DE3528060C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Weingartensäule der im Ober
begriff des Patentanspruchs 1 beschriebenen Art.
Eine
solche Weingartensäule ist aus der DE-PS 7 38 510 bekannt.
Die Weinbauarbeit wird zur Verminderung der Handarbeits
kosten immer mehr mechanisiert. Um Maschinen oder Geräten
einen Durchgang zwischen den Reihen von Weinrebenstämmen
zu ermöglichen, werden die Weinreben immer mehr anspaliert.
Während des Wachsens der Weinrebenzweige finden zwei oder
drei Beschneidungsvorgänge aufeinanderfolgend statt:
- - Das Beschneiden oder "Vorschneiden" im Winter,
- - ein eventuelles Absicheln kurz vor der Weinlese zur Beseitigung von überschüssigem Laub, das Schwierigkeiten bei der Weinlese mit sich bringen würde, wobei das Ab sicheln für gewöhnlich in größerer Höhe als der Höhe der Weingartenpfähle oder -säulen erfolgt,
- - die eigentliche Weinlese.
Während des Wachsens der Weinrebe treiben lange hohe belaubte
Stengel. Damit die Geräte weiterfahren können, nähert
man diese hohen Stengel der Reihen von Weinrebenstämmen
mit Hilfe von "Hebedrähten" einander, welche die Stengel
umschließen. Dies erfolgt in typischer Weise mit Hilfe
von zwei "Hebedrähten", die sich ungefähr auf derselben
Höhe befinden und jede Reihe von Weinrebenstämmen ein
fassen. Diese Hebedrähte werden entsprechend dem Wachsen
der Weinreben in immer größeren Höhen in Ausnehmungen
der Weingartenpfähle oder -säulen eingehängt.
Für das Vorschneiden werden die Hebedrähte beseitigt.
Jedoch sind die diese Hebedrähte und auch die anderen
Drähte oder "Spalierdrähte" tragenden Weingartensäulen
hinderlich, da sie die Schnitthöhe überragen. Man muß
daher mit dem Schneidgerät manövrieren, um die Weingarten
säulen zu umgehen und einen vollständigen Schnitt auszu
führen. Diese Behinderung durch die Weingartensäulen,
deren Höhe mit der größten Höhe der Hebedrähte verbunden
ist, bedingt große Zeitverluste. Die Behinderung besteht
auch bei dem von Hand ausgeführten Schnitt, ist aber beim
mechanisierten Schnitt weitaus ausgeprägter. Durch die
Erfindung wird der Versuch gemacht, diese Nachteile in
praktischer und wirtschaftlicher Weise zu verringern oder
zu beseitigen.
In der DE-PS 7 38 510 ist eine Weingartensäule beschrieben,
mit einer Tragevorrichtung für Weinrebendrähte, die einen
Säulenunterteil und einen gegenüber diesem verschiebbaren
und in verschiedenen Höhen arretierbaren Säulenoberteil
und eine am oberen Ende des Säulenoberteils angeordnete
Traverse zum Haltern von Hebedrähten aufweist. Diese Wein
gartensäule gewährleistet den Rebenanschluß während des
Wachstums der Reben zu jeder Zeit. Was zum Zeitpunkt der
Veröffentlichung dieser Patentschrift noch nicht zur De
batte stand, ist das maschinelle Lesen von Trauben mit
einer Erntemaschine. Eine Erntemaschine, die an Weinstock
reihen entlanggeführt wird, wird durch die senkrecht zu
ihrer Fahrtrichtung orientierten Traversen daran gehindert,
weit in die Weinreben einzudringen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Weingarten
säule der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 beschriebenen
Art derart weiterzubilden, daß sie ein effektives maschi
nelles Lesen ermöglicht.
Diese Aufgabe wird anspruchsgemäß gelöst.
Erfindungsgemäß ist das Säulenoberteil frei drehbar und
in gedrehter Stellung arretierbar in dem Säulenunterteil
gelagert. Dadurch kann die Traverse in Längsrichtung der
Weinrebenreihe orientiert werden, so daß die Schläger
der Weinlesemaschine dicht in die Weinreben eindringen
können und auch in der Nähe der Weingartensäule arbeiten
können.
