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Verfahren zur Erzeugung von Azetylen aus Kalziumkarbid und Wasser.
Das bei der Erzeugung von Azetylen durch Einwirkung von Wasser auf Kalziumkarbid sich bildende Kalkhydrat hüllt das noch nicht vergaste Karbid mehr oder weniger ein und verhindert so den weiteren Zutritt des Wassers. Hiedurch wird einerseits die Vergasungsgeschwindigkeit herabgesetzt, anderseits infolge der verschlechterten Wärmeableitung die Gefahr von Polymerisationserscheinungen hervorgerufen. Schliesslich bildet die in dem Kalkrückstand enthaltene Feuchtigkeit die Ursache unerwünschter Nachvergasungen, deren Regelung man nicht in der Hand hat.
Es ist zwar bekannt, die Wasserzugabe so zu beschränken, dass das entstehende Kalkhydrat trocken und staubförmig anfällt, und hiebei gleichzeitig das Gemisch einem Rührprozess zu unterwerfen, der die Reaktionsrüekstände von den Karbidkörnern ablöst. Das einzelne Karbidkorn bleibt jedoch dabei bis zur vollständigen Vergasung in dem abgelösten Rückstand eingebettet, so dass die umgebende Hülle aus Kalkhydrat hemmend auf den Zutritt des Wassers an das Karbid wirkt. Dazu kommt noch das von der Karbidoberfläche durch diese Hülle nach aussen, also entgegen der Wasserzuflussrichtung strömende Azetylen, das ebenfalls den Wasserzufluss abbremst, so dass die Rückstände somit eine Herabsetzung der Vergasungsgeschwindigkeit bewirken.
Auch die Gefahr der Polymerisation wird bei dem bekannten Verfahren nur unwesentlich gemindert. Das zur Erzielung einer unterhalb der Polymerisationsgrenze liegenden Temperatur zusätzlich verwendete Wasser wird bekanntlich dazu benutzt, durch Verdampfen die Reaktionswärme zu binden, so dass gleichzeitig mit dem Azetylen Wasserdampf entsteht, die beide durch die Kalkhülle nach aussen abströmen. Da die Kalkhülle das Abströmen des Azetylen-Wasserdampf-Gemisches naturgemäss hemmt, wird während einer bestimmten Zeit das Karbidkorn von einer Azetylen-WasserdampfAtmosphäre umgeben sein. Nun bringt aber auch Wasserdampf das Karbid zur Vergasung, so dass auch während der Zeit, in der das Karbidkorn sich in der Azetylen-Wasserdampf-Atmosphäre befindet, die Vergasung nicht ganz aufhört.
Da die spezifische Wärme des Wasserdampfes und des Azetylens jedoch nicht ausreicht, um die Reaktionswärme aufzunehmen, diese also nicht vollständig gebunden werden kann, ergibt sieh die Folge, dass schon bald die Grenztemperatur erreicht wird und sich trotz der Ablösung der Reaktionsrückstände Polymerprodukte bilden.
Schliesslich ist noch der Umstand von Bedeutung, dass bei Unterbrechung der Wasserzugabe in das Gemisch von Karbidkörnern und Vergasungsruekständen die Vergasung nicht sofort aufhört, da die in dem Rückstand aufgespeicherte Feuchtigkeit auf die eingehüllten Karbidkörner noch weiter einwirkt. Bei dem bekannten Verfahren ist daher stets noch mit einer gewissen Nachgasmenge zu rechnen.
Diese Nachteile der verringerten Vergasungsgeschwindigkeit, der Gefahr der Bildung von Polymerprodukten sowie die nicht beherrschbar Naehvergasung können bei auf die Gewinnung von trockenem Kalkrückstand zielenden Verfahren nur dann behoben werden, wenn man die Rückstände kurz nach dem Entstehen nicht nur von dem Karbidkorn ablöst, sondern auch von diesem abtrennt, so dass das Entwicklungswasser ungehindert an das Karbidkorn herantreten kann.
Gemäss vorliegender Erfindung wird dies dadurch erreicht, dass das Gemisch während des Rührens von inerten oder brennbaren Gasen oder Gasgemischen in der Art eines Sichtstromes durchströmt wird, wodurch der Kalkhydratstaub von den Karbidkörnern getrennt und in einen besonderen Absetzraum gefördert wird. Hiedurch erreicht man, dass die Karbidkörner stets eine reine Oberfläche aufweisen, so dass das Wasser ungehindert auf das Karbid auftrifft, und somit die höchst erreichbare
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