen, in der sie aus dem Entwicklerraum ohne Störung des ; Betriebes entfernt werden können.
Die Zuführung des präparierten Ätzkalkes und des mit Ätznatron versetzten Wassers erfolgt nach dem neuen Verfahren auf mechanischem Wege von dem durch den erzeugten
to Dampf angetriebenen Motor aus oder in ähnlicher Weise genau nach dem Verbrauch an Dampf.
Die Zeichnung veranschaulicht in schematischer Weise eine beispielsweise Ausfüh- , rungsform eines Dampfentwicklers nach der Erfindung, und zwar zeigen:
Abb. ι den Dampfentwickler in einem senkrechten Mittelschnitt und Abb. 2 einen wagerechten Schnitt in der Höhe der Zufüh-
ao rungsrohre für Kalk und Wasser.
Die Vorrichtung besteht aus einem kurzen, zylindrischen Oberteil 1, das oben mit einem gewölbten Deckel 2 geschlossen ist und nach unten in einen Trichter 3 ausläuft. In der Mitte des Deckels 2 ist eine Art Dom 4 vor- ! gesehen, an dem eine mit einem Ventil 5 aus- : gestattete, nach der Verwendungsstelle des Dampfes führende Dampfleitung 6 angebracht ist. Oben auf dem Dom 4 befindet sich ein Sicherheitsventil 7 und neben dem Dom 4 auf dem Deckel 2 ein Manometer 8.
In dem zylindrischen Teil 1 des Entwicklers sind an einander gegenüberliegenden Stellen Zuleitungen 9 und 10 für den Ätzkalk und das Wasser eingeführt. In der Rohrleitung 9 ist ein Ventil 11 und ein ebensolches 12 in j der Rohrleitung 10 vorgesehen.
Das Kalkpulver wird in irgendeiner bekannten Art mittels Druckluft durch die Rohrleitung 9 und die an deren innerem Ende angebrachte Düse 13 in genau bemessenen Mengen in Staubform in den Entwickler geblasen. Das mit Ätznatron versetzte Wasser wird in gleicher Weise in entsprechenden Mengen von einem Druckbehälter aus oder mittels einer Pumpe in den Entwicklerraum [ durch die Düse 14 der Rohrleitung 10 eingespritzt, so daß, wie in der Zeichnung angedeutet, beide Stoffe in der Mitte des Raumes in fein verteilter Form zusammentreffen und die Reaktion sich an dieser Stelle sofort vollzieht.
Der bei der Reaktion sich bildende und bei richtiger Bemessung der zugeführten Mengen trockene Wasserdampf sammelt sich in dem Entwicklerraum, dem er ebenso wie bei einem gewöhnlichen Dampfkessel zur beliebigen Verwendung entnommen werden kann.
Das bei dem Vorgang gebildete Kalkhydrat sinkt infolge seiner Schwere herab und sammelt sich in dem unteren, trichterförmigen Teile 3 der Vorrichtung in breiiger Form und wird von Zeit zu Zeit durch die mit einem Ventil 15 versehene Rohrleitung 16 abgeblasen. 6g
Um zu verhindern, daß bei allzu heftiger Reaktion Teile von dem gebildeten Kalkhydrat in die Dampfleitung gelangen, ist zweckmäßig in dem oberen Teile de.s Entwicklers unterhalb des Deckels 2 ein Siebboden 17 vorgesehen.

Claims (4)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Erzeugung von hochgespanntem Wasserdampf durch die Reaktion von gebranntem Kalk und Wasser, dadurch gekennzeichnet, daß in einem geschlossenen Behälter gepulverter Kalk und zerstäubtes Wasser nach Maßgabe des Dampfverbrauches unter Druck einander entgegengeblasen werden, wobei die Menge des Wassers zu der des Kalkes so bemessen wird, daß über die vom Kalk zu bindende Menge hinaus ein Überschuß gegeben wird, der zur Entwicklung von Dampf und zur Überführung der festen Rückstände in breiige Form genügt.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch t, dadurch gekennzeichnet, daß der zu verwendende, wasserfreie Ätzkalk in fein gepulvertem Zustande zuvor mit 100 Prozent Alkohol übergössen und nach dessen Einziehen ungefähr eine Stunde lang in einem geschlossenen Behälter unter einem Druck von 5 Atmosphären gehalten wird.
3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem zu verwendenden Wasser zwecks Überführung des sich bildenden Kalkhydrates in eine breiige Form 5 Prozent Ätznatron zugefügt werden.
4. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, 2 und 3, gekennzeichnet durch einen geschlossenen Behälter (1), der in seinem unteren, zur Ansammlung der Rückstände von Kalkhydrat dienenden Teile (3) trichterförmig gestaltet ist, wobei in den oberen, nach der Dampfleitung (7) zu durch einen Siebboden (17) abgesonderten Teil (1) einander gegenüberliegende, mit Düsen (13, 14) versehene Rohrleitungen (9, 10) eingeführt sind, zur Einführung von Ätzkalk und Wasser.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DER52584D Verfahren zur Erzeugung von hochgespanntem Wasserdampf durch die Reaktion von gebranntem Kalk und Wasser Expired DE354467C (de)

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