Auf diese Weise wird entsprechend dem Wachsen der Weinrebe
das verschiebbare Oberteil angehoben und in größerer Höhe
durch einen Stift festgestellt, der das Säulenunterteil
oder die "Spaliersäule" durch eine seiner Perforierungen
durchquert.
Das Oberteil kann außerhalb oder innerhalb des Säulenunter
teils verschoben werden. Das Verschieben des Oberteils
innerhalb des Säulenunterteils wurde für die praktische
Ausführung der verschiebbaren Weingartensäule der Erfindung
bevorzugt, um zufriedenstellende Steifheit und Einfachheit
der Konstruktion zu erzielen.
Die Weingartensäule nach der Erfindung hat somit ein Säulen
unterteil mit im wesentlichen einem die Trageinrichtung
für die Spalierdrähte tragenden hohlen Profilträger und
mit Querperforierungen für den Durchtritt wenigstens eines
Stifts zum Halten des Oberteils in verschiedenen Höhen,
und hat ein Oberteil mit einer glatten Stange mit kreis
förmigem oder profiliertem Querschnitt, die innerhalb
des Säulenunterteils verschiebbar und frei drehbar ist,
und mit einer oben an der Stange angeordneten Traverse,
die an ihren Enden und in gewähltem Abstand für zwei Hebe
drähte zwei Trageinrichtungen trägt, die z. B. aus Ösen
oder Ausnehmungen bestehen. Das Säulenunterteil ist gege
benenfalls mit einer Spitze zum Einsetzen in die Erde
versehen.
Die aufeinanderfolgenden Perforierungen ermöglichen zusammen
mit der Länge der verschiebbaren Stange des Oberteils
das Einstellen der aufeinanderfolgenden Höhen der beiden
Hebedrähte, während der Abstand der Ösen oder Ausnehmungen
den Abstand der Hebedrähte bestimmt.
Ohne Verlassen des Rahmens der Erfindung ist es möglich,
das Tragen von zwei Paaren von Hebedrähten in unterschied
lichen Höhen vorzusehen, und zwar durch zwei Traversen,
die in zwei unterschiedlichen Höhen von der verschiebbaren
Stange des Oberteils getragen werden, oder durch eine
einzige Traverse, die an ihren Enden eine Einrichtung
zum Tragen der Hebedrähte in zwei Höhen aufweist. Eine
derartige Säule ermöglicht eine Verdoppelung der Hebedrähte
und somit eine Verbesserung des Anhebens der langen oberen
Stengel der Weinreben.
Während des Wachsens der Weinreben und für die Vorgänge
des Vorschneidens ist die Traverse oder sind die Traversen,
die die Drähte stützen, quer zur Weinrebenreihe angeordnet.
Mit dem Einwirken auf die verschiebbare Stange des Oberteils
der Weingartensäule und auf den die Stange stützenden
durchgehenden Stift werden gleichzeitig die beiden Hebe
drähte oder die Paare von Hebedrähten angehoben oder abge
senkt. Zum Anheben der Hebedrähte werden die verschiedenen
Stangen angehoben und die Stifte in einer Perforierung
in größerer Höhe angeordnet. Die aufeinanderfolgenden
durchgehenden Perforierungen des Säulenunterteils können
sich alle 8 bis 15 cm befinden. Zum Absenken der Hebedrähte
während des Beschneidens werden die verschiedenen Stangen
leicht angehoben und die Stifte entweder entfernt, wobei
das Oberteil dann von seiner Traverse gehalten wird, die
am oberen Ende des Unterteils aufliegt, oder in einer
weiter unten gelegenen durchgehenden Perforierung festgelegt.
Für die mit Schlaggeräten ausgeführte Weinlese wird ein
Ausrichten der Traverse(-n) in Längsrichtung bezüglich
der Weinrebenreihe bevorzugt.
Dieses in Längs- und auch in Querrichtung erfolgende Aus
richten der Traverse(-n) kann erzielt werden, weil die
sie haltende zylindrische Stange gegenüber dem Säulenunter
teil frei ausgerichtet werden kann, gegenüber dem sie
verschiebbar ist. Insbesondere ist die Stange außen kreis
förmig und vorzugsweise mit geringem Spiel innerhalb des
Säulenunterteils verschiebbar.
Die gespannten Hebedrähte werden ausgehängt, um die Drehung
der Traverse im Augenblick der Weinlese zu ermöglichen.
Es ist zweckmäßig, eine Einrichtung vorzusehen zum Befestigen
dieser Hebedrähte am senkrechten Unterteil der Weingarten
säule oder in Nähe von dessen senkrechten Teils, z. B.
in Form von zwei Ausnehmungen im oberen Ende der verschieb
baren Stange. Man kann dann auch gegebenenfalls die Hebe
drähte an den Einrichtungen zum Tragen der obersten Spalier
drähte am Säulenunterteil festlegen.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungs
beispielen beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 eine Schrägansicht eines ersten Beispiels
der Weingartensäule nach der Erfindung,
wobei die verschiebbare Stange und die
Traverse sich in der hohen Stellung befinden;
Fig. 2, 3 und 4 schematische Darstellungen in Schrägansicht
der Position der verschiebbaren Stange
und der Traverse zweier Weingartensäulen
nach der Erfindung, eingesetzt in eine
Weinrebenreihe und in verschiedenen Wachs
tumsstadien der Weinrebe.
Die Weingartensäule 100 nach der Erfindung (Fig. 1) umfaßt
ein Säulenunterteil aus einem kreiszylindrischen Rohr
mit einer Reihe von durchgehenden und in 10 cm Abstand
angeordneten Perforierungen 108. Jede Perforierung 108
ermöglicht den Durchtritt eines Spalierdrahts oder eines
Stift 109. Der Stift 109 hat eine Sicherungseinrichtung
109 a, die sein zufälliges Austreten aus dem Profilträger
102 durch die Schläger der Weinlesemaschinen verhindert.
Die Verwendung von Sicherungsstiften ist somit wichtig,
um ein Auswerfen der Stifte zu verhindern, was sich in
starken örtlichen Absenkungen des Oberteils einer oder
mehrerer verschiebbarer Weingartensäulen nach der Erfindung
und der hiervon getragenen Hebedrähte äußern würde.
Das Oberteil 110 der Weingartensäule 100 umfaßt: ein glattes
Rohr 107, das im Profilträger 102 mit einem Spiel von
1 mm am unteren Durchmesser verschiebbar ist, und eine
Traverse 111, deren Mittelteil einen in das obere Ende
des Rohrs 107 eingelassenen Knick hat. Die Enden der aus
einer Rechteckstange aus nichtrostendem Stahl mit 17% Cr
hergestellten Traverse sind zu unteren Halbschlingen 112
geformt, die die Hebedrähte 13, 13′ (Fig. 2) tragen und
halten, wenn sie durch das Wachsen der oberen Stengel
und Blätter der Weinreben nach außen gedrückt werden.
Der in die Traverse eingelassene mittlere Knick läßt
einen Durchtritt frei für das Einhängen der Hebedrähte
13, 13′ in zwei Ausnehmungen 14, 14′ des oberen Endes
der verschiebbaren Stange 107. Diese Ausnehmungen sind
im wesentlichen in der axialen Längssymmetrieebene der
Rohre 102 und 107 ausgefluchtet. Die senkrechten Ausnehmungen
14 haben eine Breite von 1 bis 1,2 mm und eine Tiefe von
3 bis 4 mm derart, daß sie zwei Hebedrähte 13, 13′ aus
hartgezogenem nichtrostendem Stahl mit einem Durchmesser
von 0,8 bis 1,0 mm tragen und halten, wenn diese Drähte
vor dem Durchtritt der Weinlesemaschine in der senkrechten
Längsmittelebene der Weinrebenreihe einander genähert
werden. Die Traversen 111 sind dann im wesentlichen in
derselben Ebene ausgerichtet, was in Fig. 4 schematisch
dargestellt ist.
Die Fig. 2 bis 4 sind schematische Positionsdarstellungen
der Funktion des verschiebbaren Oberteils 110 der Weingarten
säule 100 nach der Erfindung. Nach dem Vorschneiden und
bis zum Frühling sind die verschiebbaren Oberteile 110
zurückgezogen, sind die Traversen 111 quer angeordnet
und befinden sich die von ihnen gehaltenen Hebedrähte
13, 13′ in der tiefen Stellung (Fig. 2). Die Zweige des
Weinrebenstamms können zum Teil an verstellbaren Drähten
15 befestigt werden, die ihrerseits vom Säulenunterteil
102 getragen werden (die Trageinrichtung ist nicht darge
stellt). Während des Wachsens der Weinreben (Fig. 3),
für gewöhnlich im Sommer, werden die verschiebbaren Ober
teile 110 durch Versetzen der Haltestifte 109 (etwa in
Fig. 3) fortschreitend angehoben. Hierbei werden die Hebe
drähte 13, 13′ von den in Querrichtung befindlichen Traver
sen 111 getragen und halten die Stengel und Blätter
der Weinrebe innerhalb der Weinrebenreihe.
Wenn die Weinlese kommt (Fig. 4), werden die Hebedrähte
13, 13′ der senkrechten Längsmittelebene der Weinrebenreihe
genähert und in die Ausnehmungen 14, 14′ (Fig. 1) der
verschiebbaren Oberteile 110 eingesetzt, die um etwa 90°
gedreht werden, um die Traversen 111 in Längsrichtung
auszurichten. Dies ermöglicht den Schlägern der Weinlese
maschine, in Nähe der Weingartensäulen 100 tätig zu sein.
Die Weingartensäulen nach der Erfindung sind an die mechani
sierten Weingartenarbeiten gut angepaßt. Zur Erleichterung
ihres Einsetzens, zur Erzielung eines zufriedenstellenden
und dauerhaften Betriebs und zur Verlängerung ihrer Anfangs
kosten ist es wichtig, für ihre Herstellung starre und
gegenüber den atmosphärischen Bedingungen und den Behand
lungsprodukten der Weinrebe korrosionsfeste Materialien
zu verwenden. Die Bestandteile der Weingartensäule der
Erfindung bestehen vorteilhaft aus nichtrostendem ferriti
schem Stahl.
Das Säulenunterteil besteht normalerweise aus einem Rohr
oder einem Hohlprofil aus nichtrostendem Stahl mit einer
Dicke von 0,5 bis 2 mm. Die zylindrische verschiebbare
und frei drehbare Stange des Oberteils der Weingartensäule
ist normalerweise aus einem Profilträger oder einem Rohr
hergestellt, das ebenfalls vorzugsweise aus nichtrostendem
Stahl besteht und eine Dicke von 0,6 bis 1,5 mm hat. Die
Traverse des verschiebbaren Oberteils ist vorzugsweise
aus einem Rohrteil oder Flachmaterial aus nichtrostendem
Stahl hergestellt, das im oberen Ende der zylindrischen
verschiebbaren Stange befestigt ist.
Claims (5)
1. Weingartensäule mit einer Tragevorrichtung für Wein
rebendrähte, mit
- - einem Säulenunterteil,
- - einem gegenüber diesem verschiebbaren und in verschie denen Höhen arretierbaren Säulenoberteil, und
- - einer am oberen Ende des Säulenoberteils angeordneten Traverse zum Haltern von Hebedrähten,
dadurch gekennzeichnet, daß
- - das Säulenoberteil (110) frei drehbar und in gedreh ter Stellung arretierbar in dem Säulenunterteil gelagert ist.
2. Weingartensäule nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß das Säulenunterteil aus einem hohlen Profilträ
ger (102) aus nichtrostendem Stahl mit einer Dicke von 0,5
bis 2 mm besteht.
3. Weingartensäule nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Säulenoberteil (110) eine Stange
(107) ist, die als Profilträger oder Rohr aus nicht
rostendem Stahl mit einer Dicke von 0,6 bis 1,5 mm ausge
bildet ist.
4. Weingartensäule nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das obere Ende des Säulen
oberteils Ausnehmungen (14, 14′) aufweist, in die die
Hebedrähte (13, 13′) eingelegt werden, bevor das Säulen
oberteil mit der Traverse parallel zur Weinrebenreihe
ausgerichtet wird.
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